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Tochter weiß es nicht.

Zitat @Savay
Ja das ist eben nicht leicht, weil das bedeuten würde, ich muss endlich alles was mir nicht gut tut, hinter mir lassen.
Ich müsste hier weg, von all diesen komischen ungesunden gesellschaftlichen Vorgängen.
Ich müsste es wenigstens einmal versuchen.
Ich kann doch nicht immer nur darüber jammern und mich darüber aufregen.
Und ich weiß auch selbst nicht wie ich es ändern soll.
Zitat Ende

Denkst Du das das geht ? Ich meine alles was einem nicht gut tut, hinter sich lassen ?
Also ich habe in meinem Leben schon so einiges durch...
aber immer wenn es neue Dinge gab oder Dinge die ich ganz bewusst geändert habe oder neue Gesetze oder Bestimmungen , gab es gutes wie schlechtes ......
will damit sagen
das Leben ist ja nicht nur gut, sondern es hat auch viele Momente oder Situationen, die einem nicht gut tun. Das hört nie auf , denke ich und geht weiter bis zum Tod.

Aber die andere Seite ist eine gewisse Harmonie zu schaffen zwischen dem was mir gut tut und dem was mir nicht gut tut.
Ich geb. Dir mal ein Beispiel - Ich war mit einer Frau zusammen, die hatte eine Tochter ( nicht meine ) die Kleine kam mit 3 in den Kindergarten.
Wenn ich die Kleine abholte ,lag auf dem Weg, ging ich mit ihr jedesmal bis zur Türe der Mutter , die meist schon auf war, aber ich habe die Stufen der Treppe leise für mich gezählt, aber hörbar für die kleine. Die Kleine hat dann mitgezählt und konnte mit 3,5 bis 28 zählen. Das war sozusagen ein Spaß für uns die Stufen zu zählen und wenn mir dann mal ein " Fehler " unterlief - kam die klare Ansage " nein " - und der Blick , den werde ich nie vergessen.
Meine Einsicht , den gemachten Fehler einzusehen, hatte ja die falsche Zahl zur Stufe gesagt, gab ihr die Sorgfalt aufzupassen .....und ganz wichtig ,ganz ganz ganz wichtig ....ihr das Vertrauen mich richtigerweise berichtigen zu dürfen.

Als wir mal vom Einkaufen kamen hatte die Mutter Eis gekauft, als die kleine eines wollte, sagte die Mutter " Wir haben kein Eis " - und das hat in der Kleinen einen Bruch des Urvertrauens ausgelöst.
Die Mutter hätte sagen können " Du bekommst keines " -es wäre nichts passiert.

Die Mutter hat das nie verstanden , sie hat sich gewundert das die Kleine zählen kann, das Kind kam später von der Mutter weg.

Ich denke das es viel mit der Art und Weise des Umgehens zu tun hat und mit der Sprache.

Du kannst Deine Tochter umgehen und genau so kannst Du mit ihr umgehen.

Meiner Meinung nach ist es besser mit jemandem umzugehen als ihn zu umgehen, besonders dann wenn man liebevolle Gefühle für den Menschen hat.
Du hast Sprache von den Großeltern gelernt Deine Tochter lernt draußen Sprache die ist modern ......
ein Generationskonflikt auf Sprachenbasis ......

Dem kann man entgegenwirken , wenn man mehr das Team bildet - ich und die Kleine , wir waren das beste Zählteam ever.

Aber alles hinter sich lassen - ein Ding der Unmöglichkeit die Zeit hält nicht an , ehe man sich versieht , zack schon wieder was neues blödes......

Aber mal ganz grundsätzlich , da weg , was neues versuchen , aber ohne Plan?
Wie jemand der gehen muss , weil Krieg kommt er nicht sterben will ....

Warum nicht erstmal sinnvoller Plan , dann sinnvolle Umsetzung dann zufriedenes Leben ?
 
Hallo!

Ich habe 2 Mädels (17 und 14) und eine komplexe PTBS.
Ich wurde als Kind von meinem Onkel sex. missbraucht.

Sehr lange Zeit habe ich meinen Kindern nichts gesagt, sie wussten, dass ich psychisch krank bin, weil ich keine schöne Kindheit hatten, mehr nicht.

Irgendwann hat es eine Situation gegeben, wo meine Kinder eine genauere Erklärung gebraucht haben und meine Therapeutin hat mich sehr dazu motiviert, denn sie war der Meinung, dass meine Mädchen ohnehin etwas spüren und sich ihre eigenen Gedanken machen.

Ich habe meinen Mädchen (da waren sie 12 und 15) gesagt, dass ich missbraucht wurde und von wem.
Ich kann mich noch so gut an die erste Reaktion von meiner kleinen Tochter erinnern, "Mama, ich habe es mir eh gedacht", sie war so "froh", dass die Wahrheit endlich draußen war.

Ich bin seit über 10 Jahren in Therapie, aber erst die letzte erzielt kleine Durchbrüche, ich nehme außerdem Medikamente, damit ich (auch für meine Kinder) funktioniere. Es ist nicht perfekt, aber unsere Familie funktioniert ganz gut.
Meine Mädchen sind beide Autistinnen, die große hat auch noch ADHS. Beide bekommen therapeutische Unterstützung, machen dadurch große Fortschritte.
Meine Große macht im Frühling Matura und beginnt im Herbst zu studieren. Es war aber nicht immer so gut, auch bei uns hat es, vorallem in der Pubertät ordentlich gekracht. ADHS/Autismus, Pubertät und eine schwierige Vergangenheit der Mama sind keine leichte Kombi. Auch meine Tochter hat in manchen Ausrastern gesagt, dass sie ausziehen möchte, inzwischen hat sich das gelegt, aber es war ein harter Weg, der uns nicht nur einmal an unsere Grenzen gebracht hat......

Wie alt ist deine Tochter? Hat sie therapeutische Unterstützung?
Nimmst du Medikamente?
 
Hallo Nektarine_1985. Danke fürs teilen deiner Geschichte.
Meine Tochter ist auch 12. Wir sind Medikamentenfrei.
Therapie hatte sie länger, ich auch ein paar mal.
Ich sträube mich nur dagegen, das alles wieder weiter zu führen. Es fühlte sich nicht stimmig an.
Aber wenn ich dazu keine Alternative habe, bleibt mir fast nichts anderes übrig.
 
Denkst Du das das geht ? Ich meine alles was einem nicht gut tut, hinter sich lassen ?
Nunja mir fällt der Vergleich mit einem Käfig ein in den ein Vogel abends freiwillig immer wieder hinein fliegt. Er bietet halt auch Schutz und der Vogel kennt es nicht anders.
das Leben ist ja nicht nur gut, sondern es hat auch viele Momente oder Situationen, die einem nicht gut tun. Das hört nie auf , denke ich und geht weiter bis zum Tod.
Darauf reagiere ich auch unterschiedlich. Erst denke ich, gib her, das bekomme ich auch noch geregelt und gemeistert. Ein ander mal kommt der Gedanke, nicht schon wieder, nicht auch noch das, kann es nicht mal gut sein. Mit der Frage, was kommt als nächstes schlimmes.
Ich denke das es viel mit der Art und Weise des Umgehens zu tun hat und mit der Sprache.

Du kannst Deine Tochter umgehen und genau so kannst Du mit ihr umgehen.
Ja das stimmt. In der Hinsicht habe ich nie den vermeintlich leichten Weg gewählt. Im Gegenteil, ich finde das erlernen von Frustrationstoleranz sehr wichtig. Wozu auch dazu gehört mit der Wahrheit klar zu kommen, die auch nicht immer schön ist.
Warum nicht erstmal sinnvoller Plan , dann sinnvolle Umsetzung dann zufriedenes Leben ?
Ja auf jeden Fall. Auch wenn der beste Plan keine Garantie bietet.
Ich habe schon paar mal die Erfahrung gemacht, wenn man etwas ernsthaft will und sich dafür einsetzt, kommt man seinem Ziel schon recht nahe. Nur braucht es dafür ein Vorstellungsvermögen. Mir ist das hier in der Wohnung aber schon aufgefallen. Ich hatte schon recht früh Schwierigkeiten diese so einzurichten dass es mir gefällt. Es sich gemütlich anfühlt. Dauern habe ich umgestellt, nicht wirklich dekoriert usw. Jetzt sieht es auch so aus, als hätte man die Möbel einfach so rein gestellt wie es passt.
Es mir hier schön machen, war mir in 10 Jahren nicht möglich.
Mag auch an der Wohnung liegen, aus der ich am liebsten gestern schon ausgezogen wäre.
Kein Plan, ich könnte nur sagen, mal schauen wo ich lande. Es ist ja auch unheimlich viel möglich. Und letztendlich kommt es sehr darauf an welche Menschen man dann im Umfeld hat.
Mehrere Versuche die ich gestartet hatte, scheiterten daran, das es mit den Menschen nicht passte. Wahrscheinlich passte ich nicht. Die Leute hatten sich respektlos verhalten. Und das kommt bei jemandem wie mir, der Friede, Freude, Eierkuchen sucht, dann nicht gut an.
Das wird mir jetzt grad so bewusst, 3 Arbeitgeber und ein Partner brüllten rum, hatten sich nicht im Griff. Da bin ich dann ganz schnell weg. Hatte für einen AG sogar schon meine Wohnung gekündigt, konnte das zum Glück aber wieder rückgängig machen, nachdem sie mehrmals rum gepöpelt hatte und gemeine Wesenszüge zeigte.
Vielleicht hätte ich Kontra geben sollen, vielleicht sollte ich das immer tun. Wenn sich jemand daneben benimmt, sollte man das ansprechen. Damit versaue ich es mir natürlich auch, aber besser als verschreckt zu flüchten.

Ja, was ist möglich... Alles und Nichts.
 
Könntest du dir vorstellen, noch einmal über Medikamente und Therapie nach zu denken?

Ich könnte ohne Medis und Therapie nicht die Mutter sein, die ich gerne bin.
Die Kindheit vergeht so schnell, nicht, dass du es irgendwann bereust, nicht mehr an dir gearbeitet zu haben.
 
Meine Tochter weiß schon, dass ich meistens müde und erschöpft bin. Ich bin dabei das anzugehen, weil das an den nächtlichen Geräuschen hier im Haus liegt.

Solche Sätze übersetze ich automatisch, ich lese zb: nächtliche Geräusche in deinem Haus, das drückt gut aus, wie es dir momentan geht. Du bist dieses Haus und von innen her wirst du ständig gestört, das macht dich erschöpft und zermürbt dich. Es heißt ja: wie oben, so unten. Wie innen, so außen.

Mir geht es auch manchmal so, dass ich solche Gefühle am Tisch habe. Ob das nicht bei jedem so ist?
Wie wenn die große Zensur da wäre- von wegen gut, dann blitzt alles auf, was man falsch hat.

Bei mir war heute wieder mitschreiben dran, was mir so einfällt. Sehr viel Trübnis wurde mir bewusst. Was genau? Ich schrieb mit und bemühte mich dabei schonungslos offen zu sein, also "brutal ehrlich".

Savi, hast du das schon mal gemacht? Ich finde das wichtig, seinem Frust, seinem Hass zuzuhören ab und an. Da kommt niemand gut weg, nichts.

Ich habe ganz viel nicht so, wie es ideal wäre. Ideal wäre für mich, wenn wir ganz locker und normal umgehen würden miteinander, wie früher. Das ist derzeit nicht da. Grund ist, weil ich mich wieder mal sehr entfernt habe wegen anderer Wichtigkeiten. Dir geht es doch auch so- du hasst es, weil du dich nicht in der Lage fühlst, "normal" zu funktionieren. Du bist zu müde dafür, die Motivation fehlt.
Es ist so mühsam, ein richtig guter Zubringer zu sein, der alles so macht, wie es richtig wäre.

Man kann sich auch sagen, bei den anderen ist es ähnlich. Denen gehts eh nicht anders.
 
Mir kommt vor, schade um die Mühe, alles zu reparieren, alles aufzumöbeln, alles zu richten und zu schlichten, was schief steht. Da wird man nie fertig.
Was gibt es sonst noch, als Alternative? Trotzdem ein heißes Bad einlassen, trotzdem eine gute Suppe essen, trotzdem die Fenster polieren und das Bett neu überziehen und drei bis fünf Kilometer gehen- so mach ich, wenn ich an der Wand steh.
Scheuklappen aufsetzen und das Leben fortsetzen, so gut wie geht.

Liebe Savay, heute lächelst du dein Kind an, heute fegst du deinen Vorraum, heute guckst du in den Kühlschrank, mistest du etwas aus, das tut gut, wegzuwerfen, was man längst wegwerfen sollte. Beim Wegschmeissen kommt irgendetwas in Bewegung, das frei macht, das mutig macht.

Übergehen zur Tagesordnung, das ist die beste Antwort auf Grübeln. An diesem Tag, der heute ist, mach ich zwei, drei längst fällige Aufgaben zu Ende, lass mich nicht mehr weiter aufhalten.
 
Ich hab mich in deiner Beschreibung sehr oft selbst gesehen. Vor allem die Einsicht psychisch krank zu sein. Immer ignoriert, immer verweigert das es so ist. Und das über Jahrzehnte! Immerhin hatte ich ja immer wieder die Kraft mich selbst aus dem "Loch" wieder hoch zu kämpfen. Das klappte immer - bis zum Burnout. Danach gings nicht mehr.

Da ich keine gute Erfahrungen mit Freunden gemacht hatte, die psychisch krank waren, hatte ich auch Probleme das zu akzeptieren. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Im Grunde hab ich mich jahrelang selbst belogen, nur weil ich mich in dieser Krankheit nicht sehen wollte. Erst vor wenigen Jahren hab ich tatsächlich den Schritt gemacht Hilfe zu suchen. Die Gespräche mit dem Therapeuten tun mir einfach gut. Er hat auch gute Tipps, was man machen kann, wenn man wieder mal in so einer Phase ist. Fast jedes Mal fühle ich mich nach dem Gespräch besser. Mit neuen Ideen, neuen Erkenntnissen "warum ich so fühle und handel".

Ich kann nur sagen, nur weil man etwas nicht wahrhaben will - heisst es noch lange nicht ,das es nicht doch so ist. Es zu akzeptieren hat mir auf jeden Fall mehr gebracht, wie es jahrzehntelang zu ignorieren und so zu tun, als wenn da ja gar nichts ist und ich halt nur "schlecht" drauf bin. Persönlich muss ich sagen, das man sich mit "Gleichgesinnten" am besten austauschen kann. Man muss nicht viel sagen, die meisten verstehen auch so, was man gerade fühlt.

Lügen gegenüber Familie bringt gar nichts, man vermittelt einfach ein falsches Bild, was die Familie dann ggf. auch nicht versteht. Als ich mich meinen älteren Geschwistern gegenüber geöffnet hab, hatte ich Angst, das sie es ablehnen. Aber dem war nicht so. Sie verstehen es nicht unbedingt gut, aber sie verstehen es, wenn es mir mal nicht gut geht und stellen keine Fragen oder geben "blöde" Kommentare. Darum würde ich auch zur Ehrlichkeit deiner Tochter gegenüber raten. Ein Kind weiss, wie es sich anfühlt traurig zu sein. Zeig ihr, das es an der Krankheit liegt und du nicht faul bist oder sie nicht lieb hast.
 
Savi, hast du das schon mal gemacht? Ich finde das wichtig, seinem Frust, seinem Hass zuzuhören ab und an. Da kommt niemand gut weg, nichts.
Hm. Da habe ich schon festgestellt, je emotionaler ich etwas sehe, desto weniger kann ich dem vertrauen.
Manches kann mich nerven was mich sonst nie genervt hat.
Aber ich merke es gerade, die NB sind ruhiger und ich bin weniger genervt.

Es gibt Tage da könnte ich auch alles hassen, aber diesen Pfad trampel ich nicht weiter aus.

Wenn ich nichts ändere, ändert sich nichts, ist grad alles was mir noch einfällt.
 
Im Grunde hab ich mich jahrelang selbst belogen, nur weil ich mich in dieser Krankheit nicht sehen wollte.
Ich kann sagen dass es eine Störung gibt, die hemmt, meine Kräfte raubt usw, aber nicht dass ich krank bin. In der Psychologie spricht man auch nicht von Krankheit. Das würde dem Genesungsprozess im Wege stehen.
Ich mag auch nicht von anderen wie krank oder als anders behandelt werden. Mitleid und übertriebene Rücksichtnahme was ganz unangenehmes für mich, denn das bestätigt einen ja noch in diesem krank und schwach sein.

Ein Kind weiss, wie es sich anfühlt traurig zu sein. Zeig ihr, das es an der Krankheit liegt und du nicht faul bist oder sie nicht lieb hast.
Je öfter ich darüber nachdenke, für mich einfach unmöglich.
Ich könnte nur detailliert sagen, was ich vermute was mich immer traurig macht. Und dann müsste ich da halt was ändern.
Auch ohne Kraft und Lust und auch noch traurig, ängstlich, überdreht.
Oder ich schiebe es auf Biochemie. Das könnte sogar, dann muss ich aber auch zum Arzt.

Was ich bei einem früheren Freund immer sehr schmerzhaft fand, wenn er mich versetzte und vergaß und als Begründung nahm er seine psychischen Probleme. Ist halt so, nichts dran zu ändern kam bei mir an.
🤔
 

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