Rhenus
Sehr aktives Mitglied
D.h., dass man nur darauf gewartet hat, dass sie in einen Fettnapf alá gut demontierbarer Nazi-"Verherrlichung" oder ähnlichem gewartet hat, um ihr eigentlich propagiertes Anliegen, das Schaffen eines warmen Familienplatzes vor allem für das "Wohl unserer Kinder", zu demontieren? Das wäre dann aber eine Art verschwörerische Schlussfolgerung.
Ich will nicht über mich sprechen oder sie verteidigen, doch ich hätte gefragt, ob die Runde denn auch alle Gesetze ablehnt, die in der Nazizeit beschlossen und heute noch gültig sind?
Das heißt, sie hätte mehr rhetorisch antworten müssen und sich nicht auf Kerners "Volks-Tribunal" einlassen dürfen.
Schon bei der Einleitung hätte ich dem Kerner was erzählt!
Ja, ja und ja. Wer ihr vor zwei oder drei Jahren erschienenes und dieses Thema aufarbeitendes Buch gelesen hat, weiss, dass sie das rückblickend genauso erkennt und niemals mit einer solchen Perfidität und gesellschaftlichen Solidarität (von manchen sogar guten Bekannten) pro Establishment, teilweise wider den eigentlichen aber hinter der Hand gehaltenen Einstellungen, nur zur Rettung der eigenen Haut, gerechnet hatte.
In den Köpfen der meisten ist aber zurückgeblieben, dass die Herman einen Knall hat. Die Geschichte hat gut und nachhaltig funktioniert, trotz nachweislichen Einfädelungen.
So hätte ich gar nicht teilgenommen, wenn die Runde so ungerecht zusammengestellt wäre. Was jeder Regel widerspricht.
Das allerdings muss jemand vom Fach wissen!
Dabei war die Falle nahezu perfekt.
Die Mitdiskutanten, die erst einmal in der Sache harmlos erschienen -Mario Barth stottert und grinst eh nur- Senta liest zwar Texte über den Nationalsozialismus, wobei mir im Nachhinein Zweifel kommen, ob sie diese auch gänzlich versteht. Sonst hätte sie doch einen vernünftig argumentierten Satz einbringen können, um E. Herman zu widerlegen.
So konnte sie aber nicht sachlich fundiert punkten, außer vielleicht mit der naiven aber dennoch nichtssagenden Aussage: „Die Frauen brauchen aber die Krippenplätze!“
Also wurden in der ganzen Sendung über nicht wirklich politische Argumente vorgebracht, bis das Stichwort Kerners fiel und dann Schreinemakers selbstgegebenes(?) Mandat, für alle zu sprechen, beanspruchte.
So provozierte sie mit einer Mischung von –„wir mögen dich, Eva“- bis hin zum eigenen Verbleib in der Sendung infrage stellend, plump den Rauswurf, den Kerner dann selbstgerecht, bereitwillig in ein Urteil packte und, dass müssen aber nun alle verstehen 🙂, rein aus "putativer Notwehr", dann bereitwillig auch gleich vollstreckte.
Eva muss gehen!
Er ist allerdings seit einiger Zeit wie von Geister Hand weg vom Fenster. Vielleicht hat er selber derzeit keine Lust mehr, weil die Herman-Geschichte nicht sein einziger unseriöser Skandal war.
Wie heißt es so schön bei Julius Cäsar, etwas auf das Thema abgewandelt:
„Man liebt den Verrat, aber man hasst den Verräter.“