Du hast keine Erfahrung mit selbstverletzendem Verhalten?- offenbar jedenfalls.Ich habe nicht diesen Eindruck, im Gegenteil!!
Aber wir können von hier aus nicht wissen, was da in dem Jungen abgelaufen ist, wo der Fehler liegt. Wenn der Junge dort vor Ort dem Mund bei einem Fachmann nicht aufkriegt, wird der genau so wenig wissen, wie der Vater oder wir.
Noch mal: ein Mensch, der kann schlimmes erleben, wie Bein ab, der bekommt kein Trauma, ein anderer schneidet sich in den Finger und hat anschließend eins. Das läuft schuldlos ab.
Da täuscht Du Dich Gelinda! Und da Du Dich täuscht, habe ich wahrscheinlich einen anderen Eindruck als Du, was ja auch völlig ok ist.
Solange man als Elternteil nicht weiß, warum der Sohn sich selbstverletzt, muss man alle Möglichkeiten in Betracht ziehen. Denn eins kann man doch inzwischen aus den Beiträgen des TE entnehmen. Er weiß relativ wenig von seinem Sohn, was kein Vorwurf ist, denn so ergeht es vielen Elternteilen, vor allen Dingen, wenn man berufsbedingt 10 Std. außer Haus ist.
Die Aussage der Psychologin, "er wird von seinem Sohn emotional erpresst", wird weitgehend ausgeblendet. Die Aussagen vom Freund des Sohnes stimmen den Vater beruhigend, sodass der Vater auch hier die Möglichkeit sieht, den Freund als Ursache zu sehen auch ausgeblendet wird.
Wenn ich mit Lockerheit, Toleranz und Überverständnis nicht weiterkomme, muss ich andere Wege in Betracht ziehen um meinem Kind zu helfen, denn ein Hilferuf ist das ritzen definitiv. Und eine Vertrauensbasis ist zwischen Sohn und Vater nicht gegeben, denn sonst würde der Sohn mit seinem Vater über seine seelische Not reden.
Das dieser Vater mit der Situation überfordert ist, ist verständlich aber wenn der Sohn sich schon ca. 2-3 Monate ritzt, hätte ich als Elternteil schon längst gehandelt und ich hätte schon längst mal Klartext mit meinem Sohn gesprochen und Konsequenzen angedroht. Von alleine und mal abwarten und noch lockerer zu werden, wird sich mit Sicherheit nichts ändern. Warum denn auch? Passiert doch nichts außer immer wieder das gleiche blabla vom Vater.
Als Elternteil habe ich die Pflicht zu handeln, wenn ich weiß, das es meinem Kind schlecht geht und es nach Hilfe schreit. Davon lese ich hier nichts!
Wenn ich als Elternteil in dieser Situation nicht alleine weiterkomme, dann muss professionelle Hilfe her. Und wenn der Sohn dieses nicht will, dann gibt es auch Kliniken dafür, die ich als Elternteil in Betracht ziehen könnte. Oder meinst da kommt eines Tages eine gute Fee und peng alles ist wieder gut?