Was ich meinem Sohn versucht habe die letzten 8 Monate zu vermitteln , ist das ich es in Ordnung finde, dass er in einen Jungen verliebt ist und das ich nichts gegen seine Homosexualität habe. Genauso habe ich versucht ihm zu vermitteln, dass ich es nicht in Ordnung finde, dass er mit seinem Freund Sex hat, solange er nicht vernünftig mit diesem Thema umgehen kann.
Es stimmt, dass ich mit seinem Freund erst 2 bis 3 richtige lange ernste Gespräche hatte, von SmallTalk mal abgesehen. Aber blauäugig bin ich dadurch nicht. Sein Freund ist etwa 2 mal in der Woche drüben bei uns, seit 8 Monaten. Also fremd ist er mir nicht.
Ich höre meinen Sohn in letzter Zeit selten lachen, aber wenn ich ihn lachen höre, dann ist immer sein Freund bei ihm. Ich sehe immer sein strahlendes Gesicht, wenn sein Freund bei uns an der Tür klingelt. Als er vom Urlaub mit seinem Freund zurückkam , hat er mir stolz Fotos gezeigt und war für einige Tage wieder ganz der alte Junge. Als ich eine Woche lang Spätdienst machen musste, hat sein Freund jeden Abend für meinen Sohn die Abendmahlzeit gekocht.
Das sind alles kleine Indizien, dass es ihm mit seinem Freund gut geht.
Eigentlich ist es ganz gut, dass hier so viele der Meinung sind, die Ursache liegt bei seinem Freund. Dadurch kam in mir der Wunsch hoch seinen Freund zu verteidigen, was mir wiederrum zeigt, dass ich ihm ein relativ großes Vertrauen schenke.
Am Anfang habe auch ich ihn als den Grund gesehen (beziehungsweise nicht ihn direkt, sondern die frühe sexuelle Beziehung die er mit meinem Sohn eingegangen ist). Mag sein, dass ich dieses getan habe, um mein eigenes Verhalten nicht hinterfragen zu müssen. Vielleicht liegt es an mir. Irgendetwas was ich falsch gemacht habe? Oder doch der frühe Tod seiner Mutter? Oder doch der Umzug? Oder vielleicht eine Depression? Vielleicht sollte ich doch eine Psychologin hinzuziehen, aber mein Sohn hat schon angekündigt , er würde nicht mit ihr reden.
Zitat "das sind alles kleine Indizien, dass es ihm mit seinem Freund gut geht.
Eigentlich ist es ganz gut, dass hier so viele der Meinung sind, die Ursache liegt bei seinem Freund. Dadurch kam in mir der Wunsch hoch seinen Freund zu verteidigen, was mir wiederrum zeigt, dass ich ihm ein relativ großes Vertrauen schenke".
Kann es eher sein, das Du es so sehen willst, weil Du diese Option nur nicht wahrhaben willst? Wo ist aber das Vertrauen zu Deinem Sohn und umgekehrt? Du erfährst alles nur durch Zufall und schreibst, wie er gewisse Dinge empfindet weißt Du nicht.
Zitat: Vielleicht liegt es an mir. Irgendetwas was ich falsch gemacht habe? Oder doch der frühe Tod seiner Mutter? Oder doch der Umzug? Oder vielleicht eine Depression? Vielleicht sollte ich doch eine Psychologin hinzuziehen, aber mein Sohn hat schon angekündigt , er würde nicht mit ihr reden.
Wir Alle machen in der Kindererziehung etwas falsch. Das schlimmste was wir aber häufig machen ist, das wir vor vielen Dingen die Augen verschließen und auf unseren Kurs beharren. Und Du bist auch nicht offen für andere Möglichkeiten. Genau wie Du, fallen viele Elternteile aus allen Wolken, wenn sie Dinge über ihre Kinder erfahren, die sie vorher nie für möglich gehalten haben, so nach der Devise, so etwas passiert nur in anderen Familien, aber nicht bei mir.
Du behandelst Deinen Sohn wie einen Erwachsenen und somit nicht altersgerecht. Ich weiß nicht wer der "Kapitän" bei euch zuhause ist. Du stellst die Beziehung Deines Sohnes als absolut glücklich hin obwohl er trotz dieses angebliche Glück sich selbstverletzt. Warum sollte er das tun, wenn es ihm so gut geht? Dein Sohn schreit nach Hilfe lieber Vater und das ziemlich laut. Da solltest Du alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und nicht nur die, die Dir genehm sind.
Man schreibt das ja auch nicht alles, weil man hier klugscheißen will, sondern weil man ähnliche Erfahrungen gemacht hat, mit dem blauäuigen Glauben die Freunde wären so verantwortungsvoll und vernünftig. Ich glaube der Tag wird noch kommen, wo Du wieder aus allen Wolken fallen wirst. Ganz gewiss.