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Seht Ihr Selbstmord als Flucht ?

Ist Selbstmord eine Flucht ?

  • Ja

    Teilnahmen: 16 34,8%
  • Nein

    Teilnahmen: 30 65,2%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    46
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Was ist die beste, schnellste und im Sinn des Wortes "durchschlagendste" Methode, beispielsweise eine Frau zu "kurieren", die einen hysterischen Anfall bekommt und alles zusammenschreit (vielleicht weil sie eine Maus oder Spinne oder sonstwas sieht - solche Tussis gibt es bekanntlich)? Die Antwort ist simpel - Du scheuerst ihr eine. DER Hysterieanfall ist sofort gegessen - einfach weil sie damit nicht rechnet, eine geschnalzt zu bekommen, statt "Mitleid" und "Mitgefühl" und was sie sich sonst alles zu erhalten einbildet. Die zweitwirksamste Methode ist, zwar nicht körperlich hinzulangen (da bekanntlich Körperverletzung), sondern sie lautstark und vor Publikum auszulachen - eine genauso schallende Ohrfeige für die Psyche, und nicht mal strafbar. Und das Schöne an beiden Fassungen ist, diese Tussi überlegt sich das nächste Mal genau, ob sie sich trauen kann, wieder einen Hysterieanfall zu markieren, oder ob sie ab sofort nonchalanter reagiert.

Ich bin froh, dass Menschen wie du nicht überwiegend als Therapeuten unterwegs sind.

Dir ist schon klar, dass Phobien (Das ist das, was die sog. "Tussis" nämlich auch haben können) tiefer sitzend sind? Oder dass Posttraumatische Belastungsstörungen sich auch durch Panikattacken oder Flashbacks äußern können?


Ist dann eine grandiose Idee, jemanden einfach eine runterzuhauen, der in so einer Situation ist, oder die Person am besten noch auszulachen und zu beschämen. *Ironie off*

Gesellen wie du fanden die damaligen Therapien mit Elektroschock oder mit Eiswasser auch recht effektiv.

Willst du auch allgemein Menschen eine scheuern oder sie beschämen, wenn sie sich nicht so benehmen, wie du das willst?
 
Stimmt, als Therapeut wäre ich sowas wie Dr. House. 😀 Aber die Maßnahmen müssen dem Zweck und Ziel immer angepaßt sein, eine posttraumatische Belastungsstörung wird ganz anders behandelt als eine simple Phobie. Wie lautet der erste Schritt zur Bekämpfung einer Phobie? Ganz klar, man muß den Leuten erst mal klarmachen, daß da eine Phobie ist, daß die Angst unnatürlich und unbegründet ist, und daß eine (vorgeschützte oder echte) Phobie zum Beispiel kein gutes Mittel ist, um Mitleid oder Aufmerksamkeit zu erlangen, denn irgendwann wird es immer einen geben, der einfach nur darüber lacht.
 
Stimmt, als Therapeut wäre ich sowas wie Dr. House. 😀 Aber die Maßnahmen müssen dem Zweck und Ziel immer angepaßt sein, eine posttraumatische Belastungsstörung wird ganz anders behandelt als eine simple Phobie. Wie lautet der erste Schritt zur Bekämpfung einer Phobie? Ganz klar, man muß den Leuten erst mal klarmachen, daß da eine Phobie ist, daß die Angst unnatürlich und unbegründet ist, und daß eine (vorgeschützte oder echte) Phobie zum Beispiel kein gutes Mittel ist, um Mitleid oder Aufmerksamkeit zu erlangen, denn irgendwann wird es immer einen geben, der einfach nur darüber lacht.

Woher nimmst du deine Theorien und dein Fachwissen? Hast du irgendwelche Erfahrungswerte, Ausbildungen, was auch immer durchlaufen? Kennst du persönlich Leute, die unter Phobien oder posttraumatische Belastungsstörungen leiden? Wenn ja, hast du dich jemals genauer und tiefgehender mit diesen Leuten unterhalten?
 
Ich denke, Selbstmord ist sehr von der Lebenssituation abhängig. Ein gesunder, fröhlicher Mensch mit viel Lebensfreude würde darüber nicht nachdenken. Wenn aber irgendetwas bei ihm/ihr im Leben nicht wirklich gut läuft, kann der Gedanke kommen. Wenn dann keine Auswege für ihn/sie zur Verfügung stehen (und das mag sehr subjektiv gedacht sein), dann und erst dann kann ich mir solche Gedanken vorstellen.
Daher würde ich sagen : A priori keine Flucht, aber sehr von der Lebenssituation abhängig.
 
ich würde einen Menschen der so am Ende ist, dass er sich das Leben nehmen will, nie verurteilen.
Es ist unendlich traurig, wenn jemand so verzweifelt ist !
Aber ich halte es für falsch, weil wir uns das Leben nicht gegeben haben und nicht nehmen dürfen!
Ich stelle mir mit großer Traurigkeit vor, wie unvorstellbar schrecklich es sein muß,sein Leben zu beenden, und dann ist dort drüben das Grauen nicht vorüber, vielleicht geht es da weiter....,.aber dann gibt es kein zurück mehr.

Wenn nur jeder Verzweifelte wüßte, das Gott nur darauf wartet ein zu greifen und zu helfen ! Gott kam durch Jesus selber auf diese Welt, um den Armen und Verzweifelten zu helfen...................auch wenn er nicht mehr sichtbar hier auf der Erde ist, möchte Er jedem nahe sein, der mit seiner Not und Verzweiflung zu IHM kommt und um sein Eingreifen und seine Hilfe bittet.Ich erzähle keine Märchen, ich lebe seid ca. 35 Jahren mit Jesus, und ich darf immer wieder erleben, das Er mir hilft, wenn ich im Vertrauen auf IHN zu ihm komme....wennauch oft ganz anders als ich denke.
Mehr kann ich leider nicht schreiben weil meine Handgelenke sehr entzündet sind. Vielleicht kann es irgend einem Verzweifelten hier ja helfen ?!



Alles Liebe
Lena
 
Ich denke, Selbstmord ist sehr von der Lebenssituation abhängig. Ein gesunder, fröhlicher Mensch mit viel Lebensfreude würde darüber nicht nachdenken. Wenn aber irgendetwas bei ihm/ihr im Leben nicht wirklich gut läuft, kann der Gedanke kommen. Wenn dann keine Auswege für ihn/sie zur Verfügung stehen (und das mag sehr subjektiv gedacht sein), dann und erst dann kann ich mir solche Gedanken vorstellen.
Daher würde ich sagen : A priori keine Flucht, aber sehr von der Lebenssituation abhängig.

Nein, auch mir scheint die Gleichung "Suizid=Flucht" viel zu kurz gegriffen und dem Geschehen, das zu einem Suizid führen kann, nicht angemessen. Aus der Sicht eines suizidalen Menschen ist er von unausweichlicher Konsequenz. Bei Menschen mit einer depressiven Grundstimmung lässt seine eigene Situation oft keinen anderen Schluss zu.
Hier sind nach meiner eigenen Erfahrung umfassende Maßnahmen notwendig, und ein Klinikaufenthalt ist unerlässlich. Bei mir wirkte seiner Zeit die Therapie gemeinsam mit den verordneten Medikamenten nach einiger Zeit sehr nachhaltig.
Die Medikamente halfen mir, mein Leben und meine aktuelle Lebenssituation aus einer anderen Perspektive sehen zu können, ohne dass alles ins Schwarze, Dunkle gehüllt war.
Zudem gab es konkrete Probleme, die meine Lebensumstände betrafen und die mit Hilfe der Klinik, aber auch mit Menschen aus meiner Umgebung ausgeräumt oder so gemindert werden konnten, dass sich mein Leben wieder in eine andere Richtung entwickelte.
Das halte ich nach meiner eigenen Erfahrung mindestens genauso wichtig wie den Einsatz von Psychopharmaka.

Burbacher
 
Bei schweren Depressionen können nur Medikamente und Psychotherapie helfen.

Ansonsten wäre es wichtig, ein anderes Wertesystem zu entwickeln, in dem nicht nur Schönheit und Erfolg zählen und in dem man seine Mitmenschen auch nicht fallen lässt, nur weil sie im Sinne der heutigen Maßstäbe keinen oder wenig(er) Erfolg haben als andere. Natürlich kann ein problembeladener Mensch seinen Mitmenschen nicht zumuten, sich völlig für ihn aufzuopfern. Auch er ist in der Verantwortung, alles ihm Mögliche zur Verbesserung seiner Situation zu tun. Aber wie schnell viele Leute heute damit bei der Hand sind, sich zurückzuziehen und einem Menschen, der in einer Krise steckt, jedwede - auch nur "moralische" - Unterstützung zu verweigern, das finde ich schon erschreckend.

Von einem Kartengruß oder einer kurzen Mail zu Weihnachten und zum Geburtstag kann niemand leben, um den sich das ganze Jahr über sonst niemand kümmert.
 
Jemanden der sich in einer langwierigen Notlage befindet und nicht mehr ein noch aus weiß eine reinzuhauen oder vor versammelter Menschheit auszulachen könnte schlimmstenfalls den Effekt haben dass die betroffene Person sich erst Recht verloren und gedemütigt fühlt und somit die letzte Hemmschwelle zum Suizid fällt...schätze, diese beeindruckend menschliche Maßnahme wäre insofern äußerst kontraproduktiv. 🙄

In so einer Situation bzw. Begegnung wäre gibt es sicher humanere und effektivere Maßnahmen um helfend einzugreifen, Nähe aufbauen, Unterstützung anbieten, ein offenes Ohr, Zuwendung, etc.

Sprich, einfühlsam das anbieten was der Person vielleicht gefehlt hat und sie in diese vermeintlich ausweglose Situation erst hat rutschen lassen.
 
dann konnte ich bei einem termin nicht. habe ich auch nicht abgesagt. habe ich anschließend gesagt. tut mir leid. ich habe so depressionen.

die antwort darauf war. ich will keine negative energie in meinem leben.
Was für eine unsensible Dampfwalze war das denn? Solche Reaktionen sind einer der Gründe, warum ich Menschen immer erst etwas besser kennenlerne, bevor ich von meiner schwerern Depression erzähle, die allerdings schon lang zurück liegt inzwischen.
Es zeigt auch, wie wenig die meisten Menschen über die Krankheit wissen und wie vorurteilsbeladen sie immer noch ist - genau wie Suizid auch. Als wäre das was ansteckendes. Aber es gibt schon auch Menschen, die Verständnis haben.

Nicclas, Du bist nicht falsch, Du bist nur dem Falschen begegnet.

"Negative Energie" klingt nach so einem "Achtsamskeit"-Menschen. Unter dem Motto: Wenn jeder auf sich selbst achtet, ist an alle gedacht"/Ironie aus
 
Hallo,

die Tage kam es in einem Gespräch zum Thema Selbstmord.

Hier meinte jemand, daß Selbstmord eine Flucht sei.
Der Mensch würde von sich selbst flüchten, sich aus der Verantwortung ziehen, egoistisch sein, sich den Aufgaben nicht stellen oder es sich einfach machen.

Ich habe darüber nachgedacht, wer sich in meinem Umfeld selbst getötet hat und was die Gründe gewesen könnten.

In meiner Jugend war das R. ein Jahr jünger als ich, ich ware damals kurz vor 18 und im selben Verein. Er war auch ein Außenseiter, hatte einen sehr strengen Vater, was der von seinem Umfeld gehänselt wurde, konnte ich seine tat verstehen. Ca. 25 Jahre später hat sich sein Vater an der gleichen Stelle erhängt.
K. von seiner Tat war ich überrascht, im nachhinein wurde mir aber seine Depression bewusst.
Anfang 20 war es R. der war echt nett 🙂 ich habe mich immer gut mit Ihm verstanden, er war immer hilfsbereit und optimistisch. Ob es hier ein Kurzschluß war... Im Nachsagen hieß es, er wollte eine Beziehung zu einer Frau, die aber einen anderen wollte.
Sehr überrascht war ich über den Selbstmord meiner Schwesters Nachbar.
Seine Frau war die Kindergartenleiterin im selben Haus, wo sie auch wohnten, auf Geburtstagen hat der Mann immer voller Ideen, hat sehr viel für die Kinder gebastelt...

Für mich selbst ist Selbstmord keine Flucht, wenn ich im Leben vermeintlich mein Bestes gebe, mich ausprobiere, zu Aufgaben von mehreren Seiten eine Lösung suche, immer wieder neues probiere, scheinbar alles dabei falsch ist, kann ich so eine Entscheidung verstehen.
Ich finde es eher eine mutige Entscheidung, denn sie kostet das Leben.

Gruß Hajooo

PS: Die Umfrage muß nicht beantwortet werden 😉

Ich habe jetzt nicht die restlichen Antworten gelesen, möchte aber mal, aus der Perspektive einer Psychisch Kranken, meine Meinung dazu aufschreiben....

Ich glaube Selbstmord steht an der Stelle an der die Überforderung und Hoffnungslosigkeit restlos über den Kopf gewachsen und ein Mensch absolut am Ende seiner Kräfte ist. Wer psychisch krank ist, der ist auch irgendwann sehr ernüchtert über seine Möglichkeiten, bzw. er sieht keine mehr in dem Hilfesystem. Entweder es ist zu schwer überhaupt an Hilfe zu kommen oder aber man hat bereits alles versucht. In letzterem Fall hat man die Medikamente genommen, sich um Hilfe bemüht, verschiedene Stellen aufgesucht... auf dem Papier hört sich vieles so toll an und es scheint ganz viel Hilfe und Aussicht auf Besserung zu geben. Vielleicht hat man auch noch Hoffnung die eigenen Mitmenschen würden doch noch Unterstützung und Hilfe anbieten und man wäre nicht mehr so allein mit allem, wenn sie nur wüssten wie es einem wirklich geht. Kommt dann jedoch die Ernüchterung, dass man sich seiner Familie, Ärzten, etc. offenbart hat, aber dennoch allein gelassen wird, ist das wohl der unterste Punkt Hoffnungslosigkeit. Und so läuft es leider gar nicht selten. Man stellt fest, dass selbst wenn man sich um Hilfe bemüht hat, die Möglichkeiten in vielen Fällen leider doch sehr begrenzt sind... Ich war zum Beispiel lange in einer Klinik, was auch gut war. Doch am Ende war ich eben doch wieder ganz allein mit mir und meiner Situation. Seither nehme ich Medikamente und gehe durchgehend zur Therapie und zum Facharzt, aber da bekomme ich keine tatsächliche Hilfe die mir in meinem Alltag hilft. Und die Depression ist noch immer voll da. Ich bin so müde... Menschliche Wärme, Beistand, das Gefühl gewollt, geliebt und gebraucht zu sein, gibt es eben nicht auf Krankenkassen-Rezept. Viele psychisch Kranke sinken auch existentiell immer tiefer, verlieren alles, stehen irgendwann bei null, ohne Chance wieder in ein normales Berufsleben und damit auch finanzielle Sicherheit zurückzukehren. Auch dafür bietet das öffentliche System kaum Lösungen. So geht es mir gerade. Ich habe im Verlauf meiner Erkrankung nun notgedrungen alle Ersparnisse verbraucht, alles verloren, habe Schulden und keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt, weil ich zu lange krank war. Und auch, weil ich nach meinem Zusammenbruch und Burnout gar nicht mehr in der Lage bin mich wieder für so einen Knochenjob wie früher zur Verfügung zu stellen. Unser Arbeitsmarkt ist doch gnadenlos geworden... wehe Du wirst krank! Ich bin deshalb entlassen worden. Und wehe man hat dann wie ich eine Lücke im Lebenslauf = keine Chance mehr. Denn als Arbeitnehmer soll man ja hoch belastbar sein und darf möglichst nie krank werden. Wer stellt einen dann also noch ein, wenn man bereits länger krank gewesen oder sonst wie eine Weile aus dem Arbeitsmarkt gefallen ist?

Hinzu kommt noch, dass sich nicht selten die Mitmenschen nach und nach komplett distanzieren, wenn man psychisch nicht mehr so funktioniert und ihnen eine Weile lang nicht mehr das bieten konnte was sie von einem erwarten. Vor psychischen Erkrankungen weichen viele ja ohnehin zurück und wollen lieber keine Berührung damit haben. Wer seelische Probleme hat, gerät also nicht selten in immer schlimmere Isolation und Einsamkeit. Ein Teufelskreis... Denn je tiefer man in die Depression sinkt und je weniger man funktioniert, desto mehr wenden sich die Mitmenschen von einem ab... und desto hoffnungsloser und trauriger wird man.

Das alles funktioniert wie eine Lawine... die Probleme nehmen zu und zu... bis der Schneeberg hinter einem immer riesiger wird und einen schließlich komplett unter sich begräbt.

Ich glaube Suizid begeht jemand der keine Chancen mehr für sich sieht, der von seiner Hoffnungslosigkeit und seinem unerträglichen Schmerz komplett überrollt wird. Das ist keine Flucht und hat mit Feigheit nichts zu tun. Höchstens ist es ein Kapitulieren vor einem riesigen Leid welches nicht mehr zu ertragen ist und dessen Sinn man nicht mehr sieht.

Aber was urteilen wir eigentlich über Menschen und deren Gründe keinen Ausweg mehr zu sehen? Wäre es nicht besser stattdessen zu überlegen wie man konkret helfen, für jemanden da sein und wieder Hoffnung geben kann?
 
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