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Schwierigkeiten mit emotionaler Abgrenzung

Kampfmaus

Aktives Mitglied
Hey,
wie einige von euch wissen, bin ich ja gerade in einer Klinik. Hier sind also einige Menschen, denen es sehr schlecht geht.
Ich habe die Eigenschaft mich automatisch sehr schnell in Menschen reinzufühlen. Man kann es als besondere Fähigkeit sehen, aber auch als Last. Denn ich beschäftige mich automatisch mit den Gefühlen anderer. Dabei bin ich schon viel zu viel mit meinen eigenen Gefühlen beschäftigt und kann da nun wirklich nicht noch mehr Gefühle gebrauchen.
Hier ist nun mal eine Quelle von negativen Gefühlen und Emotionen. Ich muss in einem positiv denkenden Umfeld sein, um glücklich zu sein und mich fallen zu lassen. Das geht hier logischerweise nicht.

Dadurch, dass ich mich so in diese Menschen hier reinfühle, kann ich mich nicht auf mich konzentrieren, bin von Reizen überflutet und habe den Drang jedem zu helfen. Ich spreche die Person meistens dann an und versuche sie aufzumuntern, zu helfen. Patienten wie Betreuer.

Ich weiß, dass das nicht meine Aufgabe ist. Ich bin hier schließlich die Patientin und nicht die Therapeutin, aber ich kann nicht anders.

Wie kann ich mich besser abgrenzen? Habt ihr Tipps?

LG Kampfmaus
 

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Bärt

Aktives Mitglied
Stell dir ganz einfach die Frage ob diese Menschen dir helfen würden.
Wer von ihnen an deiner Seite stünden wenn du am Abgrund stehst.

Wenn es um Leben oder Tod ginge und sie in Lebensgefahr kämen, wer wäre dann noch da?
Ist bisschen radikal ich weiß aber so misst man den Wert der Menschen um sich herum. Jedenfalls hab ich das immer so gemacht. Dadurch hab ich viel gelernt.

Hilf dir selbst, erst dann kannst du anderen helfen.
Die Hilfe die du geben möchtest ist ja prinzipiell auch für dein eigenes Ego um dich besser zu fühlen, vermutlich auch weil du selbst gern Hilfe möchtest wenn du sie brauchst.
Mein Erfahrung zeigt das ich allein auf die Welt komme und allein aus der Welt gehe.

Denk mal richtig über alles nach und konzentrier dich auf dein Leben, du hast nur das, die anderen müssen sich selbst helfen, wenn sie das nicht können, achtung kleines Geheimnis: KANN ES NIEMAND.
Kein Therapeut und kein Patient.
 

Kampfmaus

Aktives Mitglied
Stell dir ganz einfach die Frage ob diese Menschen dir helfen würden.
Wer von ihnen an deiner Seite stünden wenn du am Abgrund stehst.
Das ist mir egal. Ich gebe lieber als zu nehmen.

Wenn es um Leben oder Tod ginge und sie in Lebensgefahr kämen, wer wäre dann noch da?
Ist bisschen radikal ich weiß aber so misst man den Wert der Menschen um sich herum.
Was meinst du damit?

Hilf dir selbst, erst dann kannst du anderen helfen.
Ich kann auch jetzt anderen helfen.
 

Bärt

Aktives Mitglied
Dann konzentrier dich darauf anderen zu helfen :) Geht auch. Klar.

Was meinst du damit?
Ich meine damit das ich Menschen anders werte als die meisten anderen die sich gegenseitig belügen und betrügen und meistens ihr Mütter verkaufen würden. Ich habe Menschen auf einer anderen Ebene des Lebens kennen gelernt und nicht in der Heititeiti Welt wo alles Glänzt.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Wenn du merkst, dass du unbedingt helfen möchtest, dann frage dich in einer stillen Minute ganz aufrichtig, ob die Leute in der Psychiatrie sind, um sich von einem 16jährigen Mädchen helfen zu lassen.
Ne.
Die sind da, um sich von Vollprofis helfen zu lassen.
Konzentriere dich auf DEINE Gesundung.
 

Binchy

Aktives Mitglied
Nein, Kampfmaus, Du kannst nicht ständig anderen helfen, dafür gibt es Therapeuten, das ist deren Aufgabe. Du hast genug eigene Probleme, deshalb bist Du dort. Wenn man anderen hilft, lenkt man sich oft von seinen Problemen ab, das kann zwar eine Zeitlang ganz gut sein, aber es ist auch eine Flucht manchmal.

Vielleicht würde es Dir helfen, wenn Du Deinen Tag strukturierst, eine Zeitlang vielleicht Tagebuch schreibst, etwas zu Ablenkung tust wie Reiten oder Lesen oder Handarbeiten oder sonstiges. Du bist ja auch oft hier im Forum unterwegs, wo Du ja auch viele Schicksale mitbekommst, da ist es für sensible Menschen schwer, sich abzugrenzen. Setz Dir feste Zeiten, wo Du bestimmte Dinge machst. Wenn Du spazieren gehen kannst oder raus kannst, dann tu das, damit Du auch mal alleine für Dich bist. Kannst Du dort meditieren oder Musik hören oder andere Dinge tun, die Dir gut tun und wo keine Menschen sind?
 

Postman

Aktives Mitglied
Oh, ich kenne das sehr gut. Ich habe auch oft ein Problem, mich (emotional) abzugrenzen, und dann wird einem schnell alles zu viel, wenn zu den eigenen Themen gefühlt noch die der anderen dazukommen. Vielleicht könntest du das bei den Therapeuten dort mal ansprechen? Ist ja ein wichtiges Thema für den Alltag.
 

Eva

Aktives Mitglied
Hallo liebe Kampfmaus,

ich kann dich sehr gut verstehen - weil ich in jungen Jahren auch so war. Erst als ich 100 mal (oder öfters) gerade deswegen ausgenutzt wurde, habe ich gelernt, mich zurück zu nehmen. Auch mal an mich zu denken. Nicht immer, das sieht man ja hier (eher helfen statt helfen lassen ;) ).

Im Grunde sind das natürlich tolle Charaktereigenschaften. Wenn wirklich jeder so wäre, hätte wir eine schöne Welt. Aber andere Menschen saugen dich aus und du bleibst auf der Strecke.

Du kannst ja gerne helfen, darfst dich aber auf keinen Fall dabei vergessen. Gerade jetzt in der Klinik hast du die Chance, an vielem zu arbeiten. Das geht aber nur, wenn du dich überwiegend auf dich konzentrierst.

Bist du auch eine Hochsensible Person? Sorry, falls du es hier schon mal geschrieben hast. Ich merke mir lange nicht alles, was ich so gelesen habe.

LG.
Eva
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
Dabei bin ich schon viel zu viel mit meinen eigenen Gefühlen beschäftigt und kann da nun wirklich nicht noch mehr Gefühle gebrauchen.
Hallo Kampfmaus!

Das, was Du im Zitat benennst, ist richtig. Wie kommst Du darauf, dieses kluge Ergebnis zu hinterfragen??

Ich hatte " anderweitig" mal erwähnt, dass es essentiell ist, in der Klinik eine "sorgenlose" Zeit der Geborgenheit zu erfahren, damit deren Bewohner diese in das darauf folgende Leben mit nehmen.
Sich also wo anders - ausserhalb - später ebenfalls geborgen fühlen können!

Der Sinn der Einrichtung und deren Ziele gehen fehl, wenn man sich mit dem Leid der Welt beschäftigt.

Lehne es ab, grenze Dich ab!

Du hast verstanden, worum es geht, bleibe dabei!

Sei eine "Mitarbeiterin in einem Tierheim für misshandelte Hunde", denen du Verständnis entgegen bringst, die Du magst, die Du etwas kraulst.
Erhebe dich selbst über andere Schicksale, nimm sie zur Kenntnis, aber lasse sie nicht an Dich heran und realisiere, dass Dein aktueller Weg ausschließlich Dir selbst zu gelten hat.

Der Tipp hat einen tieferen Sinn!!

Wenn Du aus Deiner persönlichen Situation heraus gekommen bist und stabil bist, kannst du lebenslang Möglichkeiten durchführen die den Menschen helfen, an deren Schicksal Du momentan teilnimmst.

Aktuell besitzt du einen zerbrechlichen Faden, an dem Du andere aus ihrem Schicksal ziehen willst.
Sei klug und unterbrich die Idee.

Werde zu einem Autokran mit Stahlseilen, an denen Du gleich 20 Leute hoch ziehen kannst.
Gib Dir selbst JETZT Zeit, schenke anderen aber erst DANACH DEINE (willentlich zu begrenzende ) Zeit - wenn Du denn magst.


Auf deutsch: kümmere Dich um Dich, sonst gar nichts, nimm gute (!) Gefühle auf - sonst gar nichts, behüte sie, verwende sie und baue sie aus!

Aber erst, wenn Du Unternehmerin geworden bist, kannst Du 100 Stromaggregate kaufen und diese armen Leuten vors Haus stellen, damit sie Licht haben.
 
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