Auch wenn die Diskussion schon ein Stück weiter ist, möchte ich meine Sicht dazu hierlassen.
Ich bin über 50, gesundheitlich zunehmend abbauend aufgrund mehrerer Diagnosen, was die Lebenszeit verkürzen wird, das liegt klar auf dem Tisch. Man kann den Verlauf aber verlangsamen. 👍
Mir geht's nach meinem Empfinden gut, es geht nur um einen Blick darauf, wo ich stehe.
Bist Du dann auch bereit in eine Heim zu ziehen, wohlmöglich ohne eigenen Fernseher und mit ein paar Euros Taschengeld? Mit einem geringen Budget fürs Essen?
Ja.
Ich habe meinem Nachwuchs immer schon eingeflüstert, dass das eigene Leben vor geht, die eigenen Träume, und mich später keim Angehöriger pflegen wird.
Weil ich weiß wieviel einen das kostet.
Das fing bei meiner Oma an, die sich ständig um andere zu kümmern hatte, das erlebte ich noch direkter mit den Schwiegereltern, um die ich mich kümmerte, soweit ich das leisten konnte.
Und es setzte sich fort, ich weiß also heute noch besser, wovon ich vor Jahren bereits sprach.
Du heiratest einen Menschen,heißt das nicht,dass du diesen unterstützen wirst,wenn er deine Hilfe braucht?
Ihn, EINEN Menschen.
Nicht mehrere, nicht seine Eltern.
Sein Leben nach angeheirateter Verwandtschaft auszurichten, ist eine ziemliche Nummer.
Für manche wird das ein Elternersatz mit tiefer Verbundenheit, manchen liegt Kümmern und auch Pflege, bis hin zu Selbstaufgabe, Aufopferung.
Manche gehen soweit, ihre eigene Gesundheit bei der Erfüllung dieser selbst auferlegten Aufgabe zu schädigen.
Ob das gesund ist, dahinter nicht vielmehr ein Helfersyndrom steckt, diese Frage anzusehen wäre bestimmt manchmal angebracht.
Heroismus wäre noch etwas, was mir da in den Sinn kommt.
Ist es nicht logisch,dass er seine Eltern unterstützt ,wenn diese ihn brauchen?
Aber sicher.
Unterstützung bedeutet sber nicht, sein Leben künftig nach ihnen auszurichten, über eigene Kräfte zu gehen und das gleich noch für die Ehefrau mitzuentscheiden.
Was wäre denn ihr selber Hilfe brauchen würdet?
Die Eltern hätten dann bestimmt auch unterstützt?
Manche tun das, manche nicht, und wenn, ist das ihre freie Entscheidung. Nichts, wozu sie moralisch oder sonstwie verpflichtet wären.
Sich mal bei etwas gegenseitig zu helfen ist für mich Normalität, nichts, worüber ich überhaupt nachdenke.
Jahre, mitunter Jahrzehnte, nach dem Leben der älteren, hilfebedürftigen Generation ausrichten zu sollen ist ein völlig anderer Schuh!
Niemals würde ich wollen, dass mein Nachwuchs seine verwirklichten Lebensträume wegen mir beschränken, nicht weiter vorantreiben könnte, ich zum Energiefresser werden würde und so Freude, Strahlen, Kreativität, Lernbegeisterung, Wachstum, ..., im Weg stünde.
Wer im Berufsleben steht kann auch nicht leisten oder anbieten, was in Pflegeheimen möglich ist, auch wenn da teils Schlimmes passiert; eine Vorschreiberin schilderte die vielen Möglichkeiten.
Viele ältere Menschen sind sehr einsam, auch wenn sie im Haus der Kinder leben, ich sah das so häufig bei meiner Arbeit.
Oder in Hochhäusern festsitzend, zwar täglich 1 Stündchen Besuch bekommend plus irgendein Dienst, der kurz reinschneit, ansonsten jedoch sich selbst überlassen, die Wohnung nicht mehr verlassen könnend.
Die Angehörigen mit permanent schlechtem Gewissen und gestresst oder von der lieblosen Sorte, über die ich nicht mehr schreibe.
Sich frühzeitig um eine betreute Wohnsituation zu kümmern ist nicht grundlegend die schlechtere Variante.
In ein paar Jahren werde ich mir die Angebote hier ansehen und vergleichen sowie in meiner vorherigen Wohngegend (leichter besuchbar) und dann Vorkehrungen treffen.