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Schwiegereltern versorgen

Ja, schon bemerkenswert. Ich fühle mich auch nicht wohl, wenn es nicht sauber ist. Irgendwann wird es allerdings bedenklich dort. Mir geht es aber auch darum, dass sie die Notwendigkeit gar nicht sieht. Putzen ist ja nur eine Sache. Mag sein, sie blenden die Tatsache das sie Hilfe benötigen, komplett aus.

Ich kenne das gut. Bei meinen Eltern ging es los, als sie knapp über 80 waren. Es war deutlich erkennbar, dass sie Hilfe brauchen, aber sie haben sich zuerst mit Händen und Füßen gewehrt.

Man tut sich als Kind erst einmal schwer damit anzuerkennen, dass die Eltern nun alt und hilfsbedürftig sind. Aber wenn man das anerkennt und für sich beschließt, dass man nun quasi die "Elternrolle" übernehmen muss, geht es.

Ich habe dann immer gewisse Punkte genutzt, um Neuerungen einzuführen. Nach einem Krankenhausaufenthalt habe ich eine Putzhilfe engagiert, obwohl meine Eltern der Meinung waren, das ist wirklich absolut nicht nötig. Kaum war die Dame ein paarmal da gewesen, war alles supi und man freute sich auf die Termine.

Das größere Thema war dann der Pflegedienst. Das war schwieriger, es greift ja tatsächlich in die Intimsphäre ein.

Dann der Menüservice - auch erst als unnötig abgetan, dann erfreut das frisch gekochte Essen genossen.

Nun ist mein Vater seit Juli im Seniorenheim, fühlt sich wohl und genießt die sozialen Angebote. Von alleine wäre er niemals dort eingezogen.

Macht euch frei davon zu warten, bis die Eltern/Schwiegereltern von selbst um Hilfe bitten.
 
Ich würde sagen es ist ein schwieriges Abwägen um einerseits den alten Menschen das Gefühl zu geben möglichst viel Kontrolle über ihr Leben zu behalten und andererseits dort zu intervenieren, wo es unerlässlich ist. Oft kommt die "Einsicht" eben tatsächlich auch erst spät oder im Nachhinein, wie von @Geißblatt67 beschrieben.

Hier kommt halt dann noch ertschwerend hinzu, dass du @Monika G. und dein Mann offenbar nicht einig seid, wie mit seinen Eltern umzugehen ist. Vielleicht fällt es ihm wirklich schwer ihnen gegenüber ein Machtwort zu sprechen. Und vielleicht machst du dir auch viel früher als er sehr viele Gedanken. Auf jeden Fall fürchte ich, dass die Schwiegereltern das deutlich spüren werden, dass ihr euch nicht einig seid und (ob bewusst und mit Absicht oder eher unbewusst) versuchen den Umstand zu ihrem Nutzen zu verwenden. So wie Kinder das mit ihren Eltern ja auch oft versuchen.

Für mich wäre das wichtigste, die Kommunikation zwischen dir und deinem Mann in dem Punkt deutlich zu verbessern und mit ihm eine gemeinsame Linie zu vertreten. Wenn es alleine nicht funktioniert würde ich, wie gesagt, versuchen möglichst schnell ein moderiertes Gespräch zu bekommen.
 
Nein, das ist es wahrlich schwer und wer weiß wie wir damit später umgehen?
Heute kam zumindest der OP Termin. Am 29. Dezember wird mein Schwiegervater operiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ihr Lieben..... hier ein kleiner Fortschritt: Nachdem mein Mann gestern unter der Belastung fast zusammengebrochen ist, konnten wir ein recht vernünftiges Gespräch führen. Ich habe ihm vorgeschlagen, dass wir nach hoffentlich überstandener Operation seines Vaters das Thema betreutes Wohnen ansprechen. Ich möchte, dass die beiden sich wenigstens schon einmal Gedanken darüber machen und wir vielleicht zusammen ein paar Einrichtungen anschauen, um zu sehen, ob das überhaupt etwas für sie ist.
Wir haben beide am Samstag bei einem kleinen Ausflug mit seinen Eltern zum Abendessen und auf den Weihnachtsmarkt gesehen, wie gebrechlich und überfordert die beiden plötzlich sind. Meine Schwiegermutter findet sich in der Stadt, in der sie seit 25 Jahren lebt, überhaupt nicht mehr zurecht. Eine Essenbestellung ging komplett nach hinten los, beide haben sich etwas bestellt, was sie überhaupt nicht mögen. Der kurze Fußweg zum Markt war schwierig, da beide nicht gut zu Fuß sind. Meine Schwiegermutter hat noch dazu ihre Bandage abgenommen und weigert sich, die wieder anzulegen, sie kann den gebrochenen Arm aber gar nicht heben. Ebenso hat sie verweigert, dass wir ihr das Essen zerkleinern, damit sie es mit einer Hand essen kann. Unterhaken auf der gesunden Seite hat sie verweigert, höchstens die linke Hand durfte ich nehmen. Unmöglich, da ich sie nicht halten konnte, sie lief orientierungslos über das Kopfsteinpflaster, wäre sie gestolpert, ich weiß nicht, was mit der Verletzung passiert wäre.
Bei meinem Mann habe ich das Gefühl, er löst sich etwas, wird zugänglicher. Er hat auch signalisiert, dass er meine Bedenken verstehen will. Ich habe ihm nochmal deutlich gesagt, dass ich ihn und nicht seine Eltern geheiratet habe und nicht bereit bin, mein Leben künftig nach den Bedürfnissen der beiden auszurichten. Ja, ich wusste um das gute Verhältnis der drei untereinander und auch, dass er sie ja extra in das Doppelhaus geholt hat um sich zu kümmern. Aber es war am Anfang nie die Rede davon, dass ich irgendwann mein Leben nach der Betreuung der Senioren ausrichten muss. Wie gesagt, ich glaube nicht, dass ich dann dort eingezogen wäre. Natürlich bin ich bereit Hilfestellung zu geben und zu organisieren, eine Rundumversorgung kann und will ich nicht übernehmen, das versteht er und sagt selber, dass er das nicht kann.
 
Ich sehe das alles ein wenig anders als die Mehrheit. Ja, ab einer gewissen Pflegebedürftigkeit sind Laien ohnehin überfordert, erst recht wenn Demenz im Spiel ist. Und ja, man sollte vernünftige Lösungen finden. Von daher bin ich immer für barrierefreie Wohnmöglichkeiten, professionelle Pflege usw.

Aber aufgrund meiner eigenen Pflegebedürftigkeit, da machen mir gewissen Aussagen auch Bauchschmerzen. Ich bin froh und dankbar, dass ich von meinen Angehörigen gepflegt wurde, und nicht in ein Heim abgeschoben wurde, damit die ungestört verreisen können.

Du kannst morgen selber genauso stürzen und pflegebedürftig werden.
Dann sind Deine Pläne ohnehin hinfällig.
Bist Du dann auch bereit in eine Heim zu ziehen, wohlmöglich ohne eigenen Fernseher und mit ein paar Euros Taschengeld? Mit einem geringen Budget fürs Essen?

Wenn sich Eltern liebevoll um ihre Kinder bemüht haben, dann sehe ich da schon eine gewisse moralische Verpflichtung ihnen im Alter auch etwas Fürsorge entgegenzubringen.
Wäre mir persönlich wichtiger als ein verlängertes WE am Meer.
Zumal Euch vielleicht gar nicht mehr viele gemeinsame Stunde bleiben.

Aber das liegt natürlich daran, dass ich aufgrund meiner Biographie eher aus der Perspektive der Pflegebedürftigen auf die Situation blicke, und für Deine Ängste die Empathie vermissen lasse, die Du Deinem Mann und seinen Eltern gegenüber vermissen läßt.
Ich bin aber dennoch froh, dass ihr als Paar jetzt Zugang zueinander findet, und über das Thema sprecht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe ihm nochmal deutlich gesagt, dass ich ihn und nicht seine Eltern geheiratet habe und nicht bereit bin, mein Leben künftig nach den Bedürfnissen der beiden auszurichten.
Wie gesagt, ich glaube nicht, dass ich dann dort eingezogen wäre.
Ich finde deine Einstellung einerseits verständlich,andererseits auch hart.
Du heiratest einen Menschen,heißt das nicht,dass du diesen unterstützen wirst,wenn er deine Hilfe braucht?
Ist es nicht logisch,dass er seine Eltern unterstützt ,wenn diese ihn brauchen?
Was wäre denn ihr selber Hilfe brauchen würdet?
Die Eltern hätten dann bestimmt auch unterstützt?

Die Pflegemöglichkeiten in Deutschland sind aber sehr gut und ich finde es gut,dass ihr euch um Pflege kümmert .
Ihr müßt nicht alles selber machen,das ist in anderen Ländern ( auch europäischen) anders.
Nehmt die Möglichkeiten wahr und bleibt im Gespräch,das ist wichtig!
 
Zuletzt bearbeitet:
@Selbst-Bewusst77 , ich verstehe deinen Standpunkt.

Man muss aber differenzieren.

Mein Vater (87) ist seit Juli im Seniorenheim. Es geht ihm dort wesentlich besser als daheim. Daheim war er 23 Stunden am Tag alleine, abgesehen vom Besuch des Pflegedienstes. Ich war auch bei ihm, aber natürlich nicht 24 Stunden am Tag.

Jetzt hat er die Möglichkeit, jederzeit Kontakt zu den anderen Bewohnern zu haben. Es gibt Kaffeenachmittage, Männerstammtisch, Singstunde, Klavierkonzerte und vieles mehr. Da kommt er problemlos hin, weil er das Haus dazu nicht zu verlassen braucht.
Das Essen ist gut, er hat natürlich einen Fernseher im Zimmer. Der Arzt kommt einmal pro Woche, der Physio kommt ins Haus, Fußpflege, Friseurin, alles.
Und ich brauche keine Sorge mehr zu haben, dass er mehrere Stunden bewusstlos daheim liegt. Ich könnte nicht mein eigenes Leben aufgeben, um komplett für meinen Vater da zu sein.

Wenn ein jüngerer Mensch (vorübergehend) pflegebedürftig ist, aber die Aussicht besteht, dass sich das bessert und er wieder selbstständig leben kann, ist das eine ganz andere Ausgangssituation.
 
Hallo Selbst-Bewusst77
Ich sehe das alles ein wenig anders als die Mehrheit. Ja, ab einer gewissen Pflegebedürftigkeit sind Laien ohnehin überfordert, erst recht wenn Demenz im Spiel ist. Und ja, man sollte vernünftige Lösungen finden. Von daher bin ich immer für barrierefreie Wohnmöglichkeiten, professionelle Pflege usw.

Aber aufgrund meiner eigenen Pflegebedürftigkeit, da machen mir gewissen Aussagen auch Bauchschmerzen. Ich bin froh und dankbar, dass ich von meinen Angehörigen gepflegt wurde, und nicht in ein Heim abgeschoben wurde, damit die ungestört verreisen können.

Du kannst morgen selber genauso stürzen und pflegebedürftig werden.
Dann sind Deine Pläne ohnehin hinfällig.
Bist Du dann auch bereit in eine Heim zu ziehen, wohlmöglich ohne eigenen Fernseher und mit ein paar Euros Taschengeld? Mit einem geringen Budget fürs Essen?

Wenn sich Eltern liebevoll um ihre Kinder bemüht haben, dann sehe ich da schon eine gewisse moralische Verpflichtung ihnen im Alter auch etwas Fürsorge entgegenzubringen.
Wäre mir persönlich wichtiger als ein verlängertes WE am Meer.
Zumal Euch vielleicht gar nicht mehr viele gemeinsame Stunde bleiben.

Aber das liegt natürlich daran, dass ich aufgrund meiner Biographie eher aus der Perspektive der Pflegebedürftigen auf die Situation blicke, und für Deine Ängste die Empathie vermissen lasse, die Du Deinem Mann und seinen Eltern gegenüber vermissen läßt.
Ich bin aber dennoch froh, dass ihr als Paar jetzt Zugang zueinander findet, und über das Thema sprecht.

Ich verstehe deine Sicht auf die Situation und respektiere sie.
Nun ist es so, dass ich vor 5 Jahren für ein halbes Jahr wegen einer Rückenerkrankung Pflege benötigt habe und diese seitens meiner Schwiegereltern abgelehnt wurde. Es wurde sich nur darüber echauffiert, dass ich auf dem doch so teuren, guten Sofa nicht sitzen konnte. Und kein Sektchen mittrinken mochte, da ich wegen der Schmerzen BTM nehmen musste.
Ich habe die Situation letztlich alleine mit mir ausgemacht und auch meine zu der Zeit schwangere Tochter nicht um Hilfe gebeten. Mein Mann und ich habe es auch so hinbekommen.
Ich weiß, klingt nun nach Retourkutsche, trotzdem bin ich froh, denn ich habe aus dieser Zeit mitgenommen, man kann sich ein gutes Stück weit selber helfen.
Für meine Zukunft in vielleicht 20 Jahren ist nicht vorgesehen auf Hilfe meiner Kinder und Enkel angewiesen zu sein.
 
Hallo Selbst-Bewusst77


Ich verstehe deine Sicht auf die Situation und respektiere sie.
Nun ist es so, dass ich vor 5 Jahren für ein halbes Jahr wegen einer Rückenerkrankung Pflege benötigt habe und diese seitens meiner Schwiegereltern abgelehnt wurde. Es wurde sich nur darüber echauffiert, dass ich auf dem doch so teuren, guten Sofa nicht sitzen konnte. Und kein Sektchen mittrinken mochte, da ich wegen der Schmerzen BTM nehmen musste.
Ich habe die Situation letztlich alleine mit mir ausgemacht und auch meine zu der Zeit schwangere Tochter nicht um Hilfe gebeten. Mein Mann und ich habe es auch so hinbekommen.
Ich weiß, klingt nun nach Retourkutsche, trotzdem bin ich froh, denn ich habe aus dieser Zeit mitgenommen, man kann sich ein gutes Stück weit selber helfen.
Für meine Zukunft in vielleicht 20 Jahren ist nicht vorgesehen auf Hilfe meiner Kinder und Enkel angewiesen zu sein.
Das ändert meine Sichtweise drastisch. Ich wollte nämlich ursprünglich fragen, ob Deine Schwiegereltern bei der Kinderbetreuung mitgeholfen haben, was aber überflüssig wurde, weil ihr erst seit zwölf Jahren verheiratet seid.
Nee, in dem Fall verstehe ich Deine Vorbehalte deutlich. 🙂

Und ich wäre ehrlicherweise nachtragend. Alles andere wäre gelogen. 🙊
 

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