Seine Eltern sind betagt, gesundheitlich schwer angeschlagen und benötigen Unterstützung.
Ich finde es ziemlich egozentrisch, als Partner in dieser Situation zwingend die erste Geige spielen zu wollen.
Der TE geht es ja nicht nur um die aktuelle Situation sondern generell die nächsten Jahre. So wie es aussieht und der Ehemann gesagt hat, stehen seine Eltern für ihn an erster Stelle. Ich hätte da auch die Befürchtung, dass solange sie (oder noch einer) leben, die ursprünglichem Pläne und das eigene Leben auf der Strecke bleiben. Bei einem eigenen Haus, wo auch noch der Sohn mit drin wohnt, werden sich die Eltern erfahrungsgemäß auch strikt dagegen wehren, in ein Pflegeheim zu gehen. Zumal der Sohn das wahrscheinlich auch gar nicht will. Allein die Aussage, man habe ja gewusst, worauf man sich beim Einzug eingelassen habe, spricht Bände.
Liebe TE, ich finde, du hast absolut das Recht, dass dein Mann dir offen und ehrlich sagt, wie er sich das in Zukunft vorstellt, damit du dann entscheiden kannst, wie dein eigenes Leben weitergehen soll. In zehn Jahren bist du selbst schon 70 und man kann nicht alles auf „später“ verschieben.
Es gäbe genug Möglichkeiten, wie man sich die ganze Situation erleichtern könnte, aber wenn dein Mann sich dagegen sperrt und die nächsten Jahre (zumindest die Mutter kann ja locker auch noch 90 oder älter werden) die Pflege in den Mittelpunkt seines Leben stellen und sein eigenes Leben aufgeben will, sehe ich da eher schwarz.
Das nächste Problem sehe ich übrigens schon kommen:
Sie geht als Begleitperson mit. Die beiden sind fast 70 Jahre ein Paar, einer alleine leidet.
Wenn sie wirklich so schlecht beieinander ist, wie du es beschreibst, ist sie schneller wieder zuhause, als du gucken kannst. Die haben in der Reha weder die Zeit noch die Verpflichtung, sich auch noch um eine mit allem überforderte und verwirrte Begleitperson zu kümmern. Und so ein Zustand wird in einer fremden Umgebung auch eher nicht besser.