Die TE hat doch selbst geschrieben, dass ihr Freund nie wirklich mit ihr über die Zukunft gesprochen hat. Und sich auch anscheinend nie tiefgehender zu seinen Gefühlen bis auf "Ich mag dich" geäußert hat.
Zum Sex gehören IMMER zwei.
Einer Frau die Verhütung zu überlassen, den Sex zu wollen und zu genießen, dann aber direkt auf Abtreibung zu pochen, wenn was passiert ist, ist unreif und einfach nur mies. Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Selbst bei Männern sollte ein wenig angekommen sein, welche Verhütungsmethoden sicher sind und welche weniger bis gar nicht sicher. Und wenn mir als Mann nicht passt, dass nur nach der Kalendermethode verhütet wird, dann spreche ich darüber oder gebe zu denken, wie unsicher das sein kann.
Aber so wie es wirkt, wurde hier von seiner Seite aus nichts kommuniziert oder tiefgehender geäußert. Wenn er sich überhaupt über Verhütung tiefgehender informiert hat. Sex gehabt hat er mit ihr trotzdem.
Wenn man sich die Kalendermethode anschaut, sollte klar sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Schwangerschaft "trotzdem" kommen kann, höher liegt, als bei der Pille, Spirale, Kondom etc. Und von einem 40-jährigen Mann erwarte ich, dass er dann entsprechend mit mir darüber reden würde, wenn ihm da etwas nicht passt.
Wie weit der TE klar war, wie unsicher diese Methode sein kann, das ist wieder ein anderes Thema. Aber Verhütung liegt in der Verantwortung beider Parteien in einer Beziehung. Punkt.
Ein Mann, der nie mit mir genauer über Zukunftsperspektiven gesprochen hat, zuerst auf Abtreibung gepocht hat und jetzt sehr rumeiert und sich nicht klar äußert, würde ich vorerst kein Sorgerecht geben. Das wäre mir viel zu unsicher. Darüber kann man dann sprechen, wenn er klarere Aussagen tätigt und geradliniger ist.
Ein Mann, der sich mit 40 nicht damit anfreunden kann, sesshafter zu werden und Vater sein zu können, ist sowieso so ein Thema ...
Natürlich gibt es Frauen, die schieben ein Kind unter. Die verhüten nicht richtig, behaupten dann, es wäre ein "Ausrutscher" gewesen und der Mann muss sich damit abfinden, Vater zu werden. Aber wenn mein Partner mir das bei einer unerwarteten Schwangerschaft unterstellen und nicht davon wegkommen würde, dann wäre bei mir der Ofen aus. Und wenn man zuvor nur mit der Kalendermethode verhütet hat, dann ist es ja auch nicht so, dass er komplett vor vollendete Tatsachen gestellt und völlig überrascht wurde.
Es steht ihm ja zu, erstmal das sacken lassen zu müssen, erstmal nachzudenken und sich mit dem Gedanken außeinanderzusetzen - aber nach kurzer Zeit mit Trennung zu drohen (vielleicht hat er damit auch nicht nur eine Trennung im Sinne von Paarbeziehung impliziert, sondern wirklich, dass er Mutter und Kind sitzen lassen möchte) und plötzlich mit "allgemeinen Fehlern und Schwächen" anzufangen, ist unreif und ein beschissenes Verhalten, sorry.
So einfach ist das nämlich für eine Frau auch nicht, plötzlich ungeplant schwanger zu sein, auch wenn sie das Kind will und sich dann sogar irgendwann darüber freut.
Eine Abtreibung ist eine riesen Belastung für eine Frau. Das ist kein Pipifax. Das ist auch ein ganz harter Eingriff für den Körper. Und hier geht es - trotz der unguten Umstände und der Überraschung - um ein heranwachsendes Kind. Keinen Furunkel, den ich einfach mal wegmachen lassen kann und dann ist gut.
Mich würde interessieren, ob er bei dem letzten Gespräch, wo herauskam, "dass die TE an sich arbeiten muss" auch kommuniziert wurde, welche Schwächen und Fehler er hat und wo er an sich arbeiten muss? So astrein ist sein Verhalten nämlich auch nicht.
In diesem Fall würde ich sogar ganz klar sagen: Wenn ich mich dazu entschließe ein Kind in dieser Konstellation zu bekommen, dann sollte ich es auch so stemmen können ohne Vater und nicht zu sehr die Rechnung mit ihm machen. Und entsprechend einen "Plan B" entwickeln.