Hallo
@Funkenregen ,
danke für deinen Beitrag und tut mir leid, dass du so katastrophale Klinikerfahrungen machen musstest!
🙁 Warst du auf einer Station, die auf Essstörungen spezialisiert ist?
Als "klassisch essgestört" (- falls es das überhaupt gibt -) definiere ich mich nicht und du dich vielleicht auch nicht?
Eigentlich esse ich supergerne und tatsächlich habe ich auch meist Appetit und Lust auf irgendetwas. Wäre da nicht diese Blockade in Kopf und Körper wäre alles gut. Deswegen kann ich mir wirklich gut vorstellen, dass deine Erfahrungen nicht sonderlich hilfreich oder sogar kontraproduktiv waren. In meinem Fall würde ich sagen: essen ist nicht das Problem, das Trauma ist das Problem. Daher ist auch das mein primärer Ansatzpunkt auf der Suche nach Lösungen.
Zum Glück kann ich heute deutlich besser essen, wobei es immer Mal wieder Thema ist.
Weißt du rückblickend betrachtet, was dir geholfen hat, so dass es jetzt wieder besser klappt? Oder hat das die Zeit gemacht und es wurde einfach nach und nach besser?
Ich habe meist immer verschiedene Gerichte vorgekocht, denn was ich gestern essen konnte, dass triggert mich heute vielleicht.
Das ist bei mir auch so. Manches geht mal besser, mal schlechter, mal gar nicht (- abhängig von Tagesverfassung und manchmal weiß ich selbst nicht, woran es liegt). Das ist sehr nervig und belastend, weil es nur wenig verlässliche Konstanten gibt. Manchmal bin ich total froh, wenn irgendetwas gut ging und beim nächsten Mal wird mir plötzlich schon beim ersten Löffel fast schwarz vor Augen. Ich verstehe das selbst nicht.
Damit habe ich auch immer zu kämpfen. Ich benutze auch eine Kinderzahnbürste. Ich habe mittlerweile auch Zahnpasta, die nicht schäumt und ich das Gefühl habe, dass es im Mund immer voller wird.
Tut mir leid, dass das für dich auch so schwierig ist. Bei mir ist es morgens schlimmer als abends, merkst du da auch Unterschiede?
Eine elektrische Zahnbürste kann ich leider gar nicht mehr benutzen, ab und an versuche ich es trotzdem, in der Hoffnung, dass es irgendwann doch besser auszuhalten ist und ich mich wieder rantasten kann.
Welche Zahnpasta ist das denn? Leider hab ich so ein Kindheitsthema mit Zahnpflege und richtig Schiss vor Karies, weshalb ich echt ein Zähneputz-Nerd bin und früher verschiedene Zahncremes und andere Zahnpflegeprodukte nach nem bestimmten Wechselsystem benutzt habe. Dass das nicht mehr geht und ich momentan auch nur eine einzige Zahnpasta benutzen kann, stresst mich total. Im Frühjahr habe ich ein paar Eingriffe vor mir und will im Zuge dieser unbedingt auch eine Zahnreinigung machen lassen, das beruhigt mich dann hoffentlich vorerst ein bisschen.
Hilft es dir diese Erinnerungsfunktion?
Mich hat das oft unter Druck gesetzt. Aber ich glaube, da muss jeder auch seinen Weg finden.
Ich weiß es noch nicht. Dass es dich unter Druck gesetzt hat, kann ich gut verstehen, so ein bisschen spüre ich das auch. Hast du für dich eine andere Möglichkeit gefunden, dein Essverhalten so zu strukturieren, dass es einfacher für dich ist?
Weil meine subjektive Selbsteinschätzung meilenweit an der Realität vorbeigeht, brauche ich derzeit leider diese Art Kontrolle in Form der Erinnerungsfunktion und auch Dokumentation. Momentan notiere ich wieder alles, was ich esse, um am Ende des Tages einen Überblick zu haben, weil mir das sonst total schnell entgleitet und plötzlich wieder ein halber Tag rum ist, an dem ich kaum mehr als ein paar Bissen hatte. Das darf einfach nicht passieren, ich muss sehr, sehr dringend Stabilität in mein Essverhalten bekommen.
Irre anstrengend ist es auf jeden Fall, grade weil ich die "Gespensterschmerzen" und das Engegefühl nach dem Essen noch eine ganze Weile "nachspüre" und es dauert, bis das wieder abklingt. Dann klingelt aber schon wieder das Handy und ich muss/sollte wieder essen. Puh. Grade versuche ich zumindest eine Portion hochkalorische Trinknahrung in meinen Tag einzubauen und mich mit irgendwelchen Tricks zu überlisten, das Zeug runterzubekommen, aber es ist wirklich schwer. Die Konsistenz ist leider richtig schwierig für mich.