Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Schluckbeschwerden nach Trauma (Ursprünglicher Titel: Erfahrungen mit Brainspotting oder EMDR)

Danke ihr zwei.❤

Die Nacht war durchwachsen - hatte gestern eine Reportage über den Vater des Hanau-Attentäters gesehen, der nicht aufhört die Angehörigen der Getöteten zu belästigen. Habe dann total diffus von diesem Menschen, meinem Vater, meinem Stiefvater und [Trigger] der Vergewaltigung geträumt.

Aber das Gefühl im Hals-Rachen-Speiseröhren-Bereich ist deutlich besser als gestern. Heute Morgen hat es aber trotzdem nicht für mehr als Frühstücksreste der Kinder, zwei Gurkenscheiben und ein Stück Apfel, gereicht. Dann wieder ein Gefühl wie zugeschnürt. Aber ich habe mir fest vorgenommen, alle anderthalb Stunden etwas zu essen und mir Erinnerungen gestellt. Das muss ich durchziehen.

Irgendwie spüren Kinder, wenn man selbst nicht so gut drauf ist. Heute ist es wieder sehr schwierig, das Kind in der Tagesklinik zu lassen, also hocke ich wieder im Flur und warte/hoffe, dass sich die Lage beruhigt. Danach fahre ich zum Arzt und starte das Projekt Somatic Experience. Vielleicht habe ich Glück, wenn nicht vereinbare ich wieder einen Termin beim Brainspotting-Therapeuten.
Kommt dein Mann heute wieder oder ist er länger weg?
Er kommt morgen wieder nach Hause. Einerseits bin ich froh, mich nicht mit ihm auseinandersetzen zu müssen, weil mich seine Sorgen oft erdrücken, andererseits tut es natürlich gut, nicht allein zu sein und Unterstützung zu haben.[/ISPOILER]
 
Die Nacht war durchwachsen - hatte gestern eine Reportage über den Vater des Hanau-Attentäters gesehen, der nicht aufhört die Angehörigen der Getöteten zu belästigen.

Die (wahrscheinlich gleiche) Doku habe ich auch gesehen, stelle ich mir super krass für die Angehörigen vor. Gestern auf der Kundgebung war das auch kurz Thema und vor allem auch der Wahlerfolg der CDU, der mit den rassistischen Debatten nach Silvester in Zusammenhang gebracht wird. Sorry, falls das nicht hierhin passt, lösche ich es wieder.

Ansonsten merke ich grade, dass ich gar nicht so richtig weiß, was somatic experiencing ist, ich hab nur eine vage Ahnung. Werde mir mal was dazu durchlesen.

Edit: Getan. Ja schade, dass die Plätze für solche Methoden so rar sind, ich denke auch schon seit Jahren, dass es für mich sinnvoll wäre mal körperorientiert zu arbeiten wegen meinem hohen Anspannungsniveau und meiner Unsicherheit, die sich oft durch starkes körperliches verkrampfen zeigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Doku war von STRG_F. Mich hat das sehr bedrückt, weil es einfach keine gute Lösung für die Betroffenen gibt. Ich verstehe alle Angehörigen, die da wohnen bleiben wollen, wo sie vorher mit ihren jetzt verstorbenen Kindern, Geschwistern, Freund*innen etc. lebten.

Mein Versuch eine*n Somatic Experiencing-Theraupt*in ans Telefon zu kriegen, war nicht so erfolgreich, obwohl ich meinen Radius mittlerweile sehr ausgeweitet habe. Die beiden, mit denen ich telefonieren konnte, haben mir gesagt, dass sie in diesem Jahr keine neue Klient*innen/Patient*innen annehmen. Ich bin jetzt dazu übergegangen Anfragen per Email rauszuschicken, mal sehen, was dabei rumkommt.
Der Arztbesuch zieht mich auch ziemlich runter. Hm. 😕
 
Ja, das war dann die selbe Doku.

Ach Mist, wie ärgerlich, dass das so schwer ist jemanden zu finden, dabei ist das ja sogar oft eine Selbstzahler Leistung oder? Aber aktuell ist es ja eh super schwer, überhaupt Therapie und ähnliches zu finden. Ich drücke weiterhin die Daumen, dass sich doch noch jemand auffinden lässt.

Da mit dem Arztbesuch kann ich nach meiner anstrengenden Zahnarzterfahrung gut nachfühlen. Wann hast du denn den Termin?
 
Ja, es ist zwar eine Privatleistung, aber wenn deutschlandweit auf 80 000 Menschen nur ein*e Therapeut*in mit entsprechender Ausbildung kommt, ist es kein Wunder, dass es schwierig ist, einen Termin zu bekommen.
Naja, mal abwarten. Im Zweifelsfall muss und werde ich mich nochmal intensiver mit Brainspotting auseinandersetzen, so richtig "drin" war ich ja noch nicht.

Mein Arzttermin ist um 18:00. Grade weiß ich nicht, was mich mehr stresst. Der Termin an sich oder hinterher meinem Mann davon zu erzählen. Dass es mir gestern nicht gut ging, habe ich auch noch nicht so richtig erwähnt.
 
Liebe @Splitterbunt,

Puh wie ätzend, dass du so eine Nacht und so blöde Träume hattest, als ob es nicht eh schon genug wäre...vielleicht ist es auch grad zu viel, sich noch mit so schwierigen Themen zu beschäftigen, wenn du eh schon grade so viele Herausforderungen zu meistern hast? Nur so ein Gedanke.

Klingt auf jeden Fall danach, dass du heute wieder nen sehr anstrengenden Tag hattest. Wie war denn der Arzttermin?
Das mit dem Somatic Experiencing klingt erstmal etwas ernüchternd, ich hoffe trotzdem dass die Emails Erfolg haben, ich glaube es ist wichtig sie wirklich sehr dringlich zu formulieren und das ist ja bei dir auch absolut der Fall.

Ich hoffe, dass es heute besser klappt mit dem Zähneputzen und du eine ruhigere Nacht haben kannst. Das wünsche ich dir wirklich sehr!
 
Hallo Splitterbunt,

mir kommt das alles so sehr bekannt vor. Ich habe durch meine traumatische Kindheit auch eine Essstörung entwickelt. Das endete darin, dass ich in einer Klinik landete. Leider sind die Kliniken nicht so sehr darauf spezialisiert die Therapien mit dem Trauma zu verknüpfen. Es endete in einer totalen Katastrophe. Schon allein das sich ausziehen MÜSSEN wir ein Trigger und diese ständige Esskontrolle. Das war alles ein einziger Zwang.

Zum Glück kann ich heute deutlich besser essen, wobei es immer Mal wieder Thema ist. Ich habe meist immer verschiedene Gerichte vorgekocht, denn was ich gestern essen konnte, dass triggert mich heute vielleicht.

Aber ich konnte jetzt mit winziger Babyzahnbürste und bei zusammengebissenem Kiefer immerhin die äußeren Zahnseiten der vorderen Zähne putzen. Innen und weiter hinten packe ich nicht, bin schon jetzt schweißgebadet

Damit habe ich auch immer zu kämpfen. Ich benutze auch eine Kinderzahnbürste. Ich habe mittlerweile auch Zahnpasta, die nicht schäumt und ich das Gefühl habe, dass es im Mund immer voller wird.

Hilft es dir diese Erinnerungsfunktion?
Mich hat das oft unter Druck gesetzt. Aber ich glaube, da muss jeder auch seinen Weg finden.

Liebe Grüße Funkenregen
 
Hallo @Funkenregen ,
danke für deinen Beitrag und tut mir leid, dass du so katastrophale Klinikerfahrungen machen musstest! 🙁 Warst du auf einer Station, die auf Essstörungen spezialisiert ist?
Als "klassisch essgestört" (- falls es das überhaupt gibt -) definiere ich mich nicht und du dich vielleicht auch nicht?
Eigentlich esse ich supergerne und tatsächlich habe ich auch meist Appetit und Lust auf irgendetwas. Wäre da nicht diese Blockade in Kopf und Körper wäre alles gut. Deswegen kann ich mir wirklich gut vorstellen, dass deine Erfahrungen nicht sonderlich hilfreich oder sogar kontraproduktiv waren. In meinem Fall würde ich sagen: essen ist nicht das Problem, das Trauma ist das Problem. Daher ist auch das mein primärer Ansatzpunkt auf der Suche nach Lösungen.
Zum Glück kann ich heute deutlich besser essen, wobei es immer Mal wieder Thema ist.
Weißt du rückblickend betrachtet, was dir geholfen hat, so dass es jetzt wieder besser klappt? Oder hat das die Zeit gemacht und es wurde einfach nach und nach besser?
Ich habe meist immer verschiedene Gerichte vorgekocht, denn was ich gestern essen konnte, dass triggert mich heute vielleicht.
Das ist bei mir auch so. Manches geht mal besser, mal schlechter, mal gar nicht (- abhängig von Tagesverfassung und manchmal weiß ich selbst nicht, woran es liegt). Das ist sehr nervig und belastend, weil es nur wenig verlässliche Konstanten gibt. Manchmal bin ich total froh, wenn irgendetwas gut ging und beim nächsten Mal wird mir plötzlich schon beim ersten Löffel fast schwarz vor Augen. Ich verstehe das selbst nicht.
Damit habe ich auch immer zu kämpfen. Ich benutze auch eine Kinderzahnbürste. Ich habe mittlerweile auch Zahnpasta, die nicht schäumt und ich das Gefühl habe, dass es im Mund immer voller wird.
Tut mir leid, dass das für dich auch so schwierig ist. Bei mir ist es morgens schlimmer als abends, merkst du da auch Unterschiede?
Eine elektrische Zahnbürste kann ich leider gar nicht mehr benutzen, ab und an versuche ich es trotzdem, in der Hoffnung, dass es irgendwann doch besser auszuhalten ist und ich mich wieder rantasten kann.
Welche Zahnpasta ist das denn? Leider hab ich so ein Kindheitsthema mit Zahnpflege und richtig Schiss vor Karies, weshalb ich echt ein Zähneputz-Nerd bin und früher verschiedene Zahncremes und andere Zahnpflegeprodukte nach nem bestimmten Wechselsystem benutzt habe. Dass das nicht mehr geht und ich momentan auch nur eine einzige Zahnpasta benutzen kann, stresst mich total. Im Frühjahr habe ich ein paar Eingriffe vor mir und will im Zuge dieser unbedingt auch eine Zahnreinigung machen lassen, das beruhigt mich dann hoffentlich vorerst ein bisschen.
Hilft es dir diese Erinnerungsfunktion?
Mich hat das oft unter Druck gesetzt. Aber ich glaube, da muss jeder auch seinen Weg finden.
Ich weiß es noch nicht. Dass es dich unter Druck gesetzt hat, kann ich gut verstehen, so ein bisschen spüre ich das auch. Hast du für dich eine andere Möglichkeit gefunden, dein Essverhalten so zu strukturieren, dass es einfacher für dich ist?
Weil meine subjektive Selbsteinschätzung meilenweit an der Realität vorbeigeht, brauche ich derzeit leider diese Art Kontrolle in Form der Erinnerungsfunktion und auch Dokumentation. Momentan notiere ich wieder alles, was ich esse, um am Ende des Tages einen Überblick zu haben, weil mir das sonst total schnell entgleitet und plötzlich wieder ein halber Tag rum ist, an dem ich kaum mehr als ein paar Bissen hatte. Das darf einfach nicht passieren, ich muss sehr, sehr dringend Stabilität in mein Essverhalten bekommen.

Irre anstrengend ist es auf jeden Fall, grade weil ich die "Gespensterschmerzen" und das Engegefühl nach dem Essen noch eine ganze Weile "nachspüre" und es dauert, bis das wieder abklingt. Dann klingelt aber schon wieder das Handy und ich muss/sollte wieder essen. Puh. Grade versuche ich zumindest eine Portion hochkalorische Trinknahrung in meinen Tag einzubauen und mich mit irgendwelchen Tricks zu überlisten, das Zeug runterzubekommen, aber es ist wirklich schwer. Die Konsistenz ist leider richtig schwierig für mich.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben