Ich versuche mich hier im Forum in Form und Inhalt verständlich auszudrücken. Begriffe wie "Terra incognita" (= unbekanntes Land) oder den "Hobbesschen Leviathan" (Buch des Philosophen Hobbes, der meint, dass jeder Mensch eines anderen Menschen Wolf wäre) würde ich nicht benutzen, weil sie meines Erachtens nicht von allen Lesern klar verstanden werden. Ideal wäre es, wenn man sogar von Kindern verstanden würde.
Hallo
EuFrank,
ich gebe ja zu, dass ich durch meinen Hang zu Schachtelsätzen, in Zeiten, wo Nachrichtenredaktionen ihren Zuschauern allen Ernstes keine Sätze mit mehr als 13 Wörtern mehr zumuten mögen, aus Angst, nicht verstanden und daher Opfer der Fernbedienung zu werden, nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit bin.
Aber ich bin wirklich davon ausgegangen, dass Wörter wie
Terrarium,
Terrestrischer Rundfunk,
inkognito usw. zum allgemeinen Wortschatz gehören.
Und ob Kinder wirklich an einer Diskussion über das momentane Versagen großer Teile der politischen Eliten in den USA interessiert sind, wage ich zu bezweifeln.
Aber natürlich stimme ich Dir zu, dass man sich möglichst verständlich ausdrücken sollte.
Deadwood, du erinnerst mich an meinen alten Deutschlehrer.
Der hat immer in jeder Diskussion, in jeder Ansprache, gezielt Fremdwörter und fremde Begriffe einfließen lassen mit dem Ziel, dass wir ihn danach fragen.
Somit konnte er uns zuerst seine Bildung demonstrativ zeigen und zweitens versuchen uns zu bilden. Mehr als üblich.
Naja, die Kette
demonstrativ zeigen hätte der olle Pauker bestimmt rot angestrichen und mit dem Wort Tautologie oder Pleonasmus versehen,
um sogleich darauf hinzuweisen, wie wichtig die Kenntnis einiger häufiger gebrauchter Fremdwörter ist.
🙄
Und wenn er versucht hat, Euch zu bilden, dann hat er nur seinen Beruf ernstgenommen.
Allerdings wäre er natürlich noch besser gewesen, wenn er Euch auch deutsche Wörter gleicher Bedeutung (Synonyme) beigebracht hätte.
Ja, ich glaube, dass Amerika einen historischen Auftrag hat, Demokratie und Menschenrechte zu verbreiten oder zumindest dafür zu sorgen, dass diese Werte in der zivilisierten Welt aufrecht erhalten bleiben.
Von wem? Und warum hat z.B. Europa diesen Auftrag nicht?
Nein, kein Faustrecht. Aber eine wehrhafte Demokratie, deren Menschen nicht eine Art Gottvertrauen in den Staat entgegenbringen, sondern im Gegenteil, ihm gegenüber misstrauisch sind.
Hat wirklich hierzulande die Mehrheit Vertrauen in den Staat?
Meine Wahrnehmung ist eher das genaue Gegenteil;
man denke nur an das verbreitete Mißtrauen gegenüber unseren sozialen Sicherungs-, Gesundheits- und Rentenversicherungssystemen.
Aber ich weiss, was Du vermutlich meinst.
Ja ich habe auch den Eindruck, dass man sich hierzulande viel zu sehr auf den Staat verlässt und viel zu viele Freiheiten aus Lethargie (Trägheit) leichtfertig einer komfortablen Anspruchshaltung willen opfert.
In der Beziehung könnten wir uns wirklich einiges Positives von der amerikanischen Mentalität (Geisteshaltung) aneignen.
Übrigens fallen mir spontan noch eine Reihe weiterer Dinge ein, die wir von Amerika lernen könnten.
verstehe ich auch nicht die Arroganz vieler Europäer, dass Amerika nicht zivilisiert ist oder nicht so zivilisiert wie Europa.
Das habe ich auch nicht behauptet, lediglich, dass gewisse Attitüden (Einstellungen) schlicht einer Zivilgesellschaft nicht würdig sind bzw. sie sogar verhöhnen.
Auch ist mir durchaus bewusst, dass es in den USA mindestens ebenso viele vehemente (heftige) Kritiker der NRA wie deren Mitglieder gibt.
Auf welchem Kontinent hat denn der größte Völkermord in der Geschichte der Menschheit stattgefunden?
Auf welchem Kontinent lassen sich die Völker in regelmäßigen Abständen von Diktatoren verführen und verlieren ihre Menschlichkeit?
Europa. Europa. Europa. Europa. Europa.
Hitler hätte von einem aufrechten NRA Mitglied einen Kopfschuss bekommen und Ende.
Ja das stimmt, die beiden großen Demokratien England und Amerika sind in dieser finsteren Epoche niemals so tief gesunken.
Aber das macht sie deshalb doch nicht sakrosankt (geheiligt, unverletzlich), als dass man ihr jetziges Versagen nicht kritisieren dürfte.
Ausserdem halte ich es aus der heutigen Perspektive (Blick, Ansicht) mit der Kenntnis der geschichtlichen Entwicklung für schwer - bis fast gar nicht - möglich,
sich in das Denken und die Motive (Beweggründe) der damals Lebenden hineinzuversetzen und ihnen dabei gerecht zu werden.
Mit dem heutigen Wissen und der heutigen weltweiten Vernetzung der westlichen Welt sind die Ereignisse von damals nur unfassbar.
Übrigens sind alle diesmal von mir verwendeten Fremdwörter fast unverändert auch im Englischen bekannt.
(so gesehen lebt das tote Latein und Altgriechisch auch in dieser Sprache weiter)
😉