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Recht auf Teilzeit (Fortführung der Diskussion)

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Ich gehe auch nicht davon aus, dass die Idee zeitnah Mehrheiten bekommt. Schlimm finde ich die sich immer wieder wiederholenden Diskussionen und Infragestellungen zu wichtigen politischen Pfeilern unseres Sozial- und Gesundheitssystems und zu Arbeitnehmer*innen-Rechten trotzdem. Ähnlich wie es die AfD macht, wird dadurch an Selbstverständlichkeiten gerüttelt, wird denkbares verschoben und das ein oder andere geht dann doch durch, weil es harmlos wirkt im Vergleich zu dem, was sonst so diskutiert wird.
Ich denke, viele können sich einfach nicht vorstellen, wie individuell Lebenssituationen sind. Ja, es gibt klare "Fälle" von Kindererziehung, Krankheit und Pflege, aber auch so, so viele andere Situationen, die nicht in klare Kategorien passen. Was ist mit der Person, die seit Jahren ihre Nachbar*in/ Verwandte/ Freund*in bei der Kindererziehung unterstützt und deswegen weniger arbeitet? Mit der Person, die ihre Angehörigen/ Freund*innen zwar nicht Zuhause pflegt, aber trotzdem mehrfach pro Woche präsent sein will und sich um Unmengen an Behördenkram kümmert? Was ist mit der Person, die psychisch wenig Kraft hat und auf dem Zahnfleisch geht, aber nicht die eine klare Diagnose hat, die Teilzeit rechtfertigt? Was ist mit den Menschen, die ihrem Arbeitgeber gegenüber keine privaten Details offen legen wollen, weil ihr Arbeitgeber alles andere als human ist? Usw., usw., usw... Das dann alles mit "Lifestyle" Gequatsche abzuwerten ist einfach unverschämt. Ich will die Hoffnung nicht verlieren, aber politisch und gesellschaftlich ist es einfach eine K*ck Zeit gerade, in der mit viel Freude nach unten getreten wird, die sich hoffentlich bald wieder bessert (woran ich glaube).
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier sind die gewünschten Fakten und Zahlen.

 
Laut aktueller Berichterstattung sollen Frauen mit Kindern weiterhin Teilzeit nutzen dürfen. Alles andere von dir ist ja nur Interpretation. Meiner Meinung nach würde das aber ganz klar nicht bedeuten, dass jemand Vollzeit arbeiten muss und die Kinder deshalb in eine Kita müssen.
Naja, aber es ist eben nirgends definiert, wie lange dann so ein Anspruch gilt. Wie alt darf das Kind denn sein? bis zu welchem Lebensjahr erlaubt man Eltern dann die Wahl selber zu treffen?
DAS fühlt sich meiner Meinung nach nach Bevormudnung an.
und es ist ja auch komplett an der Realität vorbei: Mal ehrlich...wer sowas fordert müsste so viele Betreuungsplätze aus dem Boden stampfen....es reicht ja jetzt schon hinten und vorne nicht.
Menschen mit Kindern werdens bestätigen: Selbst wenn Du "nur" ein Schulkind hast und kein Baby mehr....das ist schon schwer genug mit einer Vollzeitbeschäftigung zu vereinbaren.
Also glaube und hoffe ich, dass solche Vorschläge allein schon der praktischen Machbarkeit wegen nicht durchkommen.

Im Grunde geht das den Staat nur was an, wer Teilzeit Arbeit und dazu staatliche Unterstützung bekommt.

Bei Müttern ist das ja nur bei Alleinerziehenden.

Aber Alleinstehende, die aufstocken und Bürgergeld bekommen, könnte man durchaus zu Vollzeit heranziehen, wenn der Job das hergibt.

Ich arbeite seit 10 Jahren Teilzeit, 30 Stunden, und kann nur sagen, dass das soviel mehr Lebensqualität ist, dass ich nie mehr Vollzeit arbeiten würde.
Aber das habe ich viele Jahre davor gearbeitet.
Ich würde da niemals über mich bestimmen lassen. Ich bekomme aber auch keinen Cent vom Staat

Ist das tatsächlich so, dass es nur um Angestellte geht, die Leistungen beziehen? Für mich las sich das bisher nicht so.
Wäre das denn dann nicht logisch gesehen eh eine Nebelkerze, denn es ist doch jetzt schon so, dass jemand, der aufstockt vom Amt in Vollzeit gebracht werden soll. Also freiwillig und ohne Grund eine Vollzeitstelle ablehnen und Leistungen beziehen geht doch heute schon nicht.
Also meinem Verständnis nach (ich kann mich da täuschen) geht es um den GRUNDSÄTZLICHEN Anspruch auf Teilzeit. Ob du nun aufstockst oder nicht.
Das bedeutet eben zB in der Praxis auch, dass du eben keine Möglichkeit hast, deine Arbeitszeit zu reduzieren, selbst wenn Dir weniger Gehalt dicke reichen würden. Das bedeutet dann: Entweder weiterhin mehr arbeiten, oder kündigen.

So habe ich zumindest den Vorschlag ver Unionspolitiker verstanden (korrigiert mich gerne, wenn ich da falsch liege) und das halte ich rein praktisch für höchst problematisch.
Mir tun da auch die älteren Leute leid: ich meine...wenn die Kinder aus dem Haus sind, man lange gearbeitet hat und einfach nicht mehr so viel Kohle braucht, dafür dann mehr Zeit für sich haben möchte, ist man ein Lifestyle-Teilzeit-Typ und darf auf sich herabschauen lassen.
Ja schönen dank auch.

Es würde halt wieder mal die falschen treffen: Ältere, Menschen mit Kindern, Leute, die gesundheitlich nicht so auf der Höhe sind usw.
Das finde ich einfach nur komplett traurig und es macht mir auch irgendwie Angst.
Ich meine: ich habe zwar aktuell keine finanziellen Sorgen und bin auch nie "dem Staat auf der tasche" gelegen, aber es kann jeden treffen: Und plötzlich sieht man sich einer lage gegenüber, wo dann SO über einen gesprochen und geurteilt wird: Dann wird abfällig über Lifestyle usw gesprochen....😢
 
Menschen mit Kindern werdens bestätigen: Selbst wenn Du "nur" ein Schulkind hast und kein Baby mehr....das ist schon schwer genug mit einer Vollzeitbeschäftigung zu vereinbaren.
Also glaube und hoffe ich, dass solche Vorschläge allein schon der praktischen Machbarkeit wegen nicht durchkommen.

300000 Kita Plätze fehlen.
75 Tage hat die Schule zu
Eltern nur 20-30 Tage Urlaub.
15 Tage Kinderkrank, aber Kinder sind meist öfters krank.
Usw.....
 
Es geht in erster Linie um das Hin- und Herwechseln innerhalb eines Jobs von der Vollzeit in die Teilzeit und wieder zurück und den damit verbundenen Rechtsanspruch.

Und dann noch darum dass ergänzende Sozialleistungen bezogen werden wegen der Teilzeitarbeit.

So lange man sich das selbst finanzieren kann und keine zusätzlichen Leistungen vom Staat braucht, kann jeder so viel arbeiten wie er will.

Ausnahmen soll es auch geben - und beschlossen ist sowieso noch überhaupt nichts.
 
Für mich fühlt sich das echt so an, als wollte man Eltern die Möglichkeit nehmen, ihre Kinder selbst zu erziehen.
Nein, ganz im Gegenteil. Du bleibst einfach ganz zu Hause, erziehst deine Kinder und bittest deinen Mann, dir Taschengeld auszuzahlen, damit du mit ihnen mal ins Schwimmbad gehen kannst und nicht immer nur auf den Spielplatz.

Natürlich ist dann insgesamt weniger Geld da, aber heh! War früher auch so, wir alle müssen den Gürtel enger schnallen, und gerade Familien mit Kindern müssen ihren Beitrag zur Finanzierung der Staatsfinanzen leisten!

Keine teuren KITA-Plätze, kein Wohngeld, kein Kinderzuschlag, keine Aufstocker. Das alles gab's unter Ludwig Erhard auch nicht und alles erblühte zu einem Wirtschaftswunder. Also Schürze überstreifen und loslegen 🙈🤣
 
Wir sind in der Moderation übereingekommen, dass dieser Thread nicht den Regeln des Unterforum "Soziales" entspricht. Es gibt keinen persönlichen Bezug, keinen Hilfebedarf, keinen Erfahrungsaustausch.

Es findet hier nur eine allgemeine Diskussion statt, um der allgemeinen Diskussion willen, inklusive der "alten" Erscheinungen von zig Meldungen und Usern, die sich ungerecht moderiert fühlen, weil sie "ihre" Meinung unterrepräsentiert sehen - genau das wollen wir nicht mehr. Dafür ist das Forum "Soziales" nicht da.

Bitte lest nochmal die Regeln zum Forum "Soziales":

 
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