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Recht auf Teilzeit (Fortführung der Diskussion)

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Ich mache mich da jetzt nicht verrückt. Ich komme mit meinem Teilzeitgehalt gut klar und lasse mich nicht zwingen mehr zu arbeiten.

Aber ich gehe sowieso davon aus, dass die CDU nach der nächsten Bundestagswahl nicht mehr an der Macht ist und sich spätestens dann das Thema wieder erledigt hat.
 
Aus Sicht unserer Politiker gilt ein "Lifestyle" (schon alleine der Begriff Lifestyle-Teilzeit ist eine Frechheit und zeigt wessen Geistes Kind man ist) als problematisch, wenn er nicht darauf ausgerichtet ist, diesem kaputten System zu dienen. Demnach soll man sein Leben dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, der Allgemeinheit möglichst wenig Kosten verursachen, und letztlich viel konsumieren. Und ganz wichtig natürlich, auf gar keinen Fall krank werden!! Arbeit ist nur echte Arbeit, wenn es sich um eine Erwerbstätigkeit handelt und nicht dieses ganze unbezahlte Care Arbeit im in der Familie oder im ehrenamtlichem Bereich. Eigentlich müssten Menschen die ihre Angehörigen zuhause pflegen Geld vom Staat bekommen, weil er dadurch jede Menge Geld spart.
Bevor man solchen Ideen und Vorschläge raushaut, sollte man die Rahmenbedingungen ändern. Aber es ja viel einfacher auf uns faulen Bürgern einzutreten.
 
: Die Vorstellung, ein Kleinkind 8 Stunden und länger in eine Betreuung zu geben finde ich persönlich echt ganz furchtbar.

Hier im Osten ist das ganz normal....
Wir haben 9 Stunden und unser Kind geht von 6.15 bis max 15.15 oder von 9uhr bis 17uhr.

Schichtarbeit und 24h Dienste erfordern das leider.
Aber klar würden wir beide gerne zukünftig gerne weniger arbeiten...
Besonders bei meiner Frau lohnt das mit den hohen Sozialabgaben und Lohnsteuer....

Ich selber bin einfach nur gernervt von einer 40 h Woche in Schichten...
Meine Frau auf den Papier 40 h Woche Real 60+?
Da bleibt viel im Alltag liegen...was ich auffange.
Zum Dank max Sozialabgaben Lohnsteuer fast 2k letztens...das ist schon heftig
Ohne viel vom Leben zu haben.
 
Es wäre gut, die aktuelle Berichterstattung entsprechend aufmerksam zu lesen.
Aus meiner Sicht ist es vor allem wichtig, sich unaufgeregt anhand seriöser Quellen zu informieren, was der Vorschlag überhaupt beinhaltet, bevor man sich über etwas empört oder ängstigt, was so gar nicht existiert.

Was Herr Radtke in deinem Zitat sagt - "Aber wer definiert dann, bis zu welchem Alter bzw. Pflegegrad Teilzeit genehmigt werden kann?" (hier z.B. eine Quelle dazu) - finde ich dabei nicht gerade hilfreich. Denn: Genehmigt werden kann Teilzeitarbeit natürlich sowieso immer. Es geht ja nicht darum, sie zu verbieten oder einzuschränken, auch wenn Arbeitgeber damit einverstanden sind. Sondern der Vorschlag ist, den Rechtsanspruch auf Reduktion der Arbeitszeit stärker zu begrenzen... so dass Arbeitgeber einen solchen Antrag leichter ablehnen können, wenn Arbeitnehmer dafür keine gewichtigen Gründe vorbringen können. Das ist alles.

Und erst recht sieht der Vorschlag nicht vor, dass ausschließlich "Berechtigte" Teilzeitstellen annehmen dürfen, ein "Zwang zur Vollzeitarbeit" für "nicht Berechtigte" eingeführt wird oder Arbeitgeber genötigt werden, Teilzeitstellen abzuschaffen. Solche abenteuerlichen Annahmen entbehren wirklich jeder Grundlage.
 
Ich gehe auch nicht davon aus, dass die Idee zeitnah Mehrheiten bekommt. Schlimm finde ich die sich immer wieder wiederholenden Diskussionen und Infragestellungen zu wichtigen politischen Pfeilern unseres Sozial- und Gesundheitssystems und zu Arbeitnehmer*innen-Rechten trotzdem. Ähnlich wie es die AfD macht, wird dadurch an Selbstverständlichkeiten gerüttelt, wird denkbares verschoben und das ein oder andere geht dann doch durch, weil es harmlos wirkt im Vergleich zu dem, was sonst so diskutiert wird.
Ich denke, viele können sich einfach nicht vorstellen, wie individuell Lebenssituationen sind. Ja, es gibt klare "Fälle" von Kindererziehung, Krankheit und Pflege, aber auch so, so viele andere Situationen, die nicht in klare Kategorien passen. Was ist mit der Person, die seit Jahren ihre Nachbar*in/ Verwandte/ Freund*in bei der Kindererziehung unterstützt und deswegen weniger arbeitet? Mit der Person, die ihre Angehörigen/ Freund*innen zwar nicht Zuhause pflegt, aber trotzdem mehrfach pro Woche präsent sein will und sich um Unmengen an Behördenkram kümmert? Was ist mit der Person, die psychisch wenig Kraft hat und auf dem Zahnfleisch geht, aber nicht die eine klare Diagnose hat, die Teilzeit rechtfertigt? Was ist mit den Menschen, die ihrem Arbeitgeber gegenüber keine privaten Details offen legen wollen, weil ihr Arbeitgeber alles andere als human ist? Usw., usw., usw... Das dann alles mit "Lifestyle" Gequatsche abzuwerten ist einfach unverschämt. Ich will die Hoffnung nicht verlieren, aber politisch und gesellschaftlich ist es einfach eine K*ck Zeit gerade, in der mit viel Freude nach unten getreten wird, die sich hoffentlich bald wieder bessert (woran ich glaube).
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier sind die gewünschten Fakten und Zahlen.

 
Laut aktueller Berichterstattung sollen Frauen mit Kindern weiterhin Teilzeit nutzen dürfen. Alles andere von dir ist ja nur Interpretation. Meiner Meinung nach würde das aber ganz klar nicht bedeuten, dass jemand Vollzeit arbeiten muss und die Kinder deshalb in eine Kita müssen.
Naja, aber es ist eben nirgends definiert, wie lange dann so ein Anspruch gilt. Wie alt darf das Kind denn sein? bis zu welchem Lebensjahr erlaubt man Eltern dann die Wahl selber zu treffen?
DAS fühlt sich meiner Meinung nach nach Bevormudnung an.
und es ist ja auch komplett an der Realität vorbei: Mal ehrlich...wer sowas fordert müsste so viele Betreuungsplätze aus dem Boden stampfen....es reicht ja jetzt schon hinten und vorne nicht.
Menschen mit Kindern werdens bestätigen: Selbst wenn Du "nur" ein Schulkind hast und kein Baby mehr....das ist schon schwer genug mit einer Vollzeitbeschäftigung zu vereinbaren.
Also glaube und hoffe ich, dass solche Vorschläge allein schon der praktischen Machbarkeit wegen nicht durchkommen.

Im Grunde geht das den Staat nur was an, wer Teilzeit Arbeit und dazu staatliche Unterstützung bekommt.

Bei Müttern ist das ja nur bei Alleinerziehenden.

Aber Alleinstehende, die aufstocken und Bürgergeld bekommen, könnte man durchaus zu Vollzeit heranziehen, wenn der Job das hergibt.

Ich arbeite seit 10 Jahren Teilzeit, 30 Stunden, und kann nur sagen, dass das soviel mehr Lebensqualität ist, dass ich nie mehr Vollzeit arbeiten würde.
Aber das habe ich viele Jahre davor gearbeitet.
Ich würde da niemals über mich bestimmen lassen. Ich bekomme aber auch keinen Cent vom Staat

Ist das tatsächlich so, dass es nur um Angestellte geht, die Leistungen beziehen? Für mich las sich das bisher nicht so.
Wäre das denn dann nicht logisch gesehen eh eine Nebelkerze, denn es ist doch jetzt schon so, dass jemand, der aufstockt vom Amt in Vollzeit gebracht werden soll. Also freiwillig und ohne Grund eine Vollzeitstelle ablehnen und Leistungen beziehen geht doch heute schon nicht.
Also meinem Verständnis nach (ich kann mich da täuschen) geht es um den GRUNDSÄTZLICHEN Anspruch auf Teilzeit. Ob du nun aufstockst oder nicht.
Das bedeutet eben zB in der Praxis auch, dass du eben keine Möglichkeit hast, deine Arbeitszeit zu reduzieren, selbst wenn Dir weniger Gehalt dicke reichen würden. Das bedeutet dann: Entweder weiterhin mehr arbeiten, oder kündigen.

So habe ich zumindest den Vorschlag ver Unionspolitiker verstanden (korrigiert mich gerne, wenn ich da falsch liege) und das halte ich rein praktisch für höchst problematisch.
Mir tun da auch die älteren Leute leid: ich meine...wenn die Kinder aus dem Haus sind, man lange gearbeitet hat und einfach nicht mehr so viel Kohle braucht, dafür dann mehr Zeit für sich haben möchte, ist man ein Lifestyle-Teilzeit-Typ und darf auf sich herabschauen lassen.
Ja schönen dank auch.

Es würde halt wieder mal die falschen treffen: Ältere, Menschen mit Kindern, Leute, die gesundheitlich nicht so auf der Höhe sind usw.
Das finde ich einfach nur komplett traurig und es macht mir auch irgendwie Angst.
Ich meine: ich habe zwar aktuell keine finanziellen Sorgen und bin auch nie "dem Staat auf der tasche" gelegen, aber es kann jeden treffen: Und plötzlich sieht man sich einer lage gegenüber, wo dann SO über einen gesprochen und geurteilt wird: Dann wird abfällig über Lifestyle usw gesprochen....😢
 
Menschen mit Kindern werdens bestätigen: Selbst wenn Du "nur" ein Schulkind hast und kein Baby mehr....das ist schon schwer genug mit einer Vollzeitbeschäftigung zu vereinbaren.
Also glaube und hoffe ich, dass solche Vorschläge allein schon der praktischen Machbarkeit wegen nicht durchkommen.

300000 Kita Plätze fehlen.
75 Tage hat die Schule zu
Eltern nur 20-30 Tage Urlaub.
15 Tage Kinderkrank, aber Kinder sind meist öfters krank.
Usw.....
 
Es geht in erster Linie um das Hin- und Herwechseln innerhalb eines Jobs von der Vollzeit in die Teilzeit und wieder zurück und den damit verbundenen Rechtsanspruch.

Und dann noch darum dass ergänzende Sozialleistungen bezogen werden wegen der Teilzeitarbeit.

So lange man sich das selbst finanzieren kann und keine zusätzlichen Leistungen vom Staat braucht, kann jeder so viel arbeiten wie er will.

Ausnahmen soll es auch geben - und beschlossen ist sowieso noch überhaupt nichts.
 
Für mich fühlt sich das echt so an, als wollte man Eltern die Möglichkeit nehmen, ihre Kinder selbst zu erziehen.
Nein, ganz im Gegenteil. Du bleibst einfach ganz zu Hause, erziehst deine Kinder und bittest deinen Mann, dir Taschengeld auszuzahlen, damit du mit ihnen mal ins Schwimmbad gehen kannst und nicht immer nur auf den Spielplatz.

Natürlich ist dann insgesamt weniger Geld da, aber heh! War früher auch so, wir alle müssen den Gürtel enger schnallen, und gerade Familien mit Kindern müssen ihren Beitrag zur Finanzierung der Staatsfinanzen leisten!

Keine teuren KITA-Plätze, kein Wohngeld, kein Kinderzuschlag, keine Aufstocker. Das alles gab's unter Ludwig Erhard auch nicht und alles erblühte zu einem Wirtschaftswunder. Also Schürze überstreifen und loslegen 🙈🤣
 
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