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Recht auf Teilzeit (Fortführung der Diskussion)

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Für weitere Antworten geschlossen.
Laut aktueller Berichterstattung sollen Frauen mit Kindern weiterhin Teilzeit nutzen dürfen.
Und die anderen schauen in die Röhre? Ich (männlich) arbeite auch schon seit einer Weile Teilzeit. Zum einen, weil ich mich um meine pflegebedürftige Mutter kümmern muss, zum anderen aber auch, weil ich aus psychischen Gründen mit einer Vollzeittätigkeit nur schlecht zurecht komme.

Mir graut es schon davor, wenn man mich zurück in die Vollzeit drängen will.
 
Bisher ist es so: Möchte jemand in Vollzeit plötzlich Teilzeit arbeiten, muss er dass seinem Arbeitgeber mitteilen und hat nach 3 Monaten ein Recht auf Teilzeit. Umgekehrt war auch eine Rückkehr in Vollzeit jederzeit möglich, sozusagen "auf Knopfdruck".

Diese Regelung fand ich immer komisch und unfair, weil sie nur einseitig gilt. Umgekehrt gilt: Einseitige Herabsetzung der Arbeitszeit durch den Arbeitgeber ist nicht zulässig. Stell dir vor, du bist Arbeitgeber und hast Mitarbeiter, die alle X Monate ihre Arbeitszeit ändern.
Selbst für Arbeitnehmer kann das von Nachteil sein: Du wirst vielleicht mit einem 50% Vertrag eingestellt, weil eine Kollegin auf Teilzeit gegangen ist und wirst ein paar Monate später wieder gekündigt, weil die Kollegin jetzt wieder Vollzeit arbeiten will und du nicht mehr gebraucht wirst...toll!

Sprich: durch den Antrag wird ein einseitiges Recht gekippt, nicht Teilzeit als solches.
Es gilt natürlich, dass weiterhin Teilzeit möglich ist, nur eben durch eine Verhandlung zwischen Arbeitgeber und -nehmer. Weiterhin gelten natürlich Regeln zu Teilzeit aufgrund familiären Situationen, z.B. Kindesbetreuung oder Pflege.

Nicht falsch verstehen: Ich bin ein absoluter Fan von Teilzeit aber nicht auf Basis des Anspruchsdenkens, dass Arbeitgeber jederzeit zu springen haben wie es Arbeitnehmer wollen. Ich persönlich hätte deswegen nicht den ganzen Anspruch gestrichen, ihn aber anders gestaltet. z.B. durch Streichung des Anspruches auf Vollzeit Rückkehr oder mehr als nur 3 Monate Frist. Ich finde wenn jemand z.B. mit 50+ gesundheitsbedingt nicht mehr Vollzeit arbeiten will oder kann, sollte ihm Teilzeit ermöglicht werden.

Ich glaube dass sich die wenigsten Sorgen machen müssen.
Das Gesetz auf Teilzeitanspruch existiert ja auch erst seit 2001. Was haben denn die Arbeitnehmer vorher gemacht? Hat doch auch funktioniert, in dem man eben mit dem Arbeitnehmer verhandelt hat. Kann man heute eben nicht mehr alle 3 Monate die Arbeitszeit nach Belieben ändern sondern vielleicht erst nach Absprach in 1-2 Jahren wenn es betrieblich passt.
 
Und die anderen schauen in die Röhre? Ich (männlich) arbeite auch schon seit einer Weile Teilzeit. Zum einen, weil ich mich um meine pflegebedürftige Mutter kümmern muss, zum anderen aber auch, weil ich aus psychischen Gründen mit einer Vollzeittätigkeit nur schlecht zurecht komme.

Mir graut es schon davor, wenn man mich zurück in die Vollzeit drängen will.
Du kannst weiterhin Teilzeit arbeiten. Keiner verbietet es Dir.
 
Bisher ist es so: Möchte jemand in Vollzeit plötzlich Teilzeit arbeiten, muss er dass seinem Arbeitgeber mitteilen und hat nach 3 Monaten ein Recht auf Teilzeit. Umgekehrt war auch eine Rückkehr in Vollzeit jederzeit möglich, sozusagen "auf Knopfdruck".

Diese Regelung fand ich immer komisch und unfair, weil sie nur einseitig gilt. Umgekehrt gilt: Einseitige Herabsetzung der Arbeitszeit durch den Arbeitgeber ist nicht zulässig. Stell dir vor, du bist Arbeitgeber und hast Mitarbeiter, die alle X Monate ihre Arbeitszeit ändern.
Selbst für Arbeitnehmer kann das von Nachteil sein: Du wirst vielleicht mit einem 50% Vertrag eingestellt, weil eine Kollegin auf Teilzeit gegangen ist und wirst ein paar Monate später wieder gekündigt, weil die Kollegin jetzt wieder Vollzeit arbeiten will und du nicht mehr gebraucht wirst...toll!

Sprich: durch den Antrag wird ein einseitiges Recht gekippt, nicht Teilzeit als solches.
Es gilt natürlich, dass weiterhin Teilzeit möglich ist, nur eben durch eine Verhandlung zwischen Arbeitgeber und -nehmer. Weiterhin gelten natürlich Regeln zu Teilzeit aufgrund familiären Situationen, z.B. Kindesbetreuung oder Pflege.

Nicht falsch verstehen: Ich bin ein absoluter Fan von Teilzeit aber nicht auf Basis des Anspruchsdenkens, dass Arbeitgeber jederzeit zu springen haben wie es Arbeitnehmer wollen. Ich persönlich hätte deswegen nicht den ganzen Anspruch gestrichen, ihn aber anders gestaltet. z.B. durch Streichung des Anspruches auf Vollzeit Rückkehr oder mehr als nur 3 Monate Frist. Ich finde wenn jemand z.B. mit 50+ gesundheitsbedingt nicht mehr Vollzeit arbeiten will oder kann, sollte ihm Teilzeit ermöglicht werden.

Ich glaube dass sich die wenigsten Sorgen machen müssen.
Das Gesetz auf Teilzeitanspruch existiert ja auch erst seit 2001. Was haben denn die Arbeitnehmer vorher gemacht? Hat doch auch funktioniert, in dem man eben mit dem Arbeitnehmer verhandelt hat. Kann man heute eben nicht mehr alle 3 Monate die Arbeitszeit nach Belieben ändern sondern vielleicht erst nach Absprach in 1-2 Jahren wenn es betrieblich passt.
Vielen Dank für diesen sachlichen und an den Fakten orientierten Beitrag, Andreas! 🙂👍

Wirklich seltsam, welche falschen Annahmen zu der vorgeschlagenen Änderung da gleich wieder kursieren und sich immer mehr hochschaukeln, ohne dass korrigierende Hinweise (im ursprünglichen Thread bereits mehrfach von @kasiopaja vorgebracht) irgendetwas bewirken würden...
 
Laut aktueller Berichterstattung sollen Frauen mit Kindern weiterhin Teilzeit nutzen dürfen. Alles andere von dir ist ja nur Interpretation. Meiner Meinung nach würde das aber ganz klar nicht bedeuten, dass jemand Vollzeit arbeiten muss und die Kinder deshalb in eine Kita müssen.
Es wäre gut, die aktuelle Berichterstattung entsprechend aufmerksam zu lesen.

(... Text gelöscht, da Quellenangabe fehlt.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Man kann sich hier die Köpfe heiß reden, und füchterlich sorgen.
Aber vermutlich bringt das alles nicht so viel.
Diese Sorgen müsen Interessenvertretungen und Wohlfartsverbänden mitgeteilt werden.
Die können zwar auch nicht alles stoppen, werden aber viel mehr gehört, als ein einzelner Schimpfender.
Man sollte es wenigsten mal versuchen. Den eigenen Beitrag von hier, zu passender Stelle senden.
 
Im Grunde geht das den Staat nur was an, wer Teilzeit Arbeit und dazu staatliche Unterstützung bekommt.

Bei Müttern ist das ja nur bei Alleinerziehenden.

Aber Alleinstehende, die aufstocken und Bürgergeld bekommen, könnte man durchaus zu Vollzeit heranziehen, wenn der Job das hergibt.

Ich arbeite seit 10 Jahren Teilzeit, 30 Stunden, und kann nur sagen, dass das soviel mehr Lebensqualität ist, dass ich nie mehr Vollzeit arbeiten würde.
Aber das habe ich viele Jahre davor gearbeitet.
Ich würde da niemals über mich bestimmen lassen. Ich bekomme aber auch keinen Cent vom Staat
 
Aus Sicht unserer Politiker gilt ein "Lifestyle" (schon alleine der Begriff Lifestyle-Teilzeit ist eine Frechheit und zeigt wessen Geistes Kind man ist) als problematisch, wenn er nicht darauf ausgerichtet ist, diesem kaputten System zu dienen. Demnach soll man sein Leben dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, der Allgemeinheit möglichst wenig Kosten verursachen, und letztlich viel konsumieren. Und ganz wichtig natürlich, auf gar keinen Fall krank werden!! Arbeit ist nur echte Arbeit, wenn es sich um eine Erwerbstätigkeit handelt und nicht dieses ganze unbezahlte Care Arbeit im in der Familie oder im ehrenamtlichem Bereich. Eigentlich müssten Menschen die ihre Angehörigen zuhause pflegen Geld vom Staat bekommen, weil er dadurch jede Menge Geld spart.
Bevor man solchen Ideen und Vorschläge raushaut, sollte man die Rahmenbedingungen ändern. Aber es ja viel einfacher auf uns faulen Bürgern einzutreten.
 
: Die Vorstellung, ein Kleinkind 8 Stunden und länger in eine Betreuung zu geben finde ich persönlich echt ganz furchtbar.

Hier im Osten ist das ganz normal....
Wir haben 9 Stunden und unser Kind geht von 6.15 bis max 15.15 oder von 9uhr bis 17uhr.

Schichtarbeit und 24h Dienste erfordern das leider.
Aber klar würden wir beide gerne zukünftig gerne weniger arbeiten...
Besonders bei meiner Frau lohnt das mit den hohen Sozialabgaben und Lohnsteuer....

Ich selber bin einfach nur gernervt von einer 40 h Woche in Schichten...
Meine Frau auf den Papier 40 h Woche Real 60+?
Da bleibt viel im Alltag liegen...was ich auffange.
Zum Dank max Sozialabgaben Lohnsteuer fast 2k letztens...das ist schon heftig
Ohne viel vom Leben zu haben.
 
Es wäre gut, die aktuelle Berichterstattung entsprechend aufmerksam zu lesen.
Aus meiner Sicht ist es vor allem wichtig, sich unaufgeregt anhand seriöser Quellen zu informieren, was der Vorschlag überhaupt beinhaltet, bevor man sich über etwas empört oder ängstigt, was so gar nicht existiert.

Was Herr Radtke in deinem Zitat sagt - "Aber wer definiert dann, bis zu welchem Alter bzw. Pflegegrad Teilzeit genehmigt werden kann?" (hier z.B. eine Quelle dazu) - finde ich dabei nicht gerade hilfreich. Denn: Genehmigt werden kann Teilzeitarbeit natürlich sowieso immer. Es geht ja nicht darum, sie zu verbieten oder einzuschränken, auch wenn Arbeitgeber damit einverstanden sind. Sondern der Vorschlag ist, den Rechtsanspruch auf Reduktion der Arbeitszeit stärker zu begrenzen... so dass Arbeitgeber einen solchen Antrag leichter ablehnen können, wenn Arbeitnehmer dafür keine gewichtigen Gründe vorbringen können. Das ist alles.

Und erst recht sieht der Vorschlag nicht vor, dass ausschließlich "Berechtigte" Teilzeitstellen annehmen dürfen, ein "Zwang zur Vollzeitarbeit" für "nicht Berechtigte" eingeführt wird oder Arbeitgeber genötigt werden, Teilzeitstellen abzuschaffen. Solche abenteuerlichen Annahmen entbehren wirklich jeder Grundlage.
 
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