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Psychische Erkrankung als Charakterschwäche

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Krank ist es dann, wenn es einen selber, oder viele andere belastet...

uiuiuii wer gibt denn den anderen soviel Macht ?

Sry, bei mir in der U-Bahn ( wohnt am gleichen Vorort ) sitzt ab und zu eine ältere Frau , leicht gehbehindert , und auch sonst leicht "verschrobener" Eindruck. Die sitzt eben auch mal im Zug unf führt - relativ leise - Selbstgespräche.

Also wer hier aufgrund der "Störung" behauptet, diese Frau sei "geisteskrank" ist es doch selber.

Und wenn wir das soch machen, warum nicht konsequent ? Wann werden alle dies total psychisch kranken Raucher endlich zwangseingewiesen ?
 
Ich check echt nicht wo das Problem sein soll. Früher kannte man irgendwann mal höchstens eine handvoll Krankheiten und die waren alle potenziell oder garantiert tödlich und nur deswegen hat man sie als Krankheit erkannt. Heute verstehen wir den Körper viel besser und somit auch seine Störungen und Krankheiten. So gut wie jeder hat mindestens ein körperliches Problem, das sich in einem Krankheitslexikon finden lässt. Sei es eine Allergie, Asthma, Rheuma, Verdauungsstörungen, Migräne, Neurodermitis oder oder oder.
Um den Leuten zu helfen muss man den Problemen eben einen Namen geben.
Wieso sollte das bei der Psyche anders sein? Wieso flippen alle völlig aus wenn raus kommt, dass die meisten Menschen wohl keine perfekt gesunde Psyche haben? 😱
Wie sieht die eigentlich aus? Gibt es die überhaupt?

Und wer so dumm ist jede Pille zu schlucken die irgendein Arzt einem andrehen will ist eh selber schuld. Völlig egal ob Psychiater oder Hausarzt.

Was heißt Psyche in deinem Zusammenhang ? Unterscheidest Du zwischen Psyche und Charakter ?

Ich hasse einige "Charaktereigenschaften" an Menschen, ich würde aber deswegen niemals niemals niemals behaupten, die seien deswegen - behandlungsbedürftig - psychisch krank. Und ich bleibe dabei, für mich ist Spinnenphobie , Egoismus, Hilfsbereitschaft und Humur alles das gleiche. So wie dieser eine Mensch eben ist. Und wenn dann andere willkürlich eine Grenze zwischen gesund und krank ziehen, geht für mich das Recht auf Individualität verloren.

Sicher, solange ich etwas für mich will, alles ok. Dann geht es nur noch darum, ob ich es auf Kosten der Allgemeinheit bekommen. Sobald aber andere für mich entscheiden, wird es ganz ganz schwierig in meinen Augen.
 
Zitat:
"Vergesslichkeit und Zerstreutheit würden zur leichten neurokognitiven Störung umdeutbar, Stimmungsschwankungen zur bipolaren Störung, Jähzorn zur Affektregulationsstörung. Aus allgemeinen Sorgen werden „Angst und depressive Störung, gemischt“, für reizbare und aggressive Kinder wurde die „Disruptive Mood Dysregulation Disorder“ erfunden, für Schüchterne steht die soziale Phobie bereit. Zu allem Überfluss habe das neue DSM die substanzlosen Verhaltenssüchte eingeführt, von der Kaufsucht bis zur Sexsucht. Ein unproblematisches Seelenleben können bald nur noch Haushaltsroboter führen."

Was genau ist daran nicht korrekt? Es werden lediglich existenten Zuständen Namen gegeben. Jemand, der jähzornig ist kann nun mal seine Affekte nicht regulieren und Schüchterne Menschen haben Angst vor sozialen Situationen. Genau das bedeutet es. Auszuticken aufgrund von medizinischen Fachausdrücken ist albern. Banalen Hautausschlag nennt man in der Medizin ja auch Exanthem und Kopfschmerzen Cephalgie. 😱
Beides kann entweder völlig belanglos und harmlos sein oder Anzeichen für etwas Ernstes. Es kommt eben auf das Ausmaß an und genauso ist es bei der Psyche auch. Es macht den Unterschied zwischen einer normalen Akzentuierung des Charakters und einer pathologischen Störung.
Und ansonsten werden die Messlatten auch nach unten gelegt um ein früheres Eingreifen Möglich zu machen oder vielleicht sogar eine Prophylaxe. Aber auf Prophylaxe kommen viele Leute ja auch schon nicht klar weil sie sich dann gleich wieder falsch und bevormundet fühlen. Jaja die Komplexe.🙄

Ihr solltet dringend mal eure Vorstellung von Normalität updaten. Fehlerhaft zu sein, Krankheiten und Störungen zu haben egal ob psychisch oder physisch ist normal!

Oder was ist eurer Ansicht nach normal und wo beginnt unnormal? Meckern und kritisieren könnt ihr ja so gut also müsstet ihr da ja ne super Antwort parat haben.

Wenn Du mir jetzt noch erzählst, wie man "leichte neurokognitive Störung", die ein ganz natürlicher Prozess des Alters ist, "wegtherapieren" kann, mach ich einen Purzelbaum.

Was sagt die Psychiatrie eigentlich zur Schwangerschaft ? Da muss man doch auch was machen können, weil normal kann das ja nicht sein.
 
Erst verdient er Geld bei der Erstellung der DSM 3 und 4 und dann verdient er Geld indem er ein Buch schreibt in dem er sagt wie S**** doch DSM 5 ist und das genau solche Leute anspricht, die eh schon denken Psychiatrie und Psychotherapie sind S**** (siehe Hilfeschlumpf). Oder denkst du etwa echt das weiß er nicht? Also opportun, populistisch und er gefällt dir. Ich sehe da keine Unterstellung.

Also ich habe das Buch ganz gelesen mittlerweile.

Natürlich klingt das komisch. Aber ich glaube ihm. Ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er auf Party von den Autoren des DSM 5 gemieden wird. Ich glaube ihm, dass zwischen DSM 4 ( bei dem er "Chef" war ) und DSM 5 wirklich Welten in der Diagnostik liegen ( DSM 5 kann wirklich aus allem eine Krankheit machen ). Besonders bemerkenswert fand ich seine Geschichten am Ende - und eben nicht nur "alles blöde". Nein, er zeigt ganz klar, wo die Psychiatrie ( ihn eingeschlossen ) versagt, und wo sie u.U. hilft. Seine Fehldiagnose werde ich zu gegebener Zeit hier mal behandlen.
 
Das vermeintliche Unterbewusstsein kann also keine Erfindung von denen sein, die dich krank sehen wollen ? Auf jeden Fall eine gute Erfindung, etwas, was der Patient ja nie bewusst wahrnehmen kann. So kann man nie als Lügner entlarvt werden. Supi.

Ja und die Erde ist ne Scheibe und krank wird man durch böse Geister. Damit disqualifizierst du dich endgültig selbst als ernst zu nehmenden Gesprächspartner.

Ich behaupte nicht, dass ich die Weisheit mit Löffeln gefressen hab, aber wenn selbst angesehene Psychologen ( Allen Frances , ich berichtete ) sagen, dass es keinen Anhaltspunkt gibt, davon auszugehen, dass der Anteil psychisch Kranker in der Gesellschaft über die Zeit gestiegen ist, dann beweisen doch die explodierenden Diagnosen ( gerade bei so Modekrankheiten wie ADHS ) doch nur, dass hier übertrieben wird. Übrigens ist der Beweis, dass die Kriterien für viele psychische Krankheiten willkürlich nach unten geschraubt wurden ( z.B. Depression ab zwei - in Worten zwei !!! - Wochen Trauer über den Tod einer nahestehenden Person ) alleine schon mit der Veröffentlichung des DSM 5 vollbracht.

Dass die Anzahl der Diagnosen steigt bedeutet nicht automatisch, dass auch die Anzahl der Kranken gestiegen ist. Lediglich, dass die Diagnostik sensibler geworden ist, was auch das Herunterschrauben der Kriterien erklärt.
Heute gilt eine Wunde ja auch nicht mehr erst als schlimm wenn es anfängt faulig zu riechen oder man gilt erst mit 40 Fieber als wirklich krank. Das ist alles der Sensibilisierung der Diagnostik zu verdanken.
Jeder Fortschritt hat natürlich auch immer seine Nachteile aber die Vorteile überwiegen doch deutlich.
 
Ja und die Erde ist ne Scheibe und krank wird man durch böse Geister. Damit disqualifizierst du dich endgültig selbst als ernst zu nehmenden Gesprächspartner.

Was soll der Quatsch. Ich bin ein Wissenschaftsmensch. Unbewiesene Dinge ( oder nur zur Stützung der eignen irren Idee von Freud entwickelte ) zu glauben liegt mir fern. Wenn Du so einen Mist glaubst, lässt das tief blicken und lässt dich eigentlich als "unwürdig einer sachlichen Diskussion" erscheinen.

Dass die Anzahl der Diagnosen steigt bedeutet nicht automatisch, dass auch die Anzahl der Kranken gestiegen ist. Lediglich, dass die Diagnostik sensibler geworden ist, was auch das Herunterschrauben der Kriterien erklärt.
Heute gilt eine Wunde ja auch nicht mehr erst als schlimm wenn es anfängt faulig zu riechen oder man gilt erst mit 40 Fieber als wirklich krank. Das ist alles der Sensibilisierung der Diagnostik zu verdanken.
Jeder Fortschritt hat natürlich auch immer seine Nachteile aber die Vorteile überwiegen doch deutlich.

Die Vorteile liegen hauptsächlich bei den Therapeuten, die jetzt genug Leute haben, denen sie ihr unnützes Zeug anbieten können und bei der Pharmaindustrie.

Wie gesagt, ich hab Frances gelesen und weiß, dass so manche Diagnose im DSM 5 nur steht, weil sie einfach das "Steckenpferd" irgendeines Klinikers ist, dessen These keinem Peer-review Stand halten würde.
 
Die Vorteile liegen hauptsächlich bei den Therapeuten, die jetzt genug Leute haben, denen sie ihr unnützes Zeug anbieten können und bei der Pharmaindustrie.
/QUOTE]

So ist es leider.

Wie sagt meine Doc immer." Wat, Sie fühlen sich gut? Da muss ich Sie mal gründlicher untersuchen."

OT on
Als Beispiel mein Bluthochdruck. Ziel vor 10 Jahren: 160/90. Heute🤐20/80! Sind angeblich neueste Forschungsergebnisse, hab die mir mal angeschaut. Ratet mal, wer die finanziert hat. Ein Schelm der Böses dabei denkt.
OT off

Bessere (gesteuerte) Diagnostik bedingt nicht unbedingt eine bessere Thearapie aber mit Sicherheit bessere Umsätze......
 
Was soll der Quatsch. Ich bin ein Wissenschaftsmensch. Unbewiesene Dinge ( oder nur zur Stützung der eignen irren Idee von Freud entwickelte ) zu glauben liegt mir fern. Wenn Du so einen Mist glaubst, lässt das tief blicken und lässt dich eigentlich als "unwürdig einer sachlichen Diskussion" erscheinen.

Was du hier von dir gibst ist definitiv nicht wissenschaftlich.
Finde mir einen aktuellen, anerkannten Wissenschaftler, der Tatsächlich die Existenz eines Unterbewusstseins, oder wie auch immer man es nennen will, bestreitet. Was verwaltet denn all die Sinneseindrücke die permanent auf dich einprasseln und filtert das unwichtige raus? Was ist für deine Triebe, Instinkte und Reflexe verantwortlich? Dein Bewusstsein bzw. dein Charakter?🙄 Wohl kaum.

Die Vorteile liegen hauptsächlich bei den Therapeuten, die jetzt genug Leute haben, denen sie ihr unnützes Zeug anbieten können und bei der Pharmaindustrie.

Das ist völliger Unsinn. Was ist denn mit all den Menschen denen es doch geholfen hat? Oder willst du das abstreiten bzw. behaupten die wären in der Minderheit? Das wäre nämlich unwissenschaftlicher Glaube es sei denn du hast empirische Fakten anzubieten.

Wie gesagt, ich hab Frances gelesen

Ja und rein selektiv wie es scheint. Allen Frances lehnt die Anhänger der Antipsychiatrie nämlich auch ab, die meinen Psychopharmaka wären generell schlecht oder nutzlos.

Was ist denn deine Alternativlösung? Alles abschaffen? Und dann? Sollen die Leute mit Problemen eben sehen wo sie bleiben oder darauf hoffen, dass in ihrer Familie oder Bekanntenkreis Jemand helfen kann bzw. will?
 
Zuletzt bearbeitet:
Was heißt Psyche in deinem Zusammenhang ? Unterscheidest Du zwischen Psyche und Charakter ?
Der Charakter ist Teil der Psyche bzw. ergibt sich aus ihr.

Ich hasse einige "Charaktereigenschaften" an Menschen, ich würde aber deswegen niemals niemals niemals behaupten, die seien deswegen - behandlungsbedürftig - psychisch krank.
Davon redet auch Niemand. Aber wenn Jemand sich absolut nicht im Griff hat und bei jeder Kleinigkeit jähzornig wird kann man das ab einem gewissen Punkt eben durchaus krankhaft nennen und es gibt immer psychologische Mechanismen im Hintergrund. Und diese zu verstehen ist einfach sehr wichtig und vor allem nützlich.
Alles kann in eine krankhafte Störung abdriften egal wie alltäglich es ist. Ganz gleich ob essen, Sex, Zocken, Lügen, arbeiten oder was auch immer.
Nur weil etwas normal ist ist es deswegen nicht automatisch gesund. Krebs ist schließlich auch völlig normal.

Und ich bleibe dabei, für mich ist Spinnenphobie , Egoismus, Hilfsbereitschaft und Humur alles das gleiche. So wie dieser eine Mensch eben ist.
Differenzieren ist eben nicht deine Sache. War schon klar. Und, dass du dabei bleibst macht es nicht weniger falsch.
Eine Phobie ist definitiv nicht das selbe wie Humor oder Hilfsbereitschaft.
Das sieht sicher auch Herr Frances nicht so.

Und wenn dann andere willkürlich eine Grenze zwischen gesund und krank ziehen, geht für mich das Recht auf Individualität verloren.
Du ziehst doch genauso eine Linie. Ist die etwa nicht willkürlich? Wie kommst du denn darauf zu wissen was gesund und was krank ist?
Allen Frances?🙄
 
Zuletzt bearbeitet:
Als Beispiel mein Bluthochdruck. Ziel vor 10 Jahren: 160/90. Heute:120/80! Sind angeblich neueste Forschungsergebnisse, hab die mir mal angeschaut.
Hart an der Grenze zum Unterdruck. 😀 (zu niedrig)

Das ist ja auch Teil der Kritik hier: Hauptsache krank, um Medis zu verscherbeln und Berufsgruppen zu fördern, außer so Grundrechte der Patienten zu untergraben, was ich persönlich für wichtiger halte.

Ich persönlich bin lieber "gesund", psychisch wie physisch.

Vergisst friek aber gerne.

Hängt einem immer noch üblere Ferndiagnosen an den Hals. 😛

Woran man auch sieht, dass absolut keine Hemmschwelle mehr vorhanden ist...

Von daher auch berechtigte Ängste, vor Willkür und Allmacht...

Und hier sind auch die Ansätze für Alternativen zu suchen - erst mal wieder "zum gesunden Menschenverstand" zurückkehren...

"Vom Postboten zum Psychiater": 🙂

Gert Postel beantwortet Fragen aus dem Publikum - YouTube




 
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