Vielleicht solltest du heute damit anfangen, diese Beziehung als erledigt zu betrachten und dich über den neuen Lebensabschnitt zu freuen, der ja nun mal mit der Trennung begann.
Du wirst mit deinen Gedanken eine Lösung suchen, die gibt es dafür aber nicht.
Fakt ist, dass sicher beide Seiten zum Scheitern der Beziehung beigetragen haben.
Fakt ist aber auch, dass unangemessene Reaktionen und Verhaltensweisen nicht einfach zu verdrängen sind..
Wenn du diese legitimierst, wirst du dich in der nächsten Beziehung wahrscheinlich nicht einmal mehr trauen, deinen Partner nach der Uhrzeit zu fragen..
für mich ist das anders. für mich gehört mitgefühl dazu, um weitergehen zu können. ich trauere noch, ich freue mich momentan nicht auf die zeit danach, das lässt sich nicht ändern. aber ich will loslassen, das schmerzhafte in kauf nehmen. doch das geschieht bei mir nicht durch hass und mich ihm überlegen fühlen.
ich meine, es es ist so: bewusst bin ich sein feind, doch unterbewusst treibt ihn die wut auf seine eltern an. und falls jemand sagt, ich psychologisiere zu viel - dann setze ich dem entgegen: warum? was ist daran verkehrt? ich finde man kann durchaus durch logisches denken und anhaltspunkte zusammen bringen jemanden versuchen zu verstehen...das ist alles. ich sehe mich nicht als sein psychologen, ich weiß, dass ich ihn nicht heilen kann. weil ich zu involviert bin in das geschehen emotional und als person, ich kann nicht darüber stehen. das habe ich verstanden. deswegen gibt es für mich nur einen weg: ohne ihn. ich finde nicht, dass mitgefühl schlecht ist und man sich dadurch selbst degradiert - ich habe mich ja aus seiner gewalt befreit. und dennoch tut er mir eher leid und das meine ich nicht verächtlich, als dass ich ihn ablehne. er weiß es nicht besser, für ihn erscheint es so absolut schlüssig: er empfindet negatives für mich und deswegen bin ich schlecht für ihn...dass er etwas anderes auf mich überträgt, ist ihm nicht klar. also kann ich ihn dafür nicht zu verantwortung ziehen. ich muss das respektieren, aber nicht akzeptieren- deswegen gehe ich. es ist schwer für mich zu verstehen, dass seine psyche so funktioniert, aber sagen wir, ich habe nun eine ahnung davon. und nein, psychologiebücher lesen war doch nicht falsch für mich, es half mir zu verstehen, dass sein hasserfülltes verhalten nicht direkt mit mir zu tun hat, sondern dass er einen kampf mit sich selbst ausgefochten hat. und das hat auch nichts mit mangelnder selbstkritik zu tun, er nimmt mich tatsächlich nicht wahr, und benutzt mich nur als dummy, als stellvertretender sündenbock - ich finde es erschreckend, doch so sind menschen.
ich danke dir, ilkacorinna, für deine hilfe - doch andererseits bitte ich dich zu beachten: unsere situationen sind ähnlich aber nicht gleich, dein ex ist nicht meiner und du bist nicht ich. deswegen ist in meinem fall vielleicht etwas anderes richtig als bei dir, das heißt nicht, dass dann dein verhalten falsch ist. doch mein weg ist nicht deiner. und deswegen hör bitte auf mich wie ein kind zu behandeln, das noch nicht kapiert hat, was es zu tun hat. ok? danke...