Es geh mir eher um mögliche längerfristige Folgen.
Wir alle wurden in unserer Kindheit mit Dingen konfrontiert die längerfristige Folgen haben oder?
In einer heilen Welt aufzuwachsen und dann erst viel später auf die harte Realität zu stoßen, finde ich ebenso problematisch.
Was die Folgen sein könnten und damit schließe ich positive wie negative ein, hängt vielleicht wirklich sehr davon ab wie der Vater mit den Ursachen und Auswirkungen der Suchterkrankung umgeht. Und irgendwann dann auch was deine Tochter aus diesen Erfahrung für ihr Leben hilfreiches auswählt.
Ich selbst hatte viel Kontakt mit Alkoholikern beginnend in der Kindheit. Auch trockenen Alkoholikern von den AA's.
Es hieß immer, nur mit dem Trinken aufzuhören reicht nicht, denn sie sind dann immer noch nass im Denken.
Diese Sucht, wahrscheinlich jede Sucht, führt und erhält sich selbst mit einem bestimmten Denken. Das bedenkliche für ein Kind wäre, wenn es dieses Denken teilweise übernimmt.
Wenn der Vater erkennt welches Denken zur Suchterkrankung führte und es ablegt, kann das präventiv auf deine Tochter wirken.
Aus dem Sumpf der Alkoholsucht heraus zu kommen, Bedarf wirklich einiges an Stärke und natürlich auch an Unterstützung.
Ich fände es wichtig wenn du einen guten Draht zu dem Vater aufrecht erhälst. Sage ihm das du da bist falls er mal reden will.
Das mit den AA fände ich eine gute Sache.
Und wenn du Tips aus erster Hand haben willst, es gibt auch Gruppen für Angehörige von Alkoholikern sowie gemischte Treffen mit AA und den Angehörigen.
Dort erfährst du viel eher was dem Vater von deiner Seite aus, auf seinem Weg hilft oder eher kontraproduktiv ist. Auch was deine Tochter unterstützt und wie du selbst am besten damit umgehst.
Das Jugendamt einzuschalten ist definitiv kontraproduktiv.
Ihn zu kontrollieren und zu überwachen ebenso.
Solche Treffen von Alkoholikern oder auch Angehörigen finden deutschlandweit je nach Größe der Stadt mehrmals wöchentlich statt. Du kannst ohne Anmeldung einfach mal hin und über deine Sorgen reden.
Gab es eigentlich in eurer Beziehung keine Anzeichen eines Alkoholproblems?