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Papa meiner Tochter ist Alkoholiker

G

Gelöscht 134027

Gast
Hallo

Meine älteste Tochter (8 Jahre) wohnt seit ca. einem Jahr bei ihrem Papa. Ich war anfangs von diesem Wunsch wenig begeistert. Er hat ein paar Ansichten bei der Erziehung, womit ich nicht so ganz einverstanden bin und wohnt 300 km entfernt. Wir hatten es dann letztes Jahr in den Sommerferien getestet, es lief sehr gut, und daher habe ich dem Umzug schweren Herzens zugestimmt.

Sie war jetzt in diesen Sommerferien bei uns. Wir wollten zum Abschluss mit ihrem Papa und dem Rest meiner Familie ein kleines Familien-Grillfest machen. Ich hatte dann schon einiges vorbereitet. Unter anderem auch Desserts. Das eine mit Alkohol und das andere ohne. Ich hatte dann den Kinder erklärt, dass sie das eine essen dürfen und das andere nicht. Meine älteste hat dann gefragt, wieso nicht, und ich hatte ihr das erklärt. Sie meinte daraufhin, dass ihr Papa das dann ja auch nicht essen darf. Das hatte mich etwas verwirrt, und ich habe nachgefragt. Sie meinte dann, dass ihr Papa ja krank ist, und auf Nachfrage meinte sie noch, dass der Alkohol Papa krank macht. Ich war mir dann nicht so sicher, ob mein Kind mir gerade erzählt, dass ihr Papa Alkoholiker ist oder ob sie da was falsch verstanden hat. Sie konntes es mir dann aber auch nicht genauer erklären.

Ich habe ihn dann zur Rede gestellt und gehofft, dass sie es nur falsch verstanden hat. Er hat es mir dann aber bestätigt. Er hat sich wohl auch schon Hilfe geholt, aber trinkt aktuell immer noch fast täglich.

Wie soll ich damit jetzt umgehen? Mein erste Impuls war, dass sie sofort wieder zu mir zieht. Das kann ich aber nicht einfach so machen, weil ich sie dann direkt wieder aus ihrem Umfeld reiße, Schulwechsel usw. Außerdem hat er mir sehr deutlich gesagt, dass er sie quasi nicht "kampflos" einfach wieder zu mir lassen wird. Ich bin auch total sauer auf ihn. Mein Vertrauen ist aktuell fast weg. Wie viel verheimlicht er mir denn noch? Was erfahre ich denn als nächstes noch? Das sind so meine Gedanken dazu.
 
So etwas ist immer doof. Wenn er wirklich schon hilfe hat ist das aber schon einmal ein gutes Zeichen. Ich glaube jetzt etwas unüberlegtes zu tun wäre ganz falsch, auf konfrontation gehen würde das ganze vermutlich nur erschweren und am Ende leidet da ggf noch deine Tochter drunter. Sie ist ja denke ich gerne bei ihrem Vater?

Ich kenne nicht deine Beziehung zum Vater aber ein klärendes Gespräch indem du deine Sorgen kundtun und ihr gemeinsam eine Lösung findet wäre vermutlich für das Kind das schönste.

Wenn das eher schlecht geht vielleicht einfach mal bei dirversen Beratungsstellen fragen was für Tipps sie in solchen Sytuationen haben, leider ist das ja kein Einzelfall in Deutschland.
 
Hallo @Monaa ,

ich würde dir empfehlen, dich mal an Beratungsstellen zum Kinderschutz zu wenden. Einfach zu einem Gespräch, wo du schildern kannst, weswegen du dir Sorgen machst. Diese Beratungsstellen sind in allen Fragen zum Kinderschutz sehr erfahren und informiert (also nicht nur, wie man sich das vielleicht manchmal vorstellt, "nur" zu Gewaltsituationen oder Ähnliches) und besprechen auch eingehend z. B. Auswirkungen von dem, was man selbst an Ideen hat oder am liebsten tun würde. Das geht manchmal so ins Detail, soweit denkt man selber gar nicht unbedingt, besonders, wenn man aktuell in Sorge ist und am liebsten einen "Schnellschuss" wagen würde.

Ich habe wegen meines damals noch sehr kleinen Patenkinds vor Jahren einmal Hilfe bei solchen Stellen gesucht und gefunden. Es war wirklich sehr, sehr hilfreich. Da die Stellen, die in Frage kommen, wegen des Wohnorts variieren, hilft es nichts, wenn ich dir "meine drei" empfehlen würde, aber ich habe eben geschaut, man findet schnell mehr heraus über Google.

Auch würde ich dir empfehlen mehr als eine Stelle aufzusuchen. Überall arbeiten Menschen mit anderen Hintergründen und Erfahrungen und so kann man sich wirklich einen guten "Rundumblick" holen...
 
Hm, sehr schwierig. Immerhin ist er so offen, dass er mit seiner Tochter über sein Problem spricht.

Andererseits ist die Tochter noch viel zu klein, um.mit solch großen Problemen umgehen zu müssen.

Wieso wollte sie denn beim Vater wohnen?
 
Hm, sehr schwierig. Immerhin ist er so offen, dass er mit seiner Tochter über sein Problem spricht.

Andererseits ist die Tochter noch viel zu klein, um.mit solch großen Problemen umgehen zu müssen.

Wieso wollte sie denn beim Vater wohnen?

Sie war schon immer ein absolutes Papa-Kind. In den letzten 1-2 Jahre vor ihrem Umzug wurde es relativ schwierig mit ihr. Es gab sehr viel Streit. Sie hatte Probleme, sich in unseren Familienalltag einzufügen. Ihr Verhalten ging dann auch oft gegen meinen Mann. "Du bist nicht mein Papa. Ich höre nicht auf dich" und sowas aus dem Mund einer sechsjährigen. Die Situation war generell immer schwierig, aber wenn sie von Besuchen von ihm zurück kam, dann war es immer einige Zeit ganz schlimm.

Es war für sie bei ihm auch viel leichter. Sie ist dort Einzelkind. Papa liest seiner Prinzessin jeden Wunsch von den Lippen ab. Und generell seine Art, sein Alltag usw. war für sie passender. Ich hatte nur die Befürchtung, dass es auf Dauer dann doch nicht mehr so toll ist. Wir hatten es daher letztes Jahr die ganzen Sommerferien lang getestet. Das lief gut, und offensichtlich hat sich diesbezüglich bis heute daran nichts geändert. Es gefällt ihr total gut bei ihm, auch wenn ich nicht immer mit allem so einverstanden bin.

Es ist aber natürlich die eine Seite, ob es ihr aus Kindersicht dort gut gefällt und die andere Seite, ob es das geeignete Umfeld ist. Jetzt in Bezug auf die Alkoholsucht.
 
Sie war schon immer ein absolutes Papa-Kind. In den letzten 1-2 Jahre vor ihrem Umzug wurde es relativ schwierig mit ihr. Es gab sehr viel Streit. Sie hatte Probleme, sich in unseren Familienalltag einzufügen. Ihr Verhalten ging dann auch oft gegen meinen Mann. "Du bist nicht mein Papa. Ich höre nicht auf dich" und sowas aus dem Mund einer sechsjährigen. Die Situation war generell immer schwierig, aber wenn sie von Besuchen von ihm zurück kam, dann war es immer einige Zeit ganz schlimm.
Lass sie, wo sie ist. Würdest du sie zurückholen, würde sie dich/euch vermutlich dafür hassen.

Ich würde aber das zuständige Jugendamt informieren, damit sie dort vorbeischauen und prüfen, ob dein Ex sich wirklich Hilfe holt oder ob es nur Schein ist, und sicherstellen, dass das Kindeswohl nicht gefährdet ist.
 
Die Frage ist ja, ob die Sucht das Kind beeinträchtigt.

Alkoholismus hat viele Gesichter und es gibt eine Menge hochfunktionale Alkoholiker*innen. Ich würde sehr genau wissen wollen, wie sich bei ihm die Erkrankung auswirkt. Wenn er jeden Tag trinkt, dann muss er sagen, wie das aussieht. Ist Deine Tochter sicher bei ihm? Kann er sich um sie kümmern, wenn er getrunken hat? Trinkt er bis zum Vollrausch oder "nur" Pegel? Fährt er Auto, wenn er getrunken hat? Sehr wahrscheinlich, wenn er täglich trinkt.

Diese Fragen würde ich mir von ihm beantworten lassen. Stell sie ihm nicht vorwürflich, sondern mach klar, dass es Dir wichtig ist, dass Eure Tochter gut versorgt ist. Bei 300 Kilometern bist Du nicht mal eben da, um zu helfen. Außerdem hast Du offensichtlich noch jüngere Kinder, die Du dann nicht mal eben irgendwo abstellen kannst.

Und ja, geh zum dortigen Jugendamt (es ist immer das zuständig, wo das Kind wohnt) und lass Dich beraten.
 

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