Ausnahmsweise
Sehr aktives Mitglied
Ja, die große böse Welt. Wirklich furchtbar einen Beruf zu erlernen und sein Leben eigenständig und unabhängig auf die Kette zu bekommen.
Dabei sprechen wir hier nur von einer abgeschwächten Version.
Ängste sind sicher auch Teil solcher Entwicklungen und ein ernstzunehmendes Thema.
Google mal "Hikikomori", dieses Extrem betrifft zunehmend mehr Menschen jeden Geschlechts, auch in Europa, in Deutschland. Und längst nicht mehr nur die Jungen, auch um die 40-Jährige.
Ängste.
Wieso das? Tradwife ist doch nix anderes als die gute, alte, Hausfrauenehe?
Da ging etwas an dir vorbei.
@Sigillaria s Hinweis, dass dahinter auch anderes steckt, ist schon richtig.
Es ist ein Geschäftsmodell.
Klicks bedeuten Einnahmen.
Popularität bedeutet eine Phase guter Vermarktbarkeit eigener Produktlinien.
Ich finde es immer überaus spannend, wenn jemand Zeitpunkt und Marktlücke oder dann wenigstes den Trend erkennen und nutzen kann.
Die Hausfrauenehen machen in D lediglich etwas zwischen 8 und 15 % aus.
Kurios finde ich dann nur immer im nachhinein dieses zweischneidige Schwert, wenn es plötzlich heisst man sei von Altersarmut betroffen. Wer nix arbeitet hat auch kein gesichertes Auskommen. Eigentlich eine simple Formel.
Es gibt sehr viel prägnantere Gründe für die größere Altersarmut von Frauen als den Anteil an Hausfrauenehen.
Hier darf nun KI:
Die wesentlichen Gründe im Überblick:
Lebenslange Einkommensunterschiede (Gender Pay Gap):
Frauen verdienen im Durchschnitt rund 16 % weniger als Männer. Dadurch können sie in ihrer Erwerbsphase absolut weniger in die gesetzliche Rente und private Vorsorge einzahlen.
Teilzeitarbeit und Minijobs: Fast 30 % aller Frauen in Deutschland arbeiten in Teilzeit. Minijobs und geringfügige Beschäftigungen führen zu geringeren Rentenansprüchen und oft ungenügender privater Absicherung.
(Anmerkung von mir: Und nein, das hat nichts mit Faulheit zu tun. Gerade im Niedriglohnsektor werden Stellen oft nur als TZ-Job angeboten. Zudem übernehmen Frauen noch immer den Großteil der Carearbeit, ergo bliebe mit VZ etwas auf der Strecke - sie selbst, ihre Gesundheit, die Kinder, der Mann, der Haushalt, das Organisatorische, Sozialleben.)
Erziehungs- und Pflegezeiten:
Für Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen unterbrechen Frauen oft ihre Berufstätigkeit oder reduzieren ihre Arbeitszeit. Diese Phasen fehlen später vollständig in der Beitragsbiografie für die Rentenberechnung.
Höhere Lebenserwartung:
Frauen werden im Durchschnitt älter als Männer. Das angesparte Rentenvermögen muss auf mehr Lebensjahre verteilt werden, weshalb das monatliche Budget im Alter niedriger ist.
Lebensentwürfe und Scheidungen: Das traditionelle Rollenmodell, bei dem Frauen sich auf das Einkommen des Partners verlassen, birgt bei Trennungen oder Scheidungen ein hohes Armutsrisiko. Witwenrenten federn dies oftmals nicht ausreichend ab.
Niedriglohnbranchen:
Frauen sind überproportional in Berufen mit niedrigerem Lohnniveau tätig (z. B. im sozialen Bereich oder im Einzelhandel), was das Einzahlen von hohen Rentenbeträgen erschwert.
(Anmerkung von mir: Das beliebte 'selbst schuld' ist kein Argument, sondern lediglich boshafte Denkfaulheit.)
Für @Postman:
Diesmal könnte man mir das als "Aktion" auslegen.
Und doch sind meine Anmerkungen eine Reaktion auf frühere Beiträge; ich kenne meine Pappenheimer inzwischen und greife vor.