Das freie Wochenende ist entstanden weil es sozial ist, aus keinem anderen Grund. Der freie Sonntag ist glaube ich auf Kirchliche Ursprünge zurück zu führen.
Der Sonntag ist eine christliche Übernahme des jüdischen Sabbat, aber um einen Tag verschoben, nämlich auf den heiligen Tag des römisch-heidnischen Sonnengottes, deshalb Sonn-Tag, genauso wie die meisten anderen Tage im Namen immer noch ihre Herkunft verraten, Samstag = Satur-day auf Englisch, Tag des Gottes Saturn, Mittwoch = Wednesday, der "Wendetag" mitten in der Woche, Dienstag = Thursday, der Tag des Thor (oder auch Dienst-Tag = Fron-Tag aus den Zeiten, in denen Fronarbeit noch üblich war), Montag ist klar, der Tag des Mondgottes (googel mal unter Sin, der Mond-Gott), und Freitag hat nix mit Frei zu tun, sondern mit der Göttin Freya, die als oberste Muttergöttin für Heim und Herd zuständig war (in anderen Religionen mit anderen Göttinnen gleichgesetzt, wie etwa der griechischen Hera, auch eine wichtige Gottheit in "heidnischen" Zeiten).
Das freie Wochenende ist garantiert nicht aus "sozialen" Gründen entstanden, sondern vergleichsweise jung und meines Wissens mit dem Erstarken der (meistens städtischen) Arbeiterschaften verbunden, jenseits der lange Zeit wirtschaftlich dominierenden Landwirtschaft, die keinen arbeitsfreien Samstag kannte und sogar am Sonntag tätig werden muß, Kühe und Schweine lassen sich nun mal nicht per Knopfdruck für einen Tag abschalten, und wenn die Ernte reif ist muß sie rein, Sonntag hin oder her.
Es waren die Arbeiter, die sich den Samstag als "voraus verlängerten" Sonntag erkämpften, und obwohl die Kirchen mit den Arbeiterschaften, den "Roten" oder "Sozis" (Sozialisten, zeitweise verbandelt mit den Kommunisten), nichts am Hut hatten, dürfte es ihnen doch lieb gewesen sein, weil zumindest bei den Katholiken schon am Samstag Abendmessen üblich sind, für die ein den ganzen Samstag lang schwer schuftender Arbeiter kaum noch einen Nerv gehabt haben dürfte. Allerdings waren die Hochburgen der Arbeiter in den Städten meistens evangelisch-lutherisch dominiert, wie es da mit Samstagsmessen aussieht weiß ich nicht.