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Nicht studiert bedeutet automatisch beschränkter ?

  • Starter*in Starter*in Cassiboe
  • Datum Start Datum Start
Viele Arbeitgeber setzen einfach das (Fach)- Abitur für eine Ausbildung vorraus, viele Berufe in denen man sich gewisser maßen "schmutzig" macht wie z.B Maurer oder Straßenbauer sind doch nur noch ohne Abitur möglich.

"Nur noch"? Kann ich absolut nicht unterschreiben und kenne es auch ganz anders. Ich kenne mehrere Leute mit mittelmäßigen Realschulabschluss, die trotzdem gute Berufsausbildungen gemacht haben. Ich stimme dir zu, ohne Abitur oder Studium ist es meistens schwieriger, einen guten Job oder eine gute Ausbildung zu finden, aber nicht immer.
 
Wenn alle meine Sätze falsch waren,
müsste man ohne Studium dieselben Verdienst- und Berufschancen haben wie mit,
man müsste eine Masterarbeit schreiben können ohne studiert zu haben,
das lange Lernen im Studium dürfte nichts im Hirn bewirken (keine Kenntnisse, keine Fertigkeiten),
und mit einem Studium müsste man auch glücklich werden, wenn man Lernerei nicht mag.

Meinst du das ernst? Wohl kaum, oder?

(Ich dachte bisher, du hättest studiert, müsstest das also kennen.)[/QUOTE

Nun ja, Studium bedeutet nicht, dass man automatisch einen gutbezahlten und sinnvollen Job hat. Im Gegenteil, viele Studierte sind froh, wenn sie einen unbefristeten Vollzeitjob bekommen, bei dem ihr Studium überhaupt eine Rolle spielt.

Ich arbeite bei einer Versicherung , bei uns haben sich Ingenieure beworben , die logischerweise studiert haben ( die meisten ) , aber die Gehälter , die sie teilweise in den Jobs vorher hatten, können einem die Tränen in die Augen treiben. Gerade in kleineren Büros ist weder ein Topgehalt noch ein Super Arbeitsumfeld zu erwarten. Man hockt zu dritt in einem Büro, keine Privatsphäre etc. Was nützt mir dann ein Studium ?

Studium wird zwar heute so gerne angepriesen, letztendlich heißt das aber nicht, dass man dadurch einen guten Job und ein entsprechendes Gehalt bekommt. Insofern muss ich bei Antworten wie der obigen immer grinsen...

Gast xy
 
Durch Umstrukturierung von Nervenbahnen oder Neubildung?
Nervenzellen bilden sich nicht neu (im Wesentlichen, es gibt Ausnahmen), aber durch Lernen ändern sich die synaptischen Verschaltungen: Neue Synapsen bilden sich, alte können verschwinden, und bestehende Synapsen können auch ihr Übertragungsverhalten ändern. Soweit weiß man das, man ist aber noch ein Stück davon weg, wirklich zu verstehen, wie das Lernen funktioniert.

Ersteres würde ja bedeuten, dass geforderte Denkleistungen zu Lasten von anderen gefördert werden.
Nette Einbildung von denen, die weniger gelernt haben. Aber nein, durch Lernen gehen nicht notwendigerweise an anderer Stelle Fähigkeiten verloren. Das ist eher wie bei einem weißen Blatt Papier oder einem leeren CD-Rohling, da geht auch durch das Beschreiben keine Information verloren.

Soziales Denken könnte allerdings in einem bestimmten Sinne abnehmen: Während ein ungebildeter Geringverdiener vielleicht eher sozialistischen Einheitsgehaltsvorstellungen anhängt, wird manch ein gut verdienender Akademiker, der ein jahrelanges Studium durchgehalten hat, davon eher wenig halten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh wieder mein Lieblingsthema.

Was mir bei all den Beiträgen schnell auffällt sind folgende Begriffe:

- Progressiv
- Leistungsgesellschaft
- Wissen
- Karriere

Da frage ich mich immer wieder: muss man denn im Leben unbedingt Karriere mache? Wie wird Karriere definiert? Habe ich Karriere gemacht wenn ich einfach zufrieden bin oder erst wenn ich das Geld mit der Schubkarre heimfahre?

Um ehrlich zu sein finde ich das ganze System krank. Und viele Menschen gehen unter, weil sie sehr wohl etwas leisten könnten, aber mit den Umständen nicht klarkommen.

Ich selbst bin damals durchs Abi gerasselt, weil ich unheimliche Prüfungsangst hatte, die ich nicht in den Griff bekam. Kam ich in einer Klausur nicht weiter staute sich in mir Angst auf und ich bekam Schweißausbrüche - Blackout. Gleichzeitig verbunden mit dem ständig Anspruch man müsse ja was leisten und auf jeden Fall gute Noten erzielen.

Dieses Bewerten von Menschen anhand von Noten fand ich schon immer zum kotzen. Da kann es in der Abschlussprüfung mal nicht so laufen und es bedeutet automatisch dass man nicht gut genug ist. Alles abhängig von Zufällen, Tagesform oder Aufgabenstellung. Man kann lernen ohne Ende und dann trotzdem eben diese eine Arbeit verkacken - und schon ist man abgestempelt. Es wird also nicht das gesamte Wissen betrachtet, sondern anhand von Noten orientiert, die im Prinzip nicht unbedingt aussagekräftig sind.

Was ich auch beobachte ist dieses immer Höher, schneller, weiter - progressiv, noch mehr leisten, noch mehr verdienen, wieder Neuerungen usw. Warum machen sich die Menschen so von Arbeit abhängig und geniesen nicht ein bisschen mehr das Leben? Ist man nicht so drauf und karrieregeil wird man trotzdem irgendwo mitgezogen und kommt unter Druck weil es einem ja von überall her suggeriert wird.

Und was ich in meinem Leben schon alles lernen musste das ich nie wieder gebraucht hatte. Theorie und nochmals Theorie, die sich größenteils nicht mal eben so in die Praxis umsetzen lässt, weils dort eben nicht mal eben nach Schema F läuft. Aber Hauptsache alles hochbauschen, Bürokratie schaffen, tolle Titel erfinden.

Ist doch klar wenn man selbst nicht so gestrickt ist, und dann im nahen Umfeld vom Ingenieur hört, der neben seinem Studium noch eine Firma gegründet, 2 perfekte Kinder hat, sich sozial einsetzt und noch in der Politik tätig ist (überspitzt ausgedrückt), unzufrieden wird und das auf sich bezieht weil man glaubt dies wäre das Idealbild.
 
Phalle, dass du mit dem, was du erreicht hast, zufrieden bist, ehrt dich.

Aber es gibt auch Menschen, die studieren, weil sie einfach die Herausforderung suchen. Weil sie wissen möchten, ob sie es schaffen, weil sie Grenzen verändern wollen mit Wissen und Forschung. Weil sie die Welt vorwärts bringen möchten auf ihre Art und Weise. Weil sie Futter fürs Hirn brauchen.

Und es ist nachvollziehbar für mich, dass jemand, der studiert hat, möchte, dass sich dieses auch im Anschluss am Gehalt widerspiegelt. Denn man hat im Normalfall auch einiges investiert, wovon auch durchaus die Gesellschaft profitiert, genauso, wie sie in hohem Maße von der Mutter profitiert, die Kindererziehungsarbeit leistet und sich für ein Leben zu Hause entscheidet.

Nur weil das Eine gut ist, muss das Andere nicht schlecht sein.

Ich habe studiert und das sogar BWL (Oh Gott, ein Arbeitnehmermordender Kredithai), und zwar neben meinem Vollzeitjob und bin von der Azubine bei meinem AG etwas weiter aufgestiegen. Das hat aber auch einige Jahre gebraucht und ging nur in Kombination mit Netzwerken, guter Arbeit, Überstunden und Weiterbildungen zusätzlich zum Studium.

Ich habe viele Abende und Wochenenden geopfert und wo andere in den Urlaub gefahren sind, habe ich gelernt und bin für Planspiele, Präsentationen etc. durch Deutschland und ins Ausland gefahren. Habe teilweise an Wochenenden bis 23 Uhr im Hotel gesessen, um etwas fertig zu stellen. Samstags wurden Klausuren geschrieben, da musste ich um 7 Uhr raus. Dazu noch Schulungen durch den AG überall.

Und trotzdem genieße ich mein Leben, denn meine Hobbies und Reisen sind leider geldintensiv und die könnte ich mir ohne meinen Job nicht leisten.

Ich unterstütze auch andere durch ehrenamtliche Arbeit, gebe kostenlos Nachhilfe und berate kleine Betriebe in Marketingfragen ohne Entgelt, damit das Wissen auch anderen nutzt.

Ich finde es ehrenwert, wenn Menschen etwas erreichen wollen und finde es unerhört, das kleinzureden, genauso wie ich es unerhört finde, die Lebenswege anderer nicht zu akzeptieren, nur weil sie z.B. ein Studium nicht schaffen wollen oder können.

Also, jeder sollte sich seinen eigenen, passenden Weg durchs Leben suchen, ob mit oder ohne Studium, nur dann nicht lebenslang auf die andere Seite schielen, denn die Wahl zu studieren oder eher weniger zu arbeiten steht jedem frei.
 
Ich finde es ehrenwert, wenn Menschen etwas erreichen wollen und finde es unerhört, das kleinzureden
Ein wahres Wort. Das gibt es nämlich auch sehr häufig, den Bildungsneid auf Akademiker. Dies führt dann dazu, dass ihnen pauschal unterstellt wird, sie seien eingebildet, und dass alles, was sie können und wissen, schlechtgemacht, relativiert oder demonstrativ ignoriert wird.
 

Wer redet denn was klein ???? Ich verurteile niemanden für das was er tut, aber wir leben auch in einem gewissen System welches den Kindern schon eingetrichtert wird. Ohne Karriere geht nichts, das Idealbild des ehrenwerten Bürgers der studiert, Familie gründet, Häuschen baut, angesehen ist... Genau das was du beschreibst das andere gemacht haben während du deine Wochenenden geopfert hast wöllte ich nicht.
Denn andere haben währenddessen Lebenszeit gelebt, die nicht wieder kommt. Und das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. Keiner weiß ober er krank wird oder sonstige Schicksalschläge hinnehmen muss, deshalb will ich nicht mein Leben lang nach oben gestrebt haben um am Ende sagen zu müssen: ich hatte viel zu wenig Zeit für das eigentliche Leben. Selbst Oetker hatte mal in einem Interview gesagt er hatte viel zu wenig Zeit für Freunde.

Habe auch so ein Alphatier im Bekannternkreis. Leitet eine Supermarktfiliale. Jeden Tag 5 Uhr schon stramm stehen einschließlich heute - es gibt kein anderes Thema mehr außer Arbeit und Karriere. Während wir anderen was vom Leben haben hockt er halt bis 22 Uhr im Laden und gibt mittlerweile schon zu, dass er so nicht ewig weiter machen kann. Ist das die Erfüllung?

Es gibt sicher Menschen die ständig arbeiten müssen weil sie es brauchen oder halt karrieregeil sind und das auch alles ist was sie erfüllt. Nur wenn es anfängt dass sich Menschen wie ich schlecht fühlen weil immer von außen das Bild kommt du hättest mehr machen müssen, du musst mehr machen, der eine hat dies und das, warum du nicht, dann finde ich das äußerst bedenklich.

Ich war vor kurzem im Urlaub, in einem Land in dem es eigentlich nicht viel gibt: keine Reizüberflutung, kein ständiges Zugedröhne wie hier, die Menschen haben nicht viel aber scheinen glücklich. Und ich dachte mir auch, außer Dach über dem Kopf, schöne Strände und was zu essen - also die Grundbedürfnisse - braucht man vom Prinzip her wirklich mehr ? Das meiste das wir haben ist doch im Prinzip überflüssiges Bewerk, dass man nicht zwingend braucht. Aber das Höher-Schneller-Weiter Prinzip sagt eben was anderes. Möglichst jedes Jahr ein neues Smartphone usw...
 
"Tja, nun, du kannst nicht ernsthaft erwarten, dass du mit deiner Ausbildung die gleichen Verdienst- und Berufschancen hast wie jemand, der einen Hochschulabschluss hat.

Die Entscheidung muss halt jeder für sich treffen: fleißig lernen, Abi machen und studieren oder einfach ne Ausbildung machen?

Du hast deine Entscheidung damals getroffen. Nun leb damit, oder studier halt...

Aber Vorsicht, wenn die Lernerei nicht dein Ding ist, wirst du vermutlich mit einem Studium nicht glücklich.


Im Übrigen: Eine Masterarbeit schreibt sich nicht so mal eben... das würdest du auch nicht hinkriegen, ohne vorher studiert zu haben.

Ein Studium ist nicht völlig umsonst, das lange Lernen bewirkt etwas im Hirn."



Boah, so einen geistigen Tiefgang kann nur jemand schreiben der Studiert hat. Keinen Bezug zur Realität.

Ich habe "nur" eine Ausbildung gemacht,kein Abitur, und habe den gleichen, zum Teil besseren Verdienst wie eine Studierter.
Und nun ? Woher kann man sich das Recht nehmen zu Behaupten das jemand ohne Studium nicht genauso oder mehr Verdient als ein Studierter ?

Mein Erfahrungswert mit Studierten ist nicht positiv. Warum ? Weil die Studierter sehr selten einen Bezug zur Realität haben.
Sehen nur das was sie studiert haben, nicht das was Wirklichkeit ist.

Und bei dem Zitat fällt mir nur eines ein - sehr, sehr arrogant, nicht Umgangsfähig.
 
Jedem "Akademiker" kann ich nur dringend raten, mal über die Kosten seines Studiums nachzudenken. Nicht die privaten, sondern die der Gemeinschaft (Lehrpersonal, Gebäude, Labore....) und sich dann mal Gedanken zu machen, wer das bezahlt hat !!!!

Vielleicht vergeht da manch einem die Arroganz.
 
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