Die Wahrheit ist: Ein Studium ist nur ein Lesen/Beschäftigen mit dutzenden Lehrbüchern. (Dazu schreibt man halt Prüfungen und Seminararbeiten, usw.) That's everything.
"nur" ein Lesen - "halt" Prüfungen schreiben
Was studierst du denn, dass du es so ausdrücken kannst?
Ich kenne nur meinen Studiengang aus dem Ingenieurbereich und da bedeutet das Beschäftigen mit Lehrbüchern, dass man zwar den theoretischen Überblick gewinnt, aber sich im Anschluss daran immer wieder mit Übungen rumschlagen muss, damit man das theoretische Wissen in der Praxis nutzen kann.
Klar, am Ende schreibt jeder nur seine Prüfungen, Student und Azubis gleichermaßen. Aber was von einem in den Prüfungen abverlangt wird, sollte auch noch beachtet werden. So wie du es ausdrückst, kann jeder einfach studieren und mal eben einen Abschluss erlangen. Bei mir geht das jedenfalls nicht so einfach und ich würde jedem Studieninteressierten sagen, dass er sich das genau überlegen soll und sich fragen muss, ob er den Ansprüchen gewachsen ist.
Der Fehler im System ist, dass man sich so sturr aufs Papier ("Diplom") fokussiert. Jemand der 4,5 Jahre Maschinenbau studiert hat, ist kein Ingenieur, jemand der 5 Jahre studiert hat, schon. Das ist doch lächerlich. Außerdem, warum sollte eine Universität bzw. Fachhochschule eine Monopolstellung bei der Wissensvermittlung haben? Man kann sich die Inhalte auch leicht autodidaktisch beibringen, wieso sollte das auch nicht zählen?
Würde man jedem schon nach 4,5 Jahren den Master geben, könntest du dich beschweren, dass man nach 4,5 Jahren Ingenieur ist, aber jemand, der 4 Jahre studiert hat nicht. Irgendwo muss mal die Grenze gezogen werden. Davon abgesehen ist es wichtig, dass es diese Monopolstellung gibt. Nur so hat man ein allgemein gültiges Verständnis eines Maschinenbauers. Sonst könnte sich doch jeder Dipl.-Ing. nennen. Irgendwer muss überprüfen, ob man das Wissen tatsächlich hat.
Man muss an einer Uni lediglich die Prüfungen schreiben, wer es will, kann den Vorlesungen fernbleiben und sich das Wissen auf anderem Wege aneignen (hier jedenfalls).
Letztens hab ich von einer "Dipl.-Astrologin" gelesen. Da musste ich lachen und hab' erstmal geguckt, ob es sowas gibt. Tatsache ist, dass sich jeder so nennen kann und Astrologin keine geschützte Bezeichnung ist. Und das Diplom in diesem Zusammenhang nicht auf einen akademischen Grad schließen lasse und es daher auch verwendet werden könne. Schließlich gibt es Astrologie nicht als Studienfach irgendwo.
Hört sich nach einer qualifizierten Person an, aber auch nur auf den ersten Blick. Daran sieht man sehr gut, dass gewisse Dinge festgelegt werden müssen. "Diplom-Dummschwätzer" ist kein Problem, aber bei anerkannten Berufen muss irgendwo kontrolliert werden, dass die Person kein Hochstapler ist.