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Nicht studiert bedeutet automatisch beschränkter ?

  • Starter*in Starter*in Cassiboe
  • Datum Start Datum Start
Ob man irgendwas "raushängen lassen" sollte oder nicht, oder ob man irgendwas zwischen meinen Zeilen lesen sollte, ist erst die zweite Frage.

Die erste wäre: War etwas sachlich falsch an dem, was ich schrieb?
 
Zuletzt bearbeitet:
.... nicht automatisch, sondern aufgrund einer Reihe von Verhältnismäßigkeiten, die zusammen genommen diese Wahrscheinlichkeit erhöht.

Bei den Verhältnismäßigkeiten handelt es sich um so schlichte Dinge wie:

- das Verhältnis zu Wissen und den Wegen dort hin.
- das Verhältnis zu besser situierten Schichten unserer Gesellschaft.
- das Verhältnis zu hoch dotierten Positionen innerhalb unseres Systems.

Ja! Nicht studiert zu sein bedeutet definitiv "beschränkter" zu sein, weil ein Studium für manche Tür und manches Tor den einzigen passenden Schlüssel darstellt.

Aber das ist egal!

"Beschränkt" sind wir doch alle auf die ein oder andere Art.....
 
Ich studiere und habe bald meinen Abschluss. Je mehr ich studiere, desto mehr wächst mein Wissen und gleichzeitig auch mein Nicht-Wissen. Ich weiß was ich weiß, und gleichzeitig was ich nicht weiß.

Ich hasse diese Einstellung von Akademikern, dass sie durch ein Studium automatisch etwas besseres sind. Solche Aussagen treffen meist die schwächsten 25% aller Akademiker, die sich etwas vormachen oder kompensieren müssen.

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Die Wahrheit ist: Ein Studium ist nur ein Lesen/Beschäftigen mit dutzenden Lehrbüchern. (Dazu schreibt man halt Prüfungen und Seminararbeiten, usw.) That's everything.

Jemand, der nicht "formal" studiert hat, kann ohne weiteres eine Master-Arbeit schreiben. Er muss sich nur mit dem Thema ausreichend beschäftigen. Als Beispiel: In den USA ist es oft üblich, dass man ein fachfremdes Doktorat absolviert (z.B. als Mathematiker ein Ökonomie oder Politikwissenschaftliches Doktorat).

Der Fehler im System ist, dass man sich so sturr aufs Papier ("Diplom") fokussiert. Jemand der 4,5 Jahre Maschinenbau studiert hat, ist kein Ingenieur, jemand der 5 Jahre studiert hat, schon. Das ist doch lächerlich. Außerdem, warum sollte eine Universität bzw. Fachhochschule eine Monopolstellung bei der Wissensvermittlung haben? Man kann sich die Inhalte auch leicht autodidaktisch beibringen, wieso sollte das auch nicht zählen?
 
Wer hat das in welcher Situation zu dir gesagt? Jetzt regen sich hier alle auf, ohne nach dem Hintergrund zu fragen. Das finde ich wiederum fraglich. Wer weiß, was da überhaupt gesagt wurde.

Also, grundsätzlich haben sehr viele Ossis mehr im Hirn als man es ihnen im Westen zutraut. Häufig, so hab eich das Gefühl, besitzen sie auch die bessere Schulausbildung, gerade in Mathe und den Naturwissenschaften. Und bekanntlicherweise konnten/ durften viele Leute in der DDR nicht einmal das Abitur machen, geschweige denn studieren. Will jetzt jemand behaupten, dass diese Leute per se dümmer und weniger belastbar sind? Das halte ich dann für ein Gerücht.

In einigen Bundesländern ist es angeblich schon so einfach geworden, Abitur zu machen. Ich habe in Berlin Abi gemacht und glaube schon, dass das Abiniveau normalerweise höher liegt. Im Studium gab es Aufgaben, die in meinen Augen einen modernen Standard widergeben. Heißt: möglichst viel von zu Hause machen, also Hausarbeiten und Referate. Klausuren und mündliche Prüfungen hatte ich fast nie. Die Klausuren bestanden sogar in einem Fach fast nur aus Ankreuztests. Wenn man mal eine Antwort ganz normal ausschreiben sollte, wurde plötzlich alles wesentlich anspruchsvoller. Ich war nie ein guter Schüler und fühlte mich irgendwie "mitgezogen". Neben mir haben auch Leute absolviert, denen man es vielleicht gönnt. Die aber entweder sichtbar nicht den Grips haben noch die klare Verfassung. Von daher wundert es mich nicht, wenn viele Studienabsolventen, selbst von den Unis, nicht die hellsten sind. Und BWL ist ja eines Fächer, auf das sich gleich so viele stürzen.

Man kann zumindest im Businessbereich viele Studienmöglichkeiten finden. Der MBA ist in den USA der beliebteste Studienabschluss und dafür braucht man angeblich nicht einmal Abitur. Du kannst auch einen Fernlerngang machen. An sich macht studieren schon Spaß, weil du dich mit deinem Lieblingsthema (im Idealfall natürlich) beschäftigen kannst und neue Aspekte dazulernst. Außerdem sind die Studenten ein anspruchsvolles Völkchen. Da triffst du wenig Prollis, Tussen oder andere oberflächliche Leute. Zumindest an den Unis spürt man, wie sich eine progressive Gesellschaft anfühlen könnte. Bei uns gab es sehr engagierte Leute im Naturschutz und für Menschenrechte. Es ging um Nachhaltigkeit, Partizipation, Medienrecht und Konsumkritik. Die Leute hören sich gegenseitig zu und erkennen Machtstrukturen im System, natürlich nicht ganz von Ideologie befreit, aber zumindest wird etwas analysiert. Das ist eigentlich wahrscheinlich der einzige Unterschied und Vorteil zur Ausbildung. Denn eine schulische Ausbildung verlangt ja auch Selbstständigkeit und Lernerei.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass die Gesellschaft, gerade die Bürobosse, mal die Füße still halten sollten! Es gibt viel zu viele Studenten in den unmögichsten perspektivlosen Fächern. Ständig wird einem eingeredet, dass man ohne Abitur ein Nichts ist und wenn man das Abitur gemacht hat, na dann muss ja studieren, sonst hätte man ja keines gemacht! Dabei geht es heute eigentlich mehr um Belastbarkeit und Geld als ums Verstehen und um Talente. Hinterlassen werden Fachidioten, die mit 18 Abi machen und gleich darauf 5 Jahre studieren, um mit unpassender Qualifikation in die Realität geworfen zu werfen. Auch Studienabsolventen werden auf dem Arbeitsmarkt allein gelassen und nach Strich und Faden besch*ssen.
 
.... nicht automatisch, sondern aufgrund einer Reihe von Verhältnismäßigkeiten, die zusammen genommen diese Wahrscheinlichkeit erhöht.

Bei den Verhältnismäßigkeiten handelt es sich um so schlichte Dinge wie:

- das Verhältnis zu Wissen und den Wegen dort hin.
- das Verhältnis zu besser situierten Schichten unserer Gesellschaft.
- das Verhältnis zu hoch dotierten Positionen innerhalb unseres Systems.

Ist leider die Wahrheit. In Frankreich gibt es das Grande Ecole System, eine kleine Reihe von extrem elitären Institutionen. Jemand der dort studiert hat, gehört zur Frankreichs Elite, alle Türen und Tore stehen ihm offen. In Deutschland ist dieser "Elite"-Effekt deutlich schwächer und durch die Vereinheitlichung des Bildungssystems und der Globalisierung wird das Studium langfristig diesen "elitären" Charakter verlieren. Ich glaube, es dauert nur noch 20-30 Jahre bis ein Studium als gleichwertig zu einer Berufsausbildung gesehen wird.
 
Die Wahrheit ist: Ein Studium ist nur ein Lesen/Beschäftigen mit dutzenden Lehrbüchern. (Dazu schreibt man halt Prüfungen und Seminararbeiten, usw.) That's everything.

"nur" ein Lesen - "halt" Prüfungen schreiben

Was studierst du denn, dass du es so ausdrücken kannst?

Ich kenne nur meinen Studiengang aus dem Ingenieurbereich und da bedeutet das Beschäftigen mit Lehrbüchern, dass man zwar den theoretischen Überblick gewinnt, aber sich im Anschluss daran immer wieder mit Übungen rumschlagen muss, damit man das theoretische Wissen in der Praxis nutzen kann.

Klar, am Ende schreibt jeder nur seine Prüfungen, Student und Azubis gleichermaßen. Aber was von einem in den Prüfungen abverlangt wird, sollte auch noch beachtet werden. So wie du es ausdrückst, kann jeder einfach studieren und mal eben einen Abschluss erlangen. Bei mir geht das jedenfalls nicht so einfach und ich würde jedem Studieninteressierten sagen, dass er sich das genau überlegen soll und sich fragen muss, ob er den Ansprüchen gewachsen ist.


Der Fehler im System ist, dass man sich so sturr aufs Papier ("Diplom") fokussiert. Jemand der 4,5 Jahre Maschinenbau studiert hat, ist kein Ingenieur, jemand der 5 Jahre studiert hat, schon. Das ist doch lächerlich. Außerdem, warum sollte eine Universität bzw. Fachhochschule eine Monopolstellung bei der Wissensvermittlung haben? Man kann sich die Inhalte auch leicht autodidaktisch beibringen, wieso sollte das auch nicht zählen?

Würde man jedem schon nach 4,5 Jahren den Master geben, könntest du dich beschweren, dass man nach 4,5 Jahren Ingenieur ist, aber jemand, der 4 Jahre studiert hat nicht. Irgendwo muss mal die Grenze gezogen werden. Davon abgesehen ist es wichtig, dass es diese Monopolstellung gibt. Nur so hat man ein allgemein gültiges Verständnis eines Maschinenbauers. Sonst könnte sich doch jeder Dipl.-Ing. nennen. Irgendwer muss überprüfen, ob man das Wissen tatsächlich hat.

Man muss an einer Uni lediglich die Prüfungen schreiben, wer es will, kann den Vorlesungen fernbleiben und sich das Wissen auf anderem Wege aneignen (hier jedenfalls).

Letztens hab ich von einer "Dipl.-Astrologin" gelesen. Da musste ich lachen und hab' erstmal geguckt, ob es sowas gibt. Tatsache ist, dass sich jeder so nennen kann und Astrologin keine geschützte Bezeichnung ist. Und das Diplom in diesem Zusammenhang nicht auf einen akademischen Grad schließen lasse und es daher auch verwendet werden könne. Schließlich gibt es Astrologie nicht als Studienfach irgendwo.

Hört sich nach einer qualifizierten Person an, aber auch nur auf den ersten Blick. Daran sieht man sehr gut, dass gewisse Dinge festgelegt werden müssen. "Diplom-Dummschwätzer" ist kein Problem, aber bei anerkannten Berufen muss irgendwo kontrolliert werden, dass die Person kein Hochstapler ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich denke man kann auch nicht studiert haben und einen guten beruflichen Weg gehen. Es kommt immer drauf an, wie und wo man die Ausbildung macht, ob man übernommen wird... Ich selbst habe erst eine Ausbildung gemacht, es hieß damals noch Werbekauffrau und dann Marketing studiert. Jetzt bin ich in einer Firma, wo ich ehrlich sagen muss, es gibt mehr Kollegen, die nie studiert haben und sehr gut sind und in einer vergleichbaren Position wie ich arbeiten. Und wir haben auch Azubis, die sind viel fähiger als so manch ein Student mit seinem Bachelor (z.B. Theorie und mit Begriffen um sich werfen das können sie... aber wenn man was praktisches und konkretes will fängt das Staunen an).

Es geht hier aber mehr drum, wie einige sich für etwas viel Höheres halten aufgrund ihres Studiums und dann andere abwerten mit so Aussagen nach dem Motto "Ohne Studium kann man heute doch nix mehr machen" oder "Du hast keine Chancen im Vergleich zu einem Studierten".
Ich finde einer der sowas sagt, ist selbst irgendwo beschränkt, zumindest in seiner sozialen Kompetenz und sehr fixiert mit seinem Schubladendenken.

Man muss bedenken, auch eine Ausbildung ist nicht ohne... bei vielen Berufen sind die Prüfungen auch relativ komplex. Man muss auch schon was drauf haben, wenn man eine Ausbildung macht und das wird heutzutage oft unterschätzt oder als selbstverständlich gesehen. Ich finde man kann nicht konkret sagen, was besser bzw. anspruchsvoller ist Studium oder Ausbildung. Es kommt drauf an, was man studiert und welche Ausbildung man macht.. es lässt sich nicht alles vergleichen.
 
Nur so hat man ein allgemein gültiges Verständnis eines Maschinenbauers. Sonst könnte sich doch jeder Dipl.-Ing. nennen. Irgendwer muss überprüfen, ob man das Wissen tatsächlich hat.

Hat man den das Wissen, wenn man ein Diplom hat? Und warum sollten es gerade fünf Jahre sein? Warum nicht 4,7 oder 5,2? Warum sollte sich jemand mit 300 ECTS Ingenieur nennen dürfen, jemand mit 297 nicht? Qualitativ macht das für ein Unternehmen in 99% der Fälle keinen Unterschied.

Diplome und Zertifikate erleichtern es für Unternehmen "Wissen" zu kaufen, das ist klar. Aber Diplome und Zertifikate bedeuten nicht automatisch "Wissen".
 
@xdf: Wie du selbst sagst, erleichtert so ein Diplom oder Master die Vergleichbarkeit.

Natürlich kann man entsprechende Kenntnisse auch ohne Zertifikat erwerben. Nur ist dann zum einen die Frage, woher der Betrieb das wissen soll, und zum anderen gibt der Sachverhalt des Eröffnungspostings nichts her, was darauf schließen ließe, dass der TE sich wirklich das Wissen von 5 Jahren Studium angeeignet hätte.

(Das für seinen Job aktuell notwendige Wissen hat er sich allerdings möglicherweise angeeignet.)
 
Hat man den das Wissen, wenn man ein Diplom hat? Und warum sollten es gerade fünf Jahre sein? Warum nicht 4,7 oder 5,2? Warum sollte sich jemand mit 300 ECTS Ingenieur nennen dürfen, jemand mit 297 nicht? Qualitativ macht das für ein Unternehmen in 99% der Fälle keinen Unterschied.

Menschen mögen ganze Zahlen, daher sind es genau 5 Jahre und nicht 4,7 oder 5,2 Jahre. Genau dazu schrieb ich doch eben etwas, aber ich wiederhole es noch einmal. Angenommen es wären nur 4,7 Jahre und nicht 5. Dann würdest du mich jetzt fragen, warum es genau 4,7 Jahre sein müssen und nicht 4,4 oder 4,9. Diese Frage kann man immer stellen, egal für welcher Dauer man sich entschieden hat. Eine Zahl muss trotzdem mal gewählt werden und jemand hat sich da für 5 Jahre entschieden.

Mit den Punkten verhält es sich nicht anders.


Man sollte davon ausgehen können, dass ein Diplom Wissen bedeutet. Schließlich mussten diverse Prüfungen und Abschlussarbeiten bestanden werden. Dort wurde das Wissen überprüft. Evtl. gibt es dort Lücken, wenn z.B. jemand eine Prüfung beim Nachbarn abschreibt und somit selbst keine Leistung erbringt.

Einzelne Vorgänge auf dem Weg zum Diplom könnten sicher verbessert werden. Das würde aber nichts an der Tatsache ändern, dass es richtig ist, alle Studenten auf dieselbe Art und Weise zu prüfen.
 

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