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Nicht studiert bedeutet automatisch beschränkter ?

  • Starter*in Starter*in Cassiboe
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Eine Wertschätzung des Studiums: ja klar!

Aber ich sprach von persönlicher Wertschätzung. Jemand, der nicht studiert hat, ist deswegen ja nicht als Person minderwertig oder so.
Ich glaube, wir meinen beide dasselbe.
Die akademisch gebildeten Kollegen des TE scheinen sich ihm gegenüber so geäußert zu haben, als ob nicht nur seine Ausbildung weniger anspruchsvoll sei, sondern Nichtakademiker zwangsläufig auch einen beschränkteren intellektuellen Horizont hätten. Und das ist erstens längst nicht in jedem Fall zutreffend und zweitens dümmlich-überheblich und taktlos, so etwas auch noch zu äußern. Darin sind wir uns sicher einig, so habe ich deinen letzten Beitrag jedenfalls verstanden. :blume:
 
So sehe ich das auch. Anhand der Beiträge lassen sich aber auch wieder diverse Klischees ableiten, bzw. es wird immer nur A mit B verglichen. Es gibt aber auch noch was dazwischen.

Ich komme aus keiner Akademikerfamilie, mein Vater war allerdings trotz nur Volksschule mit einer Firma erfolgreich und hat gut verdient, bis er durch diverse Umstände ausscheiden musste. Meine Mutter war kaufmännische Angestellte.

Nach der Realschule meinten meine Eltern ich muss auf jeden Fall eine weiterführende Schule, sprich Gymnasium besuchen, ABI machen und studieren. Für befreundete Akademikereltern war es - wie hier schon beschrieben wurde - Pflicht dass die Kinder mal studieren. Was anderes kam gar nie in Frage.

Ich war aber vom Kopf her noch gar nicht so weit und hatte die Lernerei satt. Ohne Motivation fühlte ich mich dann auch Fehl am Platz und das natürlich gehobenere Niveau war dann letztlich auch der Todesstoß für mich.
Aus heutiger Sicht hätte ich es sicher geschafft, weil ich heute eine andere Einstellung dazu habe.

Auf das Thema bezogen kann ich sagen denke ich wohl ähnlich wie der TE. Heute vergleiche ich mich mit Gleichaltrigen und fühle mich dann minderwertig. Das Stichwort "Statusdruck" wurde ja schon genannt.
Ich will auch heute nicht wissen was man mittlerweile schon alles in der Ausbildung bringen muss, sprich Hausarbeiten, Referate usw... gabs bei mir noch nicht. Und auch Führerschein etc. wird so wie ich das höre immer schwieriger.
Solche Menschen wie ich, die zweifellos was drauf haben, gebildet sind, aber nie richtig den Fuß in die richtige Tür bekommen haben und sich eben auch schnell Druck machen, scheinen dann zu verzweifeln. Ich empfinde es ja auch als eine Art Makel nichts "besonderes" gelernt oder studiert zu haben.

Man sieht aber eben immer die anderen und fängt dann an sich damit zu messen. Bei mir reichten manchmal irgendwelche Stichwörter und ich fiel recht schnell in Ehrfurcht, weil ich immer dachte wow was der für komplizierte Sachen lernt und alles so nebenher macht ... aber so bin ich einfach nicht gestrickt. Ich weiß dass ich Geld verdienen muss um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dafür würde ich mich auch noch weiterqualifizieren, aber ich denke viele machen das eben als Mittel zum Zweck und nicht weil sie jeden Tag leidenschaftlich arbeiten gehen.

Ich habe mich auch schon sehr lange damit beschäftigt wie man es abstellen könnte sich immer zu vergleichen und einfach zu leben und sich so zu akzeptieren wie man ist, aber ich habe es bis heute auch noch nicht ganz geschafft. Der/die TE macht dasselbe: man vergleicht sich und stuft sich anhand der Aussagen runter.
 
Die akademisch gebildeten Kollegen des TE scheinen sich ihm gegenüber so geäußert zu haben, als ob nicht nur seine Ausbildung weniger anspruchsvoll sei, sondern Nichtakademiker zwangsläufig auch einen beschränkteren intellektuellen Horizont hätten. Und das ist erstens längst nicht in jedem Fall zutreffend und zweitens dümmlich-überheblich und taktlos, so etwas auch noch zu äußern.

Möglich, dass die sich blöd geäußert haben. Aber was sie wirklich gesagt haben, wissen wir nicht. Und wie das dann angekommen ist, ist nochmal wieder eine andere Frage. Die Leute sind in dem Punkt halt empfindlich.

Keiner lässt sich gern sagen, dass seine Bildung für etwas nicht ausreiche. Aber eventuell muss man es ihm sagen, wenn er sich auf eine Position bewirbt, bei der ein Studium vorausgesetzt wird.
 
Keiner lässt sich gern sagen, dass seine Bildung für etwas nicht ausreiche. Aber eventuell muss man es ihm sagen, wenn er sich auf eine Position bewirbt, bei der ein Studium vorausgesetzt wird.
Ja, da sind viele sehr empfindlich, wollen nicht wahrhaben, dass Studiengänge in aller Regel anspruchsvoller sind als Berufsausbildungen, und hören dann mehr heraus, als ihnen gesagt worden ist. Sprich: Fühlen sich persönlich abgewertet, auch wenn es darum gar nicht geht und auch nicht so gemeint war.

Ich kenne aus meiner Verwandtschaft auch die Versuche, berufliche Werdegänge einander gleichzusetzen, die nun mal nicht gleichwertig sind, oder einzelne Aspekte herauszugreifen, um so zu tun als ob. Indirekt soll dadurch der akademische Werdegang herabgesetzt werden, um eigene Neid- und Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren. Da wird ein Wirtschaftsjurist FH plötzlich einem Volljuristen gleich-, wenn nicht sogar höhergesetzt, in einem Kindergarten ist das Burnout-Risiko angeblich am höchsten, so dass die Erzieherin (seit einem Jahr Teilzeit mit 30 Wochenstunden, vorher jahrelang nur 25 Wochenstunden, Arbeitsplatz im Heimatort fünf Fahrradminuten von der Haustür entfernt, hat nie woanders gearbeitet und wohnt bis heute im Elternhaus) überzeugt ist, den anspruchsvollsten Job zu haben, den es gibt. Da darf man nicht einmal erwähnen, dass man in diesem Jahr noch Mitarbeitergespräche führen muss, ohne sich die Antwort (mit spitzem Unterton) einzufangen: "Mitarbeitergespräche werden bei uns auch geführt" (unausgesprochenes Motto:"Du brauchst dir gar nicht einzubilden, du wärst etwas Besseres"). Bestellt man einen "Café au lait", weil es so auf der Karte steht und weil man dies, da man in der Schule Französisch hatte, auch richtig aussprechen kann, wird gleich hinterfragt, was das eigentlich bedeuten solle: "Ich sag' immer Milchkaffee." 🙄

Stolz darauf zu sein, einen Akademiker in der Verwandtschaft zu haben, kenne ich aus meiner Familie nicht (damit meine ich nicht meine leider bereits verstorbenen Eltern, sondern die entferntere Verwandtschaft - Tanten, Onkel, Cousinen etc.). Jeder ist nur auf seine Kleinfamilie fixiert, vergleicht diese mit den anderen und will dabei am besten abschneiden. Und von den wenigen Akademikern in der Verwandtschaft wird nur Tiefstapelei erwartet, am besten noch, dass sie sich demütig dafür entschuldigen, studiert zu haben und immer betonen, wie bewusst es ihnen ist, dass sie dadurch nichts Besseres sind. Das ist die Kehrseite der hier vom TE beschriebenen Medaille. Einfach ätzend.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es auch schwierig nur "Arbeiter" und "Akademiker" zu sehen. Es gibt auch dazwischen noch was. Jemand der z . B. Pädagogik gelernt hat oder Arzthelfer/in, ist kein "typischer" Arbeiter im Sinne von Handwerker.

So einfach kann man das nicht betrachten.

=> Es gibt den Arbeiter [Keine Ausbildung]
=> Dann gibt es den Facharbeiter [Berufsausbildung, Handwerker, Arzthelfer etc.]

Danach geht es los mit den Qualifikationen auf Tertiäre-Ebene [Fachschule, Fachhochschule, Universität].Da sind dann die Berufsabschlüsse [Berufstitel] wie Bachelor, Staatlich geprüfter Techniker, Master möglich. Diese Abschlüsse befähigen dann eine Führungsposition wahr zu nehmen bzw. eine zu bekommen.

Nur zwischen Arbeiter und Akademiker zu differenzieren ist falsch. Es mach nur Sinn zwischen den Bildungsstufen zu unterscheiden => Primärstufe / Sekundarstufe I / II Tertiärbereich / Quartärbereich.

Grüße
 
Danach geht es los mit den Qualifikationen auf Tertiäre-Ebene [Fachschule, Fachhochschule, Universität].Da sind dann die Berufsabschlüsse [Berufstitel] wie Bachelor, Staatlich geprüfter Techniker, Master möglich. Diese Abschlüsse befähigen dann eine Führungsposition wahr zu nehmen bzw. eine zu bekommen.

Ich hatte Vorgesetzte, die nicht in irgendeiner Art und Weise studiert hatten, aber durch ihr angesammeltes Wissen und ihre Berufserfahrung sich für eine Führungsposition geeignet und auch sehr gut bewiesen haben.

Und ich kenne mehrere Firmengründer, erfolgreiche Unternehmer oder allgemein Vorgesetzte, die auch nicht studiert haben.

Ich will damit nicht sagen, dass es die Hälfte aller Fälle ausmacht oder sogar die Mehrheit. Ein Studium erleichtert einem einiges und wird in vielen Fällen einen Vorteil haben. Aber es ist jetzt auch nicht so, als könnte man immer pauschal sagen: "Nur wenn du studiert hast, darfst du eine Führungsposition haben."
 
Also ich denke nicht, dass man so einfach sagen kann, dass eine Ausbildung immer einfach ist. In meiner Ausbildung (Elektrotechnischer Assistent) war im ersten Jahr die Durchfallquote bei ca. 50% von 35 Schülern waren wir 12 am Ende.
In der Mittelstufe haben wir in dem Fach Mikroprozessortechnik die erste Klausur, des Studiengangs Elektrotechnik -> Fach Digitaltechnik geschrieben.
Im Vergleich zu meiner Ausbildung, ist die Ausbildung zum z.B Verkäufer sehr sehr einfach.

Aber natürlich will ich nicht abstreiten, dass ein Studium schwer ist, aber auch nicht jede Ausbildung ist einfach 🙂
 
Das hat sich doch alles sehr verschoben. Ich würde es eher als ein Modell unterschiedlicher Ebenen betrachten.

Die zuarbeitende Ebene (früher: ungelernt)
Die ausführende Ebene (früher: Facharbeiter)
Die organisatorische Ebene (früher: mit Weiterbildung/Erfahrung)
Die lenkende/denkende Ebene (früher: Führungskräfte/Akademiker)

Wer auf der einen Ebene keine ausgeprägte Veranlagung hat (meinetwegen: beschränkt), hat sie vielleicht auf der anderen? Ich habe mein Studium als Packer im Lager finanziert, und selbst da findest Du schnelle Leute mit mehr Geschick/Genauigkeit und solche mit weniger. Wichtig ist doch, jemanden zu schätzen der das was er tut, gut macht. Das ist dann auch nicht beschränkt. Geht natürlich in beide Richtungen, Arbeiter sollten sich auch etwas zurückhalten, auf "den Bücherwurm" runterzuschauen. Ich habe in meiner ersten Führungsverantwortung einen Weg gefunden, eine manuell arbeitende Abteilung zur Hälfte in Deutschland zu halten und die verbleibenden Stellen nicht in die Zeitarbeit zu geben - weil ich meine, man muss die Leistung innerhalb des Aufgabenfeldes sehen (und meist kann man das sogar positiv beziffern, wenn man will), und nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Klar wird es immer nur sehr wenige ungelernte Tätigkeiten im denkenden Bereich geben, da der Zugang hier meist noch über einen Hochschulabschluss geregelt ist. Trotzdem, wer will findet garantiert auch einen Ex-Hacker der sein Studium geschmissen hat, eine Programmiererkarriere hingelegt hat und nun auf der strategischen Ebene Netzwerksicherheit leitet.

Gleichzeitig gibt es Leute mit Bachelor Abschluss deren Einstiegstätigkeiten sich im Assistentenbereich befinden, also was früher eine Bürokauffrau gemacht hat oder ein Rezeptionist.

Ich glaube, die Verlierer der neuen Entwicklung sind zwei Sorten: diejenigen Arbeiter die wenig Veranlagung für theoretisches Lernen haben, denn die konnten früher gut Maurer oder Kfz lernen - heute sind die Berufsschulanforderungen in solchen Berufen relativ hoch. Und als ungelernte sind denen die guten Jobs am Band oder als Anlagenbediener oft weggebrochen oder ins Ausland verlagert. Das ist schade, denn ein solides Fundament aus "Malochern" ist auch gesellschaftlich wertvoll. Umgekehrt ist es langfristig gefährlich, dieser Gruppe ihre Perspektiven zu nehmen.

Und zweitens glaube ich dass die klassischen Akademiker es schwer haben. Die Unis wurden zu höheren Berufsanstalten umfunktioniert und dadurch auch durch mittelmässige Köpfe regelrecht geflutet. Der eigentliche Gelehrten- und Forschertypus kann sich sozial dort nicht immer durchsetzen, und auch wenn viele aus Neid(?) meinen dass denen das auch ganz recht geschieht halte ich auch dies für sehr ungünstig. Es sind nämlich nicht mehr die besten Köpfe die von der Uni in die Gesellschaft geschleust werden, sondern hochgradig angepasste Wettbewerbstypen und Drittmittelhelden. In der Forschung z.B. bedeutet dies, dass aus unwissenschaftlichen Gründen gute Leute durchaus mal ausgebootet werden. Auch gehen einer Gesellschaft mittelfristig die Ideen und Identitäten verlustig, wenn es nicht wenigstens kleine Räume für Gelehrte gibt, die nicht der allgegenwärtigen Ökonomie unterworfen sind.

Alle Gruppen zwischen diesen zwei Polen sind auch betroffen, können sich aber mit etwas Anpassungsgeschick meist irgendwie zurechtruckeln, weil sie die vielseitigsten Arbeitnehmer sind.
 
Ich hatte Vorgesetzte, die nicht in irgendeiner Art und Weise studiert hatten, aber durch ihr angesammeltes Wissen und ihre Berufserfahrung sich für eine Führungsposition geeignet und auch sehr gut bewiesen haben.

Und ich kenne mehrere Firmengründer, erfolgreiche Unternehmer oder allgemein Vorgesetzte, die auch nicht studiert haben.

Ich will damit nicht sagen, dass es die Hälfte aller Fälle ausmacht oder sogar die Mehrheit. Ein Studium erleichtert einem einiges und wird in vielen Fällen einen Vorteil haben. Aber es ist jetzt auch nicht so, als könnte man immer pauschal sagen: "Nur wenn du studiert hast, darfst du eine Führungsposition haben."

Ausnahmen gibt es immer!

Generell ist es aber so, dass man in einem großen Unternehmen nur eine Führungsposition bekommen wenn man sich weiter qualifiziert hat. Dafür braucht man halt die oben genannten Abschlüsse.

Siehe dazu den DQR / EQR mi den Kompetenzen

Stufe 6 erste Studienzyklus (Bachelor, Staatlich geprüfter Techniker etc......)dazu dann die Kenntnisse / Fertigkeiten und Kompetenzen

Siehe Wikipedia > Europäischer oder deutscher Qualifikationsrahmen
 

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