Hmm.
Der Ton hier ist schon echt hart, teilweise angriffslustig. Kollektiv gegen einen, null toleranz, so wie das heute im Internet einfach ist. So radikalisieren sich Gruppen ...
Pinar, Du bist hier scheinbar die einzige, die auch mal die Perspektive der anderen Seite annimmt. Zudem schreibst Du unaufgeregt, was andere eher nicht tun.
Ich habe mir gerade die Beiträge durchgelesen und gebe euch bei bestimmten Sachen Recht.
Sowas meine ich.
Holger sollte es nicht bei Gabi einfordern ihre Schuld zuzugeben. Wenn sie auch beweisbar die Schuldige ist,
Na ja, letztlich ist sie gefahren und hatte den Unfall. Man kann natürlich immer fragen, warum sie nicht langsamer gefahren ist. Aber ehrlich, ist Holger nicht auch manchmal zu schnell? Oder Du? Noch nie während der Fahrt eine Sprachnachricht abgehört?
Und zu schnell muss nicht mal bedeuten schneller als erlaubt. Manchmal ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit schon zu schnell.
Niemand möchte einen Unfall haben, nimmt ihn billigend in Kauf oder sowas. Jeder möchte heile zuhause ankommen. Einen Unfall hat man nicht extra. Es ist Pech. Hätte wohl jedem von uns schon 100te male passieren können. Hätte, wäre, wenn ... man kann trauern um die Kleine, "Schuld einfordern" ist echt asi. Es ist passiert, es war Pech. So einfach ist das. Ich denke ihr steigert euch da in was rein, um selbst keine Verantwortung zu übernehmen für den Unfall. Braucht ihr sowieso nicht, denn ihr seid auch nicht gefahren.
Gleichzeitig leidet Holger aber auch unter der ganzen Sache und der Ansatz die Fakten zu sehen und Gabi als berechtigterweise die Schuldige auszumachen hat ihm ja auch beim Prozess des Aufarbeitens und Überwindens weitergebracht.
Genau. Sie ist schuld. Was bringt's? Nichts! Ihr verfolgt da irgendwie den falschen Ansatz.
Ich selbst habe lange probiert mir beide Seiten anzuhören. Ich habe aber festgestellt, dass Gabis Sichtweise .... Ich habe mich entschieden Holgers Ansatz für gut zu heissen ...
Das meine ich. Du musst dich weder auf eine Seite schlagen noch sonst was. Es geht gar nicht um Schuld. Sie ist zu schnell gewesen, wie wir alle mal, und hatte Pech.
Er wollte essen gehen und er hat gesagt wir machen uns dafür endlich wieder richtig schick.
Auch das verstehe ich. Raus aus der Enge, endlich abschließen, zurück ins normale Leben. Man kann ja nicht bis ans Lebensende trauern. Ich denke wenn man für sich damit abgeschlossen hat kann man demonstrativ einfach mal die Trauer beenden, einen Punkt setzen. Das bedeutet ja nicht, die Kleine zu vergessen, sondern einfach wieder in der realen Welt anzukommen.
Ich hatte aber einfach Lust mich zu stylen.
... wir beide brauchten einfach jeder für sich diesen Abend ...
Und das ist ok.
... und zur Hölle ja auch den hemmungslosen und wilden Sex.
Sicher kann man im Nachhinein sagen es hätte nicht so weit kommen dürfen.
Und das war genau euer Unfall, also was ihr Gabi vorwerft. Mit Vollgas den Abend gehabt und dann ist es passiert. Wer fragt hier nach Schuld, wirft euch das vor, macht euch fertig .... (abgesehen vom anonymen Forum hier): Niemand. Weil es niemand weiß. Ihr hattet die euren Unfall, keiner hat es gemerkt. Ist es besser? Nein. Und es zeigt euch doch auch deutlich, Unfälle passieren. Will man nun auch nach Schuld suchen? Klar kann man. Bringt das was? Nö.
An dem Punkt, genau am Morgen danach, hättet ihr spätestens stoppen müssen. Alles danach ist rücksichtslos, egosistisch, einfach asi. Ihr habt morgens gemerkt, ihr seid zu weit gegangen. Man muss es Gabi nicht unbedingt sagen, es würde ihr nicht helfen, nur schaden. Aber bereuen solltet ihr es und stoppen. Reinen Tisch machen, sprich erst mal müssen Holger und Gabi sich trennen, die Scheidung einleiten, etc. Und dann könnt ihr zusammenkommen. Was ihr nun tut, hinter ihrem Rücken und sie ausboten, ist schon ziemlich niederträchtig.
Aus meiner Sicht solltet ihr euch einfach nicht mehr sehen, bis die Gefühle abgekühlt sind, denn sie sind auf keiner guten Basis entstanden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, eine unerfüllte Liebe ist auch nach Jahren schmerzhaft. Such dir einen anderen.