Liste auf, wo die Probleme für dich sind, wo du dir Änderungen wünschst. Nachtrag: Mach idealerweise gleich Lösungs-/Verbesserungsvorschläge. Damit zeigst du, dass du die Situation analysiert und überlegt hast, wie sie verbessert werden kann. Hier kannst du durchaus auch Lösungen aufzeigen, die das ganze Team betreffen. Bleib dabei immer positiv und konstruktiv.
Genau das ist ja das Problem. Ich sehe das Problem bei der Geschäftsleitung und vor allem meinem Abteilungsleiter, der eben nicht leitet, sondern hofft, dass sich die Probleme von alleine lösen, ohne mit dem Geschäftsführer sich auseinandersetzen zu müssen. Das ist glaube ich auch eine grundsätzliche Art von ihm, dass er möchte, dass die Mitarbeiter untereinander selbst zu Lösungen finden, ohne dass er Vorgaben machen muss.
Der neue kann sich nur so benehmen, weil ihm seitens des Abteilungsleiters weder konkrete Weisungen noch Grenzen gesetzt werden. Aber wenn man einem Kollegen gegenüber nicht weisungsberechtigt ist, kann man ihn natürlich auch nicht zwingen gewisse Dinge anders zu machen.
ICh sehe mich auch nicht in der Position, mich vom Abteilungsleiter vor seinen Karren spannen zu lassen und andere Kollegen zurechtzuweisen.
Ein weiterer Punkt ist, dass ich aufgrund meines Berufs in meiner langjährigen Berufserfahrung immer etwas bremsend wirken muss, um Haftungs Sachverhalte von der Firma fernzuhalten. Der GF und der AL sind oftmals sehr hemdsärmelig und naiv in rechtlichen Dingen unterwegs.
Ich werde dann dafür offenbar als Bedenkenträger wahrgenommen, obwohl sie mir auch dankbar sind und eigentlich froh sind, dass alles problemlos läuft.
Der Neue hingegen macht sich über das große Ganze keine Gedanken, weil ihm auch einfach die Erfahrung und das Wissen fehlt und sagt zu allem ja und Amen. Offenbar kommt das bei der Geschäftsführung besser an.
Und das ist ein grosses Problem allgemein in unsere Firma. Motivierte Mitarbeiter bekommen immer mehr aufgedrückt bis sie unter der Last zusammenbrechen und kündigen.
Erst im letzten Jahr hat ein junger Mann in unserer Abteilung gekündigt, der wirklich viel Potenzial hatte. Der AL war darüber sauer, aber als ich ihm anriet, doch mal zu erforschen, warum derjenige gekündigt hat, hat er es lapidar abgewiegelt. Ihn würde die persönliche Motivation nicht interessieren, wenn er nicht mehr hier arbeiten will, soll er halt gehen.
Aus meiner Sicht ein großer Fehler so eine Einstellung zu haben.
Aber wie es halt immer so ist: der Fisch stinkt vom Kopf her.
Ich weiß daher nicht, ob ich derartige Kritik am AL + ĢF üben sollte, auch wenn ich gleichzeitig das als Verbesserungsvorschlag einbringen könnte.
Das bringt mir persönlich überhaupt nichts, zumal ich mit dem AL bislang gut ausgekommen bin.