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Nachwuchs-Frage an die kinderlosen hier

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Dabei muss ich an einen Song denken, der genau das Thema hier behandelt und mir bei meinen Überlegungen dazu schon oft Denkanstöße gegeben hat...

Musikalisch nicht so meins, aber ich denke, das ist eine Frage, die jeder Mensch für sich selbst klären muss und jede Antwort ist okay.
Ich selbst finde, dass es sowohl sehr schlimmes, trauriges, furchtbares auf der Welt gibt und ja, viele Prognosen sehen nicht toll aus. Aber ich finde auch, dass es wahnsinnig viel schönes & tolles auf der Welt gibt, wunderbare Momente, die es absolut wert sind zu leben. Vermutlich auch für mein potentielles Kind. Wie bei so vielem kommts da wohl einfach auf die eigene Perspektive an. Ich selbst hätte schade gefunden, wenn meine Eltern wegen solcher Überlegungen auf mich verzichtet hätten und ich das alles nicht erleben dürfte.
 
Ich hatte drei kleine Halbgeschwister (der erste kam, als ich ungefähr 11 war, der zweite ein Jahr später, das Nesthäkchen mehrere Jahre danach) und habe da aus erster Hand miterlebt, was für eine Belastung ein kleines Kind ist, geschweige denn mehrere. Zumal ich damals alles andere als eine rosige Zukunft für mich selber sehen konnte.
Daher wußte ich damals schon, Kind(er) nein danke, auf so einen Klotz am Bein kann ich absolut verzichten, und habe nie einen Drang empfunden daran was zu ändern. Es reicht völlig daß ich mich um mich selber kümmere.
 
Andererseits gibt es aber auch so viele Kinder, die im Heim leben und die keiner haben möchte, da kann ich nicht wegsehen. Also möchte ich einem dieser Kinder eine Chance geben.
Für den ein oder anderen, der über Adoption nachdenkt, vielleicht eine wichtige Information: Die meisten Heimkinder stehen nicht zur Adoption, da sie in den allermeisten Fällen keine Waisen sind, sondern Inobhutnahmen erfolgt sind, und entsprechend die Familien einer Adoption nicht zustimmen würden. Bei Inobhutnahmen ist das oberste Ziel in den allermeisten Fällen die Rückführung in die Familie.

Man kann dann eher eine Pflegschaft übernehmen, allerdings tritt man dabei viele Rechte an den Amtsvormund ab, kann viele Dinge nicht selbst entscheiden und hat entsprechend auch rechtlich keine Elternschaft.

Zur Adoption stehen in den deutschsprachigen Ländern nur wenige Kinder, meist sehr kleine Kinder, und es gibt lange Wartelisten. Wer adoptieren möchte und wem eine Pflegschaft nicht reicht, der sollte sich eher im Ausland umsehen, dies ist allerdings oft mit hohen Kosten verbunden.
 
Mein Körper ist ein A******* und macht es mir sehr schwer ein Kind zu bekommen. Finanziell kann ich es mir nicht leisten, Wege einschlagen, die andere Menschen gehen, hinzu kommt das lesbische Pärchen, von den Kassen keine Unterstützung erhalten. Dazu kommen noch die unfairen Gesetze die es mir und einer Partnerin schwer machen eine Familie zu Gründen, weil man einfach weniger Rechte hat, als Heteros.
 
Zur Adoption stehen in den deutschsprachigen Ländern nur wenige Kinder, meist sehr kleine Kinder, und es gibt lange Wartelisten. Wer adoptieren möchte und wem eine Pflegschaft nicht reicht, der sollte sich eher im Ausland umsehen, dies ist allerdings oft mit hohen Kosten verbunden.
Kinder aus dem Ausland zu bekommen ist heute auch ziemlich schwer, weil seit einigen Fällen, wo die Kinder irgendwann doch nicht mehr erwünscht waren und es jede Menge Scherereien gab, die meisten Länder Gesetze gegen Adoption ins Ausland erlassen haben und man heute obendrein der Meinung ist, daß es grundsätzlich verkehrt ist, Kinder von ihrer Heimatkultur zu entfremden. Wer unbedingt adoptieren will, sollte sich daher überlegen, ob es nicht besser ist wenn er auf Dauer ins betreffende Land zieht. Als geborener oder eingewanderter Inder kann man in Indien auch heute noch ungewollte Kinder aus der Gosse fischen und sich ein ganzes Pflegeheim voll anlachen, das juckt dann niemanden.
Bei Adoptionen in Deutschland ist allerdings Vorsicht geboten, es gab mehrere Fälle, wo suchtgeschädigte Kinder vermittelt wurden, ohne daß die Adoptiveltern darauf hingewiesen wurden. Wer sich sowas einhandelt, muß unter Umständen einen schweren Preis zahlen: Alkoholgeschädigte Adoptivkinder: "Von unserer Familie ist nichts übrig" - DER SPIEGEL
 
So allgemein würde mich nun interessieren wie das bei anderen "Kinderlosen" ist.
Wollt ihr Kinder oder eher nicht?
Wenn ja, woran hängt es und wenn nein würde mich auch der Grund interessieren.

(Falls sich das nun Jemand fragt: Ich mach meinen Kinderwunsch nicht von den Antworten hier abhängig 😉 )

Stark auf die 40 zugehend, weiblich und seit zwei Jahren sterilisiert. Ich wollte noch nie Kinder, das habe ich schon mit 12 gesagt. Und meine Meinung wurde da immer fester. Jahrelang lief ich aufgrund fehlenden Sex nicht Gefahr, schwanger werden zu können. Als ich meinen Freund kennen lernte, war bald klar, dass ich mich sterilisieren lassen werde. Hormone darf ich nicht nehmen und alles andere war mir auf Dauer zu unsicher.
Mein Freund tickt zum Glück ähnlich, sonst wären wir nicht zusammen.

Ein Grund ist ganz sicher meine eigene unschöne Kindheit. Erwachsen werden war das beste, was mir im Leben passiert ist. Ich möchte mich nicht ständig nach jemandem richten müssen, was und ob ich etwas wann und wie tun kann. Es war harte Arbeit, mein Leben so aufzubauen, wie es jetzt ist. Entspannt, friedlich, glücklich, zufrieden und selbstbestimmt. Das soll gern so bleiben.

Ich habe Kindheit auch als nichts erlebt, was man unbedingt erlebt haben müsste. Oder was ich mit einem Kind noch mal erleben wollte. (Mit dem Argument, man würde dem Kind dann die schönen Seiten des Lebens und der Welt vorenthalten, und es würde doch auch gerne Leben, weil man selbst will ja auch leben...kann ich nichts anfangen. Wieso solle das nur für 1-3 von hundertausenden Eizellen gelten? Muss ich den anderen dann auch diese Chance geben oder warum ist okay, dann nach Kind X aufzuhören? Und wie kann ich einem Lebewesen, das gar nicht existiert etwas vorenthalten?)
Obendrein bin ich extrem lärmempfindlich und Kinderlärm löst bei mir unglaublichen Stress aus (wie andere Formen von Lärm auch), wohl ein Traumaüberbleibsel laut meiner Therapeutin.

Und eigentlich find ich Kinder auch nicht niedlich, nicht mal Babys. Das lässt mich völlig kalt. Im besten Fall empfinde ich in Gegenwart von Kindern Erleichterung, wenn sie nicht schreien.

Kurz gesagt: Mit einem Kind würde ich zwei unglücklich machen. Mich und das Kind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte Kinder, mein Partner auch. Der Wunsch war bei uns beiden auch von Anfang an da. Momentan möchten wir aber noch warten, bis wir uns finanziell in einer sichereren Lage befinden - wir sind beide erst vor Kurzem in das Berufsleben eingestiegen - und wir uns wirklich bereit fühlen, Eltern zu sein.
 
Ich selbst finde, dass es sowohl sehr schlimmes, trauriges, furchtbares auf der Welt gibt und ja, viele Prognosen sehen nicht toll aus. Aber ich finde auch, dass es wahnsinnig viel schönes & tolles auf der Welt gibt, wunderbare Momente, die es absolut wert sind zu leben. Vermutlich auch für mein potentielles Kind. Wie bei so vielem kommts da wohl einfach auf die eigene Perspektive an. Ich selbst hätte schade gefunden, wenn meine Eltern wegen solcher Überlegungen auf mich verzichtet hätten und ich das alles nicht erleben dürfte.

Naja, aber für deine Eltern sah die Prämisse ja durchaus anders und etwas positiver aus, finde ich.

Heutzutage muss man sich ja schon fragen, ob die zu zeugenden Kinder überhaupt noch die Chance haben, das (höhere) Erwachsenenalter zu erreichen und wenn ja, ob dies im Frieden und Wohlstand oder in einer real gewordenen Dystopie mit Krieg, Gewalt, Pandemien und Hunger geschieht. Kommen wird die auf jeden Fall, die Frage ist nur noch, wie schnell.
Aber bei einer Menschheit, die im wärmsten Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen auf Kunstschnee Ski fährt, während sie die Polizei auf Kosten des Steuerzahlers den privaten Schlägertrupp für eine Firma spielen lässt, die für nicht benötigte Braunkohle mit einem Bagger von 1961 ein Dorf wegbaggert... bin ich optimistisch, dass es nicht mehr lange dauern wird. Uns stehen ja genug Kipppunkte bekanntermaßen unmittelbar bevor und wie lange der Golfstrom, der das weltweite Wetter stabilisiert, noch durchhält, weiß auch keiner.
 
Naja, aber für deine Eltern sah die Prämisse ja durchaus anders und etwas positiver aus, finde ich.

Heutzutage muss man sich ja schon fragen, ob die zu zeugenden Kinder überhaupt noch die Chance haben, das (höhere) Erwachsenenalter zu erreichen und wenn ja, ob dies im Frieden und Wohlstand oder in einer real gewordenen Dystopie mit Krieg, Gewalt, Pandemien und Hunger geschieht. Kommen wird die auf jeden Fall, die Frage ist nur noch, wie schnell.
Aber bei einer Menschheit, die im wärmsten Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen auf Kunstschnee Ski fährt, während sie die Polizei auf Kosten des Steuerzahlers den privaten Schlägertrupp für eine Firma spielen lässt, die für nicht benötigte Braunkohle mit einem Bagger von 1961 ein Dorf wegbaggert... bin ich optimistisch, dass es nicht mehr lange dauern wird. Uns stehen ja genug Kipppunkte bekanntermaßen unmittelbar bevor und wie lange der Golfstrom, der das weltweite Wetter stabilisiert, noch durchhält, weiß auch keiner.

Jein, ich denke auch, dass uns allerhand Mist bevorsteht, wobei es uns Mitteleuropäer:innen weniger schlimm treffen wird als anderswo. Und auch dann braucht es Menschen, die das alles wuppen und mit hoffentlich möglichst viel Menschlichkeit Lösungen finden. Aber ich wurde kurz nach dem kalten Krieg gezeugt, auch damals gab's ja große Krisen und durchaus Grund für Pessimismus.
 
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