Ich persönlich bin der Meinung, dass wir uns gegenseitig in unseren Kinderwünschen unterstützen sollten. Jenen, die Kinder haben wollen, sollte man Tipps geben, welche Baustellen sie ggf. noch abbauen sollten und wo sie bei Bedarf Hilfe bekommen können, wenn ihnen die Kinder wider Erwarten über den Kopf wachsen (oder falls z.B. durch einen Schicksalsschlag alles anders kommt als geplant).
Und bei jenen, die keine Kinder wollen, sollte dies ebenfalls akzeptiert werden und man sollte ihnen zur Seite stehen, wenn irgendwelche Verwandte drängen von wegen "aber ich will Enkelkinder" oder "wer soll dann mal deine Rente zahlen?". Man sollte ihnen dankbar sein, dass sie selbstreflektiert genug sind, um eine solche Entscheidung zu treffen, anstatt die gesellschaftliche Pflicht zu erfüllen und die Kinder anschließend darunter leiden zu lassen.
Generell sollten wir einfach akzeptieren, dass ein Kinderwunsch unterschiedlich ausgeprägt sein kann und es da kein richtig oder falsch gibt. Es spricht vieles sowohl dafür als auch dagegen, Kinder zu bekommen. Am Ende muss doch ohnehin jeder selber wissen, welcher Lebensweg ihm/ihr lieber ist und mit den Konsequenzen seiner/ihrer Entscheidung leben. Für den einen können Kinder das größte Glück sein, für den anderen das größte Unglück. Und während der eine kinderlos vollkommen aufblüht, ist der andere am Boden zerstört, wenn es mit dem Nachwuchs nicht klappt.
Ich denke, es würde uns allen besser gehen, wenn wir - solange wir niemandem damit schaden - die Lebensentscheidungen der anderen schlicht akzeptieren würden, anstatt andere stets zu belehren, was die (in den eigenen Augen) "bessere" Entscheidung gewesen wäre. Denn wie heißt es so schön? Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.