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Multikulturell im Kindergarten: Mein Sohn findet es gut, aber ich benötige Rat

Naja,aber er will ja anscheinend nicht lernen. Kann ich verstehen,wenn er einfach nur spielen und mit anderen Kindern netten Kontakt haben will. Ich denke auch,dass diskutieren und über die (erwachsene) Verstandesebene gehen,bei einem Kindergartenkind nur bedingt funktioniert. Das hat ganz andere Bedürfnisse,geht mehr über die Gefühlsebene,als über die Kopfebene.
Ich würde ihn nicht zu einem Arabisch-Lehrer schicken,sondern das Thema in der Kita ansprechen. ...und ihm Möglichkeiten bieten,mit anderen Kindern zu spielen,die ihn verstehen. Bei normalen Gruppenspielen in der Kita dürfte dazu ja auch viele Möglichkeiten sein...oder auch beim gemeinsamen Singen.

Wir haben das Thema im Kindergarten bereits angesprochen und der Tipp bzw. der auslösende Funke war die Erzieherin, die uns gesagt hat, dass wir uns mal überlegen sollen, ob wir nicht einen Arabisch-Lehrer engagieren möchten, da sie diesen Tipp auch anderen Eltern gegeben und damit bisher gute Erfahrungen gemacht hat.

Das Beste wäre doch, wenn ihr als Eltern auch die arabische Sprache lernt, damit ihr euch auch mit den Eltern der Freunde eures Sohnes unterhalten könnt.

Wir sehen keinen Bedarf darin, die Sprache zu lernen, da nicht wir mit den Kindern kommunizieren müssen, sondern mein Sohn. Unser Arabisch-Lehrer hat uns aber empfohlen, dass wir Arabisch ein wenig spielerisch in unseren Alltag integrieren sollen. Beispielsweise haben wir mit meinem Sohn abgemacht, dass wenn wir ihn aus dem Kindergarten abholen, er uns mit "Salam aleikum" begrüßt und wir dann daraufhin mit "Aleikum salam" antworten. Damit möchten wir dafür Sorgen, dass er ein Verständnis für die Wichtigkeit der Sprache bekommt. Die Erzieherin hatte das letztens einmal mitbekommen, als sie ihm bei uns abgegeben hatte und sie musste dabei schmunzeln, meinte anschließend aber, dass das eine tolle Idee sei und sie da gar nicht drauf gekommen wäre und das im Hinterkopf behält für die Zukunft.

Ihn mit Kindern in eine Gruppe geben, in der deutsch gesprochen wird.

Das sollte auch vom Kindergarten meiner Meinung nach vorgegeben werden, dass da deutsch gesprochen wird. Das ist eine Sache des Respekts und Arbeit an gelingender Integration derjenigen, die da in der Verantwortung sind.

Wie gesagt ist das nicht so ganz einfach, wenn es hier in der Umgebung keine Kindergärten mit freien Plätzen gibt, in denen überwiegend deutsche Kinder sind. Das würde ich auch zeitlich gar nicht schaffen, dass er in einen weiter entfernten Kindergarten geht, da ich arbeitstechnisch zeitlich sehr eng angebunden bin und damit nicht die Zeit hätte, jedes Mal so weit zu fahren, um ihn wegzubringen oder abholen. Ich bin nämlich Medienfachfrau im Marketing und daher zeitlich im Beruf sehr eng getaktet, was auch übrigens der Grund ist, dass es mal etwas dauern kann, bis ich antworte, also nicht wundern.
 
Tatsächlich würde ich dem Vorschlag hier zustimmen, dass euer Sohn eben auch privat sich mit den arabischen Kindern anfreunden kann und die Sprache dabei einfach spielerisch lernt. Das geht niemals einfacher als als Kind. Und vielleicht fänden die Eltern es auch super, wenn ihre Kinder durch ihn mehr Kontakt zu Deutschen hätten. Eine win win Situation für alle Seiten.

Für gewöhnlich freuen sich diese Menschen sehr, wenn man ihnen aufgeschlossen begegnet und sich für ihre Sprache und Kultur interessiert.

Hier ist das leider anders. Die Kinder im Kindergarten wollen wohl nicht so richtig mit ihm befreundet sein, außer wenn sie merken, dass er ihre Sprache spricht. Das hat er uns so zumindest angedeutet. Wenn er ihre Sprache spricht oder sie versteht und daraufhin zumindest auf Deutsch antwortet (ist ja auch schonmal was, das zu verstehen und agieren zu können), nähern sie sich ihm anscheinend ein wenig an. Deswegen machen wir das ja auch mit dem Arabisch-Lehrer. Die Eltern der anderen Kinder sprechen leider selber so gut wie kein Deutsch. Ich habe mal beim Abholen meines Sohnes versucht, ein wenig Kontakte mit anderen türkischen Eltern zu knüpfen, aber da kam maximal bei rum, dass ich nur nichtswissend angeschaut wurde, als ich was gefragt habe (so als ob nicht verstanden wurde, was ich gesagt/gefragt habe). Es kam auch schon vor, dass Eltern dann dort versucht haben, sich mit Händen und Füßen zu verständigen, was mir dann doch sehr unangenehm war und ich es daher hab sein lassen.

Viel wichtiger wäre doch die Botschaft, dass man sich TROTZ aller Unterschiede verständigen kann. Kinder können sich verständigen auch OHNE eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Eine verbindung zwischen den Kinder zu schaffen wäre die aufgabe des Kindergartens aber auch von euch. Also die Kinder zusammenbringen, annähern TROTZ Sprachbarriere. Daraus resultiert dann vielleicht tatsächlich, dass die Kinder ihre unterschiedlichen Sprachen austauschen und somit lernen: DAS wäre gut und natürlich und würde Spaß machen. Aber so wie es aktuell passiert ist es eine ganz seltsame Botschaft und es wundert mich, dass der Kindergarten darauf nicht angemessen reagieren und die Kinder "zusammenbringen" kann. Umso mehr könnt IHR das tun: Organisiert Treffen, ladet Kinder zum spielen ein, redet mit den Eltern: Dann verstehen sie sich viel schneller und besser, als wenn ihr euren Jungen zum Privatlehrer schickt.
Hätte euer Junge einen arabischen Freund, würde er vermutlich auch was von der Sprache abbekommen und von dem Freund hätte er deutlich mehr als von einem Lehrer.
Also wenn euch so wichtig ist, dass der Junge arabisch lernt, dann seht zu, dass er arabische Freundschaften knüpft.
Also ich finde es total wichtig, einem Kind die Botschaft mitzugeben, dass Menschen gleichwertig sind und niemand ausgegrenzt werden darf egal wie unterschiedlich sie sind und dass man sich trotz aller Unterschiede verstehen kann.
Niemals würde ich die Botschaft vermitteln, dass man sich nur genug anpassen muss, damit man respektiert wird.

Danke dir für deine Meinung. Ich gehe jetzt nicht auf alles davon ein. Aber ich fand den Teil mit der Botschaft vermitteln sehr wertvoll. Das tun wir tatsächlich sogar. Wir sprechen mit unserem Sohn, dass es eigentlich nicht richtig ist, dass es wichtig ist, dass man aufeinander zugeht. Normalerweise funktioniert das trotz Sprachbarriere sicher auch, aber hier wurde es ja von der Erzieherin selbst empfohlen und mein Sohn hat ja mitgeteilt, dass er nicht das Gefühl hat, dass die arabischen Kinder mit ihm spielen wollen, wenn er nicht auf ihre arabischen Sätze antworten oder zumindest agieren kann.

Wenn dein Sohn nun einmal in der Woche eine Stunde Arabischunterricht erhält, dieser in den Ferien oder bei Krankheit noch entfällt, da bräuchte er viiiele Jahre, bis er sich einigermaßen sicher auf arabisch unterhalten könnte…

Er bekommt nicht einmal in der Woche eine Stunde Arabischunterricht, sondern dreimal. Jeweils 75 Minuten.

Ich habe aber einen Tipp für dich, wie du eventuell deinen Sohn für arabisch begeistern könntest.

Vorab, mir ist nicht klar, was du mit arabischer Sprache genau meinst?
Türken sprechen türkisch und das arabisch der Syrer und Marokkaner ist so verschieden, dass sich diese Menschen auch nur sehr schwer untereinander verstehen und verständigen können….

Welche Sprache soll denn dein Sohn also genau lernen?

Mein Tipp: Gehe als gutes Beispiel voran und melde dich für einen Sprachkurs an.
Deine dann neu erworbenen Sprachkenntnisse kannst du anschließend spielerisch in den Alltag mit deinem Kind einfließen lassen.
Vielleicht erlangt er dadurch Spaß daran, diese neue Sprache zu erlernen. 🤔

Und es wäre eine Win-Win Situation!

Es ergibt schließlich keinen Sinn, dass diese Sprache für deinen Sohn in 10 Jahren wichtig werden sollte, für dich aber nicht…

Wenn es für ihn wichtig wird, dann für dich und deinen Mann ebenso.

Also: Geht mit gutem Beispiel voran.

Entschuldigung, du hast recht. Das hätte ich natürlich erwähnen können, was genau mit arabisch gemeint ist. Er bekommt in diesem Fall türkisch geschult. Der Lehrer kann wohl aber verschiedene arabische Sprachen. Er versucht anscheinend, meinem Sohn neben dem türkisch in seinen Augen wichtige unterschiedliche Begriffe auch auf anderen arabischen Sprachen zu verdeutlichen, wo der Unterschied liegt. Ob das klappt, kann ich aber leider nicht beurteilen, da ich die Unterschiede ja selber nicht kenne. Da ist mir mein Sohn wohl selber gerade meilenweit voraus haha 🙂.

Ok, ich habe es aber schon richtig verstanden, dass ihr in Deutschland wohnt und euer Sohn in einen deutschen Kindergarten geht?

Das hast du richtig verstanden.
 
@TE: Vor einigen Jahren hätte ich über deinen Thread noch den Kopf geschüttelt - doch seit ich hier in einem Mult i-Kulti-Viertel wohne und die Entwicklung in Kindergärten und Grundschulen beobachte, kann ich dich mehr als gut verstehen und deinen Sohn auch.
Das IST ein Problem - sowohl für deutsche wie für ausländische Kinder. Denn "Integration" steht nur auf dem Papier - grad hier gegenüber in einem katholischen Ki ndergarten wird wesentlich mehr Rücksicht genommen auf auswärtige Kinder als auf Einheimische. Gleichgewicht gleich Null....
Das geht hier soweit, dass die hiesigen Kiddies das essen müssen, was die auswärtigen Eltern für ihre Kinder fordern (Hallal). Nur ein Beispiel.....

Ich kann dir auch nur raten, dem Wunsch deines Sohnes zu entsprechen und ihm einen Platz in einem anderen KiGa zu besorgen, wenn möglich.

Danke, du verstehst mich. Wir versuchen nur das beste aus der Situation zu machen und meinem Sohn möglichst wenig Leid im Kindergarten erfahren zu lassen. Wir möchten ihm vor allem ersparen, auch verhauen zu werden, wie das dort schon vorkam.

Nimmt er auch deren Glauben an um sich zu integrieren?
Konvertiert er dann auch zum Islam? Andernfalls ist die Integration ja nur halber Kram.

Sehr witzig.

Da wäre es doch hilfreich im Sinne der Integration, dass die Kinder im Kindergarten deutsch sprechen (lernen), zu Hause können sie dann in ihrer Muttersprache sprechen, damit sie sie nicht verlernen.

Darüber haben wir mit der Erzieherin schon gesprochen und sowohl sie als auch wir vertreten diese Meinung auch. Da es aber aus ihrer Erfahrung wohl nicht funktioniert und die arabischen Kinder, weil die arabischen Kinder dort auf keinen hören und ihr eigenes Ding durchziehen (es wurde wohl schon versucht, seitens der Kindergartenaufsicht mit den Eltern der anderen Kinder zu sprechen, was aber nichts gebracht hat). Daher jetzt dieser Weg, damit es keine Konflikte mehr gibt und mein Sohn sich integrieren kann.

Falls die TE noch mitlesen sollte und ich die Antwort auf die kommenden Fragen nicht überlesen habe:
Wie viele Kinder sind denn in der Gruppe? Wie viele davon sprechen deutsch,wie viele arabisch,wie viele eine andere Sprache? Mit wie vielen Kindern versteht er sich gut in der Kita, mit wie vielen nicht? Von den Kindern,mit deiner sich nicht gut versteht,sprechen wie viele nicht deutsch?
In der Gruppe sind es aktuell 24 Kinder. Wieviele davon arabisch und andere Nationalitäten sind, kann ich nicht zielgenau sagen. Aber es sind bestimmt 16 oder 18 arabische Kinder (nur eine Schätzung). Der Rest ein paar deutsche Kinder und ich glaube auch ein polnisches Kind.
 
... die Schwierigkeiten vor Ort...

Besagte Pädagogin hat früher einen Kindergarten mit 16 verschiedenen Muttersprachen geleitet – bei ca. 100 Kindern. Das ist zwar eine Herausforderung, aber nicht per se ein Problem. Die Kinder (und Eltern) profitieren auch von dieser Vielfalt. Besser kann man kaum auf eine multikulturelle-vielfältige Gesellschaft vorbereitet werden.

Und wenn eine zusätzliche Sprache bzw. mehrere dadurch leichter erlernt werden – umso besser.
 
Besagte Pädagogin hat früher einen Kindergarten mit 16 verschiedenen Muttersprachen geleitet – bei ca. 100 Kindern. Das ist zwar eine Herausforderung, aber nicht per se ein Problem. Die Kinder (und Eltern) profitieren auch von dieser Vielfalt. Besser kann man kaum auf eine multikulturelle-vielfältige Gesellschaft vorbereitet werden.

Und wenn eine zusätzliche Sprache bzw. mehrere dadurch leichter erlernt werden – umso besser.
Die Aufgabe eines Kindergarten besteht ganz bestimmt nicht darin die Kinder"auf eine multikulturelle-vielfältige Gesellschaft" vorzubereiten!
Er hat die Aufgabe die Sprache zu fördern (und zwar die deutsche, nichts anderes!) und die Kinder auf die Schule vorzubereiten!
Natürlich auch Basteln, Sport, Gruppenarbeit... aber nichts mit Multikulti!!!
Das was dort im Kindergarten passiert ist kapitulieren, nicht integrieren, und das kann und darf nicht das Ziel sein....
 
Besagte Pädagogin hat früher einen Kindergarten mit 16 verschiedenen Muttersprachen geleitet – bei ca. 100 Kindern. Das ist zwar eine Herausforderung, aber nicht per se ein Problem. Die Kinder (und Eltern) profitieren auch von dieser Vielfalt. Besser kann man kaum auf eine multikulturelle-vielfältige Gesellschaft vorbereitet werden.

Und wenn eine zusätzliche Sprache bzw. mehrere dadurch leichter erlernt werden – umso besser.
Moin Werner, das sehe ich genauso.

Allerdings wenn von 50 Kinder 30 Arabisch stämmig sind 10 Kinder Multikulti und 10 Deutsch, dann stimmt das Verhältnis einfach nicht mehr. Ich hoffe das mein Punkt so etwas klarer wird. 🙂
 
Allerdings wenn von 50 Kinder 30 Arabisch stämmig sind 10 Kinder Multikulti und 10 Deutsch, dann stimmt das Verhältnis einfach nicht mehr. Ich hoffe das mein Punkt so etwas klarer wird. 🙂

Ich denke, so lange die Erziehenden die deutsche Sprache gut beherrschen und das alltagsintegriert als Aufgabe sehen, möglichst viel mit den Kindern zu reden, dann ist das zwar nicht ganz einfach – aber dafür sind ja Kindertageseinrichtungen da, dass die Kleinen etwas lernen.

Wir haben z. B. zwei Nachbarskinder, beide Eltern Zuwanderer aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Sprachen, der Vater spricht einigermaßen Deutsch, die Mutter so gut wie gar nicht (dafür 3-4 andere Sprachen). Die Kinder waren zuerst regelmäßig bei den Nachbarn, um Hausaufgabenhilfe zu bekommen, dann auch öfters bei uns. Wir haben mit ihnen alles gespielt, worauf sie Lust hatten und dabei bewusst viel geredet.

In den letzten drei Jahren hat sich ihr Deutsch extrem verbessert und die Große geht jetzt aufs Gymnasium. Beide Kinder sprechen sehr gut Englisch, das haben sie sich praktisch selbst beigebracht – und das bestätigt auch die Beobachtung der Pädagogen: so lange die Kinder mindestens eine Sprache gut können, lernen sie weitere meistens leicht dazu. Und diese Erstsprache muss nicht diejenigen sein, die von der eingesessenen Bevölkerung gesprochen wird – das kann auch die Sprache der Eltern oder Großeltern sein.

Meistens ist es ja auch so, dass die Eltern der nicht-deutschsprachigen Kinder alles daran setzen, dass ihre Kinder gut gebildet werden. Wenn ich heute die Syrer treffe, die wir vor über zehn Jahren beim Ankommen begleitet haben, sehe ich das – die Kinder sprechen perfekt Deutsch, die Eltern auch ganz passabel, viele sind schon eingebürgert, haben gute Jobs und manche Frauen sogar das Kopftuch abgelegt. Sicher klappt das nicht bei allen und überall gut, aber man sollte da nicht seinen Vorurteilen nachgeben, sondern die konkreten Menschen kennenlernen.

Auch die Arabisch sprechenden Kinder sind ja keine Aliens 🙂, sondern normale Kinder, die spielen, lernen und Freundschaften schließen wollen. Ich habe früher auch mal Schulkinder betreut, die andere Muttersprachen hatten und deshalb Hilfre brauchten – mit ihnen habe ich Lieder und Gedichte in ihrer Muttersprache und in Deutsch gelesen bzw. sie haben gesungen. Dann haben wir Mathe oder Deutsch geübt, was sie Lust hatten. Und binnen eines Schuljahres hatten sie ihren Rückstand aufgeholt. Es braucht nicht viel, um lernwillige Kinder zu unterstützen – und Kinder wollen eigentlich immer lernen (nur nicht immer das, was die Erwachsenen grade für wichtig halten) 😉
 

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