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Multikulturell im Kindergarten: Mein Sohn findet es gut, aber ich benötige Rat

Tanja2005

Mitglied
Hallo ich wünsche euch schöne Pfingsten,

ich habe aktuell ein Problem mit der Entwicklung meines Sohnes im Kindergarten. Ich mache mir gerade ernsthaft Sorgen um meinen Sohn, weil er sprachlich nicht mehr hinterherkommt.

Er ist aktuell 5 und seit er 3 ist, geht er in den Kindergarten. Er war auch anfangs sehr glücklich und hatte viel Spaß dort. Aber vor einiger Zeit meinte er, er versteht die Kinder dort nicht richtig und möchte gerne in einen anderen Kindergarten. Als ich ihn fragte, was er genau damit meint, sagte er, dass die anderen Kinder alle dort arabisch sprechen würden und er das Gefühl hat, sie würden manchmal über ihn lachen. Er versteht sich grundsätzlich gut mit den Kindern, aber er fände das gemein, wenn sie arabisch sprechen und ihn dabei angucken und dann anfangen zu lachen. Ich habe mir daher mal einen Morgen lang angeschaut, wie die Kinder dort spielen und dort sind wirklich sehr viele arabische Kinder. Das ist nur eine Festellung zum Verhältnis der sonstigen Kinder, ohne jegliche Wertung.

Ich habe daraufhin geschaut, ob ich ihn woanders unterbringen kann, aber wir leben hier in einem kleinen Ort und es gibt nicht viele Kindergärten und Kitas. Und die Wartelisten sind leider alle randvoll. Bis dahin wäre mein Sohn schon lange eingeschult, bis er wechseln kann. Viele Eltern müssen aktuell sogar ein paar Orte weiter fahren, weil ihre Kinder dort in den Kindergarten gehen, weil hier keine Plätze mehr frei sind. Da haben wir eigentlich noch richtig Glück gehabt mit dem Platz. Anders wäre es zeitlich mit meiner Arbeit auch gar nicht vereinbar. Ich habe daher lange mit meinem Partner diskutiert und wir haben uns dazu entschlossen, einen privaten Arabisch-Lehrer einzustellen, damit er zukünftig dreisprachig aufwächst.

Ich möchte unsere Entscheidung erklären: Wir sind der Meinung, dass er zukünftig davon profitieren wird, weil wir grundsätzlich offen gegenüber der kulturellen Entwicklung sind. Englisch, was für mich ein Muss ist, wird er noch in der Schule früh genug lernen. Aber ich finde, in der heutigen Zeit ist es sinnvoll, sich an die Umstände anzupassen. Wir wünschen uns für ihn einfach, dass er sich bei den anderen integriert. Wir glauben, dass er auch in der Schule davon profitieren wird, da der Kindergarten nur der erste Schritt ist. Auch dort wird die Integration wichtig sein. Wer weiß, was in 10 Jahren ist. Und wenn wir jetzt schon vorsorgen, wird es ihm später einfacher fallen, da sind wir uns sicher. Finanziell bin ich auch mehr als gut aufgestellt, daher ist der Privatlehrer kein Problem für uns.

Jetzt kommt aber das eigentliche Problem: Er ist mit dem Arabisch lernen anscheinend überfordert oder will es nicht. Da sind wir uns noch nicht ganz sicher, da seine Antworten widersprüchlich sind. Wenn wir ihn fragen, ob es nervig für ihn ist, die Sprache zu lernen, sagt er ja. Wenn wir ihn fragen, ob er es gut findet, dass er die Kinder langsam versteht, sagt er aber auch ja. Das findet er wohl sehr gut und er kommt auch öfter gut gelaunt aus dem Kindergarten als vorher. Da beißt sich aber die Katze in den Schwanz. Er sagt oft, er hat keine Lust und will nicht lernen, sondern lieber spielen. Das soll er ja auch tun, er ist noch ein Kind. Wir versuchen ihm aber gerade klarzumachen, dass es wichtig ist für seine Zukunft ist. Aktuell funktioniert das Argument noch, wenn wir ihm sagen, dass er es ja gut findet, wenn er die Kinder langsam versteht und ob er möchte, dass es wieder wie vorher wird. Da sagt er, er möchte nicht, dass es wieder wie vorher wird. Aber er scheint zunehmend frustrierter und letzten Donnerstag hat er geweint, dabei geschrien und erstmals mit voller Wucht ein Spielzeugtelefon auf meinen Partner geschmissen, als er mit mit meinem Sohn diskutieren wollte.

Wir haben über das Wochenende ausgiebig diskutiert und versucht, mit Freunden zu reden. Im Freundeskreis kann uns jedoch leider keiner Tipps geben, außer "das wird schon", was uns aber nicht wirklich hilft.

Daher jetzt einfach hier: Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennt ihr wen, die in einer ähnlichen Situation waren. Könnt ihr uns Tipps geben oder einen Rat, wie wir weiter vorgehen sollen? Wir wären euch wirklich sehr dankbar.

Vielen Dank schonmal!
 
Ich habe daher lange mit meinem Partner diskutiert und wir haben uns dazu entschlossen, einen privaten Arabisch-Lehrer einzustellen, damit er zukünftig dreisprachig aufwächst.
Sehr merkwürdig.
Könnt ihr uns Tipps geben oder einen Rat, wie wir weiter vorgehen sollen?
Sucht euch eine KiTa, die auf Elterninitiative setzt. Montessori wäre auch eine Empfehlung.
Euer Kind soll zunächst vernünftig Deutsch lernen.Nicht Arabisch. Was für ein Unfug, sorry.
Spart euch das Geld für einen arabischen Privatlehrer und investiert in eine vernünftige KiTa.
 
Wir versuchen ihm aber gerade klarzumachen, dass es wichtig ist für seine Zukunft ist. Aktuell funktioniert das Argument noch, wenn wir ihm sagen, dass er es ja gut findet, wenn er die Kinder langsam versteht und ob er möchte, dass es wieder wie vorher wird. Da sagt er, er möchte nicht, dass es wieder wie vorher wird. Aber er scheint zunehmend frustrierter und letzten Donnerstag hat er geweint, dabei geschrien und erstmals mit voller Wucht ein Spielzeugtelefon auf meinen Partner geschmissen, als er mit mit meinem Sohn diskutieren wollte.
Das Kind ist FÜNF Jahre alt, lasst es um Himmels Willen Kind sein!
Mit einem Fünfjährigen über seine Zukunft zu diskutieren ist vollkommen überzogen!

Warum sprecht ihr das Problem nicht beim Kindergarten an? Wenn die Erzieher da sensibler reagieren und auf die Kinder miteinander eingehen, kann er zwodrei Brocken Arabisch bei den anderen Kindern aufschnappen.
 
Ich finde das auch sehr ... befremdlich.

Kann er vielleicht die Kindergartengruppe wechseln oder sind überall so viele Kinder, die kein Deutsch sprechen.

Also ich finde, das geht in die falsche Richtung.

Bei der Schulwahl solltet ihr die Auge aufhalten. Für uns wären weder ein Kindergarten noch eine Schule in Frage gekommen, wo so eine Situation herrscht.

Vielleicht ist eine Tagesmutter eine Lösung?
 
Mit Sicherheit würde ich mein Kind nicht arabisch lernen lassen, wenn er es nicht will.
Ich finde es sehr überzogen.
Er ist 5 Jahre alt und er geht bald in die Schule.

Er findet es ja aber anscheinend indirekt doch ganz gut. Was würdest du machen, wenn dein Sohn sagt, er findet es toll, wenn er die anderen Kinder auf einmal versteht, was er vorher nicht getan hat, aber im nächsten Moment dann sagt, er will nicht lernen, weil er lieber lieber spielen will, was aber nur für den Moment hilft, aber langfristig gesehen völlig hannebüchen ist und man Kinder erziehen muss, das Richtige zu tun? Spielen will ja jedes Kind. Das ist für mich kein Argument zu sagen, verzichtet auf wichtige Entscheidungen im Leben. Deswegen frage ich ja um Rat.
 
Was sagen denn die Erzieher/innen dazu, dass die Kinder arabisch sprechen? Integration kann so nicht funktionieren.

Den Frust deines Kindes kann ich gut verstehen, aber es kann nicht sein, dass er sich der anderen Kultur durch deren Sprache anpassen soll.

Vielsprachigkeit finde ich immer vorteilhaft, aber nicht aus dem Grund, dass dein Sohn die arabische Sprache lernen muss. Welche arabische Sprache soll er denn lernen? Hocharabisch z.B. ist sehr schwer.

Ich würde im Kindergarten mal vorsprechen.
 
Das Kind ist FÜNF Jahre alt, lasst es um Himmels Willen Kind sein!
Mit einem Fünfjährigen über seine Zukunft zu diskutieren ist vollkommen überzogen!

Warum sprecht ihr das Problem nicht beim Kindergarten an? Wenn die Erzieher da sensibler reagieren und auf die Kinder miteinander eingehen, kann er zwodrei Brocken Arabisch bei den anderen Kindern aufschnappen.

Wir diskutieren nicht mit ihm über seine Zukunft, wir entscheiden für ihn, weil das alle Eltern in diesem Alter tun. Oder meinst du, Eltern sollen Kinder in dem Alter entscheiden lassen, was sie möchten? Das nennt man "Erziehung".
 
Was sagen denn die Erzieher/innen dazu, dass die Kinder arabisch sprechen? Integration kann so nicht funktionieren.

Den Frust deines Kindes kann ich gut verstehen, aber es kann nicht sein, dass er sich der anderen Kultur durch deren Sprache anpassen soll.

Vielsprachigkeit finde ich immer vorteilhaft, aber nicht aus dem Grund, dass dein Sohn die arabische Sprache lernen muss. Welche arabische Sprache soll er denn lernen? Hocharabisch z.B. ist sehr schwer.

Ich würde im Kindergarten mal vorsprechen.

Die Erzieherinnen sagen, dass sie gute Erfahrungen gemacht haben, dass wenn die Kinder ohne arabische Sprachkenntnisse sich an die arabischen Kinder anpassen, dass die Konflikte in den letzten Jahren deutlich reduziert wurden, weil viele Kinder dann akzeptiert wurden, was vorher nicht der Fall war. Ich verstehe deinen Standpunkt, aber ich möchte meinen Sohn auch nicht zu einem Rebellen machen. Wenn es ihm jetzt hilft und vor allem in der Schule und auch in den nächsten 10 Jahren oder gar weiter, dann ist das eine Investition in die Zukunft.
 

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