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Multikulturell im Kindergarten: Mein Sohn findet es gut, aber ich benötige Rat

Hallo ich wünsche euch schöne Pfingsten,

ich habe aktuell ein Problem mit der Entwicklung meines Sohnes im Kindergarten. Ich mache mir gerade ernsthaft Sorgen um meinen Sohn, weil er sprachlich nicht mehr hinterherkommt.

Er ist aktuell 5 und seit er 3 ist, geht er in den Kindergarten. Er war auch anfangs sehr glücklich und hatte viel Spaß dort. Aber vor einiger Zeit meinte er, er versteht die Kinder dort nicht richtig und möchte gerne in einen anderen Kindergarten. Als ich ihn fragte, was er genau damit meint, sagte er, dass die anderen Kinder alle dort arabisch sprechen würden und er das Gefühl hat, sie würden manchmal über ihn lachen. Er versteht sich grundsätzlich gut mit den Kindern, aber er fände das gemein, wenn sie arabisch sprechen und ihn dabei angucken und dann anfangen zu lachen. Ich habe mir daher mal einen Morgen lang angeschaut, wie die Kinder dort spielen und dort sind wirklich sehr viele arabische Kinder. Das ist nur eine Festellung zum Verhältnis der sonstigen Kinder, ohne jegliche Wertung.

Ich habe daraufhin geschaut, ob ich ihn woanders unterbringen kann, aber wir leben hier in einem kleinen Ort und es gibt nicht viele Kindergärten und Kitas. Und die Wartelisten sind leider alle randvoll. Bis dahin wäre mein Sohn schon lange eingeschult, bis er wechseln kann. Viele Eltern müssen aktuell sogar ein paar Orte weiter fahren, weil ihre Kinder dort in den Kindergarten gehen, weil hier keine Plätze mehr frei sind. Da haben wir eigentlich noch richtig Glück gehabt mit dem Platz. Anders wäre es zeitlich mit meiner Arbeit auch gar nicht vereinbar. Ich habe daher lange mit meinem Partner diskutiert und wir haben uns dazu entschlossen, einen privaten Arabisch-Lehrer einzustellen, damit er zukünftig dreisprachig aufwächst.

Ich möchte unsere Entscheidung erklären: Wir sind der Meinung, dass er zukünftig davon profitieren wird, weil wir grundsätzlich offen gegenüber der kulturellen Entwicklung sind. Englisch, was für mich ein Muss ist, wird er noch in der Schule früh genug lernen. Aber ich finde, in der heutigen Zeit ist es sinnvoll, sich an die Umstände anzupassen. Wir wünschen uns für ihn einfach, dass er sich bei den anderen integriert. Wir glauben, dass er auch in der Schule davon profitieren wird, da der Kindergarten nur der erste Schritt ist. Auch dort wird die Integration wichtig sein. Wer weiß, was in 10 Jahren ist. Und wenn wir jetzt schon vorsorgen, wird es ihm später einfacher fallen, da sind wir uns sicher. Finanziell bin ich auch mehr als gut aufgestellt, daher ist der Privatlehrer kein Problem für uns.

Jetzt kommt aber das eigentliche Problem: Er ist mit dem Arabisch lernen anscheinend überfordert oder will es nicht. Da sind wir uns noch nicht ganz sicher, da seine Antworten widersprüchlich sind. Wenn wir ihn fragen, ob es nervig für ihn ist, die Sprache zu lernen, sagt er ja. Wenn wir ihn fragen, ob er es gut findet, dass er die Kinder langsam versteht, sagt er aber auch ja. Das findet er wohl sehr gut und er kommt auch öfter gut gelaunt aus dem Kindergarten als vorher. Da beißt sich aber die Katze in den Schwanz. Er sagt oft, er hat keine Lust und will nicht lernen, sondern lieber spielen. Das soll er ja auch tun, er ist noch ein Kind. Wir versuchen ihm aber gerade klarzumachen, dass es wichtig ist für seine Zukunft ist. Aktuell funktioniert das Argument noch, wenn wir ihm sagen, dass er es ja gut findet, wenn er die Kinder langsam versteht und ob er möchte, dass es wieder wie vorher wird. Da sagt er, er möchte nicht, dass es wieder wie vorher wird. Aber er scheint zunehmend frustrierter und letzten Donnerstag hat er geweint, dabei geschrien und erstmals mit voller Wucht ein Spielzeugtelefon auf meinen Partner geschmissen, als er mit mit meinem Sohn diskutieren wollte.

Wir haben über das Wochenende ausgiebig diskutiert und versucht, mit Freunden zu reden. Im Freundeskreis kann uns jedoch leider keiner Tipps geben, außer "das wird schon", was uns aber nicht wirklich hilft.

Daher jetzt einfach hier: Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennt ihr wen, die in einer ähnlichen Situation waren. Könnt ihr uns Tipps geben oder einen Rat, wie wir weiter vorgehen sollen? Wir wären euch wirklich sehr dankbar.

Vielen Dank schonmal!
Ich finde aus professioneller Sicht, dass das hier sehr integrationsfeindliche Ansichten sind. Und dann auf den kleinen noch Zwang mit der Sprache ausüben. Kindeswohl?
 
wir haben uns dazu entschlossen, einen privaten Arabisch-Lehrer einzustellen, damit er zukünftig dreisprachig aufwächst
Nur weil ihr einen Arabisch-Lehrer einstellt, wächst das Kind nicht dreisprachig auf.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennt ihr wen, die in einer ähnlichen Situation waren.
Ja, ich als Kind.
Wir lebten damals (70er Jahre) in München am nördlichen Stadtrand. Meine Familie stammt aus einem anderen Teil Bayerns. Da fuhren wir an den meisten Wochenenden hin.
Meine Eltern waren sehr jung, München war auch damals schon teuer, ich musste sehr lange im Kindergarten bleiben und war mit der Situation nicht wirklich glücklich.
Mein Kindergarten war damals schon international, aber mit Sicherheit zu 80% deutsch. Eines Tages kam ein Mädchen zu uns. Sie stammte aus Nigeria oder Liberia, ihr Vater war dunkelfinster, ihre Mutter gemischt, Halb-Schweizerin. Wir waren A**** auf Eimer. Das war echt irre. Deren Eltern haben dann angeboten, mich auch mit schon am Nachmittag abzuholen. Für mich war das ein halbes Jahr lang der Himmel. Durch die Mutter konnten sie etwas deutsch, der Vater hat aber nur englisch und die afrikanische Sprache gesprochen.
Dadurch konnten meine Eltern unter der Woche Überstunden aufbauen und wir dadurch schon am Freitag Nachmittag "nach Hause" starten.
Als meine Freundin weg war, war ich ziemlich down. Meine Eltern haben dann tatsächlich jemanden gesucht, der mich mich schon früher mitnimmt aus dem Kindergarten, hatte für mich und sie nur Vorteile. Etwa zwei Monate war ich bei einer türkischen Familie, die sind aber umgezogen. Und dann war ich ca. ein Dreivierteljahr bei einer italienischen Familie. Wobei ich sagen muß, die Gina ist mir manchmal zuviel geworden. Obwohl ich sie sehr gerne gehabt habe.
Unser Umtug hat das dann beendet.
Aus dieser multikulturellen Zeit habe ich irrsinnig viel mitgenommen.
Es geht gar nicht darum, eine spezifische Sprache zu beherrschen, sondern darum, die Grundlagen für Sprachverständnis zu legen.
Mir hat das wahnsinnig viel gebracht. Dafür bin ich heute noch dankbar.
 
Wir sprechen hier aber nicht von "zwei" chinesischen oder japanischen Kindern. Ich habe nicht genau nachgezahlt. Da ich aber wie gesagt einen Vormittag dort war, konnte ich mir ein Bild machen. Es sind eher 50 oder 60 arabische Kinder im Verhältnis zu 20 Kindern aus anderen Nationen. Davon geschätzt 10 oder 12 deutsch. Ich habe aber nicht nachgefragt.
Für einen Kindergarten in Deutschland finde ich diese Mischung eher schlecht. Ich frage mich, weshalb die arabisch sprechenden Kinder dann überhaupt noch deutsch lernen sollen. Selbst Du scheinst ja zu glauben, dass Dein Sohn sich integrieren muss.
 
Ich denke, der Lehrer sollte mal mit dem Kind spielen und dabei Arabisch sprechen. Und wenn die Eltern noch mitspielen und auch mitlernen?

Eine Pädagogin, die ich zum Thema befragt habe, meinte, dass Kinder in diesem Alter auch Fremdsprachen spielerisch von ihren Altersgenossen lernen können, zumindest den Basiswortschatz. Einen separaten Unterricht findet sie nicht nötig und sinnvoll in diesem Alter.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Tanja2005 Hm, interessante Meinungen...
Zum Thema
Zum einen finde ich es gut dass ihr euren Kind so etwas ermöglichen könnt und so lange die Motivation deines Sohnes eher intrinsisch motiviert ist "so What"

Fördern ja, Überfordern Nein !

Und natürlich ist es schöner, spielerisch eine Sprache mit Kitafreunden zu erlernen, als mit einen Nachhilfe Lehrer. aber das wisst iht auch selber🙂

Allerdings finde ich den hohen Ausländeranteil, mit einen hohen Anteil nur einer Nationalität schwierig, so kann keine vernünftige Integration stattfinden.
 
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