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Multikulturell im Kindergarten: Mein Sohn findet es gut, aber ich benötige Rat

@TE: Vor einigen Jahren hätte ich über deinen Thread noch den Kopf geschüttelt - doch seit ich hier in einem Mult i-Kulti-Viertel wohne und die Entwicklung in Kindergärten und Grundschulen beobachte, kann ich dich mehr als gut verstehen und deinen Sohn auch.
Das IST ein Problem - sowohl für deutsche wie für ausländische Kinder. Denn "Integration" steht nur auf dem Papier - grad hier gegenüber in einem katholischen Ki ndergarten wird wesentlich mehr Rücksicht genommen auf auswärtige Kinder als auf Einheimische. Gleichgewicht gleich Null....
Das geht hier soweit, dass die hiesigen Kiddies das essen müssen, was die auswärtigen Eltern für ihre Kinder fordern (Hallal). Nur ein Beispiel.....

Ich kann dir auch nur raten, dem Wunsch deines Sohnes zu entsprechen und ihm einen Platz in einem anderen KiGa zu besorgen, wenn möglich.
 
Er findet es ja aber anscheinend indirekt doch ganz gut. Was würdest du machen, wenn dein Sohn sagt, er findet es toll, wenn er die anderen Kinder auf einmal versteht, was er vorher nicht getan hat, aber im nächsten Moment dann sagt, er will nicht lernen, weil er lieber lieber spielen will, was aber nur für den Moment hilft, aber langfristig gesehen völlig hannebüchen ist und man Kinder erziehen muss, das Richtige zu tun? Spielen will ja jedes Kind. Das ist für mich kein Argument zu sagen, verzichtet auf wichtige Entscheidungen im Leben. Deswegen frage ich ja um Rat.
Wer unterrichtet ihn denn im Moment?
Das scheint ja zu funktionieren, sonst würde er die Kinder ja nicht auf einmal verstehen?
Anscheinend reicht das doch?
 
Moin ich habe nicht den ganzen thread gelesen.

Wundert mich dass er noch auf ist.

Ja klar, das Kind lernt arabisch.

Nimmt er auch deren Glauben an um sich zu integrieren?

Ich weiß jetzt gar nicht ob sich Syrer, Afghanen usw alle verstehen untereinander.

Ich weiß auch nicht was ich von dem ganzen thread halten soll.
Eigentlich wird im Kindergarten, Schule.. Deutsch gesprochen.
 
Ich verstehe deinen Standpunkt, aber ich möchte meinen Sohn auch nicht zu einem Rebellen machen.
Man ist kein Rebell, nur weil man im Kindergarten seine Mutter- und Landessprache spricht. Meine Nichten/Neffen waren auch im Kindergarten und dort wurde gefordert, dass man Deutsch spricht, da es die Vorbereitung für die Schule ist. Mein Neffe lernt mittlerweile freiwillig Arabisch wegen Freunden, aber er ist älter, motiviert sich selbst und es ist nicht notwendig, damit er akzeptiert wird.
 
Wenn ein Kind im Kindergartenalter in einem Sprachenwirrwarr groß wird, spricht es am Schluss gar keine Sprache richtig.
Es ist ein Mythos zu glauben, dass echte Mehrsprachigkeit einem einfach so geschenkt wird. Ich kenne perfekt mehrsprachige Jugendliche, aber geschenkt wurde denen gar nichts. Zum Beispiel Kinder aus griechischen, russischen oder spanischen Familien. Die wurden in Deutschland nach dem Regelunterricht in entsprechende Schulen mit der jeweiligen Herkunftssprache geschickt. D.h., sie mussten die Schulbank um viele Stunden länger drücken als die Kinder, die nur mit Deutsch aufwuchsen.
Ich kenne auch türkische Kinder und Jugendliche, die ein ausgezeichnetes Deutsch sprechen. Meine Frage, ob sie genauso gut Türkisch sprechen, wurde verneint. Aber dennoch war deren Deutsch meist nicht so gut entwickelt, wie das ihrer deutschen Altersgenossen.
Echte Zweisprachigkeit verlangt eine sehr strukturierte Herangehensweise, die nichts dem Zufall überlässt.
Und ja, es ist wichtig, erst einmal die Grundlagen für die deutsche Sprache zu erlangen.
Wenn wir irgendwann mal nicht mehr über einen ordentlichen Wortschatz in einer Sprache verfügen, dann können wir bestimmte Dinge auch nicht mehr denken. Versteht ihr, was das bedeutet?

Kinder, die in dem Alter zweisprachig erzogen werden, verfügen über ein dauerndes Sprachbad in beiden Sprachen: da spricht zum Beispiel der Vater konsequent immer die eine und die Mutter konsequent immer die andere Sprache.
Ich habe in einer Schule außerhalb des deutschsprachigen Raumes gearbeitet, in der der Kindergarten völlig auf Deutsch war und die Kinder ihre Muttersprache im übrigen Umfeld gesprochen haben. Selbst in diesem Fall erlangten nur einzelne Kinder eine Zweisprachigkeit. Mir fallen ad-hoc gerade nur zwei Kinder ein. Und das hat nicht einmal etwas mit Intelligenz zu tun.

In eurem Fall bedeutet das übrigens auch folgendes: euer Kind lernt Arabisch nach dem Zufallsprinzip. Welches Arabisch? Völlig egal. Vielleicht ein Mischmasch aus verschiedenen Dialekten verschiedener Regionen über die ganze Erde verstreut. Damit ist eurem Kind gar nicht geholfen.

Kultur ist kein Zufallsprodukt. Und eine hoch entwickelte Kultur schon gar nicht. Die erwirbt man sich.
Es gibt auch nicht umsonst den Ausdruck „Sprachpflege“.

Wenn euer Kind im Umgang mit den anderen Kindern ein paar Brocken Arabisch lernt, ist das sicherlich ganz nett. Allerdings habt ihr in diesem Fall überhaupt keinen Einfluss darauf, wie fehlerhaft dieses Arabisch dann ist. Ich weiß, wovon ich spreche. Auch ich habe auf der Straße eine weitere Sprache gelernt. Später brauchte ich diese Sprache dann beruflich. Ich brauchte zwei Jahre lang, bis ich alle Fehler und schlimmen Sprachgewohnheiten ausgemerzt hatte. Und ja, jeder hätte behauptet, dass ich diese Sprache fließend spreche. Fließend, ja, aber mit unzähligen Fehlern.
Und noch einen Punkt: wenn euer Kind mit so großer Aggression gegenüber dem Partner reagiert, dann spiegelt es meiner Meinung nach eventuell nur wider, was ihm selbst angetan wurde: nämlich Gewalt.
 
Zuletzt bearbeitet:
euer Kind lernt Arabisch nach dem Zufallsprinzip. Welches Arabisch? Völlig egal.
Guter Einwand. Muttersprachler sprechen für gewöhnlich nicht Hocharabisch, das man im Unterricht lernt. Es gibt verschiedene Dialekte je nach Land und die sind gerade mündlich kaum zu verstehen, nur weil man Hocharabisch lernt. Welches Arabisch lernt denn der Sohn und welches sprechen die Kinder im Kindergarten?
 
Ich kann dazu nur sagen, dass die beiden türkischstämmigen Kinder hier aus der Nachbarschaft beide aufs Gymnasium gehen.
In ihrer Familie wird ausnahmslos türkisch gesprochen. Beide Eltern sind in Deutschland geboren, die Großeltern der Mutter ebenfalls. Auch die Eltern sprechen fließend und ohne Akzent deutsch und wollen einfach nicht, dass ihre Kinder ihre Muttersprache vergessen. Ich finde das bewundernswert. Und ich weiß, dass sie nicht die einzigen Kinder sind, die so sprachen lernen.
Dass ist richtig und gut, dass sie ihre Muttersprache nicht vergessen, ist aber mit diesem Fall nicht vergleichbar, da @Tanja2005 Sohn nicht aus einer arabischstämmigen Familie kommt.

Es gibt im Kindergarten wohl Kinder, die noch gar kein deutsch sprechen.

Ich habe mit den arabischen Kindern gesprochen und die, die mich sprachlich verstanden haben, waren eigentlich alle sehr lieb.
Da wäre es doch hilfreich im Sinne der Integration, dass die Kinder im Kindergarten deutsch sprechen (lernen), zu Hause können sie dann in ihrer Muttersprache sprechen, damit sie sie nicht verlernen.
 

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