Also ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber ich würde sagen, dass da auf vielen Ebenen etwas "ungünstig" läuft:
Also 1. der Junge ist erst 5: das ist viel zu jung, um mit einem Privatlehrer eine Fremdsprache zu pauken. Das KANN nur zu Frust führen.wie andere schon geschrieben haben: Wäre es ein lernen"nebenher" und auf eine natürliche Art in der Interaktion oder meinetwegen in einem entspannten Gruppenkurs, wo die Kinder gemeinsam lernen- OK. Aber SO? Das kann nicht funktionieren.
2. Der Junge fühlt sich also von den Kindern ausgestoßen und DAS soll ihn motivieren, deren Sprache zu lernen? Also sich anpassen, wenn man ausgestoßen wird?
Was ist denn das für eine Botschaft?
Also völlig egal um welche Nationatlität es geht: Was für eine Botschaft vermittelt ihr denn dem Jungen da?
wenn ein Kind ausgestoßen wird (ob das nun tatsächlich so ist oder ob er es nur so empfindet oder ob es vielleicht nur wenige Einzelne sind ist ja egal: Entscheidend ist, was bei urem Jungen ankommt) muss es sich nur kräftig anpassen und bekommt noch ungeliebte "Hausaufgaben" on top, damit es akzeptiert wird? Also übertragen beudetet das: wenn ein Kind wegen seiner Klamotten ausgegrenzt wird, muss es eben die Klamotten der Peergroup anziehen und gut ists. wenn es gemobbt wird, weil es nicht Fußball spielen kann, bekommt es eben Extra-Fußballunterricht?
DAS ist die Botschaft, die ihr gerade dem Kind gebt und dass es gegen diese Botschaft rebelliert ist normal und "gesund".
Eigentlich müsste es doch umgekehrt sein oder? Kinder die IHN ausgrenzen müssten "extra Hausaufgaben" bekommen. Das muss sich für ein 5-jähriges Kind sehr verwirrend und ungerecht anfühlen.
Viel wichtiger wäre doch die Botschaft, dass man sich TROTZ aller Unterschiede verständigen kann. Kinder können sich verständigen auch OHNE eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Eine verbindung zwischen den Kinder zu schaffen wäre die aufgabe des Kindergartens aber auch von euch. Also die Kinder zusammenbringen, annähern TROTZ Sprachbarriere. Daraus resultiert dann vielleicht tatsächlich, dass die Kinder ihre unterschiedlichen Sprachen austauschen und somit lernen: DAS wäre gut und natürlich und würde Spaß machen. Aber so wie es aktuell passiert ist es eine ganz seltsame Botschaft und es wundert mich, dass der Kindergarten darauf nicht angemessen reagieren und die Kinder "zusammenbringen" kann. Umso mehr könnt IHR das tun: Organisiert Treffen, ladet Kinder zum spielen ein, redet mit den Eltern: Dann verstehen sie sich viel schneller und besser, als wenn ihr euren Jungen zum Privatlehrer schickt.
Hätte euer Junge einen arabischen Freund, würde er vermutlich auch was von der Sprache abbekommen und von dem Freund hätte er deutlich mehr als von einem Lehrer.
Also wenn euch so wichtig ist, dass der Junge arabisch lernt, dann seht zu, dass er arabische Freundschaften knüpft.
Also ich finde es total wichtig, einem Kind die Botschaft mitzugeben, dass Menschen gleichwertig sind und niemand ausgegrenzt werden darf egal wie unterschiedlich sie sind und dass man sich trotz aller Unterschiede verstehen kann.
Niemals würde ich die Botschaft vermitteln, dass man sich nur genug anpassen muss, damit man respektiert wird.