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Müssen Kinder alles verzeihen?

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Klar, funktioniert das, es ist nur eben kein unbelasteter Kontakt mit vielen Spannungen.
Du fragst nach Wut. Für mich ein Gefühl, das es fast nicht gibt. Ich hatte auch Angst vor diesem Gefühl, aber es hat sich nie wirklich eingestellt und ich bin froh darüber. Egal, was jeder Andere darüber denkt, es ist MEIN Weg, mein (nicht vorhandenes Gefühl).

Ich selbst habe nicht das Bedürfnis, alles richtig zu machen. Geht ohnehin nicht, weil jeder was anderes als richtig erachtet. Natürlich wünscht sich auch meine Mutter, dass ich sie pflege, aber letztlich ist auch ihr klar, das wird so nicht kommen. Kann ich nicht. Ich bin selbst am Ende, zumindest körperlich und psychisch bin ich nicht belastbar. Ist traurig, auch für mich, ich hätte ihr gern geholfen, was aber momentan noch nicht so nötig ist. Ja, sie wünscht sich mehr von mir, hat aber mittlerweile auch eingesehen, das habe ich einfach nicht. Ich selbst mache mir das immer mit dem Gedanken bewusst, dass ich heute viel mehr könnte (und auch wollte aufgrund meines Wesens), wenn sie früher anders zu mir gewesen wäre. Hier bleibt nur das Pflegeheim und ich muss lernen, mit meinem Mitleid umzugehen.

Du kannst auch Eltern pflegen, ohne ihnen zu verzeihen, kommt eben darauf an, wie Du es Dir selbst verkaufst. Überleg Dir vielleicht mal, warum genau willst Du das tun? "Weil man es so macht" oder weil es Dir ein Herzensbedürfnis ist und Du auch die Kapazität dafür hast?

Mir selbst tut meine Mutter sehr, sehr leid, aber ich kann ihr nur bedingt helfen. Und da lasse ich auch keine Fragen offen. Ich bin selbst krank, um mich kümmert sich auch keiner. (von meiner Tochter möchte ich das auch gar nicht) Es ist okay für mich (bisher).

Und noch mal NEIN, Du MUSST nicht verzeihen, wenn dafür in Deinem Herzen dafür kein Platz ist. Verzeihen/Vergeben ist nichts, was man mit einer Entschuldigung einleiten kann. Und ich frage mich, ob man von seinen Eltern eine Entschuldigung erwarten kann. Vergebung ist etwas, das man für sich tut, auch wenn der Andere keine Anstalten macht, etwas einzusehen. Alles andere wäre eine Entschuldigung. Und ich persönlich glaube nicht, dass man solche Erlebnisse in der Kindheit und deren Folgen im Erwachsenenleben entschuldigen kann. Dafür ist es einfach zu groß. Es ist sicher ein schönes Zeichen, wenn Eltern versuchen, sich zu entschuldigen. Für Vergebung aber reicht es nicht und ist auch nicht nötig. Meine Mutter hat nie versucht, sich zu entschuldigen. Sie hat ja auch schlicht gemacht, was sie KONNTE. Und mehr machen wir alle nicht. Sind wir wirklich besser? Wir machen auch nur das, was in unserer Macht liegt, was wir können, was wir gelernt und erfahren haben. Wir können vielleicht etwas anderes, aber auch das können wir eben. So jedenfalls sehe ich das. Und wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

Ich habe wirklich sehr viel Schmerz und Einsamkeit erfahren, Abhängigkeit, Eingesperrtsein, Isolation, Essensentzug, Schläge, Liebesentzug sowieso, Schlafentzug, nur um einen Teil mal zu beschreiben. Und trotzdem, ich sage heute, okay, es hat mir enorm geschadet, hat mein Leben in sehr schwierige Bahnen gelenkt und dennoch bin ich heute froh, der Mensch zu sein, der ich bin und ich wäre ein anderer geworden, wären meine Startbedingungen anders gewesen. Es hat mich enorm stark gemacht. Und zu einem sehr liebenden und liebevollen Menschen. Ich bin damit vollkommen zufrieden und ich stelle mir nicht mein Potenzial vor, was wäre wenn ich eine glückliche Kindheit gehabt hätte. Wäre ich dann die, die ich heute bin, hätte ich heute andere Werte, hätte ich mehr erreicht? Ich habe Frieden gefunden mit dem, was ist. Ist nicht alles toll, manches macht riesige Probleme, die andere nicht haben, die dieses Urvertrauen in sich haben, aber es ist eben meins. Und nun kommt es nur noch auf mich an, daraus zu machen, was an Potenzial eben da ist. Ich kann auch sagen, "meine bösen Eltern... und sie sind schuld daran, dass aus mir nicht mehr wird...". Nö. Ich habe so viel in mir, das will seinen Platz im Leben finden, das will wachsen und blühen.

Ich habe meiner Mutter verziehen, von ganzem Herzen, damit bin ich wirklich frei geworden, ich spüre nicht mehr diese wahnsinnige Schwere in mir, die mein Leben immer (und das waren 50 Jahre) abgebremst, wenn nicht gar verhindert hat, ich bin frei. Aber ich werde meine Mutter nicht pflegen. Für mich hat das Eine mit dem Anderen nur bedingt zu tun. Ich werde mich dafür auch nicht entschuldigen. Ich kann das nicht und gut. Aber ich kann mir immer noch sagen, ich habe meine Oma gepflegt. Etwas, das meine Mutter nicht tun wollte. Ist durchaus hilfreich für mich.

Und jetzt noch mal zu Dir. DU musst in Dich hinein horchen, womit geht es DIR selbst auch dann noch gut, wenn Deine Eltern gestorben sind. Womit kannst Du leben, ohne danach Dein Leben zu versauen mit Schuldgefühlen. Tue das, was DEINE Seele braucht. Nicht das, "was man eben so macht" im Mainstream. Hör auf Dein Herz, nicht auf Deine Wut. Für die wird und muss es einen anderen Kanal geben. Du kannst sie auch erst mal an Deine Eltern richten. Aber sie sollte nicht ein Leben lang dauern, damit Du noch Chancen hast für Dich und vielleicht auch für Deine Eltern.

Diese werden sterben. Du bleibst (voraussichtlich) und musst mit Deiner Entscheidung leben.

Ich selbst bin nicht so der moralische Typ. Ich selbst denke, man muss schauen, wo will die eigene Seele hin, denn dadurch wird das Leben eben glücklich oder nicht. Folge Dir selbst.
Danke kiablue!
Ich bin wütend weil mir die Zeit wegläuft.meine Ziehmutter hat sich bei mir vor ihrer letzten Op dafür entschuldigt dass sie nicht jünger ist.Sie ist über 80 und ich habe durch Entwicklungsverzögerung en schicksalsbedingt das Gefühl das ich ausgebremst bin.Auch habe ich Angst das meine Eltern sich"verraten" fühlen wenn ich jetzt weggehe.
Mir fällt es so schwer aus ihrer Nähe wegzugehen.Durch das Bleiben in ihrer Nähe bilde ich mir ein dass ich die Zeit aufhalten kann.ich bin regelrecht ausgehungert nach Kontakt zu ihnen.
Ich weiss nicht was das ist ..
 
Ich habe wirklich sehr viel Schmerz und Einsamkeit erfahren, Abhängigkeit, Eingesperrtsein, Isolation, Essensentzug, Schläge, Liebesentzug sowieso, Schlafentzug, nur um einen Teil mal zu beschreiben. Und trotzdem, ich sage heute, okay, es hat mir enorm geschadet, hat mein Leben in sehr schwierige Bahnen gelenkt und dennoch bin ich heute froh, der Mensch zu sein, der ich bin und ich wäre ein anderer geworden, wären meine Startbedingungen anders gewesen. Es hat mich enorm stark gemacht. Und zu einem sehr liebenden und liebevollen Menschen.
Das soll jetzt bitte kein Statement sein, dass man Gewalterfahrungen und Misshandlungen erleben muss, um zu einem starken und liebenden Menschen zu werden.

SO sollte es, auf diese Weise, denke ich, nun wirklich nicht laufen.
 
Das sollte jetzt bitte keine Behauptung sein, dass man Gewalterfahrungen und Misshandlungen erleben muss, um zu einem starken und liebenden Menschen zu werden.

Habe ich nirgendwo gesagt und auch nicht gedacht. Ich habe ausschließlich von meinem eigenen Erleben gesprochen und wie wir alle wissen, ist jeder Mensch anders und darf seinen eigenen Weg gehen. Es ist MEINS und ich wünsche mir, dass es auch nur so betrachtet wird. Ist nichts und kann nichts Allgemeingültiges sein.
 
Danke kiablue!
Ich bin wütend weil mir die Zeit wegläuft.meine Ziehmutter hat sich bei mir vor ihrer letzten Op dafür entschuldigt dass sie nicht jünger ist.Sie ist über 80 und ich habe durch Entwicklungsverzögerung en schicksalsbedingt das Gefühl das ich ausgebremst bin.Auch habe ich Angst das meine Eltern sich"verraten" fühlen wenn ich jetzt weggehe.
Mir fällt es so schwer aus ihrer Nähe wegzugehen.Durch das Bleiben in ihrer Nähe bilde ich mir ein dass ich die Zeit aufhalten kann.ich bin regelrecht ausgehungert nach Kontakt zu ihnen.
Ich weiss nicht was das ist ..

Okay, dann, würde ich sagen, Deine Angst liegt in Dir begründet. Angst zeigt uns ja, irgendwas in uns geht an der Seele vorbei.

Um jetzt etwas für Dich selbst tun zu können, musst Du Dich fragen, was müsste FÜR DICH sein, damit Du keine Angst hast. Was kannst Du für Dich selbst tun.

So ganz verstanden habe ich nicht, was bei Dir da los ist. Aber an Deiner Stelle würde ich für mich selbst genauer definieren wollen, WOMIT genau ich denn glaube, die Zeit aufhalten zu können. Was also müsste passieren oder noch erledigt sein, damit Du der Zeit nicht so hinterher hechten musst. Was brauchst DU? Für Deine Seelenruhe?

Und - würdest Du denn wirklich Deine Eltern verraten? Würden SIE sich wirklich so fühlen? Liegt das alles bei Dir? Woher kommen diese Gedanken, was wollen sie von Dir? Und WAS KANNST Du geben? Was ist FÜR DICH das Wichtigste?

Was für eine Art von Kontakt ist mit Deinen Eltern so sehr nötig? Was genau brauchst Du und ist das überhaupt möglich, wenn Du sie pflegst? Wird es Dein (anscheinend vorhandenes) inneres Loch füllen?
 
@kiablue

Ich bin zerrissen kiablue.
Mein Vater sagte zu mir "ich verpfusche mein ganzes Leben".

Ein "Freund" sagte ich "sei verloren".

Die Möglichkeiten im Leben (familiengründung Studium ect. ) werde ich wohl nicht mehr erreichen?
Ich habe 18operationen hinter mir und eine Krebserkrankung überstanden sowie mehrere missbräuchliche zwischenmenschliche Erfahrungen.
Auch Anzeigen bei denen fälschlicherweise meine Glaubwürdigkeit aufgrund von typischen Widersprüchlichkeiten hinterfragt wurde.bei Traumata soll es normal sein das man sich gerade in der akuten Phase widerspricht!

Meine Eltern haben mich bestens gefördert wenn auch nach ihren Wünschen dabei auch auch realitätsgetreu mein Potenzial entdeckt.

Dann hatte ich mal Riesenärger durch einem mir widerfahrenen Betrugund habe mich an den örtlichen Seelsorger gewandt der mir noch einen reinwürgte indem er sagte" ja wenn man aus seinen Begabungen nichts macht ist das auch Sünde ."

Und das setzte mich enorm unter Druck.
Dann hatte ich in gesunden Jungen Jahren mal eine Freundin die zu mir sagte "du bist leicht manipulierbar"
Das hatte ich nie verstanden damals wegen mangelnder emotionaler Reife.

Heute verstehe ich das Leben natürlich rückwärts und was würde ich geben für 10jahre bei denen ich glaube, das sie mir fehlen.tatsächlich habe ich auch einen Verkehrsunfall überlebt der mich mit Heilungszeit fast 20 Jahre gekostet hat und aus dem ich Spätfolgen habe wenn auch nicht direkt sichtbar.

Im Krankenhaus wo meine Mutter selbst wegen ihrer Schwerbehinderung nach sehr schwerer Erkrankung regelmässig ist hat bis vor Kurzem der Chirurg gearbeitet der mich so oft operierte und fragte was ich beruflich machte.als mein Vater mitteilte "nix" da sagte er wohl"dafür habe ich mir bei ihr aber nicht so viel Mühe gegeben."
Ich habe schon überlegt ob das stimmt und sogar zu ihm zu gehen und mich bei ihm zu beschweren .

Erschreckenderweise bemerke ich fast nur Nachteile durch meine Behinderung und dass das geächtet wird wenn man nicht arbeitet.
 
@ Gast

Ich bin ein bisschen verwirrt. Ich weiß nicht, welcher Gast Du bist und ich bekomme auch nicht so richtig den Bezug zum Thema, der ja darum geht, ob man den Eltern alles verzeihen muss.
Ich verstehe nicht so richtig, um was es Dir geht.
Letztlich aber bestimmt vor allem das, was Du selbst über Dich denkst, Dein Leben. Was Du ausschließlich aus dem machst, was da ist.
Ich würde Dir gern mehr sagen, weiß aber zu wenig darüber, was hier Dein Anliegen ist.
LG kiablue
 
@ Gast

Ich bin ein bisschen verwirrt. Ich weiß nicht, welcher Gast Du bist und ich bekomme auch nicht so richtig den Bezug zum Thema, der ja darum geht, ob man den Eltern alles verzeihen muss.
Ich verstehe nicht so richtig, um was es Dir geht.
Letztlich aber bestimmt vor allem das, was Du selbst über Dich denkst, Dein Leben. Was Du ausschließlich aus dem machst, was da ist.
Ich würde Dir gern mehr sagen, weiß aber zu wenig darüber, was hier Dein Anliegen ist.
LG kiablue

@kiablue hier ich TE.
Ich bin selbst verwirrt wegen der ganzen Emotionen die hochkommen. Gestern das eröffnete ThreadThema hat mich selbst überfordert. Mein Problem ist auch dass ich nicht genau weiß wie es meinen eltern wirklich geht.ich hab einfach Angst dass ich alles falsch interpretiere. Es wird auch nicht offen geredet. Die Tage waren meine Eltern krank sind dann aber wieder in ihr Lieblingscafé gefahren wo meine Mutter ohne Größere Probleme sitzen kann. Das scheint so das Einzige zu sein was noch geht. Da gibt es auch eine Bekannte die sich kranker macht als sie ist und immer rumjammert. Zuhause bei meinen Eltern treffen ist eher selten.also versuche ich so oft es geht mrine eltern in diesem Café zu treffen. Aber meistens sitzt diese fiese Bekannte da. Deshalb gehe ich dort dann nicht mehr hin wenn sie dabeisitzt. Und mich Machtbasis irgendwie wütend weil ich auch Zeit mit meinen Eltern allein verbringen will. Meine Mutter meinte auch die Tage zu mir "drin Vater und ich sind es uns genug "

Ich merke gerade das ich wie ein trotziges Kind schreibe und gleichzeitig bin ich so sehnsüchtig danach alles zum Guten wenden zu wollen. Es ist die Angst die ich habe vor Veränderung. Mit ist so viel unberechenbares geschehen und ich habe mich auch in Situationen Widergefunden die selbstzerstörerisch waren weil ich nicht wusste wie ich mich selbst Schütze. Ich befürchte auch das ich Gründe vorschieben könnte um wütend auf meine Eltern zu sein -das ich dann wütend auf meine Eltern bin um vllt deren Verhalten zu verkraften das sie mir zu wenig Zeit schenken und Ich selbst dann diejenige bin die weniger Kontakt sucht, auch wenn es Gründe gibt die rechtfertigen würden vllt keinen Kontakt mehr zu haben und wütend zu sein. Das ist jetzt kompliziert formuliert oder? Ist verständlich was ich meine? Es beschreibt so ein bisschen meine Zerrissenheit und ambivalenz.

ich komme auch nicht damit klar dass ich durch meine eigenen Einschränkungen nicht so kann wie ich will und dann wiederum mache ich mir Vorwürfe..Vorwürfe nicht ein Studium abgeschlossen zu haben oder Ähnliches. Ich war mal in einer Rehaklinik in der man mir sagte "ich solle das anerkennen was ich in meinem Leben schon erreicht habe".

Wenn ich dann aber so Sprüche im Hinterkopf habe meiner Eltern und ihre Enttäuschung durchsickert über mich dass alles umsonst war bei mir Abitur ect dann bin ich sehr traurig und finde es ungerecht dass meine alten Bekannten emotional stabiler waren.
Doch wie kann ich mich denn doch noch weiter entwickeln ohne mich mit meiner Familie, der Justiz /Behörden / Ämtern /Versicherungen anzulegen weil ich das Ganze System schreiend ungerecht finde, weil ich es ungerecht finde vom Opfer zum Täter gemacht zu werden weil ich so unter Druck stehe und das Gefühl habe vor lauter Überleben keine Zeit zu haben für Heilung so dass ich zwangsläufig zu Grunde gehe. Ich kann nicht von dem wenigen AlG2 Leben ohne Hilfe es ist unendlich anstrengend für alles kämpfen zu müssen weil ich so überanstrengt bin von meiner Vergangenheit.
 
verzeihen heißt für mich: den weg der heilung gehen. es ist ein prozess. der hat verschiedene stufen. und manchmal gibt es rückschritte. manchmal kann man ihn nicht zu ende gehen.

ich unterscheide. es gibt verzeihen und es gibt versöhnen.

ich kann meinem vater verzeihen. das heißt für mich: ich verstehe seine motivation. ich kenne seine ziele. und ich messe mich nicht mehr daran. ich kann ihm auf augenhöhe begegnen. (noch nicht in der realität. glaub ich nicht. immerhin schon in der inneren auseinandersetzung). ich habe für mich verstanden. ich bin nicht meine gefühle. heute kann ich wut spüren. auch hass. beide gefühle haben auch positive seiten. sie bedeuten: ich bin es mir wert.

ich denke verzeihen kann nur kommen wenn man in sicherheit ist. und angriffe können auch erinnerungen aus der vergangenheit sein.


mein vater sieht in mir den feind. wollte immer alles zerstören was irgendwie gut in mir ist. mir immer gesagt wie schwach ich bin mit diesen gefühlen. das war ein dauerkampf zwischen uns. heute kann ich rausgehen aus diesem kampf. es ist nicht mehr mein kampf. es ist mir nicht wichtig ihn zu überzeugen. es ist mir nicht wichtig jemand zu sein den er anerkennen kann. ich bin ich. ich habe meine aufgaben.

dieses loslösen ist für mich ein moment von verzeihen. das monster gehen lassen und den armen alten mann sehen der er ist. die verzweiflung die er spürt. den schmerz. einen realistischen blick bekommen. hab ich mitleid? ja auch. das ist einfach mein wesen. es gehört zu mir. und auch das kann ich frei leben. wie ich jetzt heute auch leben kann dass da momente sind wo ich sehr wütend bin. auch mal hasse.

vergeben kann man nicht wenn man sich nicht selbst schützen kann. mein vater wird das niemals so sehen. wie klein er ist. wie viel angst er hat.


@TE

du kannst dir die frage stellen. was willst du erreichen? herstellen einer heilen welt oder innere heilung.

bei der heilen welt bist du abhängig von deinen eltern. von ihrer reaktion.

was passiert wenn sie dann sagen - entschuldige die deutlichen worte - es ist irgendwie alles deine schuld. sie haben nur das beste gewollt. sie haben alles getan was möglich war. du bist der versager? du kannst dann entweder nur mehr leiden. ein stück mehr zerstört. oder die heile welt herstellen auf deine kosten. wenn du dich aufgibst.

wenn es um die innere heilung geht. solche worte tun dann nicht weniger weh. kein bisschen. nur man findet distanz dazu. weil man kann irgendwann sagen: ich habe mein bestes getan. alles was ich kann.

überlege dir auch. wenn deine eltern tot sind. was ist dir dann wichtig? kommt dann schuld weil du es nicht angesprochen hast? kannst du erkennen dass du alles versucht hast. dass du das beste für dich getan hast? was du mit dem tod der eltern verlierst ist nur die möglichkeit mit ihnen in ein gespräch zu gehen. direkt. unmittelbar. du kannst dich immer noch auseinandersetzen mit ihnen. du kannst ihnen immer noch verzeihen.

und verzeihen bedeutet auch für mich. zur rechenschaft ziehen. ich muss wissen: was verzeihe ich. in welcher dimension verzeihe ich. einfach sagen: doofe kindheit. passt schon. das ist verdrängung. und man kann einzelne sachen verzeihen und andere dafür anrechnen. das muss man nicht gegenrechnen. und ich kann anerkennen wenn ein mensch sich verändert. = verzeihen ist ein komplizierter prozess.

also meine antwort auf deine frage: ein kind muss nicht verzeihen. es darf und kann - ist es in sicherheit und es tut ihm gut. und dann gibt es da keine grenze. es geht um den menschen nicht um moral.

und noch was zu geklauter lebenszeit. das kann man nicht wieder gut machen. das sehe ich auch so. nicht vergessen darf man allerdings. auch die lebenszeit die wir uns selbst stehlen kann man nicht wieder gut machen. darum muss man vieles dann auch sich selbst erst verzeihen bevor man dem täter verzeihen kann. und da geht es darum: wer kontrolliert mein leben? ein gefühl? ich?
Großartig geschrieben @grisou
Danke von TE.
Ich bin überfordert. Restlos.habe ich mir selbstbZeit gestohlen? Wie hole ich sie zurück?
 
Am Anfang des Threads auf den ersten Seite wurde unter anderem geschrieben, dass ein Kontaktabbruch keine Lösung sei.
Nun für mich ist er die einzige Lösung. Ich habe wirklich alles versucht um mich gegen die Übergriffe meiner Erzeugerin und ihres willenlosen verlängerten Arms (Erzeuger) zu wehren.
Es wurde einfach weiter gemacht. Es wurde meine Vermieterin gegen mich aufgehetzt, Lügen in der Familie herumerzählt (jedem eine andere Geschichte über mich böse böse Tochter), meine Freunde belästigt, mir irgendein Scheiß zugesendet, meine Adresse an irgendwelche Werbefirmen weitergegeben die mich dann anschrieben (Leider nachgewiesen, dass sie das war) und zu guter Letzt hat sie auch noch versucht meinen damaligen Chef gegen mich aufzuhetzen.
Und ich habe ihr KEINE Macht über mich gegeben sondern mich mit Händen und Füßen gewehrt. Brachte nix. Also blieb mir nur eine einzige Möglichkeit um mich wirklich zu schützen: der völlige Kontaktabbruch. Und seitdem geht es mir wesentlich besser!

Und ja, ich kann weder ihr noch ihm verzeihen was auch in meiner Kindheit passiert ist. Denn die Schäden davon trage ich in meiner Seele mit mir herum. Am Anfang war nur Hass, mittlerweile bin ich relativ gleichgültig geworden. Zumindest solange sie mich in Ruhe lassen und ich habe versucht zu verzeihen. Da wurde dann tatsächlich zu mir gesagt: "schön dass du endlich einsiehst dass du im Unrecht bist. Ich habs doch immer gesagt: deine Kindheit war schön"

Was sie am Aufwachsen mit ihr als extrem psychisch kranker Mutter, saufenden prügelndem Vater und verdrecktem Haus und ständigen Besuchen der Gerichtsvollzieher (die waren schon per Du) als schön empfindet hab ich nie herausgefunden.

Wirklich frei sein werde ich wohl erst wenn mindestens sie tot ist. Und ich sehe nicht ein wieder einzuknicken, dieses Leben gehört mir, nicht ihr!
 
@kiablue hier ich TE.
Ich bin selbst verwirrt wegen der ganzen Emotionen die hochkommen. Gestern das eröffnete ThreadThema hat mich selbst überfordert. Mein Problem ist auch dass ich nicht genau weiß wie es meinen eltern wirklich geht.ich hab einfach Angst dass ich alles falsch interpretiere. Es wird auch nicht offen geredet. Die Tage waren meine Eltern krank sind dann aber wieder in ihr Lieblingscafé gefahren wo meine Mutter ohne Größere Probleme sitzen kann. Das scheint so das Einzige zu sein was noch geht. Da gibt es auch eine Bekannte die sich kranker macht als sie ist und immer rumjammert. Zuhause bei meinen Eltern treffen ist eher selten.also versuche ich so oft es geht mrine eltern in diesem Café zu treffen. Aber meistens sitzt diese fiese Bekannte da. Deshalb gehe ich dort dann nicht mehr hin wenn sie dabeisitzt. Und mich Machtbasis irgendwie wütend weil ich auch Zeit mit meinen Eltern allein verbringen will. Meine Mutter meinte auch die Tage zu mir "drin Vater und ich sind es uns genug "

Ich merke gerade das ich wie ein trotziges Kind schreibe und gleichzeitig bin ich so sehnsüchtig danach alles zum Guten wenden zu wollen. Es ist die Angst die ich habe vor Veränderung. Mit ist so viel unberechenbares geschehen und ich habe mich auch in Situationen Widergefunden die selbstzerstörerisch waren weil ich nicht wusste wie ich mich selbst Schütze. Ich befürchte auch das ich Gründe vorschieben könnte um wütend auf meine Eltern zu sein -das ich dann wütend auf meine Eltern bin um vllt deren Verhalten zu verkraften das sie mir zu wenig Zeit schenken und Ich selbst dann diejenige bin die weniger Kontakt sucht, auch wenn es Gründe gibt die rechtfertigen würden vllt keinen Kontakt mehr zu haben und wütend zu sein. Das ist jetzt kompliziert formuliert oder? Ist verständlich was ich meine? Es beschreibt so ein bisschen meine Zerrissenheit und ambivalenz.

ich komme auch nicht damit klar dass ich durch meine eigenen Einschränkungen nicht so kann wie ich will und dann wiederum mache ich mir Vorwürfe..Vorwürfe nicht ein Studium abgeschlossen zu haben oder Ähnliches. Ich war mal in einer Rehaklinik in der man mir sagte "ich solle das anerkennen was ich in meinem Leben schon erreicht habe".

Wenn ich dann aber so Sprüche im Hinterkopf habe meiner Eltern und ihre Enttäuschung durchsickert über mich dass alles umsonst war bei mir Abitur ect dann bin ich sehr traurig und finde es ungerecht dass meine alten Bekannten emotional stabiler waren.
Doch wie kann ich mich denn doch noch weiter entwickeln ohne mich mit meiner Familie, der Justiz /Behörden / Ämtern /Versicherungen anzulegen weil ich das Ganze System schreiend ungerecht finde, weil ich es ungerecht finde vom Opfer zum Täter gemacht zu werden weil ich so unter Druck stehe und das Gefühl habe vor lauter Überleben keine Zeit zu haben für Heilung so dass ich zwangsläufig zu Grunde gehe. Ich kann nicht von dem wenigen AlG2 Leben ohne Hilfe es ist unendlich anstrengend für alles kämpfen zu müssen weil ich so überanstrengt bin von meiner Vergangenheit.

Du bist nicht verwirrt, sondern abhängig. Nicht nur körperlich, auch geistig. Du suchst nach Anerkennung, die Du nie finden wirst, aber wie jeder Alkoholsüchtige an der Buddel hängt, so hängst Du an der Vorstellung fest, daß sich doch irgendwann etwas zu Deinen Gunsten ändern müßte.

Du hoffst jetzt, daß sich das ändern würde, wenn Du die Eltern pflegen wirst - aber das wird nicht passieren, denn ein alter Mensch ändert sich nicht mehr. Du hast nur die Wahl, Dich entweder ganz zugrundezurichten dabei, weil Du aus den Demütigungen nie wirklich herauskommen wirst, oder aber irgendwann dazu überzugehen, all das was Dir angetan wurde, an Deinen Eltern auszulassen, denn wenn sie nachlassen, sind sie Dir auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, so wie umgekehrt Du früher ihnen.

Altenmißhandlung in familiärer Pflege ist nicht immer, aber auch nicht selten eine simple Retourkutsche für frühere Demütigungen, die den Kindern angetan wurden. Und ich persönlich bin eher der Auge-um-Auge-Typ, der daran nichts schlimmes finden kann, weil jeder irgendwann die Rechnung bezahlen müssen sollte, die er sich aufgemacht hat, entweder früher oder später, und zwar noch zu Lebzeiten. Ich glaube nämlich nicht an Abrechnungen im Jenseits.

Was ich Dir anraten würde, wäre ein guter Psychiater, der Dich von dieser "Zerrissenheit", der ungesunden psychischen Abhängigkeit von der Anerkennung der Eltern, befreien kann. Wirklich befreien, komplett, damit Du endlich frei sein kannst von diesem ewig sinnlos rotierenden Gefühlszirkus.
Vielleicht hilft Dir dazu ja schon das eine oder andere, was von den anderen in diesem Thread geschrieben wurde, daß Du Deinen Eltern keineswegs eine Vergebung schuldig bist. Da ich nichts weiter über Dich weiß als Du selber schreibst, weiß ich nicht, wie viel von Deinen Krankheitsgeschichten in Wahrheit vielleiht sogar psychosomatischer Art war, psychosomatische Reaktionen, die sich durchaus körperlich äußern können (sogar Krebs kann psychosomatischer Natur sein - muß nicht aber kann, vor allem wenn es ein "sprechender" Krebs ist, die erkrankte Stelle deutet auf die Ursache in der Psyche hin), solange das ursächliche Problem in der Psyche nicht gelöst wird. (Anschließend kann allerdings die Heilung von einer Stunde auf die andere eintreten, falls die organischen Schäden nicht zu groß sind, sogenannte "Wunderheilungen", die in Wahrheit keine Wunder sind.)
 
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