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Müssen Kinder alles verzeihen?

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Niemand muss alles verzeihen. Auch Kinder ihren Eltern nicht. Es gibt Dinge, die sind unverzeihlich.
 
Da ist ein Kontaktabbruch manchmal das bessere Mittel.

Viele Eltern, die im Alter umgänglicher werden, tun auch das wieder nur aus reiner Berechnung und Egoismus, weil sie merken, es geht gesundheitlich bergab, und sie nun wollen, dass die Kinder sich um sie kümmern. Da muss man dann die letzten Jahre noch etwas auf nett machen.

das ist ne typ sache, paar geschwister gingen diesen weg.
aber nicht alle können damit umgehen.
ich selber könnte diesen weg nicht gehen.
da kann ich besser die erlebnisse zur seite schieben als sie.
mir ist bewusst, dass sie nur wegen der pflege usw. jetzt so sind.
und ich bin mir auch im klaren, dass ich nie mehr bekommen werde als das.
 
Wenn die einen aber nicht zurück-lieben hat man herzlich wenig davon, wenn man seine Liebe trotzdem auf diese Personen richtet.
Da ist ein Kontaktabbruch manchmal das bessere Mittel.

Viele Eltern, die im Alter umgänglicher werden, tun auch das wieder nur aus reiner Berechnung und Egoismus, weil sie merken, es geht gesundheitlich bergab, und sie nun wollen, dass die Kinder sich um sie kümmern. Da muss man dann die letzten Jahre noch etwas auf nett machen.

Genauso ist es! Ich beobachte das auch überall!
 
Hier ich(TE)
Ich wäre nie auf die Idee gekommen das Eltern aus Berechnung nett werden im Alter. Ist es nicht vielmehr die Einsicht? Wir werden doch alle älter und ich merke auch an mir selbst das ich nachsichtiger werde
 
Es gibt auch so einiges, was ich meinen Eltern übelnehme. Ich empfinde aber nicht unbedingt Hass, sondern Distanz. Diese Distanz lässt mich mit allem fertig werden und mich leben. Distanz hat mir oft geholfen im Leben, nicht nur in der Beziehung zu den Eltern.

Ich wünsche allen, die unter ihren Eltern leiden, dass sie nichts beschönigen, nichts verleugnen, sondern die Dinge beim Namen nennen, der Wahrheit ins Auge schauen und eben jene Distanz entwickeln, welche einen letztendlich überleben lässt.

Niemand ist zum Verzeihen verpflichtet. Schmerz bleibt Schmerz. Gestohlenes Leben ist durch nichts zu ersetzen. Für entgangene Lebensfreude gibt es keine Wiedergutmachung.
 
Ja - was ist mit Wut? Gestehst Du Dir zu, dass sie da ist? Welche Gedanken gehen Dir durch den Kopf - möglicherweise blitzen sie auch nur kurz auf...

Spür mal - wo (Brust, Bauch, Herzgegend,...) nimmst Du die Wut auf physischer Ebene wahr?

Gib ihr eine Gestalt - wie groß ist sie, welche Farbe hat sie, welches Gewicht hat sie...?

Hier ich TE:
Die Wut.. -
durch meine Verlustangst habe ich Hemmungen sie zuzulassen..
 
Hier ich(TE)
Ich wäre nie auf die Idee gekommen das Eltern aus Berechnung nett werden im Alter. Ist es nicht vielmehr die Einsicht?
Naja, vielleicht ein bisschen schlechtes Gewissen. Und dann doch eher Verlegenheit, weil man nicht mehr in der machtausübenden Rolle ist und selber wieder auf jemanden angewiesen ist. Vielleicht auch ein bisschen Beschämung (aber auch nur vielleicht), und dann hält man sich klein.
 
@kiablue:
Funktioniert "nicht verzeihen können " und trotzdem Kontakt halten miteinander ?was ist mit Wut? Wo steckt sie bei mir und wie lasse ich sie heraus. Möchte meine Eltern pflegen wenn es sein muss-aber geht das gut? Könnte sie nie in Pflegeheime abschieben.
Ich sehe es als idealistische Vorstellung meinen Eltern zu verzeihen. Da ich alles richtig machen will stehe ich unter Druck meinen Eltern verzeihen zu müssen weil ich auch weiß dass sie selbst schreckliches erlebt haben.

Klar, funktioniert das, es ist nur eben kein unbelasteter Kontakt mit vielen Spannungen.
Du fragst nach Wut. Für mich ein Gefühl, das es fast nicht gibt. Ich hatte auch Angst vor diesem Gefühl, aber es hat sich nie wirklich eingestellt und ich bin froh darüber. Egal, was jeder Andere darüber denkt, es ist MEIN Weg, mein (nicht vorhandenes Gefühl).

Ich selbst habe nicht das Bedürfnis, alles richtig zu machen. Geht ohnehin nicht, weil jeder was anderes als richtig erachtet. Natürlich wünscht sich auch meine Mutter, dass ich sie pflege, aber letztlich ist auch ihr klar, das wird so nicht kommen. Kann ich nicht. Ich bin selbst am Ende, zumindest körperlich und psychisch bin ich nicht belastbar. Ist traurig, auch für mich, ich hätte ihr gern geholfen, was aber momentan noch nicht so nötig ist. Ja, sie wünscht sich mehr von mir, hat aber mittlerweile auch eingesehen, das habe ich einfach nicht. Ich selbst mache mir das immer mit dem Gedanken bewusst, dass ich heute viel mehr könnte (und auch wollte aufgrund meines Wesens), wenn sie früher anders zu mir gewesen wäre. Hier bleibt nur das Pflegeheim und ich muss lernen, mit meinem Mitleid umzugehen.

Du kannst auch Eltern pflegen, ohne ihnen zu verzeihen, kommt eben darauf an, wie Du es Dir selbst verkaufst. Überleg Dir vielleicht mal, warum genau willst Du das tun? "Weil man es so macht" oder weil es Dir ein Herzensbedürfnis ist und Du auch die Kapazität dafür hast?

Mir selbst tut meine Mutter sehr, sehr leid, aber ich kann ihr nur bedingt helfen. Und da lasse ich auch keine Fragen offen. Ich bin selbst krank, um mich kümmert sich auch keiner. (von meiner Tochter möchte ich das auch gar nicht) Es ist okay für mich (bisher).

Und noch mal NEIN, Du MUSST nicht verzeihen, wenn dafür in Deinem Herzen dafür kein Platz ist. Verzeihen/Vergeben ist nichts, was man mit einer Entschuldigung einleiten kann. Und ich frage mich, ob man von seinen Eltern eine Entschuldigung erwarten kann. Vergebung ist etwas, das man für sich tut, auch wenn der Andere keine Anstalten macht, etwas einzusehen. Alles andere wäre eine Entschuldigung. Und ich persönlich glaube nicht, dass man solche Erlebnisse in der Kindheit und deren Folgen im Erwachsenenleben entschuldigen kann. Dafür ist es einfach zu groß. Es ist sicher ein schönes Zeichen, wenn Eltern versuchen, sich zu entschuldigen. Für Vergebung aber reicht es nicht und ist auch nicht nötig. Meine Mutter hat nie versucht, sich zu entschuldigen. Sie hat ja auch schlicht gemacht, was sie KONNTE. Und mehr machen wir alle nicht. Sind wir wirklich besser? Wir machen auch nur das, was in unserer Macht liegt, was wir können, was wir gelernt und erfahren haben. Wir können vielleicht etwas anderes, aber auch das können wir eben. So jedenfalls sehe ich das. Und wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

Ich habe wirklich sehr viel Schmerz und Einsamkeit erfahren, Abhängigkeit, Eingesperrtsein, Isolation, Essensentzug, Schläge, Liebesentzug sowieso, Schlafentzug, nur um einen Teil mal zu beschreiben. Und trotzdem, ich sage heute, okay, es hat mir enorm geschadet, hat mein Leben in sehr schwierige Bahnen gelenkt und dennoch bin ich heute froh, der Mensch zu sein, der ich bin und ich wäre ein anderer geworden, wären meine Startbedingungen anders gewesen. Es hat mich enorm stark gemacht. Und zu einem sehr liebenden und liebevollen Menschen. Ich bin damit vollkommen zufrieden und ich stelle mir nicht mein Potenzial vor, was wäre wenn ich eine glückliche Kindheit gehabt hätte. Wäre ich dann die, die ich heute bin, hätte ich heute andere Werte, hätte ich mehr erreicht? Ich habe Frieden gefunden mit dem, was ist. Ist nicht alles toll, manches macht riesige Probleme, die andere nicht haben, die dieses Urvertrauen in sich haben, aber es ist eben meins. Und nun kommt es nur noch auf mich an, daraus zu machen, was an Potenzial eben da ist. Ich kann auch sagen, "meine bösen Eltern... und sie sind schuld daran, dass aus mir nicht mehr wird...". Nö. Ich habe so viel in mir, das will seinen Platz im Leben finden, das will wachsen und blühen.

Ich habe meiner Mutter verziehen, von ganzem Herzen, damit bin ich wirklich frei geworden, ich spüre nicht mehr diese wahnsinnige Schwere in mir, die mein Leben immer (und das waren 50 Jahre) abgebremst, wenn nicht gar verhindert hat, ich bin frei. Aber ich werde meine Mutter nicht pflegen. Für mich hat das Eine mit dem Anderen nur bedingt zu tun. Ich werde mich dafür auch nicht entschuldigen. Ich kann das nicht und gut. Aber ich kann mir immer noch sagen, ich habe meine Oma gepflegt. Etwas, das meine Mutter nicht tun wollte. Ist durchaus hilfreich für mich.

Und jetzt noch mal zu Dir. DU musst in Dich hinein horchen, womit geht es DIR selbst auch dann noch gut, wenn Deine Eltern gestorben sind. Womit kannst Du leben, ohne danach Dein Leben zu versauen mit Schuldgefühlen. Tue das, was DEINE Seele braucht. Nicht das, "was man eben so macht" im Mainstream. Hör auf Dein Herz, nicht auf Deine Wut. Für die wird und muss es einen anderen Kanal geben. Du kannst sie auch erst mal an Deine Eltern richten. Aber sie sollte nicht ein Leben lang dauern, damit Du noch Chancen hast für Dich und vielleicht auch für Deine Eltern.

Diese werden sterben. Du bleibst (voraussichtlich) und musst mit Deiner Entscheidung leben.

Ich selbst bin nicht so der moralische Typ. Ich selbst denke, man muss schauen, wo will die eigene Seele hin, denn dadurch wird das Leben eben glücklich oder nicht. Folge Dir selbst.
 
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