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Mobbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

AW: Mobbbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

Hallo,

die Gesellschaft hört nicht auf die Opfer sondern verachtet sie im Grunde..wir Menschen sind auch nur Tiere und was zählt sind Stärke und Leistungskraft...unsere Kultur stellt oft nur eine Fortsetzung der Natur nur mit anderen Mitteln dar. Das ist nun einmal so.
Ich musste das selber in meiner Pubertät erfahren und in einigen Punkten sehr früh erwachsen werden, z.B in Sachen Selbstschutz.....

Fazit: entweder man lernt stark zu sein und sich durchzusetzen oder bleibt Opfer...In unserer Gesellschaft geht es Opfern noch vergleichsweise gut, hier gibt es zumindest Gesetze zum Schutz der Schwachen (die diese leider viel zu wenig ausschöpfen)...in anderen Ländern sieht das ganz ganz anders aus mit den Menschenrechten.

Sisandras Vorgehensweise in der Kindergruppe finde ich vorbildlich...gut durchdacht und konsequent durchgeführt....solche Leute wie sie, die die Augen nicht verschließen und beherzt einfreifen braucht es mehr in unseren Erziehungsstätten. Tja und sie bestätigt ja dass wenn man den Anführer der Truppe rankriegt und überzeugt, dass sich sein asoziales Verhalten nicht lohnt auch der Rest aufhört zu mobben.

Was glaube ich bei dir schiefgegangen ist: alle Beteiligte, insbesondere die erwachsenen Beteiligten (Lehrer und Eltern) haben zu lasch reagiert...bei einer Sachbeschädigung und Körperverletzung (Schläge ins Gesicht, kaputte Brille) reicht ein klärendes Gespräch nicht sondern den Kids insbesondere den Tätern oder der Täterin sollte die Tragweite ihres Handelns vor Augen geführt werden indem man auf die Möglichkeit einer Strafanzeige aufmerksam macht. Ich vermute deine Eltern hatten ein zu geringes Selbstbewusstsein und einen niedrigen Sozialstatus und haben sich gar nicht erst getraut einen Anwalt einzuschalten, der übrigens umsonst gewesen wäre...Leute mit geringem Einkommen können per Amtsgericht einen Beratungsschein beantragen und damit wird ein Anwalt kostenlos gestellt. Ich denke jedoch deinen Eltern war es die Mühe nicht wert? So hart das klingt...aber sie haben wenig verständnisvoll und schützend reagiert, halt viel zu lasch, sodaß keine klare Botschaft an die Täter/IN rübergekommen ist, sondern einzig erneut die Botschaft von Schwäche und mangelndem Durchsetzungsvermögen...Oft werden nur die gemobbt von denen genau das erwartet wird....ich denke die Täter/Innen sind da schon recht bauernschlau und wissen instinktiv genau was sie tun und mit wem sie es tun....es geht ihnen um den Machtkick....und sie spielen wie Katzen mit ihrem Mausopfer...egal wie die Folgen ausfallen, denn meistens gibt es ja keine Folgen, da die Eltern vieler Mobbingopfer ebenfalls oft vom Mäusetyp sind.

Was mir in diesem Forum so aufgefallen ist, dass sich viele Opfer durch ihre Schwäche zu definieren scheinen...sie nennen sich Mäuschen oder Röschen und sagen: seht her meine Wunden und tun oft sehr wenig um die Wunden zu verschließen und um vom Mäuschen mal zum Bluthund zu weden obwohl das durchaus möglich wäre. Es scheint oft so als wollten sie sagen: ich will schwach sein und das die Welt sich danach richtet und sich an mich anpasst und mir Schutz bietet...das ist aber leider so wie ständig mit dem Kopf vor ne Wand zu rennen...ein Märchentraum von einer WElt in der das sogenannnte Böse nicht existiert, eine unrealistische Erwartungshaltung, denn die Welt richtet sich nicht nach einem Einzelnen aus, sondern der Einzelne muss sich an die oft harten Grundbedinungen der Welt anpassen oder er geht unter..

Was bleibt einem da nur? Einsicht, dass man ggf. in gewissen Situationen auf sich allein gestellt ist und man sich daher ein wenig kampffit machen sollte. Mein Vorschlag mit dem Band war nicht typisch Erwachsener..die Grundidee stammt aus meiner Jugend...wo ein Wille ist zu gewinnen anstatt immer nur zu loosen da finden sich an sich immer Wege...man braucht dazu natürlich ein wenig Fantasie und ein Quentchen Mut.

Wichtig für dich als EX-Mobbingopfer: auf keinen Fall anhaften und dir einreden dein Leben wäre zerstört...damit würdest du den Tätern zu viel Macht zugestehen (die sie real nicht haben du dir aber einbildest) und weiter Opfer bleiben. Du musst dich entscheiden diese Haltung aufzugeben oder drin hockenzubleiben und dir ewig leid zu tun, diese Haltung ggf zu funktionalisieren, damit du Aufmerksamkeit und Mitleid etc bekommst, du Ausreden dazu hast nicht zu arbeiten etc... was dich jedoch auf Dauer nicht weiterbringen wird.
Wichtig ist daran zu arbeiten den Opferhabitus radikal zu überwinden...dich in deiner Grundhaltung in einigen Punkten zu ändern...stärker zu werden...durch Training...Lebenstraining, Kampfsporttraining, Therapie etc...die erlebten Dinge in der Therapie gründlich aufarbeiten und neue Verhaltenswege suchen die deine Erfolgsaussichten erhöhen.

Viel Erfolg!
Tyra
 
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AW: Mobbbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

Hm was mir an deiner Antwort (ich habe sie jetzt dreimal gelesen) auffällt... du hast ein sehr starkes Selbstbewusstsein. Und scheinst nicht nachvollziehen zu können, dass andere das nicht haben, bzw. gar nicht erst die Chance hatten das aufzubauen. Das ist jetzt nicht bös gemeint, nur eine Feststellung.

Wo soll bei einem Kind dieses Selbstbewusstsein herkommen, wenn es von allen Seiten nur Ablehnung und Eniedrigung herangetragen bekommt? Das ist kein Schalter, den man eben mal nur umzulegen braucht, das mag jetzt schwer sein, dir das vorzustellen. Es reicht eben nicht zu sagen: hilf dir selbst, dann wird dir geholfen. Zu Selbsthilfe ist ein Schulmobbingopfer weder psychisch noch physisch in der Lage, denn wäre es dazu in der Lage, wäre es kein Mobbingopfer!

Das Selbstbewusstsein, das ich habe, habe ich mir sauer erkämpft. Das war eine sehr harte Lehre, für die ich nochmals durch die Hölle gehen musste. Das Problem mit dem man kämpft ist, dass man ständig von anderen Leuten vorgeführt bekommt, wie das Leben sein könnte... und die Kunst ist, sich davon nicht entmutigen zu lassen. Aber genau das können labile, gemobbte Kinder niemals alleine schaffen.

Gefährlich ist es auch, Ursache mit Wirkung zu verwechseln. Ursächlich ist das Mobbing verantwortlich für den rapiden Absturz des Selbstbewusstsein. Würde gleich auf Mobbing reagiert werden, wie Sisandra das bereits in der Kindergartengruppe gemacht hat, würde auch das Selbstbewusstsein nicht sosehr darunter leiden... im Gegenteil, der Kleine hat was daraus gelernt: Vertrauen, Hilfe und Selbstäusserung.

Und was die Anzeige betrifft: wie willst du Körperverletzung beweisen, wenn nicht einmal die Lehrer dir glauben? Was soll die Polizei oder der Anwalt denn denken, wenn auf deine Stimme fünf oder mehr Gegenstimmen kommen, die das Gegenteil bezeugen? Oder wenn die Lehrer voller Überzeugung behaupten, dass das Opfer ja ständigt lügt und betrügt? Wie willst du solche Vorwürfe entkräften?
 
AW: Mobbbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

hmm...

ich weiß nicht, ob Mobbing die Ursache ist für das mangelnde Selbstbewusstsein. Ich mein, Mobbing wird das auf jeden Fall verstärken und verschlimmern, aber ich glaube, dass die Ursachen schon vorher da sind.

Denn eine Gruppe von Mobbern oder ein einzelner Täter, die suchen sich ja ihr OPfer gezielt aus. Denn nur so haben sie Erfolg. Weil das Opfer sich eben nicht wehrt, weil das Opfer das schluckt und auch erstmal glaubt, was da suggeriert wird.

Wenn da vorher ausreichend Selbstbewusstsein wäre, dann würde es nicht so weit kommen (zumindest eher selten). Denn dann hätte das Kind ja Ressourcen, auf die es zurückgreifen könnte.

Stimmt natürlich auf jeden Fall, dass da möglichst schnell eingegriffen werden muss. Je länger sowas andauert, desto schlimmer.
 
AW: Mobbbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

Hallo Child of Storm,

was mir an dir auffällt scheint zu sein, dass du zu statisch denkst und denkst Menschen werden mit starkem Selbstbewusstsein geboren oder eben nicht. Ich hatte früher so gut wie gar kein Selbstbewusstsein (kann daher sehr gut nachempfinden wie das ist: scheisse nämlich!) und musste es mir mit harter Arbeit an mir selber selber erschaffen!!....bis heute noch...immer wieder...man arbeitet lebenslang an einem soliden Selbstbewusstsein und die Bemühungen dürfen da an sich nie aufhören...Ein Selbstbewusstsein ist nämlich ein dynamisches, veränderbares Ding und es kommt schon darauf an was man jeweils daraus macht, ob man es fördert oder verkümmern läßt... Wenn man es nicht fördert und verkümmern läßt bleibt es natürlich schwach.
Es stimmt nicht dass man von keiner Seite Zuspruch erhält..man muss halt an den richtigen Orten suchen!! Meine Eltern haben mir damals so gut wie gar nicht geholfen und ihre z.T gewalttätige "Pädagogik" zielte eher auf Zertrümmerung als auf den Aufbau meines Selbstbewusstseins ab...das habe ich früh erkannt, habe mich innerlich von ihnen abgewendet und bin halt in die Welt ausgezogen um mir anderswo das zu holen was ich brauchte: Liebe, Achtung, Zuspruch und Anerkennung...seitens meiner Freundinnen, Freunde, Reitschüler, Pferdebesitzer deren Pferde ich gepflegt habe und die mich viel gelobt und unterstützt haben...Man muss aktiv sein und sich halt Freunde und Menschen suchen, die einem guttun und zu einem stehen...Die Welt rennt einem da nicht hinterher...man muss da der Welt hinterherrennen und zusehen, dass man Freunde findet, ggf eine erfüllende Liebe und Partnerschaft und Freundschaften pflegt, viele Sozialkontakte hat etc.....Sozialkontakte sind auch wichtig um Sozialverhalten zu trainieren...wir können an sich nur wir selbst werden wenn wir uns ständig mit anderen auseinandersetzen, messen etc. denn der Mensch ist ein soziales Wesen das ständigen Austausch benötigt um ein ganzer Mensch zu sein...man erkennt sich selber auch nur durch feedback..durch andere Menschen....und dadurch erlangt man halt Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

Das sind meine Erfahrungen Und Beobachtungen (die ich auch in meiner wissenschaftlichen Arbeit bestätigt gefunden habe) : beherzige sie oder lass es sein...meine Ansichten haben mir selber und auch noch einigen anderen Menschen sehr geholfen....grundsätzlich gibt es jedoch kein Patentrezept und jeder muss da seinen eigenen Weg finden..aber so einige Richtungsweiser kann man schon geben.

Mobbing ist glaube ich Mitursache für ein angenaxtes Selbstbewusstsein und umgekehrt ist ein schwaches Selbstbewusstsein auch Mitursache dafür dass man gemobbt wird...alles steht in Wechselwirkung.

Ein gutes, solides Selbstbewusstsein ist ein guter Selbstschutz und schreckt den Großteil an Mobbern oder anderweitigen Gewalttätern bereits im Vorfeld ab..daher ist es ratsam an einem starken Selbstbewusstsein zu arbeiten....daher ja auch meine Empfehlungen zu Kampfsport und Therapie..oder Sport allgemein...alles Dingen die meiner Erfahrung nach Entwicklungsbeschleuniger in der Stärkung eines Selbstbewusstseins sein können.

Stillstand bedeutet Tod..wenn du denkst, dass du so wie du jetzt bist immer sein wirst und dich nicht weiterentwickelst dann verhältst du dich an sich unnatürlich denn ALLES verändert sich ständig..auch du im Grunde..in welche Richtung du dich entwickelst kannst du selbst durch einiges Hinzutun und Handlungen mitbestimmen.

Wie man solche Lügenvorwürfe entkräftet hatte ich ja bereits geschrieben..indem man sich Zeugen sucht oder per Bandaufnahme und wenn einem wirklich keiner glaubt finde ich das ziemlich unwahrscheinlich und seltsam...und therapiebedürftig...ggf. glaubt einem da ja der Therapeut. Irgendwie klingst du schon ein wenig paranoid so ala: ich gegen den Rest der Welt und alle sind gegen mich und keiner glaubt mir...also VORSICHT und flott in therapeutische Behandlung, Verhaltenstherapie ist ohnehin gut um generell an sich zu arbeiten.

GGf. läßt man in diesem Fall die rückwärts gerichtete Beweiserei sein und sieht zu zukünftig neue Mobbingaktionen zu unterbinden indem man mal Selbstverteidigung erlernt und an seinem Selbstbewusstsein arbeitet und für den Fall der Fälle ein Aufnahmegerät in der Tasche hat.
Bei Schlägen ins Gesicht sind an sich leicht Hämatome festzustellen...damit wäre ein Beweis gegeben...körperliche Gewalt kann man an sich leicht ärztlich feststellen lassen...

Tyra


Zusammenfassung:
Möglichkeiten zur Stärkung und zum (Wieder-)Aufbau des Selbstbewusstseins:
Therapie
Sport + Kampfsport
aktiv werden und Sozialkontakte aufbauen zu Menschen, die einem wohlgesonnen sind...sich nicht immer wieder mit denselben Idioten abgeben, die einen nicht fördern oder achten, sondern nur frusten und runterziehen....ungerechtfertigte Kritik (wie z.B falsche Lügenvorwürfe) nicht zu nah an sich ranlassen, sondern abprallen lassen.....generell Kritik jedoch ernstnehmen und gucken wie man einige Kritikpunkte künftig vermeidet oder entkräften kann...das kann man alles gut mit einem Therapeuten besprechen und klären.
 
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AW: Mobbbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

Stillstand bedeutet Tod..wenn du denkst, dass du so wie du jetzt bist immer sein wirst und dich nicht weiterentwickelst dann verhältst du dich an sich unnatürlich denn ALLES verändert sich ständig..auch du im Grunde..in welche Richtung du dich entwickelst kannst du selbst durch einiges Hinzutun und Handlungen mitbestimmen.

Wie man solche Lügenvorwürfe entkräftet hatte ich ja bereits geschrieben..indem man sich Zeugen sucht oder per Bandaufnahme und wenn einem wirklich keiner glaubt finde ich das ziemlich unwahrscheinlich und seltsam...und therapiebedürftig...ggf. glaubt einem da ja der Therapeut. Irgendwie klingst du schon ein wenig paranoid so ala: ich gegen den Rest der Welt und alle sind gegen mich und keiner glaubt mir...also VORSICHT und flott in therapeutische Behandlung, Verhaltenstherapie ist ohnehin gut um generell an sich zu arbeiten.

GGf. läßt man in diesem Fall die rückwärts gerichtete Beweiserei sein und sieht zu zukünftig neue Mobbingaktionen zu unterbinden indem man mal Selbstverteidigung erlernt und an seinem Selbstbewusstsein arbeitet und für den Fall der Fälle ein Aufnahmegerät in der Tasche hat.
Bei Schlägen ins Gesicht sind an sich leicht Hämatome festzustellen...damit wäre ein Beweis gegeben...körperliche Gewalt kann man an sich leicht ärztlich feststellen lassen...

Mooooment mal... irgendwie kriege ich gerade den Eindruck, dass du meine Beiträge nicht komplett gelesen hast. Erstens habe ich nicht gesagt, dass es mir immer noch so schlecht geht wie damals, denn das ist über 15 Jahre her. Ich habe lediglich angemerkt, dass ich Probleme mit sozialen Kontakten habe und dass da noch andere Dinge reinspielen. Und zweitens finde ich es ein wenig seltsam, dass du zwar helfen möchtest, auf der anderen Seite mich aber nun plötzlich auf der persönlichen Ebene angreifst von wegen paranoid. Was denn nun?

Ich glaube langsam, dass das Mobbing, das du erlebt hast gar kein Mobbing gewesen ist, denn sonst würdest du nicht so aggressiv auf meinem damaligen Verhalten rumhacken und behaupten, es wäre alles meine eigene Schuld gewesen. Falls du das gar nicht behaupten wolltest, tut es mir leid, aber so kommt es im Augenblick rüber. Man kann sich ausserhalb nur dann Hilfe suchen, wenn man noch selbst die Kraft dazu hat. Wer bei geht und mehrmals versucht sich das Leben zu nehmen, hat diese Kraft nicht mehr. Und ja, ich war nach einem der Siuzidversuche im Krankenhaus bei einem Therapeuten. Dessen Urteil war: unauffällig. Was soll ich dazu noch sagen? Frag ihn, warum er die Situation falsch eingeschätzt hat.

Zum Thema Freundschaften ausserhalb schreibe ich dir eine PN, denn das würde hier den Rahmen sprengen. Selbstverteidigung hätte ich gerne gelernt, aber, wie ich bereits schrieb, ich war gesundheitlich nicht in der Lage überhaupt irgendeinen Sport vernünftig zu machen. Wie gesagt ich finde es toll, wenn du es aus eigener Kraft geschafft hast dich da zu befreien, aber du kannst nicht von jedem erwarten, dass er soviel Stärke hat, oder so wie du Hilfe von Freunden hatte. Ich glaube du bist dir gar nicht bewusst, wie gut du es in deiner Krisensituation gehabt hast. Du konntest Sport machen, konntest Freunde finden und hast Kraft gehabt an dir zu arbeiten. aber wie ich bereits sagte, das sind Ressourcen die beiweitem nicht jedem in dieser Situation zustehen.
 
AW: Mobbbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

hmm...

ich weiß nicht, ob Mobbing die Ursache ist für das mangelnde Selbstbewusstsein. Ich mein, Mobbing wird das auf jeden Fall verstärken und verschlimmern, aber ich glaube, dass die Ursachen schon vorher da sind.

Denn eine Gruppe von Mobbern oder ein einzelner Täter, die suchen sich ja ihr OPfer gezielt aus. Denn nur so haben sie Erfolg. Weil das Opfer sich eben nicht wehrt, weil das Opfer das schluckt und auch erstmal glaubt, was da suggeriert wird.

Wenn da vorher ausreichend Selbstbewusstsein wäre, dann würde es nicht so weit kommen (zumindest eher selten). Denn dann hätte das Kind ja Ressourcen, auf die es zurückgreifen könnte.

Stimmt natürlich auf jeden Fall, dass da möglichst schnell eingegriffen werden muss. Je länger sowas andauert, desto schlimmer.

Ich habe auch nicht behauptet, dass Mobbing die Grundursache für schlechtes Selbstvertrauen ist, sondern, dass es dafür sorgt, dass es völlig verschwindet. Selbstvertrauen hatte ich bspw. genug, als wir in diese Stadt gezogen sind, denn an meiner alten Schule war ich sozusagen die Anführerin in der Klasse. was ich gesagt habe, wurde gemacht. Und naja, das was die Klassenleiterin in der Grundschule noch davon übriggelassen hat, verschwand in der ersten Klasse des Gymnasiums.

Ich habe die Beobachtung gemacht, dass sich die Mobber nicht nach dem Selbstbewusstsein die Opfer aussuchen, sondern nach der Andersartigkeit. Wer nicht komplett im Mainstream untergeht, sondern in irgendeiner Beziehung anders ist, steht auf der Liste ganz oben. Mainstream lässt sich beherrschen, Individuen nicht. Ich habe es bspw. abgelehnt mich in der Pause über Jungs und ihre körperliche Ausstattung zu unterhalten, weil ich das albern fand. Ich stand halt immer dabei, habe brav gekichert, wenn wieder so ein komischer Witz über Jungs kam, habe aber selten etwas dazu gesagt. Naja, und plötzlich war ich dann die komische... und nur weil ich früher mit Jungs aufgewachsen bin und daher eine andere Haltung ihnen gegenüber hatte. Ganz beliebte Opfer sind auch die Übergewichtigen, die Gothics, die Behinderten usw usf. Ich denke nicht, dass sich das allgemein am Selbstbewusstsein fest machen ließe, denn ein Gros der Mitläufer haben selbst meisten nur wenig bis kein Selbstvertrauen, denn sonst würden sie niemanden brauchen, der ihnen das Brot vorkaut 😉
 
AW: Mobbbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

sorry, dann hab ich Dich falsch verstanden.

Es gibt halt unterschiedliche Typen. Klar, ein Mobbingopfer hat immer irgendwas "seltsames" an sich, sei es eine Einstellung oder was im Aussehen oder sonstwas.
Aber es gibt ja auch die anderen Typen, die trotzdem nicht gemobbt werden. das hat ja auch immer was mit der Austrahlung zu tun und mit deren Selbstbewusstsein bzw. "scheiß-egal"-Haltung. Da spielt halt vieles rein.

Schwierig ist es auch oft, in eine Gruppe dazu zu kommen. Wenn sich alle anderen schon kennen, ist das ein schwerer Start. Wobei das auch funktionieren kann.

So gruppendynamische Prozesse lassen sich einfach nicht auf Pauschalaussagen runterbringen. Da spielt soviel eine Rolle... Bei den Tätern, bei den Opfern und auch in der Gruppenzusammensetzung...
 
AW: Mobbbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

So gruppendynamische Prozesse lassen sich einfach nicht auf Pauschalaussagen runterbringen. Da spielt soviel eine Rolle... Bei den Tätern, bei den Opfern und auch in der Gruppenzusammensetzung...

Gut, da hast du auch wieder recht. Vermutlich ist es deshalb auch so schwer für Aussenstehende eindeutige Positionen zu beziehen. Aber wäre hier nicht genau der Punkt, an dem ich sagen müsste, ich schule bspw. Lehrkräfte dementsprechend? Zum Beispiel gibt es für Betriebsräte Lehrgänge über Mobbing, warum also nicht auch für Lehrkräfte?
 
AW: Mobbbing in der Schule - war: "Schlag zurück!!"

natürlich, sowas müsste auch in der Ausbildung der Lehrer mehr angesprochen werden.

Da ist einfach eines (der vielen) Defizite in der Lehreraus- und weiterbildung.
 
AW: "Schlag zurück!!"

Nehmt es mir nicht übel, aber viele hier im Thread scheinen keinerlei persönliche Erfahrung mit Mobbing im Teenager-Alter an der Schule zu haben. Ich bin mit 13 Jahren durch eine 4jährige Hölle gegangen (2 Selbstmordversuche, ein 3. war in Vorbereitung) und kann über einige Kommentare hier nur den Kopf schütteln.

Vom Opfer wird wie selbstverständlich erwartet, dass es sich stets anständig und angemessen verhält. Ihr vergesst dabei eines: den mobbenden Kinder macht es Spaß dem anderen weh zu tun - und Kinder können entsetzlich grausam sein. Der Versuch zu reden wird als Schwäche gewertet und ist immer der Anlass für noch Schlimmere Attacken. Die Täter hören niemals auf.

Die Gründe sind manchmal so banal, dass Erwachsene die Problematik nicht mal ansatzweise nachvollziehen können. Man muss schlicht und ergreifend nur anders sein. Ich habe mich damals nur anders angezogen, weil meine Eltern kein Geld für Designerklamotten hatten. Das war der Auslöser. Bei der Tochter der TE ist es, weil sie langsamer ist als die anderen.

Ja, ich habe versucht zu reden - mit dem Ergebnis, dass meine Worte irgendwann zu Ende waren und man mich nur noch ausgelacht hat, wenn ich den Mund nur aufgemacht habe. Und die Grausamkeiten, die ich erdulden musste (weil das Opfer hat ja anständig zu bleiben) haben meine Psyche jeden Tag ein wenig mehr zerstört. Das ist ein Vorgang, den man als Außenstehender, der sowas nicht erlebt hat, nicht im Ansatz nachvollziehen kann. Ich habe unglaubliche Magenkrämpfe bekommen, wenn ich nur an die Schule gedacht habe. Späterhin habe ich psychosomatische Aussetzer gehabt, mit anderen Worten: bei der kleinsten psychischen Belastung bin ich ohnmächtig geworden und nicht nur einmal mit dem Krankenwagen nach Hause gefahren worden.

Man hat mir auf dem Heimweg, wenn man mich nicht verprügelt hat, in den Rücken gespuckt, Sachen wurden kaputt gemacht - ich durfte mir Dinge wie "Na hat deine Mutter schon die Weihnachtsgeschenke geklaut?" anhören - ein Satz, den ich mein Lebtag nicht mehr vergessen werde. Man hat als Teenager keine Verhaltensmuster, um mit diesem Psychoterror fertig zu werden! Und ihr macht euch über Bereitschaft zur verbalen und physischen Gewalt von Kindern keinen Begriff, denn es ist einfach unvorstellbar. Sätze wie: Bleib ruhig! Geh weg! Ignorier die einfach! helfen da mal so gar nicht, denn die Wirkung ist gleich null. Ich habe versucht zu lesen, man hat mir die Bücher aus der Hand gerissen und vor meinen Augen zerfetzt.

Die Lehrer? Die haben zugeschaut und teilweise mitgemacht, als sie merkten, dass sie dadurch bei der Klasse gut ankamen. Ich habe mit einem gebrochenen Finger eine ganze Sportstunde mitmachen müssen, weil mich die Lehrerin nicht gehen lassen wollte. Meine Religionslehrerin hat mich dann kurzerhand in ihrer Stunde eingepackt und zum Arzt gefahren, als mich der Direktor nach der Sportstunde auch nicht gehen lassen wollte, weil ich ja sowieso schon immer krank gespielt hätte.

Sorry Leute, die Welt ist nicht rosarot. Und in solchen Situationen erreicht man mit Reden gar nichts. Die Eltern der mobbenden Kinder werden niemals einsehen, dass ihre Engelchen so grausam sein können, also muss ja das andere Kind daran schuld sein.

Und Schulwechsel ist auch nicht so einfach. Ich weiss nicht wie es heute ist, aber ich durfte damals die Schule nicht wechseln, weil ich vom Stadtviertel her zu dieser Schule gehörte, zumindest war das die Begründung der Schulbehörde und des Gymnasiums, auf das ich statt dessen gehen sollte. Ich bin dann mit 17 mit meinem jetztigen Mann zusammen gezogen in einen anderen Stadtteil und durfte erst dann wechseln.

Zu diesem Zeitpunkt war ich aber schon psychisch und physisch ein Wrack. Ich habe das Gymnasium abgebrochen und bin an die FOS gegangen. Und als dort das Spielchen wieder anfing, weil ich dauernd krank war und gefehlt habe, das ständige Abholen vom Krankenwagen etc. habe ich innerlich nur noch geschrien. Und eines Tages ist mir der Geduldsfaden gerissen. Als mich wieder eines der Mädchen während einer Gruppenarbeit blöd anmachen wollte, habe ich in mir gesagt stop, wenn sie nicht aufhört, schlage ich zu zu ihr habe ich drohend gesagt, sie solle bloss aufpassen was sie sagt und tut. Ich muss so drohend gewesen sein, dass die anderen Mitschuler erst mal drei Schritte von mir weggingen. Unglaublich aber wahr: nach diesem Erlebnis hatte ich meine Ruhe. Endlich!

Die Täter hören niemals auf... die verstehen nur eine Sprache. Liebe Threaderstellerin, deine Tochter soll sich ruhig wehren, das ist genau richtig - eine andere Sprache verstehen die Täter nicht. Mach deine Tochter nicht noch zusätzlich fertig, indem du von ihr verlangst sich ethisch und moralisch korrekt zu verhalten - das bringt in dieser Situation nämlich eh nichts. Und so schwer es fällt: setz dich für deine Tochter gegen die anderen Eltern durch. Und glaube nicht, wenn die behaupten ihre Kinder wären unschuldig und deine Tochter eine Lügnerin. Ich wünsche euch beiden ganz viel Kraft da durchzukommen... glaub mir ich weiss genau, was deine Tochter durchmachen muss!


Nen Suizidversuch hab ich auch schon hinter mir (War kurz davor es noch mal zu probieren, aber irgendwas hat mich auf dieser Erde gehalten. Das war ein Zeichen) und gemobbt wurde ich auch schon ein paar mal. Und das richtig übel !!! Keiner ist gänzlich allein.
 

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