Nein Benjamin, ich sehe die Sache aus verhaltensbiologischer oder anthropologischer Sicht und denke, das alles beim menschlichen Verhalten immer auch was mit Evolution zu tun hat, sonst würden wir ja außerhalb und quasi über der Natur stehen und daran glaube ich nicht. Ich denke eher, wir sind Naturwesen wie alles andere auf dieser Welt auch, uns hat die Evolution hervorgebracht und unser Verhalten ist Produkt der Evolution. Einige Menschen glauben natürlich an Gott und dass sie eine Sonderstellung im Universum haben..ich finde das überheblich und falsch und sogar für sehr gefährlich denn dieser Irrglaube und die daraus resultierende überkandidelte Grundhaltung führt zur Ausbeutung, Zerstörung des Planeten etc...dieser Prozess ist ja bereits im vollen Gange und der christliche Glaube mit seiner Theorie des Übermenschen (im Sinne von über der Natur stehend) kombiniert mit Technisierung hat diesen Prozess noch beschleunigt.
Ich halte Mobbing für eine Art Sozialdarwinismus...es werden Schwache gemobbt oder? Und nicht selten werden die Opfer depressiv und suizidal..auch so kann man Leute wegselektieren, somit werden sie dann eventuell zu schwachen Mitgliedern der Gesellschaft, die ewig (u.a. auch finanziell) abhängig bleiben und der Gesellschaft nichts zurückgeben können....es sei denn sie entwickeln sich aus ihrer Opferhaltung raus.
Es gibt auch Menschen in sozial strukturierten Systemen (wie unserem Sozialstaat z.B) die ihre Krankheiten oder Schwächen funktionalisieren, weil es auch bequeme Vorteile hat abhängig zu sein/bleiben...allerdings überwiegen dann glaube ich letztlich doch die Nachteile (weniger Chancen an Partner zu kommen, oft Isolation und Einsamkeit, Ausschluss von vielen gesellschaftlichen Ereignissen etc.)...muss jeder halt für sich abwägen...vieles läuft da in den Menschen aber auch unbewusst oder nur teilbewusst ab und viele sind nicht in der Lage sich selbst zu reflektieren, sich selbst realistisch einzuschätzen und in ihrem Sein und Tun zu erkennen...es sei denn sie lernen das mittels Therapie oder wie ich durch Stärkung des Intellekts, Uni, gezieltes Hirn/Intellektualitätstraining sozusagen, gehen etwas selbstkritisch ran und sind bereit ständig irgendwelche "Stellschrauben" mal umzujustieren, halt ständig an sich zu arbeiten.
Ähmm und körperliche Unterlegenheit ist eine Schwäche, man ist halt körperlich schwach, schwächer als andere...oft nur eingebildet schwächer...und diese Schwäche kann man ja i.d.R. an sich gut mit Kampfsporttraining oder Intellekt ausgleichen z.B. Wenn beides fehlt sieht es natürlich nicht so gut aus. Wir hatten hier im Forum übrigens auch mal Fälle (u.a. einen 1,90 m großen Sportler, wohl eher ein ordentlicher Kanten von einem Mann) bei denen nicht die körperliche Unterlegenheit die Hauptrolle als Mobbinggrund spielte sondern eher eine ungünstige Grundhaltung (zu gutmütig und duldsam) und ein mangelhaftes Selbstbewusstsein und zu geringes Abgrenzungsvermögen.
Schwächen kann man auf vielen Gebieten haben, sowohl körperlich als auch intellektuell haben, ein schwaches Selbstwertgefühl, zu schwaches Abgrenzungsvermögen, zu schwaches Selbstbewusstsein, zu geringes Durchsetzungsvermögen etc. etc.Und die allermeisten Schwächen kann man an sich gut durch Arbeit an sich ausgleichen/beheben.. Ich halte es für Blödsinn darauf zu bestehen das Schwächen weiter bestehen sollten und immer ein Papa oder Lehrer oder Papa Staat da sein muss um die ewig lang Schwachen zu schützen. Viele Menschen denken viel zu statisch und denken: einmal schwach = immer schwach was totaler Blödsinn ist...alles ändert sich ständig, warum also nicht auch der Einzelne?
Ein Opferhabitus läßt sich überwinden..ist oft ne kleine Denkrevolution vorher notwendig um aus dieser statischen Denkfalle wegzukommen und viele sind auch zu faul/träge für Entwicklung, nicht leistungsbereit genug um sich weiterzuentwickeln...und bleiben dann halt in ihrer schwachen Opferhaltung hocken...werden dadurch oft krank und depressiv, drehen sich im Kreis...
Menschen die körperlich schwach sind können an sich mit anderen Stärken (z.b. einem soliden Selbstbewusstsein und intellektuellen Stärken) ausgleichen und dann kommt die eine oder andere Schwäche nicht so sehr zum Tragen. Ich denke jeder Mensch hat seine Schwächen und Stärken, aber es kommt dabei auch auf ein gewisses Maß an und ob man zu viele Schwächen hat an denen man ggf. arbeiten muss und zu wenig Stärken, die man ggf. erst noch aufbauen muss. Mensch ist halt ne ewige Baustelle...jeder muss ständig an seinen Schwächen arbeiten und neue Stärken aufbauen...
Wenn man in mehreren Punkten Schwächen aufweist, z.B die Kombi körperlicher Unterlegenheit/Schwäche mit schwachem Selbstbewusstsein und dazu noch ne Sprachschwäche oder Behinderung irgendeiner Art z.B ist man natürlich ein gefundenes Fressen für Mobber. Anderssein und Abweichungen werden gemobbt...halt ganz normal natürlich wie in der freien Natur in der auf einem Hühnerhof diejenigen, die zu schwach sind oder aber nicht genügend angepasst sind zwar nicht wie bei Hühnern totgepickt werden aber wie das bei uns Menschen heißt gemobbt sind. Wir Menschen sind halt auch nur Tiere, die nach gewissen Naturgesetzen funktionieren und nicht von Natur aus gut und moralisch und Kinder in Schulen müssen in ihrem Verhalten kontrolliert und korrigiert werden, aber die Lehrer tuns nicht, die Eltern auch nicht und somit hat man Mobbingopfer und dann ist das Geschrei groß...weil man glaube ich mit einem falschen/unrealistischen Menschenbild agiert und der unrealistischen Vorstellung anhaftet, dass Menschen aus sich heraus zahme, liebe Wesen sind...sind sie nicht: sie bleiben hochentwickelte Raubtiere, die man mühsam sozialisieren muss und v.a. in der Kindheits- und auch Jugendphase und da läßt man sie in unserer Gesellschaft weitgehend vogelfrei aufeinander losgehen...kopfschüttel. Mich wundert es dass nicht noch öfters krassere Dinge geschehen.
Ich verbleibe somit bei der These, dass Mobbingopfer daran arbeiten müssen ihre Schwächen auszugleichen und gewisse Stärken aufbauen müssen um auf dieser Welt bestehen zu können. Das bedeutet oft Stress und Arbeit, aber von nix kommt halt nix und das Leben ist nicht Hollywood mit Garantie auf ein Happy End. Jeder Mensch muss das Drehbuch seines Lebens selber schreiben und zugucken wie er einigermaßen unbeschadet durchkommt.
Tyra