Ich denke du dramatisierst die Lage ein wenig. Erstens gibt es Mobbing schon lange und wenn jemand mit Selbstmord droht ist auch sonst was nicht ganz in Ordnung.
Wie sollen den diese Gesetze die du verlangst denn aussehen? Mobbing ist doch schon längst verboten. Bei uns an der Schule gibt es sogar eine Anti_Mobbing beauftragte😀
Und ich glaube wir haben schon genug Gesetze und die Gefahren einer Anarchie sind eher gering oder??
In einer Anarchie wären alle Bürger so vernünftig, dass sie sich von selbst richtig verhalten. Ist bei uns nicht so... Aber Aufklärung wäre sicher eine gute Sache bei dem Problem.
Mobbing wird mit Sicherheit nicht dramatisiert. Ich glaube es ist eher das Gegenteil der Fall. Schüler, die unterdrückt werden und deshalb in der Schule schlechter werden -möglicherweise sogar resigniert früher abgehen- werden es schwerer haben, sich zu ausgeglichenen und glücklichen Erwachsenen zu entwickeln. Das ist nicht gut für eine Gesellschaft. Mal ganz abgesehen davon, dass Mobbingopfer meistens einen seelischen Knacks abbekommen. Den ganzen Frust und die Entäuschung geben sie dann wieder an ihre Kinder weiter - ob sie es wollen oder nicht.
Diejenigen, die mobben lernen dass sie sich mit Gewalt und mit Macht über Andere erfolgreich sein können. Und auch das kann nicht gut sein.
Ich weiss nicht, ob es unbedingt neue Gesetze braucht. Möglicherweise muss nur mehr für die Einhaltung der bestehenden Gesetze getan werden. Aber da ist die Politik durchaus gefragt. Es liegt ja immer viel an denjenigen, die die Gesetze ausführen. Eine engagierte und gut ausgebildete Mobbing-Beauftragte, die bei ihren Kollegen auf offene Ohren stösst, kann eine Menge bewirken. Eine Mobbing-Beauftragte kann aber auch nur pro Forma existieren und garnichts verändern.
Moral muss gelebt werden! Das einzige, was der Staat tun kann ist, die Verantwortung wieder in die Hände der Eltern geben und zwar rigoros.
Ich denke, es sind Eltern und Lehrer gefordert. Beide haben ja verschiedene Aufgaben bei der Erziehung der Kinder. Notfalls müssen die Einen versuchen die Defizite der Anderen auszugleichen.
Die Politik könnte durchaus mehr Gewicht auf die soziale Entwicklung der Kinder legen. Bislang war es doch so, dass mehr die schulische Leistung gepuscht werden sollte - wars nicht so, dass wir dabei im Vergleich zum Ausland ja immer schlechter abschnitten?
Die soziale Entwicklung passiert aber nicht nur in der Schule - da müsste auch in Kindergärten, Sportvereine und auch in die Aufklärung der Eltern investiert werden.
PS:
Ich kann mich noch gut an meine Schulzeiten erinnern. In der Grundschule hatte ich eine sehr lockere Lehrerin. Die meiste Zeit haben wir Lieder gesungen oder waren auf Wandertag im Park. Wir Kinder fanden das klasse - ich kann aber bis heute nicht vernünftig schriftlich Dividieren. Im Nachhinein hätte ich gerne die strenge Lehrerin der Nachbarklasse gehabt.
Im Gymnasium hatten wir eine zu lockere und auch noch überforderte Klassenlehrerin - und die Klasse hat gemacht was sie wollte. Es gab damals Stunden, in denen die Klasse über sich selbst sprechen sollte - da wurde nur gewitzelt, gelacht und gestört. Damals wurde auch schon übelst gemobbt - und man konnte auch durchaus auf den Elternabend die Eltern der Problemkinder erkennen. Die meisten davon kamen übrigens nicht aus sozial schwächeren Schichten - ganz im Gegenteil.
Als ich die Klasse wechselte, durfte ich einen Lehrer erleben, der seine Schüler im Griff hatte. Mobbing gab es dort nicht mal im Ansatz. Vielmehr kannte und förderte er jeden seiner Schüler. Aufsässige Menschen stutzte er zurecht - und zwar Schüler genauso wie andere Lehrer oder Eltern.
😎 Das angenehme war, dass der Klassenverband so stark war, dass die Chaoten, die es trotzdem gab, garnicht erst versuchten Schwächere zu unterdrücken.
Es ist bei diesem Lehrer auch durchaus vorgekommen, dass man Freitag Nachmittag erfuhr, dass man für die Hausarbeit bis Montag das Wochenende komplett am Schreibtisch verbringen würde. Wir haben dann geguckt, dass wir möglichst schnell nach Hause kommen, um das Pensum zu schaffen - und es hat Spaß gemacht.
In meiner vorherigen Klasse wäre dagegen lediglich das Telefon der Klassenlehrerin vor Beschwerden der Eltern heissgelaufen.