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Mit Aktienhandel Geld machen?

Wann verkauft ihr eigentlich Aktien? Ich habe nun seit 2 Monaten ein Aktiendepot und könnte meine Aktien von SAP oder Hapag-Llyod für 10-15 Euro Gewinn pro Aktie verkaufen. Bei Hapag-Lloyd rät mir die Handelsplattform die ich nutze auch zum Verkauf. Das Geld brauche ich in absehbarer Zeit nicht, würde davon dann neue Aktien kaufen und ich rechne eigentlich auch mit steigenden Aktienkursen wenn irgendwann die Straße von Hormus mal wieder frei wird. Also wartet man dann noch?

Ist natürlich schwierig zu sagen.

Ich persönlich würde bei den einzelnen Aktien ja zunächst entscheiden wollen, ob ich das jeweils als Langfristanlage sehe/behandle oder als Handelsposition.

Bei der Langfristanlage geht man ja durchaus von einer Haltedauer von 10 Jahren oder auch länger aus. Da stellt sich so bald oder so oft die Frage nicht, ob oder wann man da verkauft.

Bei Handelspositionen ist das natürlich anders. Würde meinen, dass man da allmählich ein "Gefühl" dafür entwickelt, wann man kaufen oder verkaufen sollte. Ich persönlich würde das hauptsächlich von Chartsignalen bzw. dem Chartverlauf abhängig machen, aber zu gewissem Maße auch von Fundamentaldaten, Nachrichten oder allgemeiner Wirtschaftslage.
 
Ja, man kann mit Aktien langfristig Geld verdienen, aber die meisten Menschen, die "schnell reich werden" wollen, werden eher verlieren.

Wichtige Punkte bevor Sie beginnen:
Es gibt einen Unterschied zwischen Handeln und Investieren.
Der tägliche oder kurzfristige Handel ist für die meisten ein Verlustgeschäft (Provisionen, Emotionen, Zeit). Langfristige Investitionen in gute Unternehmen oder breite ETFs boten in der Vergangenheit weitaus bessere Optionen.
Lernen Sie zunächst die Grundlagen.
Was ist eine Aktie, was ist ein ETF, was ist ein Index.
Wie Orders, Spreads und Provisionen funktionieren.
Was bedeuten KGV, Dividendenrendite, Verschuldung.
Ein guter Ausgangspunkt sind Bücher wie „The Intelligent Investor“ (Graham) oder klare Kanäle/Podcasts über passives Investieren.

Fangen Sie klein an und riskieren Sie nur Geld, das Sie tatsächlich verlieren können.
 
Wann verkauft ihr eigentlich Aktien? Ich habe nun seit 2 Monaten ein Aktiendepot und könnte meine Aktien von SAP oder Hapag-Llyod für 10-15 Euro Gewinn pro Aktie verkaufen. Bei Hapag-Lloyd rät mir die Handelsplattform die ich nutze auch zum Verkauf. Das Geld brauche ich in absehbarer Zeit nicht, würde davon dann neue Aktien kaufen und ich rechne eigentlich auch mit steigenden Aktienkursen wenn irgendwann die Straße von Hormus mal wieder frei wird. Also wartet man dann noch?
Nie.
Aktien, die ich kaufe, halte ich. Idealerweise über Jahrzehnte.

Die Methode, die du beschreibst: Aktie kaufen, nach Kurssteigerung wieder verkaufen und eine andere Aktie kaufen, ist Trading.
Zwischen 3 % und maximal 10 % der aktiven Trader machen langfristig Gewinn, während nur rund 1 % bis 3 % den Index (Marktdurchschnitt) schlagen. Über einen längeren Zeitraum verlieren demnach 90 % bis 97 % aller Privatanleger beim aktiven Aktien-Trading Geld oder schneiden schlechter ab als eine passive Indexinvestition. Statistisch ist Trading daher absolut nicht zu empfehlen, es sei denn du hast Fähigkeiten und Kenntnisse, die dich qualifizieren besser zu sein als 97% aller Anderen. Und selbst dann bleibt die Frage: Wars nur Glück?

Erfolgreiche Trader wie Andre Kostolany und Warren Buffet beweisen, dass es geht, aber welcher private Anleger würde sich anmaßen das zu können? Und die besten Trading Zeiten dieser Giganten waren vor dem Zeitalter des Internets und der ständigen Verfügbarkeit aller Daten. Heute schaffen es nicht mal professionelle Fondsmanger dauerhaft Indizes zu schlagen!

Zur Straße von Hormus:
Glaubst du wirklich dass die Öffnung der Straße von Hormus nicht bereits eingepreist ist?
Eine dauerhafte Sperrung der Straße von Hormus würde einen historischen Preisschock bei Rohstoffen auslösen, die globalen Lieferketten massiv stören und weltweite Aktienmärkte in eine schwere Rezessionskrise stürzen. Jeder vermutet wie du, dass die Straße wieder öffnen wird. Daher bezweifle ich dass dies eine Überraschung sein wird, die zu starken Kurssteigerung führt.

Meine Erfahrung:
Soll nicht böse klingen, aber das zu tun oder zu glauben, was alle tun, ist selten erfolgversprechend, erst recht nicht wenn man mit durchschnittlichem Handeln glaubt den Durchschnitt (=Index) schlagen zu können. Man läuft ständig den aktuellen Schlagzeilen hinterher, macht sie Arbeit, tradet hin aber erreicht eine Rendite vermutlich unter dem Index. "Oh die Straße von Hormus wird bestimmt irgendwann wieder öffnen" ist eine Diskussion, die du mit der Kassiererin bei ALDI an der Kasse führen kannst - so "viel" finanzielle Bildung benötigt man dafür (sorry @ alle Kassiererinnen). Nach nun über 13 Jahren Erfahrung setze ich zu 90% auf ETFs. Bei einzelnen Aktien ist es zur Hälfe Investment, zur Hälfte Spiel. Ich freue mich über einen lucky Pick, den ich gerne mal groß verkünde, aber akzeptiere auch wenn es schlecht läuft. Teilweise gelingt es mir antizyklisch zu handeln, z.B. im Bereich Rohstoffe, aber ein echter Trader werde ich nie.
 
Was hat man denn davon wenn man Aktien nicht verkauft? Dann erhält man ja nur die Dividende. Die kriegt man aber auch wenn man mit Aktien handelt.
Gegenfrage: Was hast du denn vom Verkauf?

Du verkaufst und kaufst einfach nur wieder andere Aktien:
würde davon dann neue Aktien kaufen
Die einzige Frage ist doch: Glaubst du durch aktives Trading (kaufen und verkaufen) besser zu sein als der Index?
 
Was hat man denn davon wenn man Aktien nicht verkauft? Dann erhält man ja nur die Dividende. Die kriegt man aber auch wenn man mit Aktien handelt.
Weitere Wertsteigerung und Schutz vor Geldmengeninflation. Wann immer die EZB die Geldmenge erhöht verlieren bestehende Geldforderungen an Wert und Besitzer von Sachwerten, zu denen auch Aktien gehören, werden im Zuge dieser Umverteilung reicher.
D.h. je mehr Sachwerte und weniger Geldforderungen (Konto, Bausparvertrag, Lebensversicherung, Rentenansprüche, Staatsanleihen...) man prozentual im Portfolio hat, desto mehr steht man auf der Gewinnerseite dieses anti-marktwirtschaftlichen Umverteilungssystems.
Ein Verkauf lohnt sich daher meiner Ansicht nach nur, wenn man das Geld dann direkt für etwas ausgibt. Entweder Konsum oder eine andere Investition die, inkl. Handelsgebühren, noch lohnender ist. Bei letzterem verschätzen sich aber insbesondere Privatanleger oft und das viele kaufen und verkaufen schmälert nur die Rendite. Die Opportunitätskosten müssten schon relativ hoch sein, dass es sich lohnt.
Deswegen ja ständig der Rat nur Geld in Aktien anzulegen, das man ganz sicher lange nicht braucht, sodass man von der langfristigen durchschnittlich zu erwartenden Steigerung (bei breiter Streuung) trotz teils großer Schwankungen profitiert, und nicht in ungünstigen Marktlagen aufgrund privater Umstände zu einem Verkauf mit Verlust gezwungen wird.

Wertsteigerung einer Aktie und Dividende ist im Grunde das gleiche. Was das Unternehmen nicht auszahlt bleibt ja als Investition im Unternehmen. Wird eine Dividende ausgezahlt sinkt entsprechend der Aktienkurs zum Stich- bzw. Auszahlungstag.
Wenn es ein gutes Unternehmen ist, und man die Dividende sowieso wieder dort Re-investieren würde, könnte man sich die steuerpflichtige Auszahlung auch gleich sparen, zwecks Steuerstundung.
 
Entgegen dem Üblichen und den Wahrscheinlichkeiten, habe zuletzt ausnahmsweise mal einen Trade gemacht - Alphabet/Google. In einem Zeitraum von zwei Wochen 15 % Kurs- bzw. Gewinnsteigerung, brutto.

~~~

Und nein, ich sage ganz bestimmt nicht, dass das immer so laufen wird, ob nun bei mir oder bei anderen. Es zeigt nur auf, dass es die Möglichkeit gibt.
 
Ja, keine Ahnung, meine aktuellen Favoriten bzw. Watchlist:

  • Alphabet
  • Amazon
  • Berkshire Hathaway
  • Broadcom
  • Microsoft
  • TSMC
  • Visa

  • Gold
  • Silber
  • FTSE All-World
  • MSCI World Utilities
  • NASDAQ 100
 
Ich finde die Zahlen, die @Andreas900 gepostet hat, schon interessant. 90 % der privaten Trader verlieren Geld, 97 % schaffen es nicht über den Index.

Heißt, Trading ist eigentlich ein Hobby und wie viele andere Hobbys kostet es Geld. Nur dass man sich bei anderen Hobbys dessen sehr bewusst ist währen viele Leute aktuell meinen, sie wären der nächste Warren Buffet. Natürlich wird das durch die Werbung diverser Trading Portale und Influencer noch verstärkt.

Und natürlich erzählt man im Kollegenkreis gern, wenn irgendein Trade erfolgreich war. Den erfolglosen lässt man dann aber dezent unter den Tisch fallen.

Auch hier handeln die Leute rein emotional. Wenn ich einen Kollegen frage, wie viel Gebühren er für das Trading zahlt, herrscht großes Schweigen. Die meisten wissen nicht einmal, wie viel Geld sie unter dem Strich verloren oder gewonnen haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde die Zahlen, die @Andreas900 gepostet hat, schon interessant. 90 % der privaten Trader verlieren Geld, 97 % schaffen es nicht über den Index.

Heißt, Trading ist eigentlich ein Hobby und wie viele andere Hobbys kostet es Geld. Nur dass man sich bei anderen Hobbys dessen sehr bewusst ist währen viele Leute aktuell meinen, sie wären der nächste Warren Buffet. Natürlich wird das durch die Werbung diverser Trading Portale und Influencer noch verstärkt.

Und natürlich erzählt man im Kollegenkreis gern, wenn irgendein Trade erfolgreich war. Den erfolglosen lässt man dann aber dezent unter den Tisch fallen.

Auch hier handeln die Leute rein emotional. Wenn ich einen Kollegen frage, wie viel Gebühren er für das Trading zahlt, herrscht großes Schweigen. Die meisten wissen nicht einmal, wie viel Geld sie unter dem Strich verloren oder gewonnen haben.
Du beschreibst es ganz ausgezeichnet. Die Erfolge werden gezeigt, die Misserfolge nicht. Dadurch entsteht auch auf den Plattformen der gefilterte Eindruck, dass die Mehrheit erfolgreich sei.

Bei Trading Plattform Etorro etwa scheint zunächst nahezu narrensicher. Man kopiert einfach die Trades der erfolgreichen Trader. Aber auch hier schlägt der Filter zu. Die erfolgreichen Trader sind selten länger als 6-12 Monate erfolgreich. Aber nur in diesen guten Monaten siehst du sie!

Und ja, die meisten Anleger haben vermutlich keine Ahnung wie viel Gebühren sie zahlen. Sie können dir maximal den Spread nennen, bekommen aber schon Fragzeichen wenn du sie nach einem echten Eurowert für letzte Jahr fragst. Zumal die Plattformen das oft geschickt verschleiern. Auf P2P Plattformen hatte ich lange Zeit eine Rendite von 14% ausgewiesen. Dahinter verbargen sich aber Kredite, die teils bereits im Forderungsmanagement waren.

Klar ist das ein ganze anderer Investmentbereich. Ich will nur sagen: Es geht nicht um das was drauf steht und auch nicht um die Gewinne in den nächsten 6 Monaten. Es geht darum, was man wirklich auf Sicht seines Anlegerlebens macht. Schön wenn man ein Jahr mit Trading 50% macht, aber was bringt das wenn es das nächste Jahr -50% sind?

Ich finde Trading superspannend, deswegen mag ich auch diesen Thread. Aber leider sehe ich für mich keinen Raum langfristig mit Trading den Markt zu schlagen.
 

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