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PV-Anlage zur Wärmepumpe wie sinnvoll ? > Groß/Klein, mit/ohne Speicher ?

Hajooo

Urgestein
Hallo zusammen,

da jetzt der Kauf einer Wärmepumpe immer konkretere Züge annimmt, denke ich auch über eine PV nach.

Die PV würde auf dem Dach in SÜD-WEST-Ausrichtung auf der Hofseite "sinn machen".
(auch lt. Solardachkataster / empfehlung)
Einige belegen "nur" die Süd-West (Hof)-Seite, einige das ganze Dach.

Derzeit habe ich Angebote zwischen 15 und 28tsd €.
(z.B.: 13 kWp + 10 kWh (8,76) Speicher)

Im Netz finde ich auch Angebote, wie z. B.: Gersolar, wo mir ein System zwischen 10 und 15tsd € angeboten wird. (ca. 11200 € für 10 kWp + 10 kWh.)

Mein Haus verbraucht ca. 5358 kWh Strom im Jahr.
Im Moment habe ich eine Brauchwasserwärmepumpe, diese braucht 2159 kWh.
Also braucht das Haus 3198 kWh im Jahr.

Täglich wäre das Im Moment:
Gesamt= 15 kWh,
Brauchwasserwärmepumpe: 6 kWh
Haus: 9 kWh

Mit eine Viessmann Vitocal a250 würde ich in etwa 8000 kWh Strom brauchen.
Hier hätte ich dann einen Gesamtjahresverbrauch von 11200 kWh.

Die Frage ist doch, was ich mir von einer PV erwarte:
Möglichst wenig Strom von extern kaufen zu müssen,
unter der Beachtung der Amortisierung.
(Prämisse: der Strom soll günstiger evtl. werden)

Ich weiß, wir haben alle keine Glaskugel 😉

Mittlerweile habe ich den Eindruck, ob ich jetzt eine kleine oder größere PV Kaufe, bleibt die Amortisierung ähnlich, da ich weniger Geld investiere, dafür allerdings auch weniger Leistung bekomme und weniger einspeisen kann.

Wie ist hier der Speicher zu sehen ?
Der sollte den „Nachtbedarf“ abdecken.
Im Winter unrealistisch, im Sommer könnte ich meine Klimaanlagen entspannter, evtl. kostenlos nutzen.

Teilweise wird auch empfohlen keinen Speicher zu nutzen, daher möglichst viel einzuspeisen.

Was sind eure Erfahrungen:
zu einer PV „an sich“ ?0
und
kennt ihr günstige „Komplettanbieter“ ?

Danke
+
Gruß Hajooo
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hajooo,
da ich mal kurzzeitig in diesem Bereich "nebenher" gearbeitet und geschult wurde, habe ich eine gewisse Expertise, allerdings nicht sehr vertieft.

Wichtig aus meiner Sicht: Speicher rentieren sich in der Regel nicht. Die gehen nämlich irgendwann kaputt oder verlieren Leistung. Die sind einfach (noch) zu teuer. Ich habe das damals meinen Kunden oft kalkuliert (entgegen der Wünsche der Firma) – rechnet sich nicht. Zumindest nicht so lange der Strom noch relativ günstig aus dem Netz zu beziehen ist.

Solaranlagen auf dem Dach rentieren sich in der Regel dann, wenn du Strom verbrauchst, während die Anlage den produziert. Also z. B. im Sommer eine Klimaanlage betreibst oder ein Auto auflädst. Auch wenn man Großverbraucher wie Ofen, Waschmaschine, Trockner oder Warmwasserbereiter zu den Zeiten nutzen kann, wo die Sonne den Strom "kostenlos" liefert, erhöht das die Rentabilität.

Was viele unterschätzen:
1. Wie sieht die Elektrik im Haus aus? Ist die wirklich für die Solaranlage geeignet oder muss erst teuer nachgerüstet werden? Ich habe da einiges gesehen ...
2. Ist das Dach wirklich unverschattet für die meiste Zeit des Jahres/des Tages? Manchmal steht einfach ein Baum oder ein Nachbarhaus ungeschickt und der Schatten bremst dann die ganze Anlage aus.
3. Ist dein Dach gerade/eben/stabil genug?
4. Immer ein Komplettangebot NACH Besichtigung vor Ort geben lassen. Angebote aus dem Internet sind oft unrealistisch (s. Elektrik) – ich würde einen Betrieb vor Ort mit zahlreichen Referenzen wählen, die auch ansprechen und dafür lieber ein paar hundert Euros mehr bezahlen.
5. Während die PV-Anlage mind. 20 Jahre hält, ist der Wechselrichter meist nach 10 Jahren hin und muss erneuert werden. Das kalkulieren manche Anbieter nicht mit ein und verfälschen so die Rentabiltätsrechnung.

Soviel mal aus meinem Fundus 🙂
 
Ganz andere Frage:
Hast Du das Geld einfach rumliegen oder musst Du es Dir gegen Zinsen leihen?
Bist Du noch jung oder willst Du Dein Haus vererben?
Hast Du genügend Geld, falls Du ggf. vorher noch das Dach erneuern müsstest?
 
Hallo Hajooo,

ich habe jetzt seit 2 Wochen meine PV Anlage auf dem Dach. 12 Module mit insgesamt 5,76KW, also eher ein kleine Anlage. Dazu ein Speicher von 6 kWh.

Grundsätzlich gilt: Dach voll machen.
Bei mir war nur das Süddach geeignet, aber wenn du mehr Platz hast, nimm mehr Module. Module kosten nicht viel, 80-100 € je Stück und wenn du eh schon Dacharbeiten hast, dann lass alles voll machen.

Der wichtigste Satz zum Speicher ist bereits von @Werner gefallen:
Wichtig aus meiner Sicht: Speicher rentieren sich in der Regel nicht.
Im Winter wird deine PV Anlage relativ wenig produzieren und umgekehrt wirst du im Winter durch Wärmepumpe so viel brauchen, dass tagsüber der Strom in deine Wärmepumpe geht und der Speicher kaum läd. Dein Speicher wird über die 3-4 kalten Monat fast sinnlos sein.

Spätestens ab April bringt der Speicher dann spürbar was und 13 kWp mit 9 kWh Speicher ist thermodynamisch gut ausbalanciert, Speicher sollte maximal so groß sein wie die Anlage, eher kleiner. Die Übergangsphase in der noch geheizt wird aber schon die Sonne am Tag scheint, ist die wirtschaftlich beste Zeit für den Speicher.

Im Sommer dagegen wird dein Speicher zwar voll, aber du verbrauchst über Nacht bestimmt keine 9kwh. Womit auch? Mein 6 kWh Speicher entleert sich in der Nacht um gerade mal 30% oder vielleicht 40% wenn ich lange auf bin und Elektronik nutze.
Genauso Klimaanlage: Ich weiß nicht wie ihr im Sommer kühlt, aber bei mir ist das fast nur tagsüber sinnvoll und in seeehr wenigen heißen Nächten.
Ich bereue es nicht einen Speicher zu haben, aber mein Tipp ist: Speicher sehr sparsam dimensionieren. Der Gewinn liegt primär in den Modulen, nicht im Speicher.

Preis:
Bei 13 kWp Anlage + 9 kWh Speicher inklusive Dachmontage und allen Elektroarbeiten würde ich etwa 20.000 € ansetzen. Statt einem konkreten Anbieter, empfehle ich dir Vergleichsportale wie TapTaphome und AroundHome, wo sich Betriebe bei dir melden. Vergleiche meinetwegen 3 und nimm den besten.

Ebenfalls von Werner angesprochen: Beachte auch alle Arbeiten rundherum. Der Sicherungskasten muss für eine PV Anlage nachgerüstet werden (Sicherungen für Wechselrichter etc.),
 
Ich bereue es nicht einen Speicher zu haben, aber mein Tipp ist: Speicher sehr sparsam dimensionieren. Der Gewinn liegt primär in den Modulen, nicht im Speicher.
Würde der Speicher seinen Inhalt locker 6 Monate halten, dann würde ein sehr goß dimensionierter Speicher schon Sinn machen. In dem Fall könntest Du in den Sommermonaten den nicht benötigten Strom für die dunkle Jahreszeit zwischenspeichern - schöner Traum,
 
Würde der Speicher seinen Inhalt locker 6 Monate halten, ...

Das gibt es tatsächlich schon: https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/finnische-sandbatterie-liefert-600-c-waerme-fuer-industrie-und-fernwaerme/

Es gibt auch Prototypen, da bauen sie (bevor das Haus gebaut wird) einen großen Wassertank unters Fundament. Das Wasser wird im Sommer von der Sonne erhitzt und im Winter heizt das dann das Haus. Nun ist es abgekühlt und wird zur Kühlung verwendet. Ein ewiger Kreislauf. Verstehe nicht, warum sich das nicht schon weiter verbreitet hat.
 

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