Wann verkauft ihr eigentlich Aktien? Ich habe nun seit 2 Monaten ein Aktiendepot und könnte meine Aktien von SAP oder Hapag-Llyod für 10-15 Euro Gewinn pro Aktie verkaufen. Bei Hapag-Lloyd rät mir die Handelsplattform die ich nutze auch zum Verkauf. Das Geld brauche ich in absehbarer Zeit nicht, würde davon dann neue Aktien kaufen und ich rechne eigentlich auch mit steigenden Aktienkursen wenn irgendwann die Straße von Hormus mal wieder frei wird. Also wartet man dann noch?
Nie.
Aktien, die ich kaufe, halte ich. Idealerweise über Jahrzehnte.
Die Methode, die du beschreibst: Aktie kaufen, nach Kurssteigerung wieder verkaufen und eine andere Aktie kaufen, ist Trading.
Zwischen 3 % und maximal 10 % der aktiven Trader machen langfristig Gewinn, während nur
rund 1 % bis 3 % den Index (Marktdurchschnitt) schlagen. Über einen längeren Zeitraum verlieren demnach 90 % bis 97 % aller Privatanleger beim aktiven Aktien-Trading Geld oder schneiden schlechter ab als eine passive Indexinvestition. Statistisch ist Trading daher absolut nicht zu empfehlen, es sei denn du hast Fähigkeiten und Kenntnisse, die dich qualifizieren besser zu sein als 97% aller Anderen. Und selbst dann bleibt die Frage: Wars nur Glück?
Erfolgreiche Trader wie Andre Kostolany und Warren Buffet beweisen, dass es geht, aber welcher private Anleger würde sich anmaßen das zu können? Und die besten Trading Zeiten dieser Giganten waren vor dem Zeitalter des Internets und der ständigen Verfügbarkeit aller Daten. Heute schaffen es nicht mal professionelle Fondsmanger dauerhaft Indizes zu schlagen!
Zur Straße von Hormus:
Glaubst du wirklich dass die Öffnung der Straße von Hormus
nicht bereits eingepreist ist?
MSCI World: Hier finden Sie alle Informationen über den Index MSCI World: Historische Kurse, Charts und zugehörige Werte.
www.finanzen.net
Eine dauerhafte Sperrung der Straße von Hormus würde einen
historischen Preisschock bei Rohstoffen auslösen, die globalen Lieferketten massiv stören und weltweite Aktienmärkte in eine schwere Rezessionskrise stürzen. Jeder vermutet wie du, dass die Straße wieder öffnen wird. Daher bezweifle ich dass dies eine Überraschung sein wird, die zu starken Kurssteigerung führt.
Meine Erfahrung:
Soll nicht böse klingen, aber das zu tun oder zu glauben, was alle tun, ist selten erfolgversprechend, erst recht nicht wenn man mit durchschnittlichem Handeln glaubt den Durchschnitt (=Index) schlagen zu können. Man läuft ständig den aktuellen Schlagzeilen hinterher, macht sie Arbeit, tradet hin aber erreicht eine Rendite vermutlich unter dem Index. "Oh die Straße von Hormus wird bestimmt irgendwann wieder öffnen" ist eine Diskussion, die du mit der Kassiererin bei ALDI an der Kasse führen kannst - so "viel" finanzielle Bildung benötigt man dafür (sorry @ alle Kassiererinnen). Nach nun über 13 Jahren Erfahrung setze ich zu 90% auf ETFs. Bei einzelnen Aktien ist es zur Hälfe Investment, zur Hälfte Spiel. Ich freue mich über einen lucky Pick, den ich gerne mal groß verkünde, aber akzeptiere auch wenn es schlecht läuft. Teilweise gelingt es mir antizyklisch zu handeln, z.B. im Bereich Rohstoffe, aber ein echter Trader werde ich nie.