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Mit Aktienhandel Geld machen?

Ich bezweifle dass man durch die Beschäftigung mit einem Unternehmen, schon gar nicht mit veröffentlichen Infos aus den Nachrichten, kurzfristig den Kurs vorhersagen kann. Da gibt es viel zu viele auch sachfremde Faktoren, die eine Rolle spielen.
Viele Erfolge bei sowas dürften eher auf Insiderhandel zurück zu führen sein. Viele unserer deutschen Politiker haben mit hoher Sicherheit vorher Pfizer und Rheinmetall gekauft, bevor sie die gewaltigen Summen per Abstimmung freigegeben haben bzw. lange bevor es in den Nachrichten kam, dass es überhaupt nur Pläne gibt.
Rein statistisch wäre Nancy Pelosi z.B. eine der erfolgreichsten Aktientraderinnen überhaupt, besser als Warren Buffet. Glaubt jemand die wäre besser im Analysieren von Unternehmen und Markt als Buffet? Also ich nicht.
Zieht man also Insiderhandel von den Erfolgreichen noch mal ab dürfte nicht mehr viel übrig bleiben.

Zudem ist der Markt heute so massiv staatlich beeinflusst und manipuliert, dass eigentliche Marktsignale von Angebot und Nachfrage oder Knappheitssignale kaum zur Geltung kommen. Siehe die jahrelange Manipulation des Goldpreises, welche jetzt nicht mehr möglich ist, weil China als großer Player bei jedem Rücksetzer massig einkauft und die Manipulation dadurch zu teuer wird.
Dies führt natürlich zu massiven Verwerfungen, Fehlallokationen und Verschwendung wertvoller Ressourcen. D.h. selbst wenn man mit seiner Marktbeobachtung recht hat bedeutet das nicht zwangsläufig , dass Kurse das dann auch widerspiegeln.

Was sich aus meiner Sicht bewährt hat ist gegen den Staat zu wetten, also darauf dass Planwirtschaft nicht funktioniert. So wie Soros sein Vermögen damit gemacht hat gegen Griechenland zu wetten, also dass der Vertrag von Maastricht gebrochen werden würde und die EZB die Geldschleusen öffnen und illegal Staaten finanzieren würde. Er hatte recht behalten.
Und nach einem ähnlichen Gedanken gehe ich vor: Wenn der Staat etwas subventioniert, dann geht es schief. Dann könnte es sich am Markt bewähren müsste es ja nicht subventioniert werden. Und das Geld dafür holt sich der Staat ja von den erfolgreichen Unternehmen. Diese sind also unterfinanziert und dort wird es dann für mich interessant.
Wenn der Staat etwas forciert und einen künstlichen Markt schafft, z.B. in dem er glaubt zu wissen was die Technologie der Zukunft sein wird, dann wird es langfristig scheitern. Das ist wie ein Naturgesetzt, denn staatliche Ausrichtungen erfolgen meiner Ansicht nach hauptsächlich aus folgenden Gründen: Ideologie, Korruption und Opportunismus. Nichts davon erscheint mir als solide wirtschaftliche Basis für Erfolg.
Man kann also fest davon ausgehen dass es scheitern und für den Steuerzahler sehr teuer werden wird. Da aber 70% der Wähler selbst nach 2 Erfahrungen mit dem Sozialismus innerhalb weniger Generationen immer noch den totalen Ökosozialismus wollen bzw. wählen, bleibt mir nichts übrig als das Beste daraus zu machen und zu versuchen mein Stück vom Kuchen zu bekommen. Also Löffel rein halten, wenn die nächste EZB Geldschwemme kommt, um das Schneeballsystem noch etwas am Laufen zu halten.

In den Medien verbreiteten Hypes hinter her zu laufen halte ich dagegen für grundsätzlich falsch. Wenn die Nachricht in den Medien ist, dann wurde das von den großen Spekulanten bereits lange vorher eingepreist. Die Medien gehören imho zu den Letzten die irgendetwas erfahren und berichten. Vieles erst, wenn es über Gerüchte schon lange bekannt ist und sich irgendwann nicht mehr leugnen lässt. Nicht selten dürften auch besagte Spekulanten bei den Berichten mitgewirkt haben, um bestimmte Effekte zu erzielen, von denen sie dann profitieren.
 
A

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Re: Mit Aktienhandel Geld machen?
Also, ich persönlich würde nunmehr sagen, dass jeder mit wenig Aufwand Geld mit Aktien machen kann, zumindest locker mal mehr als die 2,50 %, die teilweise bei Festgeld angeboten werden. Ein einziger solider ETF reicht aus, um eine durchschnittliche Jahresrendite von etwa 10 % zu erreichen, wenn man sich mal die durchschnittliche Jahresrendite entsprechender ETFs/Indizes über die letzten 10 oder 20 Jahre betrachtet.

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Was das Trading betrifft, das ist etwas anders. Da gibt es viel mehr Möglichkeiten, Variationen und Risiko. In gewisser Weise muss man schon besser als der Markt bzw. die meisten Marktteilnehmer sein, weil man sonst eben zu den ganzen Verlierern gehört. Das ist nicht einfach, aber machbar.

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Ich persönlich denke, dass einem Trader durchaus ein Korb von etwa 20 Finanzinstrumenten ausreicht - bspw. Aktien und ETFs -, um damit Geld zu machen.

Diese Finanzinstrumente hat man eben auf seiner Watchlist. Und man geht in den Markt rein und wieder raus, wenn sich günstige "Setups"/Konstellationen ergeben. Das ist im Grunde die ganze Tätigkeit.

Da ich doch eher Anhänger der technischen Variante bin, würde ich sagen, dass man dabei einfach die natürlichen Schwankungen bzw. Preismuster des Finanzinstrumentes nutzt. Nachrichten kann man auch berücksichtigen, aber aus meiner Sicht sind das oft nur Katalysatoren oder eben Dämpfer für eine Richtung/Kurskorrektur, in welche sich der Markt oder das jeweilige Finanzinstrument ohnehin schon bewegt.

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Ja, man kann es auch komplizierter betrachten, weil es je nach Fähigkeiten oder Ansatz auch komplizierter ist, aber im Kern stimmt es aus meiner Sicht, was ich sagte.
 
Ja, ich könnte jetzt vielleicht anfangen, aber durch meine chronische Erkrankung ist das alles aufgeschoben.

Das mit dem Trading ist mir aktuell einfach zu anstrengend/anspruchsvoll - Fehler vorprogrammiert, also übermäßig viele - mit einer gewissen Fehlerquote ist immer zu rechnen.

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Wenn ich jetzt einen größeren Batzen Geld rumliegen hätte, würde ich es aktuell und mittelfristig wahrscheinlich eher in den "MSCI World Utilities" investieren - also eher defensiv. Das aktuelle Allzeithoch scheint mir eher auf wacklige Füße gestellt zu sein, aber das ist nur meine persönliche Empfindung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich will auch noch mal was fragen: Habe mir jetzt meine ersten Aktien von einem großen deutschen Unternehmen für Medizintechnik gekauft. Die stehen gerade bei 35 Euro das Stück. Sie standen aber öfters schon bei 50-70 Euro, zuletzt vor 3 Monaten. Es ist ja relativ wahrscheinlich, dass die Aktien in den nächsten Jahren irgendwann wieder bei 50-70 Euro stehen. Wenn ich dann verkaufe habe ich also 15-35 Euro Gewinn pro Aktie gemacht? So einfach ist das dann? Ok. 25% Gewinnsteuern muss ich noch zahlen, aber trotzdem bliebe noch ein hoher Gewinn.
 
Ich will auch noch mal was fragen: Habe mir jetzt meine ersten Aktien von einem großen deutschen Unternehmen für Medizintechnik gekauft. Die stehen gerade bei 35 Euro das Stück. Sie standen aber öfters schon bei 50-70 Euro, zuletzt vor 3 Monaten. Es ist ja relativ wahrscheinlich, dass die Aktien in den nächsten Jahren irgendwann wieder bei 50-70 Euro stehen. Wenn ich dann verkaufe habe ich also 15-35 Euro Gewinn pro Aktie gemacht? So einfach ist das dann? Ok. 25% Gewinnsteuern muss ich noch zahlen, aber trotzdem bliebe noch ein hoher Gewinn.
ja so funktioniert das, deine Strategie hört sich nach bottom sniping an, also auf das tief zielen um dann den max. gewinn mitzunehmen, das Problem dabei ist, niemand weiß genau wo das tief sein wird. du kannst sogar nachkaufen, wenn es noch weiter fällt, ich lese immer das ist dann, als ob man versucht ein fallendes messer aufzufangen 🙂 oder: "time in the market, beats timing the market"
 
Es ist ja relativ wahrscheinlich, dass die Aktien in den nächsten Jahren irgendwann wieder bei 50-70 Euro stehen.
Ist es nicht, ein vergangener Kurswert hat keinerlei Aussage über die Zukunft. Es könnte auch genau anders herum sein, die Anleger haben endgültig erkannt dass das Unternehmen nicht mehr zu retten ist und sind deswegen alle ausgestiegen. So wie die Porschefamilie vor ~3-4 Jahren angefangen hat ihr Vermögen aus dem Unternehmen abzuziehen, da sie es mit dem Standort Deutschland als aussichtslos betrachtet.
 
Hab' jetzt zuletzt ausgiebig mit der KI gebüffelt, also bzgl. einer für mich passenden Langfristanlage. Leider hat die KI bei der Recherche ein paar gravierende Fehler gemacht, aber nicht so schlimm. Letzten Endes konnten die KI und ich uns darauf einigen, dass das Nachfolgende eine einfache und solide Core-Satellite-Strategie für mich ist:

80 % FTSE All-World
20 % S&P 500 Information Technology Sector

Aus meiner Sicht ist diese Strategie für viele Jahre oder sogar Jahrzehnte gut. Für mich ist damit das Thema Langfristanlage im Bereich Aktien/ETFs/Indizes gewissermaßen erledigt.
 

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