Wenn jetzt hier wohl die meisten damit rechnen dass es einen Crash geben wird, dann würde mich interessieren was eurer Ansicht nach der Grund dafür ist. Also nicht der Auslöser (Krieg, Blase platzt, politische Eingriffe...?) sondern die Ursache, die das Crash-Potential aufgebaut hat.
Und wie bzw. ob man sich eurer Ansicht nach darauf einstellen und/oder vorbereiten sollte.
Ich denke dazu muss man verstehen, wie Kurse entstehen.
Sagen wir mal du kaufst für 100 € eine Aktie und lässt diese einfach in deinem Depot liegen. Wie passiert es nun dass sich der Wert verändert? Durch Transaktion Dritter. Wenn jemand Anderes eine Aktie des gleichen Unternehmens für 110 € kauft, wird auch deine Aktie wie von Zauberhand 110 € wert. Aktienkurse sind immer die aktuellen Kaufkurse. Das heißt auch, dass der Wert des gesamten Aktienmarktes auf magische Weise steigt. Plötzlich sind ALLE Aktien des Unternehmens 110 € wert.
Das ist insofern magisch als dass du 100 € investiert hast, ein weiterer Käufer 110 und ihr habt jetzt zusammen Aktien im Wert von 220 €. Magische Geldvermehrung!
Und genauso magisch können Aktienwerte fallen. Oder um deine Frage zu beantworten:
Crash Potenzial entsteht wenn das Vertrauen in den Markt stark steigt (und dies nicht fundamental begründet ist).
Der S&P 500 ist in den letzten 10 Jahren um ca. 12,4% p.a. gestiegen. Das muss nicht zu einem Crash führen, baut aber Potenzial auf, weil die historische Durchschnittsrendite eher so bei 10% lag. Sprich hier war sehr viel Marktvertrauen aufgrund von
Technologie und zuletzt KI enthalten. Auch auf Basis der USA als stabile
Demokratie und
freie Marktwirtschaft.
Trump hat beispielsweise Anfang 2026 angefangen, Rüstungskonzernen Aktienrückkäufe und Dividenden zu verbieten, damit mehr Geld in der Rüstung bleibt. Solche Markteingriffe drücken das Marktvertrauen (#NoKingDemos). Warum sind deutsche Aktien verhältnismäßig schlecht bewertet? Auch weil linkspolitische Markteingriffe in Deutschland seit langem normal sind.
Sich darauf vorzubereiten ist schwierig, außer dass man Bereiche meiden sollte, die Spielball solcher Markteingriffe sind. Ich würde keine deutschen Energieaktien kaufen wenn ich weiß: Der Staat kann hier nach Lust und Laune Preise deckeln. Man kann zudem gezielt Dinge ins Depot mischen, die antizyklisch oder zumindest mit wenig Korrelation zum Weltmarkt laufen: Gold, Rohstoffe, Krypto ...
Ich besitze einen IShares Bloomberg Commodity ETC, der seit Ausbruch des Iran Konfliktes 13% gestiegen ist. (Leider bin ich hier aber viel zu wenig investiert ^^)
Das Prinzip ist aber immer das gleiche: Will man Risiko senken, sollte man rebalancen. Sprich Geld aus Assetklassen entnehmen, die überdurchschnittlich gut gelaufen sind (z.B. US Aktien) und rein in Assets die gemessen an ihrem historischen Durchschnitt underperformt haben (z.B. Rohstoffe).
Ray Dalio bildet das in etwa so in seinem Allweather Portfolio ab. Davon bin ich nicht der größte Fan, weil dieses Portfolio von sehr hohen historischen US Renditen ausgeht, aber es zeigt grundsätzlich die Sinnhaftigkeit ein Depot für alle "Wetterlagen" auszurichten.
Das alles ist aber Statistik und ebenso statistisch ist es, dass dass auf lange Sicht eine sehr hohe Aktienquote am besten war, auch wenn man damit in jeden Crash voll reinläuft.