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Meine Mama ist in der Psychatrie :(

  • Starter*in Starter*in Eisnebel2021
  • Datum Start Datum Start
Hallo zusammen,

ich wollte euch kurz auf den laufenden halten: nachdem es mir heute verhältnismäßig gut ging, habe ich gerade die Info erhalten, dass meine Mama immer noch nicht mit den Tabletten gestartet hat und sie gestern die Einnahme verweigert hat.

ich bin innerlich so wütend und sauer!!! Ich glaube ich gebe es auf- sie wird nicht mehr gesund. Es ist Hopfen und Malz verloren. Sie will glaube ich gar nicht gesund werden- sie lässt sich auf nix ein, alle wollen ihr böses. Es macht mich mit krank und ich bin an einem Punkt wo ich nicht mehr kann. Ich überlege mich zwei Wochen gar nicht mehr zu melden- keine sms, kein Anruf, nix.

womit habe ich das ganze nur verdient? Ich habe sie immer mit allem unterstützt, ihr elendig lange gut zu geredet, ihr Mut gemacht. Es bringt nix mehr.

traurige Grüße, Eisnebel
 
Das tut mir sehr leid, Eisnebel und ich verstehe, dass Du wütend bist. Kann Dein Vater Deiner Mutter mal gut zureden? vielleicht habt ihr zu lange zu viel mitgemacht bis zu dem Punkt, dass Ihr selbst krank werdet. Vielleicht solltet Ihr das mal deiner mutter deutlich sagen, dass sie dazu beiträgt, dass ihr krank werdet durch ihre Sturheit.
 
Sie will glaube ich gar nicht gesund werden- sie lässt sich auf nix ein, alle wollen ihr böses.
Hallo Eisnebel,
ich verstehe dich sehr gut, auch dass du wütend und traurig bist.
Leider gehört genau das (obiger Satz) zum Krankheitsbild, zumindest oft ist es so.
Bei mir war es auch so (nicht immer, auch nur am Anfang). Allerdings habe ich meinen Angehörigen
nichts davon erzählt.
Wenn die Ärzte dort gut sind, sollten sie dies erkennen und Geduld mit ihr haben.
Weißt du denn, ob sie Gespräche erhält? Vielleicht könnte man ihr da die Angst etwas nehmen...
Die steckt ja hinter allem.
Vielleicht kannst du dich einige Zeit raushalten und deinem Vater sagen, er sollte erstmal Ansprechpartner für die Klinik sein und dich erstmal nicht informieren?...
Ich wünsche euch viel Kraft und Optimismus!
 
Puuuhhhh, ich verstehe Deine Verzweiflung.

Mir kommt es vor, dass sie Angst vor ein neues Leben hat in Bezug auf z.B. Selbstständig sein, hat.
Auch könnte sie Angst haben, auch wenn es natürlich nicht so ist!, dass sie Euch nicht mehr so an sich binden kann, wie es sonst war.
Ich rede von Verlustängste...

MEINE MEINUNG!:

Sie verlässt sich zu sehr auf Euch, Ihr regelt schon alles. Sie möchte/ kann die Verantwortung für sich nicht übernehmen.

Mir kommt es vor, solange ihr täglich telefoniert, sie sich nur auf die negativen Dingen konzentriert, um diese Euch brühwarm vorzuhalten,

Es wird sich, wie es bisher ist, nichts ändern.

Ich fühl wirklich mit Euch und Deiner Mutter. Du erwähntest, sie sei von sturer Natur, würden klare Worte besser zu ihr durchdringen?

Es klingt jetzt seeehr hart, aber eine Pause wäre wirklich nicht schlecht...für alle.
Sie ist krank, ja...ich habs selber soooo oft durch, aber manchmal reicht ein *Kuschel-Kurs* nicht mehr aus...
Manchmal sollte man klare Zeichen setzen...

Könntet Ihr es in Erwägung ziehen, wirklich (alle) eine 2-Wöchige Auszeit zu nehmen.
Stellt klar, dass ihr sie über alles liebt und sie nie allein lassen werdet, aber sie ihrer Genesung wegen, zur Ruhe kommen lassen wollt und ihr so helfen möchtet, Hilfe anzunehmen, da sie sonst immer kränker wird.

Irgendwie so....

Ich weiss, viele werden aufschreien wegen krank, kann nichts dafür....aber in manchen Momenten ist eine gewisse Strenge angebracht, um der Genesung beizutragen.
 
Ich sehe das wie lisfara. Manchmal müssen klare Worte einfach sein: okay, keine Schuldgefühle machen, aber schon deutlich sagen, dass man sich ausgelaugt fühlt und überfordert. Ehrlich sagen, dass Ihr nicht mehr könnt und dass Ihr ihr die Krankheit nicht nehmen könnt.

Warum hat sie sich denn dann einliefern lassen, wenn sie nicht bereit ist, Medikamente zu nehmen oder die Situation zu akzeptieren?

 
Nachtrag:

Ich hoffe, Du verstehst was ich meine.

Sie hat ihre Eigenständigkeit verloren und nun ist es an ihr, diese wieder zu erlernen.
Nur wird sie diesen "klick-Moment erst spüren, wenn sie sich wirklich mal mit sich auseinandersetzt.
Im Moment hofft sie darauf, dass Ihr sie daraus holt und mit diesem Gedanken lehnt sie natürlich alles ab, um sich und Euch zu beweisen wie schlimm alles ist.
Ich hoffe, dass sie merkt, dass sie aus dieser Situation nicht rauskommt ohne mitzumachen....
 
Dankeschön ihr Lieben, ihr seid mir eine so große Stütze in dieser Zeit- ich bin euch unendlich dankbar für eure Sichtweisen und Denkanstöße. Von ganzem Herzen ein großes Dankeschön.

mein Papa liebt meine Mama über alles- wir reden uns beide seit Monaten den Mund fusselig und sprechen ihr gut zu, machen ihr Mut, nehmen sie in den Arm, trösten sie usw. Sie erfährt im Moment so viel Aufmerksamkeit von uns wie kein anderes Familienmitglied (inkl. meiner Tochter und meinem pflegebedürftigen 91 jährigen Opa...) alles, wirklich alles stellen wir hinten an um ihr eine Stütze zu sein

am liebsten würde ich sie anbrüllen und schütteln und wach rütteln- mittlerweile bin ich auch der Meinung dass der kuschelkurs nix mehr bringt, Krankheit hin oder her- irgendwann setzt der Selbstschutz ein. .mein Vater und ich sind unendlich verzweifelt.

sollte diese Zeit jemals vorüber gehen und es sich zumindest halbwegs zum Guten wenden, will ich von meiner Mutter 6 Wochen nix sehen und hören. Es ist sehr viel kaputt gegangen in mir.

danke fürs lesen- einfach nur danke
 
Schön, dass wir Dir ein bisschen helfen können.

Deine Mutter hat sich an Eure Aufmerksamkeit gewöhnt und ist in die Rolle des bedürftigen Kindes gerutscht. Ich kenne diese Situation etwas. Nach dem Tode meines Vaters hat sich meine Mutter ähnlich verhalten. Wir haben ihr alle zugeredet - nach einiger Zeit der Trauer - mal in eine Trauergruppe zu gehen. Oder eine Therapie - oder Antidepressiva zu nehmen. Nichts - sie wollte nichts, außer uns, ihren Töchtern, immer und immer wieder von ihrer Trauer zu reden. Wir konnten irgendwann alle nicht mehr, wir haben ja auch getrauert, gleichzeitig aber auch gearbeitet und dann haben wir in einem gemeinsamen Kurzurlaub ihre alle 3 mal die Meinung gesagt. Ihr klar gesagt, dass wir nicht mehr können, dass es uns auslaugt und überfordert.

Meine Mutter hat die ganze Nacht durchgeweint, aber es hat auch Klick gemacht. Danach hat sie Antidepressiva genommen und ist in eine Canastagruppe in der Kirche gegangen. Und es ging allmählich aufwärts. Sie hat gemerkt, weil sie uns sehr liebt, dass sie uns kaputt macht, wenn sie alles auf unsere Schultern lädt. Aber es waren wirklich sehr klare Worte nötig, sonst wäre sie nicht "aufgewacht".
 
Mir fällt gerade noch ein, wie Du es Deinem Vater anschaulicher erklären kannst, und was bei mir den "Klick-Moment" ausgelöst hat:

Es ist ja so, dass Du während der Therapie mit der Therapeutin ausmachst Dich z.B. telefonisch zu melden, sobald etwas ist.

Beim 1. mal geht die Therapeutin direkt ran...redet Dir gut zu und Ihr besprecht, wie Du in diesem Moment aus der Krise kommst.
Es klappt, Du bist beruhigt.

Beim 2. Anruf (z.B. mittags), ruft sie erst am Abend zurück und fragt, was los war und ob alles wieder in Ordnung ist.

Auf Deinen 3. Anruf reagiert sie gar nicht, da Ihr am folgenden Tag sowieso einen Termin habt.

Du musstest sozusagen ab dem 2. Anruf allein klar kommen und schauen, welche Hilfe der Therapie, die vorher natürlich besprochen und geübt wurden, Dir in diesem Augenblick am Besten helfen würde.

Du musstest also lernen, dass zwar Hilfe da ist, aber nicht sofort abrufbar.

Der Erfolg besteht also darin, dass Du Dich mit der Situation arrangieren und die vorhandenen Hilfsmittel anwenden musst.

Grob erklärt nun von mir 😉
 
Hallo zusammen,

ich wollte mich mal wieder bei euch melden und auf den neuesten Stand bringen: Meine Mama hat heute nun den dritten Abend in Folge die Antidepressiva genommen. Mein Papa und ich sind sehr froh darüber und hoffen und beten, dass es wenigstens etwas bewirkt. Meine Mutter fühlt sich weiterhin unwohl/verfolgt usw. Mein Papa und ich haben beschlossen darauf nicht näher weiter einzugehen. Wenn wir auf dem Klinikgelände spazieren, wird meine Mutter stets freundlich gegrüßt. Auch sonst wird unserer Meinung nach sehr viel für sie getan. Wahrscheinlich ist es wirklich die Krankheit dass sie Dinge reininterpretiert, die gar nicht so gemeint sind. Wir rechnen jedenfalls noch mit einem wochenlangen Aufenthalt- ca. 2 Wochen ist sie jetzt dort.

Ich persönlich habe mich nun seit mehreren Tagen etwas zurück genommen und werde auch erst am Montag wieder zu ihr Ich war am Donnerstag bei meiner Hausärztin und habe gleich einen eiligen Überweisungsschein für eine Psychotherapie erhalten. Am Montag habe ich ein erstes Gespräch- vielleicht bringt das schon etwas.

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich für die letzen Einträge von Binchy und Lisfara- sie haben mir noch einmal die Augen geöffnet. So lange wie meine Mama alles gut mitmacht werden wir ihr immer Beiseite stehen, jedoch haben mein Vater und ich auch unsere Grenzen.

Liebe Grüße, eure Eisnebel
 

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