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Meine Mama ist in der Psychatrie :(

  • Starter*in Starter*in Eisnebel2021
  • Datum Start Datum Start
Hallo ihr Lieben,

meiner Mama wurden angstlösende Medikamente von dem ersten Tag an angeboten- jedoch hat sie abgelehnt aus Angst vor einer Abhängigkeit... es ist wirklich schwer mit ihr. Mir würde es deutlich besser gehen, wenn sie sich besser auf alles einlassen würde- aber das gehört wahrscheinlich zum Teil zur Krankheit dazu. Heute schrieb sie mir, dass sie Angst hat nie mehr aus der Klinik rauszukommen.... gibt es sowas?? Kann man ein Leben lang in einer Psychiatrie bleiben? Ich bin mittlerweile auch so verunsichert mit allem.

mein Papa ist auch fix und fertig, sonst ein so starker Mann erkenne ich ihn aktuell nicht wieder auch weil meine Mama nicht 100% bereit ist gut mitzumachen. Sie findet basteln usw. doof. Geschwister habe ich keine.

Der Beitrag zum Antidepressiva (wirkt nicht) hat mich in der Tat heute sehr runtergezogen. Denn wir sehen darin die einzige Möglichkeit sie zumindest etwas zu stabilisieren. Sie hat große Angst vor den Nebenwirkungen...

Ich habe dennoch versucht mich heute abzulenken- war gerade 2 Stunden mit meiner Tochter unterwegs und habe das Handy ausgemacht. Leider sind die Gedanken immer mal wieder zu meiner Mutter geschweift.

den Auslöser der Depression können wir uns denken- ich will aber nicht näher darauf eingehen- es hat ebenfalls familiäre Gründe, aber nichts mit meinen Papa oder mir zu tun. Ich denke aber auch noch dass sie zusätzlich noch etwas belastet, aus der Kindheit oder so, aber da stecke ich nicht näher drin.

ich danke euch für eure Antworten. Ich hoffe die Medikamente helfen...
 
Ich bin mir sicher, dass die Medikamente wirken werden! Es gibt so viele verschiedene Präparate - Wenn das eine nicht wirkt, kann man ein anderes probieren. Wenn die Nebenwirkungen ganz übel sind, wird sie ein anderes nehmen können!

Zu der Angst, nie wieder raus zu kommen: Psychatrien sind keine Dauereinrichtungen 🙂 Die sind auch daran interessiert, sie schnellstmöglich wieder stabil zu entlassen. Dafür sollte sie sich allerdings auf die Behandlung einlassen. Je besser sie mitmacht, desto schneller ist sie wieder daheim! 🙂
Kopf hoch! Das wird wieder! Für deine Mama kann es momentan nur noch besser werden!! Vor der Klinik hat sie ja nix gegen die Depression getan? Jetzt wird etwas getan! Also wird es auch bergauf gehen.

Ich wünsche euch alles Gute!

PS: Ich habe eine zeitlang einen Angstlöser genommen - Stangyl - bei dem ich keinerlei Abhängigkeit gespürt habe. Es gibt Unterschiede zwischen Benzos (Tavor, Lorazepam etc., nocken richtig aus) die abhängig machen und z.B. Trizyklischen Antidepressiva (Stangyl, etc.). Wenn deine Mama keine Benzos nehmen will finde ich das verständlich. Aber vielleicht ging es garnicht um Diese?
 
Antidepressiva wirken, wenn sie richtig dosiert sind und es gibt verschiedene. Meine Mutter nimmt sie auch seit einiger Zeit und es geht ihr gut damit.

Ich würde vielleicht mal Deiner Mutter sagen, was sie mit ihren Widerstand gegen Medikamente und die Klinik anrichtet in ihrer Familie - also nicht als Anklage formuliert, aber doch auch so, dass sie weiß, dass es Euch fertig macht, wenn sie nicht mitarbeitet.
 
Hallo Skyma,

es ging um Diazepam (oder so ähnlich)- ich glaube sie hat dieses Medikament genannt.

LG
Ok, das ist ein Benzo. Da wäre ich auch eher vorsichtig! Mit den Antidepressiva werden aber sicher auch ihre Ängste weniger.
Ich finde es bewundernswert, wie du das alles managst 🙂 Mach dir heute mal einen gemütlichen Abend und lenke dich mit einem schönen Film oder so ab!
Vielleicht kannst du auch deinem Papa ein bisschen Mut zusprechen. Momentan wirkt alles hoffnungslos und beängstigend, aber das ist immer so, wenn solche Ereignisse eintreten. In einiger Zeit wird die Welt wieder anders aussehen und deine Mama wird sich wieder besser fühlen! Viele Menschen setzten die Antidepressiva nach einiger Zeit sogar wieder ab, weil sie ohne zurecht kommen! Ein Abstecher in die Psychatrie bedeutet nicht das Ende!
 
Versuche es vielleicht aus der Perspektive zu sehen:

Deine Mutter ist ja schon älter und gehört vielleicht noch zu der Generation von Menschen an, die Psychiatrie und Therapie als verpönt sahen.
Wer weiß ob ihr als Kind nicht auch noch eingetrichtert wie schlimm es ist, wenn man dort landet und dass Psychiatrie früher nicht so ganz menschlich zu den Patienten waren, obwohl es sich inzwischen geändert hat.

Jetzt ist deine Mutter genau da, wo sie niemals "dort enden wollte" und versucht den letzten Rest an Würde und Autonomie in ihren Augen zu verteidigen.

Du kannst diese festsitzenden Gedankenmuster nicht bei ihr gerade Rücken, dass werden vielleicht die Therapeuten in der Klinik in Gesprächstherapien schaffen, sodass sie anfängt diese zu hinterfragen.
 
- jedoch hat sie abgelehnt aus Angst vor einer Abhängigkeit... es ist wirklich schwer mit ihr. Mir würde es deutlich besser gehen, wenn sie sich besser auf alles einlassen würde- aber das gehört wahrscheinlich zum Teil zur Krankheit dazu. Heute schrieb sie mir, dass sie Angst hat nie mehr aus der Klinik rauszukommen.... gibt es sowas?? Kann man ein Leben lang in einer Psychiatrie bleiben? Ich bin mittlerweile auch so verunsichert mit allem.
Hallo Eisnebel,
was du von deiner Mutter erzählst, kenne ich auch von mir. Teilweise sind ihre Ängste aber auch begründet, denn es ist wahr, dass Beruhigungsmedikamente (aber keine Antidepressiva) abhängig machen. Und manche schon nach wenigen Tagen. In der Klinik, wo ich war, ist man da sehr vorsichtig mit umgegangen und sie nur im äußersten Notfall gegeben.
Die Angst, nicht mehr aus der Klinik raus zu kommen haben auch viele bei Angststörungen, aber meist ist das nur bei schwerer Eigen- oder Fremdgefährdung, aber selbst dann nur für eine bestimmte Zeit so.
Ich glaube für immer in der Psychiatrie ist man nur, wenn man einen Mord oder ähnliches begangen hat, schwere Persönlichkeitsstörungen hat, wo dann auch eine Sicherheitsunterbringung erfolgt.

Deine Mutter hat neben der Depression wahrscheinlich eine generalisierte Angststörung, da macht man sich ständig über alles mögliche Gedanken in allen Lebensbereichen. Es ist anstrengend. -
Ich wünsche deiner Mutter, dass sie sich selbst Zeit gibt und die Sicherheit bekommt, dass sie dort nicht gefangen ist, sondern man ihr nur helfen möchte.
Dir wünsche ich, dass du auch auf dich achtest und dich ablenken kannst.
Liebe Grüße!
 
Diazepam ist schon ein stärkeres Mittel und gehört zu den Benzodiazepinen, die, wenn man sie zu lange regelmäßig nimmt, abhängig machen.

Meine Schwester hat es als Bedarfs-Medikament. Sie nimmt es nur als Ausnahme ein bis zweimalig, wenn die Angstspirale schon richtig heftig ist.
Danach nimmt sie es auch ein bis zwei Monate nicht mehr und dann macht es auch nicht abhängig, darauf sollte geachtet werden.
Sie ist danach etwas müde, aber sie sagt, dass es sie entspannt und sie dann wieder „normal“ denken kann und die Panik und Angst erst mal weg ist und so wirkt sie auch auf uns.

Das ist natürlich mit ihrem Psychiater abgesprochen, der da auch aufpasst, dass sie das nicht zu oft nimmt.

Gut, dass Du Dich heute schon mal versucht hast abzulenken.
Das klappt mit der Zeit bestimmt auch besser, die Situation mit der Klinik ist ja noch nicht so
lange so.
Falls Dir das hilft, gibt es auch spezielle Foren, wo viele Angehörige von depressiven Familienmitgliedern schreiben und sich untereinander helfen und austauschen ( z.Bsp. das der Stiftung der deutschen Depressionshilfe ).

Alles Gute Dir und Deiner Familie
 
Ich möchte mich ganz herzlich bei euch allen für eure Beiträge bedanken. Ich lese sie immer und immer wieder und sie machen mir Mut.

Mein Papa und ich halten zusammen wie Pech und Schwefel- wenn die ganze Sache etwas Gutes hat, dann, dass wir noch enger zusammengewachsen sind.

Gerade denke ich wieder viel an meine Mutter, wie sie alleine auf einem Zimmer hockt, Ängste aussteht und nur nach Hause will. Aber ich weiß, dass wir ihr nicht helfen können im Moment. Unsere Grenzen sind erreicht.

Ich wünschte ich hätte eine Zeitmaschine und könnte diese furchtbare Zeit einfach überspringen.

wenn ich darf halte ich euch auf dem Laufenden. Wie vorgeschlagen mache ich mir jetzt einen Film an und versuche mich etwas abzulenken. Morgen ist ein neuer Tag. Liebe Grüße
 

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