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Meine erwachsene Tochter hat den Kontakt abgebrochen

(ihr Großvater, der immer lieb und freundlich zu ihr war)

Die Sache mit dem Geld stellte sich für deine Tochter so dar. Sie hatte den Kontakt komplett abgebrochen und bekommt nun einen größeren Geldbetrag von der Person zu der sie keinen Kontakt möchte überwiesen. Die Bandbreite der möglichen Gefühle dazu dürften von Fassungslosigkeit über Verzweiflung und Wut alles sein. Was aber nicht im Bereich des möglichen liegt ist das ganze lieb und freundlich zu sehen. Und wahrscheinlich gab es da noch einige Scheidewege mehr wo es so lief.

Daher Fussel denke ich du solltest dir jemand suchen der dir hilft Perspektivwechsel zu machen um deine Tochter besser verstehen zu können. Das dürfte dir am Ende am ehesten helfen zu verstehen was passiert und damit besser klar zu kommen.
 
Ja, liebe Gelbe Akazie, ich glaube auch, dass das nur Geschwätz ist von meiner Tochter.
Sie hat vielleicht einfach keine Lust, andere Gedanken zu hinterfragen oder sich damit auseinderzusetzen.

Fussel, das klingt SEHR abwertend, wie du hier gerade über deine Tochter schreibst.

Ich schreibe es deinen verletzten Gefühlen zu, aber trotzdem ...
 
Fussel, das klingt SEHR abwertend, wie du hier gerade über deine Tochter schreibst.

Ich schreibe es deinen verletzten Gefühlen zu, aber trotzdem ...
Liebe Fussel, ich denke, Geißblatt67 hat damit Recht.

Ich denke, Deine Tochter wird sehr verletzt sein. Den Grund weiß ich natürlich nicht. Vielleicht hat sie ihn Dir auch schon gesagt oder angedeutet, aber es ist bei Dir nicht so angekommen. Deshalb sah sie keinen anderen Weg als den Kontaktabbruch.

Mit Worten wie "Geschwätz" oder "sie hat keine Lust" machst Du es Dir einfach. Du schiebst ihr die volle Verantwortung zu. Ja, sie war diejenige, die den Kontakt abgebrochen hat, aber Du hast auch einen Anteil daran.

Das an sich ranzulassen, tut weh. Aber es wäre der einzige Weg, wieder mit Deiner Tochter umgehen zu können, sofern sie es denn noch will.

Zu dem Opa: ich verstehe, dass es sich anfühlt wie "Liebe erkaufen" wenn einem jemand, zu dem man den Kontakt abgebrochen hat, wortlos Geld überweist. In dem Fall hätte ich auch wortlos den Betrag an den Absender zurück überwiesen. Da steckt auch eine Aussage dahinter. Kannst Du diese verstehen?
 
Hast Du Kontakt zu Menschen, die Dir etwas über Deine Kinder erzählen?
Meine 3 Kinder haben Gottseidank den Kontakt (noch) nicht abgebrochen. Aber wenn ich Geschichten wie eure lese oder höre habe Angst, dass das passieren könnte. Jederzeit und ohne Vorankündigung. Denn welche Mutter, welcher Vater ist denn perfekt?
Ich habe schon öfter in Gesprächen bemerkt, dass meine Kinder Geschichten aus ihrer Kindheit ganz anders erzählen als sie mir in Erinnerung sind. Oder auch Dinge aus der Kindheit/Jugend, die ich (so) gar nicht mitbekommen habe.
Und ich kann mir ausmalen, was das für ein Schmerz sein muss wenn Kind dann gar nicht mehr sprechen will, sondern den Kontakt beendet.
Letztes Jahr ist mein jüngster ans andere Ende Deutschlands gezogen. Und schon das hat sehr wehgetan. Er meldet sich sehr selten, aber ich weiss in dem Fall, dass das ein gutes Zeichen ist. Dass es ihm gut geht. Andernfalls würde er sich melden.
 
Das tat weh, und darauf ergänzte meine 8-jährige Enkelin: »Ich weiß ja den Grund«.
Das war schon sehr merkwürdig für mich. Ich frage mich, was meine Enkelin weiß, was ich nicht weiß, und wer weiß es noch alles? Das ist schon demütigend ... Und was erzählt meine Tochter da ihren Kindern, die das eventuell noch gar nicht verstehen?
Ich finde da sprichst du deiner Tochter eine gewisse Kompetenz ab. Du weißt doch gar nicht, wie und was sie ihnen gesagt hat! Sie hat es bestimmt kindgerecht getan. ICH vertraue da deiner Tochter, obwohl ich sie nicht kenne. Das solltest du auch tun.
 
Ich bin auch so eine Tochter, die eine völlig andere Einstellung zum Leben hat, als meine Mutter.

Aus meiner Sicht kann ich deine Tochter verstehen, wir ihr gerade zumute sein muss. Sie möchte leben und kann es nicht, weil ihr deine "andere" Lebensweise auf die Füße fällt, sie möglicherweise gerade Probleme in ihrem Leben hat und sie diese Probleme auf ihre Erziehung zurückführt. Das passiert oft im Rahmen einer Therapie o. ä. wie hier schon jemand schrieb. Lass Sie einfach in Ruhe, so schwer das für dich sein muss - ich hätte es mir von meiner Mutter gewünscht. Sie war damals aber nicht soweit und ich auch nicht.
Es war ein schleichender Prozeß, indem ich meine Mutter über Jahre nicht regelmässig sah - und wenn, gab es fast immer Streit. Andere entfernte Familienmitglieder, die ich nicht mochte, passten genau in ihr Leben und mit denen genoß sie es aus meiner Sicht in vollen Zügen. Ich konnte mein Leben nicht genießen aufgrund meiner Kindheit/Vergangenheit.

Ich kann aus heutiger Sicht, Jahre später nur sagen, dass ich vieles bereue, aber weder ich noch sie konnten über unseren Schatten springen. Meine Mutter ist heute schwer krank und pflegebedürftig. Sie wird in einer Pflegeeinrichtung gepflegt, erkennt meine Tochter und mich nicht mehr. Ich habe die gerichtliche Betreuung für sie übernommen (mittlerweile seit 12 Jahren). Die Leute, mit denen sie sich so gerne umgab, man ahnt es schon - können heute "nichts mehr mit ihr anfangen".

Für mich ist es die größte Strafe, sie so hilflos und krank zu sehen und ich würde die Zeit gern zurückdrehen, wenn es ginge, aber es geht nicht. Ich habe ein Foto hier auf dem Schreibtisch von ihr, auf dem sie 23 Jahre alt ist und noch nichts von mir wußte - ich spreche jeden Tag mit diesem Foto in der Hoffnung, ihre Seele versteht mich und das, was mit uns passiert ist, kann ich dadurch aufarbeiten.
Ich fühle mich schuldig, und das ist hart. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht bereue, dass wir uns nicht mehr aussprechen konnten. Ich weiß heute, wo meine Anteile liegen und wo ihre, aber ich kann es ihr nicht mehr sagen. Das ist schlimm ...

Mache nichts weiter, außer ihr zu schreiben, dass du ihr alle Zeit der Welt gibst. Und wenn sie möchte, ist deine Tür offen. Sie wird in dieser Zeit an sich "arbeiten" und wenn sie soweit ist, kommt sie von ganz alleine glaube ich. Nutze die Zeit und versuche auch etwas zu reflektieren.

Ich bin selbst Mutter und habe ein sehr gutes Verhältnis zu meiner erwachsenen Tochter. Wenn sie sich von mir vereinnahmt fühlt, dann sagt sie es und ich nehme mich zurück. Ansonsten schätzt sie meinen Rat. Diese Offenheit hatten meine Mutter und ich leider nicht.

Ich hoffe, mein Beitrag bringt ebenso etwas Klarheit für dich, wenn auch etwas verspätet.
 
Für mich ist es die größte Strafe, sie so hilflos und krank zu sehen und ich würde die Zeit gern zurückdrehen,
Du solltest es so sehen, dass das die Strafe für deine Mutter ist, was sie DIR angetan hat.
denn du sagst auch:
Ich konnte mein Leben nicht genießen aufgrund meiner Kindheit/Vergangenheit.
Sie genoss es aber in vollen Zügen, wie du sagst. Von daher solltest du keine Schuldgefühle haben,
eher sie.
Ich wünsche dir viel Kraft.
 

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