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Meine einzige Angst...

Ana-Isabela

Mitglied
Also..ich weiß nicht ob mich hier jemand versteht oder schon das selbe erlebt hat aber es ist eine Sache, die mir immer noch Angst macht und ich will endlich stärker als diese dumme Angst sein.

Ich hab zu mir selbst gefunden, liebe mich selbst und habe mich unabhängig von Menschen und Meinungen gemacht, die mir nicht gut tun. Bei Freunden bin ich eher immer die, die sich traut ehrlich die Meinung zu sagen und kein Blatt vor den Mund nimmt. Vor Meinungsverschiedenheiten oder ähnlichem hab ich keine Angst ebenso kann ich nach Jahren endlich nein sagen.

Vor drei Jahren jedoch war es undenkbar. Damals fing in der Schule das Mobbing an. Dazu kam noch eine Beziehung, die nicht auf liebe basierte und mich an mir zweifeln lassen hat. Ich konnte nicht mehr und hörte auf in der schule zu reden. Bei Freunden war ich ganz normal aber die gingen nunmal nicht mit mir in die schule. Ich war allein dort und wurde oft ausgelacht.

Jetzt ist es so, dass ich mein FSJ mache und auch dort hab ich mich echt gut eingelebt, mache es an einer Grundschule. Dort hab ich auch keine Probleme genau so wenig wenn man sich in kleinen Gruppen unterhält.

Es ist jedoch so, dass ich auch Seminar Fahrten habe und die erste ist schon hinter mir. Ich hatte Angst, extreme Angst. Wir waren über 20 Leute die sich noch nie davor gesehen haben und mussten 5 Tage und Nächte miteinander verbringen. Und die ganzen Seminare verbrachten wir auch im Stuhlkreis. Zu jedem Thema musste dann jeder auch was sagen und am Anfang hatten wir eine Vorstellungsrunde.

Ich hatte so eine Angst dass ich ausgelacht werde, so wie früher, dass ich sogar ein bisschen gestottert habe. Und automatisch habe ich etwas leiser gesprochen, sonst hab ich immer eine sehr Laute stimme. Mein herz raste und mir wurde ganz heiß. Einmal war es sogar so, dass ich den Raum verlassen musste. Habe es überspielt und gesagt mir sei schlecht obwohl ich dann eine Panikattacke hatte.

Das komische war ja, dass ich dort einer der beliebtesten war und mich jeder mochte. Damit war ich ehrlich gesagt auch überfordert weil ich bin nicht davon ausgegangen. Auch die Abende haben wir zusammen gefeiert usw. Da war nicht die ganze Gruppe dabei und ich fühlte mich auch wohler.

Was ich auch bemerkt habe, ich fühle mich in Gegenwart der Teamleiter irgendwie eingeschüchtert. Weiß nicht wieso aber sobald sie aus dem Raum waren war meine Angst weg.

Wir hatten echt viele schöne Momente aber bei diesen Stuhlkreisen und all den Sachen die wir als Gruppe gemacht hatten, war auch immer diese Angst dabei. Bis zum letzten Tag.

Oft, so wie diese Nacht, Träume ich von dem nächsten Seminar. Wie ich einfach alle Gruppensachen verweigere und den Teamleiter anschreie.

Ich verstehe es nicht. Ich komme sehr gut klar mit den Menschen und mit manchen hat man auch privat kontakt. Ich weiß dass sie mich mögen aber trotzdem taucht Panik auf wenn wir als groß Gruppe im Stuhlkreis mit den Teamleitern sind.

Ach Mensch, ich hoffe ihr wisst wie ich das meine. Wie kann ich auf dem nächsten Seminar genau so sein wie ich privat auch bin und auch da klar und deutlich sprechen?

Danke an alle die sich das hier durchgelesen haben.
Ich will diese eine Angst die ich noch habe endlich überwinden. Solche Situationen werden mir noch oft im Leben vorkommen, ich bin ja gerade erst 18, aber ich will mich jetzt dieser Angst stellen.

Ich hab's jetzt auch akzeptiert, dass diese eine Angst zu mir gehört hat, und ein Teil von mir ist. Ich hasse mich nicht deswegen aber ich will diesen einen Teil von mir loswerden, ändern und wieder angstfrei vor Leuten sprechen können. Denn eigentlich bin ich auch ein Mensch, der zu vielen Dingen eine klare Meinung hat.

Hoffe mich versteht hier irgendjemand.
 

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Werner

Urgestein
Was ich auch bemerkt habe, ich fühle mich in Gegenwart der Teamleiter irgendwie eingeschüchtert. Weiß nicht wieso aber sobald sie aus dem Raum waren war meine Angst weg.
(...)
Oft, so wie diese Nacht, Träume ich von dem nächsten Seminar. Wie ich einfach alle Gruppensachen verweigere und den Teamleiter anschreie.

Ich verstehe es nicht.
Hallo Ana-Isabela,
du könntest nochmal deine Beziehung
zu dieser Gruppe und ihren Leitungen
hinterfragen.

Womöglich ist dein Unterbewusstes
nicht so ganz einverstanden damit, was
dort geschieht oder von dir verlangt
wird. Unsere Ängste sind ja nicht ohne
Grund – sie warnen uns, aber wenn wir
sie tagsüber ignorieren oder übergehen,
neigen sie dazu, uns in Form von Träu-
men zu begegnen.

Magst du etwas dazu sagen, worum es
in diesen Gesprächsrunden geht?

Gruß, Werner
 

nichtabgeholt

Namhaftes Mitglied
Ich verstehe es nicht. Ich komme sehr gut klar mit den Menschen und mit manchen hat man auch privat kontakt. Ich weiß dass sie mich mögen aber trotzdem taucht Panik auf wenn wir als groß Gruppe im Stuhlkreis mit den Teamleitern sind.

Hoffe mich versteht hier irgendjemand.
Ich verstehe dich sehr gut und sehe es so, wie hier beschrieben:

[SIZE=-1][SIZE=-1]Tatsächlich ist der Stuhlkreis bei diesen Pädagogen deswegen so beliebt, weil er ein gut funktionierendes Instrument totalitärer Überwachung und Disziplinierung darstellt. Die Kreisform ermöglicht dem Leiter einen totalen Überblick über alle Teilnehmer und deren Verhalten. Somit ist eine direkte Kontrolle und Disziplinierung möglich, die aufgrund der gewählten Form gleichzeitig öffentlich vor der gesamten Gruppe stattfindet und zur inneren Disziplinierung der unbeteiligten Zuschauer beiträgt. Perfiderweise ermöglicht der Stuhlkreis nicht nur eine totale Überwachung und Disziplinierung, er ist auch so angelegt, dass den Teilnehmern emotional ihr Ausgeliefertsein bewusstgemacht wird. Während ein Tisch psychologisch einen gewissen persönlichen Schutzraum konstituiert, wird dieser im erzwungenen Stuhlkreis absichtlich entfernt: der Teilnehmer soll sich als schutzlos ausgeliefert wahrnehmen, um sein Selbstbewusstsein und seinen natürlichen Behauptungswillen auszuschalten.

Der Stuhlkreis als totalit�res Herrschaftsinstrument in der P�dagogik - Catholicism Wow - Deutscher Hardcore Katholizismus


Ist man Gleicher unter Gleichen, funktioniert diese Sitzordnung gut. Wer möchte, kann mitmachen; man kann den Kreis jederzeit verlassen. Das gilt nicht mehr, wenn ein Pädagoge beteiligt ist.



[/SIZE]
[/SIZE]
 

flower55

Namhaftes Mitglied
Ich hab's jetzt auch akzeptiert, dass diese eine Angst zu mir gehört hat, und ein Teil von mir ist. Ich hasse mich nicht deswegen aber ich will diesen einen Teil von mir loswerden, ändern und wieder angstfrei vor Leuten sprechen können. Denn eigentlich bin ich auch ein Mensch, der zu vielen Dingen eine klare Meinung hat.

Hoffe mich versteht hier irgendjemand.
Hallo,
schön, daß Du Deine Angst akzeptierst.

Sie wandelt sich durch weitere Treffen in Sitzkreisen, die anfangs ungewohnt sind.

Es könnte Angst vor dem Abgelehntsein sein etc.

alles Liebe
flower55
 
Misst du denn da mitmachen? Seminare und stuglkreise?
Was ist das denn für eine Schule?
Da sie ein FSJ macht gehören in der Regel Seminare dazu .... je nachdem kann sowas nur 2 Tage sein, eine Woche oder sogar 5 Wochen in versetzter Zeit.

An die Tread Erstellerin:

Du bist unsicher deswegen, ob die anderen Teilnehmer oder auch insbesondere die Seminarleiter etwas von dir verlangen könnten, was dich bloßstellen könnte, so vermute ich sehr stark.
Fakt ist aber, dass du schon eine Woche überstanden hast, alle Beteiligten nett sind und du mit ihnen an sich menschlich gut zurecht kommst und du sogar einer der beliebtesten Teilnehmer dort bist.

Sei dir bewusst das es zwar dazu gehört, die Seminare zu besuchen, aber man darf auch Nein sagen! Die Leiter und Teilnehmer mögen dich und werden auch die Entscheidung akzeptieren wenn jemand bei einer Sache nicht mitmachen möchte oder sich zu etwas nicht äußern mag.

Du hast es schon einmal geschafft und du wirst es auch ein zweites mal schaffen dahin zu gehen und dir wird nichts passieren :) !
 

mariechenkäfer

Namhaftes Mitglied
Da sie ein FSJ macht gehören in der Regel Seminare dazu .... je nachdem kann sowas nur 2 Tage sein, eine Woche oder sogar 5 Wochen in versetzter Zeit.

An die Tread Erstellerin:

Du bist unsicher deswegen, ob die anderen Teilnehmer oder auch insbesondere die Seminarleiter etwas von dir verlangen könnten, was dich bloßstellen könnte, so vermute ich sehr stark.
Fakt ist aber, dass du schon eine Woche überstanden hast, alle Beteiligten nett sind und du mit ihnen an sich menschlich gut zurecht kommst und du sogar einer der beliebtesten Teilnehmer dort bist.

Sei dir bewusst das es zwar dazu gehört, die Seminare zu besuchen, aber man darf auch Nein sagen! Die Leiter und Teilnehmer mögen dich und werden auch die Entscheidung akzeptieren wenn jemand bei einer Sache nicht mitmachen möchte oder sich zu etwas nicht äußern mag.

Du hast es schon einmal geschafft und du wirst es auch ein zweites mal schaffen dahin zu gehen und dir wird nichts passieren :) !
Meine Frage war nicht, ob etwas üblich ist, sondern ob sie muss.
Daher meine Frage auch nach schultyp.
 

Blaumeise

Namhaftes Mitglied
Ich verstehe dich sehr gut und sehe es so, wie hier beschrieben:

[SIZE=-1][SIZE=-1]Tatsächlich ist der Stuhlkreis bei diesen Pädagogen deswegen so beliebt, weil er ein gut funktionierendes Instrument totalitärer Überwachung und Disziplinierung darstellt. Die Kreisform ermöglicht dem Leiter einen totalen Überblick über alle Teilnehmer und deren Verhalten. Somit ist eine direkte Kontrolle und Disziplinierung möglich, die aufgrund der gewählten Form gleichzeitig öffentlich vor der gesamten Gruppe stattfindet und zur inneren Disziplinierung der unbeteiligten Zuschauer beiträgt. Perfiderweise ermöglicht der Stuhlkreis nicht nur eine totale Überwachung und Disziplinierung, er ist auch so angelegt, dass den Teilnehmern emotional ihr Ausgeliefertsein bewusstgemacht wird. Während ein Tisch psychologisch einen gewissen persönlichen Schutzraum konstituiert, wird dieser im erzwungenen Stuhlkreis absichtlich entfernt: der Teilnehmer soll sich als schutzlos ausgeliefert wahrnehmen, um sein Selbstbewusstsein und seinen natürlichen Behauptungswillen auszuschalten.

Der Stuhlkreis als totalit�res Herrschaftsinstrument in der P�dagogik - Catholicism Wow - Deutscher Hardcore Katholizismus


Ist man Gleicher unter Gleichen, funktioniert diese Sitzordnung gut. Wer möchte, kann mitmachen; man kann den Kreis jederzeit verlassen. Das gilt nicht mehr, wenn ein Pädagoge beteiligt ist.


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Interessant... Ich hatte mal ein FÖJ absolviert und da hatten wir in den Seminaren auch ständig solche Stuhlkreise. Ich hatte hier auch den Eindruck, dass das von Seiten der Pädagogen missbraucht wurde, weswegen ich mit den Pädagogen ständig aneinander geriet. Meine Mutter ist auch Pädagogin und sie meinte damals zu mir, dass solche Stuhlkreise nicht mehr zeitgemäß seien und erst recht nicht bei Erwachsenen durchgeführt werden sollten.

@Anna-Isabela
Ich kann dich gut verstehen, denn mir ging es ähnlich. Ich hatte auch meine Probleme in den Seminaren mit fremden Menschen mehrere Tage aufeinander zu hocken. Ich war anfangs auch beliebt, aber das schlug dann auch schnell ins Gegenteil um, da ich eben auch einiges in den Seminaren kritisiert habe und schnell als Querulant dastand. Das letzte Seminar habe ich mich dann krankschreiben lassen (wie viele andere auch, wie ich hörte). Aber auch bereits nach dem ersten Tag beim ersten Seminar bin ich zum Arzt. Da hatte ich nach einem Tag schon die Schnauze dermaßen gestrichen voll. An den anderen Seminaren war ich dabei... aber man kann die Seminare echt in die Tonne kloppen. Es ist nicht überall gleich. Wenn man so Erfahrungsberichte liest, scheint es vielen zu gefallen. Aber ich denke, dass einige auch nicht hinterfragen, was da gemacht wird. Die meisten Teilnehmer sind ja noch recht jung und haben noch nicht viel Lebenserfahrung. Ich war, als ich das FÖJ absolvierte schon um einiges älter als die anderen Teilnehmer.

Was ich auch bemerkt habe, ich fühle mich in Gegenwart der Teamleiter irgendwie eingeschüchtert.
Bei mir war es sogar so, dass wir tatsächlich eingeschüchtert wurden. Nur habe ich das eben schneller bemerkt, als die anderen Teilnehmer. Denen ist das aber auch irgendwann klar geworden, dass an meiner Kritik was dran ist.

Ach Mensch, ich hoffe ihr wisst wie ich das meine. Wie kann ich auf dem nächsten Seminar genau so sein wie ich privat auch bin und auch da klar und deutlich sprechen?

Danke an alle die sich das hier durchgelesen haben.
Ich will diese eine Angst die ich noch habe endlich überwinden. Solche Situationen werden mir noch oft im Leben vorkommen, ich bin ja gerade erst 18, aber ich will mich jetzt dieser Angst stellen.
Du wirst Ängste nicht von heute auf morgen los. Vielleicht ist es besser, wenn du dich damit an einen Therapeuten wendest. Ich würde dir eher empfehlen, dich für die Seminare krankschreiben zu lassen oder gar das FSJ abzubrechen. Das Ganze ist doch eh nur Ausbeute.
 

Kerstin1976

Namhaftes Mitglied
Ich würde dir eher empfehlen, dich für die Seminare krankschreiben zu lassen oder gar das FSJ abzubrechen. Das Ganze ist doch eh nur Ausbeute.
Das FJS dient auch zur Persönlichkeitsentwicklung. Sich Teilen davon auf Kosten des Trägers zu entziehen kann ihr die Erfahrung kosten, selbstbewusst auftreten zu lernen.
Die TE ist 18, da ist es nicht ungewöhnlich, dass manche Menschen unerfahren und unsicher in solchen Situationen angieren. Je öfter sie mit solchen Situationen konfrontiert werden, desto eher lernen sie, damit umzugehen.

Sich davor zu drücken zeugt nicht von Reife. Es sind ganz normale Dinge im Leben eines jungen Menschen die man einfach mal aushalten muss um Routine darin zu entwickeln.
 

Blaumeise

Namhaftes Mitglied
Das FJS dient auch zur Persönlichkeitsentwicklung. Sich Teilen davon auf Kosten des Trägers zu entziehen kann ihr die Erfahrung kosten, selbstbewusst auftreten zu lernen.
Die TE ist 18, da ist es nicht ungewöhnlich, dass manche Menschen unerfahren und unsicher in solchen Situationen angieren. Je öfter sie mit solchen Situationen konfrontiert werden, desto eher lernen sie, damit umzugehen.

Sich davor zu drücken zeugt nicht von Reife. Es sind ganz normale Dinge im Leben eines jungen Menschen die man einfach mal aushalten muss um Routine darin zu entwickeln.
Es gibt schon noch einen Unterscheid zwischen Unsicherheit und krankhafter Angst/Panik wie bei der TE. Ja, es ist wichtig, dass sie lernt sich auch unangenehmen Situationen stellen. Das streite ich auch nicht ab. Aber ich glaube nicht, dass sie ihre Probleme ohne therapeutische Unterstützung in den Griff bekommt. Sie kann es versuchen und sich allein ihren Ängsten stellen. Bei manchen klappt das ja. Aber es ist keine Schande, wenn man es doch nicht schafft und erst mal den Weg des geringsten Widerstandes geht. Mit der Bedingung, dass man sich eben auch mal Hilfe sucht.
 

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