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mein Sohn wurde wegen Diebstahl mitten im Klassenraum festgenommen

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Seit wann ist denn der Diebstahl in der Schule weniger schlimm als im Supermarkt? Rechtlich ist das umgekehrt, weil das Geld in einer (abgeschlossenen) Kassette war. Ja, vielleicht waren auch nur 500€ in der Kasse. Aber auch das sind Beträge, wo es nicht um Bagatellen geht.

Dieses Empfinden, der Diebstahl der Kasse sei ungefähr das Gleiche wie das Entwenden eines Fahrrades, stimmt nicht. Die Polizisten wissen das und darum reagieren sie so, wie sie es getan haben.
Aber auch im Supermarkt wird nicht jeder Dieb sofort von der Polizei mit Handschellen abgeführt. Manchmal wird noch nicht mal die Polizei gerufen, sondern man klärt das anderweitig: Vor allem wenn es um Minderjährige geht.
Der Vergleich mit einem Ladendieb ist im Grunde garnicht so schlecht: Also nehmen wir an, so ein Dieb wird erwischt und verhält sich jetzt nicht agressiv, so ist es doch meines Wissens nach in den meisten Fällen so, dass der Ladendieb zB von einem Ladendetektiv dazu aufgefordert wird, mit zu kommen und im Büro wird dann die Polizei gerufen.
Das wird nicht vor aller Augen gemacht: Bei der Fülle von Ladendiebstählen, die entdeckt werden, müsste jeder von uns regelmäßig erleben, wie so ein Dieb im Laden gestellt und abgeführt wird. Passiert wohl eher nicht so oft, wir sind hier ja nicht im wilden Westen.
Meines Wissens nach wird in ähnlicher Weise bei solchen Dingen verfahren, wenn sie in der Schule passieren: Also bei Diebstahl, Sachbeschädigung, selbst bei Gewalttaten wird in der Regel der "Schuldige" erstmal ins Direktorat zitiert und dort werden dann die Eltern und ggf. die Polizei informiert.
Dass das hier nicht so gelaufen ist, finde ich zumindest hinterfragenswert.
Mag sein, dass sowas ab und an als "Erziehungsmaßnahme" angewendet wird und vielleicht bringt es sogar was (dabei fände ich es vor allem interessant, was in der Folge passiert ist und wie es weiter gegangen ist), aber trotzdem würde ich als Eltern wissen wollen und klären wollen, ob das alles noch rechtmäßig ist oder eben nicht mehr.
Solche Erziehungsmaßnahmen können sich gute Wirkung zeigen, können aber eben auch nach hinten losgehen (Stichwort: "Abhärtung": je nachdem, wie tief ein Jugendlicher schon drin steckt, kann ihn das sogar bestärken)

Geht es hier um ein mögliches Fehlverhalten der Polizei, oder geht es um das gesicherte Fehlverhalten deines Sohnes?
Wäre das mein Kind, würde es mir um BEIDES gehen.
Das eine schließt doch das andere nicht aus.
 
Mir ist nicht ganz klar, warum du dir so sicher bist, dass die BeamtInnen da ein Fehlverhalten gezeigt haben.
Bin ich nicht! Also ich bin mir da nicht sicher, aber ich als Elternteil würde mich informieren und entsprechend (anwaltlichen) Rat suchen, weil mir das komisch vorkäme, wenn es so gelaufen ist und nicht noch mehr vorgefallen ist, also nicht andere Faktoren dazukommen, die das erklären.

Stell dir einfach mal vor, die BeamtInnen legen ihm keine Handschellen an und wollen ihn nach draußen begleiten. Auf halbem Weg reagiert er extrem, sei es aus Scham, sei es in einem Kurzschluss-Denken. Dann haben die BeamtInnen die Lage, dass sie einen randalierenden Teenager, von dessen Körpergröße und Gewicht und somit Kraft wir nichts wissen, vor den Augen seiner KlassenkameradInnen bändigen müssen. Hältst du dieses Risko für sinnvoll? Der junge Mann kann durchaus, immerhin als Dieb direkt vor seiner Klasse überführt, sehr wohl aus Schock oder Verzweiflung austicken.
ja sowas kann immer passieren, trotzdem ist das präventive Anlegen von Handschellen in Deutschland NICHT die Regel. Und da würde mich interessieren warum es hier angewendet wurde.
 
Mein 15jähriger Sohn hat vor ein paar Tagen im Klassenraum die Klassenkasse geklaut. das hat er gemacht um sich die Klassenfahrt leisten zu können, da wir gerade nicht das Geld haben, um meinen Sohn das problemlos zu bezahlen.
Hallo Aaron,
ich hab jetzt nicht alles gelesen, ich finde es auch irgendwie schlimm, dass die Lehrerin scheinbar nichts von seiner Notlage wusste, dann hätte man vielleicht zusammenlegen können, damit er mitfahren kann.
Er war verzweifelt.
Wie geht es ihm inzwischen? Ich finde es traurig, dass er vor der ganze Klasse "abgeführt" wurde.
Ich hoffe, dass er keine große Strafe erhält und trotzdem mit auf die Klassenfahrt kann.
 
Bin ich nicht! Also ich bin mir da nicht sicher, aber ich als Elternteil würde mich informieren und entsprechend (anwaltlichen) Rat suchen, weil mir das komisch vorkäme, wenn es so gelaufen ist und nicht noch mehr vorgefallen ist, also nicht andere Faktoren dazukommen, die das erklären.


ja sowas kann immer passieren, trotzdem ist das präventive Anlegen von Handschellen in Deutschland NICHT die Regel. Und da würde mich interessieren warum es hier angewendet wurde.

Fragen kann man immer. Meiner Meinung nach wird die Antwort mit großer Wahrscheinlichkeit sein, dass es eine Ermessungsentscheidung der Polizisten vor Ort war.

Und was dann? Inwiefern hilft das bei der Lösung der eigentlichen Probleme weiter?

Irgendwie muss es / sollte es mit der Schullaufbahn deines Sohnes weiter gehen, @AaronSenne und nach Möglichkeit sollte das rechtliche Vorgehen für das Gerichtsverfahren mit einem Anwalt besprochen werden.

Das sind meiner Meinung nach die Fragen, die unbedingt geklärt werden sollten.

Ganz vorsichtig möchte ich auch daran erinnern, dass die Polizisten deinen Sohn nicht so gut kennen (können) wie seine Klassenkameraden ihn kennen oder gar er sich selbst.

Wenn er sagt, dass er sich entschuldigt hat und ganz sicher einfach so mitgekommen wäre, sehe ich keinen Grund, daran zu zweifeln.

Dann sind da aber Polizisten, die ihn überhaupt nicht kennen, sehen, dass er emotional stark berührt ist und nicht sicher sein können, wie er reagieren wird.

Und die gehen dann vielleicht lieber auf Nummer sicher. Evtl haben sie eben auch schon mal erlebt, dass sie versuchen, jemanden - auch Jugendlichen - ohne Handschellen abzuführen, es kam zu einer Rangelei und der / die Jugendliche in der Vergangenheit hatte prompt noch eine zusätzliche Anzeige wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte am Hals?
 
Hallo Aaron,
ich hab jetzt nicht alles gelesen, ich finde es auch irgendwie schlimm, dass die Lehrerin scheinbar nichts von seiner Notlage wusste, dann hätte man vielleicht zusammenlegen können, damit er mitfahren kann.
Er war verzweifelt.
Wie geht es ihm inzwischen? Ich finde es traurig, dass er vor der ganze Klasse "abgeführt" wurde.
Ich hoffe, dass er keine große Strafe erhält und trotzdem mit auf die Klassenfahrt kann.
Ich hatte schon mehrmals geschrieben , dass bei einer Klassenfahrt die Eltern eine schriftliche Zusage und Bestätigung geben müssen .
Der Verfasser und Vater hält sich hier mit Äußerungen zurück , wie er dieses vorhatte zu regeln .
Der Vater war informiert dass eine Zahlung ansteht .
Der Vater hätte Unterstützung beantragen können
Der Vater hat versagt
Trotzdem ist das keine Entschuldigung, eine Straftat zu begehen für den Sohn und die Kameraden zu beklauen.
Und wenn er kein Geld hat ein Weihnachtsgeschenk für die Mutter zu kaufen überfällt er den Juwelier?
 
Mein 15jähriger Sohn hat vor ein paar Tagen im Klassenraum die Klassenkasse geklaut. das hat er gemacht um sich die Klassenfahrt leisten zu können, da wir gerade nicht das Geld haben, um meinen Sohn das problemlos zu bezahlen. Als der Lehrerin auffiel das die Klassenkasse weg war, hat sie die Polizei gerufen. Und als die Beamten die Schüler durchsucht haben wurde dann bei meinem Sohn die Klassenkasse gefunden. Die Lehrerin hat dann sofort Anzeige erstattet. Mein Sohn wurde dann direkt erstmal festgenommen, die Polizei legt ihm mitten im Klassenraum Handschellen an und führt ihn vor allen Mitschülern über den Schulhof zum Streifenwagen. Könnt ihr verstehen das mein Sohn dieses Ereignis sehr mitgenommen hat ? und muss die Polizei bei so einen Fall meinen Sohn unbedingt direkt Handschellen anlegen ? warum geht die Polizei hier so vor ? wäre das nicht anders gegangen ohne gleich die Handschellen klicken zu lassen ?
Das Thema ist jetzt fast eine Woche alt.
Hattest du zwischenzeitlich mal mit der Schuldirektion oder der Polizei gesprochen um den genaueren Ablauf zu erfahren? Also ich wäre einen Tag später dagewesen.

Oder einen Rechtsanwalt beauftragt der Akteneinsicht verlangt?

Ich hab nicht wirklich verstanden inwiefern wie hier gute Ratgeber sein könnten, wenn wir ebenfalls alle nicht dabei gewesen sind. 🤔


Also was dein Sohn und seine Mitschüler erzählen, kann sehr einseitig sein. Da braucht es schon neutrale Informationen zum Ablauf.
 
Wäre das mein Kind, würde es mir um BEIDES gehen.
Das eine schließt doch das andere nicht aus.

Da hast du Recht. Der Vater, @AaronSenne ,der sich hier leider nicht sehr ausführlich äußert, hätte aber im Vorfeld diese unangenehme Situation komplett vermeiden können.

Es gibt, wie schon zigfach geschrieben, immer die Möglichkeit von Unterstützung für Familien, die sich die Klassenfahrt nicht leisten können.

Da wird es doch im Vorfeld in der Familie Gespräche gegeben haben. Wenn der Sohn so gerne mitfahren würde, dann hätte der Vater rechtzeitig das Gespräch mit der Schule suchen können.

So, wie es jetzt beschrieben wird, kommt es mir sehr wie Polizei-Bashing vor.
 
Es ist richtig, dass das Aufbrechen einer Sicherung für den Beschuldigten negativer ausgelegt wird,
als wenn etwas ungesichert herum steht, das kann dann "Diebstahl im besonders schweren Fall" als Anklage nach sich ziehen.
Es ging bis jetzt aber um das Stehlen an sich
Nein, in diesem Beitrag von Dalmatiner ging es bereits genau um den "besonders schweren Fall" und darum, dass das von Aaron beschriebene Vorgehen der Polizei ggf. deshalb berechtigt sein könnte, weil möglicherweise nicht nur ein einfacher Fall von Diebstahl vorlag.

und die Frage, ob eine offene Kasse mehr legitimiert zu stehlen, als eine geschlossene, das ist was anderes als eine Frage nach dem Strafmaß.....
Macht die Tat nicht mehr oder weniger schlimm und das gilt genauso bei der Frage ob die Kasse offen oder verschlossen rumstand.
Natürlich wird eine Straftat sowieso durch nichts "legitimiert". Aber der Schuldgehalt einer Tat wird eben je nach konkreten Umständen als höher oder niedriger angesehen... und das wiederum wirkt sich auf das Strafmaß aus.

Dass eine Lehrkraft möglicherweise zu nachlässig handelt, wenn sie die Klassenkasse nicht angemessen vor unrechtmäßigem Zugriff schützt, legitimiert einen Diebstahl also nicht oder verlagert einen Teil der Schuld auf sie... aber dadurch ist ein Diebstahl einfacher und weniger aufwendig, was dementsprechend ein niedrigeres Strafmaß für den Täter nach sich zieht, als wenn dafür z.B. ein Schlüssel entwendet oder ein Schrank aufgebrochen werden müsste.

und Tatort "Schule" oder "wohnung" - bei beiden werden Personen geschädigt.
Bei ausgesprochen vielen Straftaten werden Personen geschädigt. 🙂 Das allein ist noch keine Grundlage für die Annahme einer besonderen Ähnlichkeit/Gleichheit.

das hat doch keiner gesagt. er hat FÜR die Klassenfahrt gestohlen, nicht das Geld VON der Klassenfahrt.
Doch, das hatte Dalmatiner vermutet:
In der Klassenkasse befanden sich mehrere tausend Euro, wenn da wirklich die Beiträge der Schüler für die Klassenfahrt drin waren. Sagen wir 300€ mal 20 gleich 6000€.
Die Polizisten werden gerufen; weil ein Schüler eine abgeschlossene Geldkassette mit mehreren tausend Euro Bargeld drin gestohlen haben soll.



wer Manns genug ist, die Klassenkasse zu stehlen, der sollte auch dazu stehen und sich ordnungsgemäß wie ein Dieb abführen lassen.
Dein Sohn ist selber Schuld, du solltest dich mit seinem Fehlverhalten beschäftigen und nicht mit angbelichen Fehlverhalten der Polizei.
Bei Handschellen im Fall einer vorübergehenden Festnahme ist der Spielraum juristisch aber durchaus groß.
Die Beamten haben einen Ermessensspielraum nach dem sie handeln und Handschellen sind davon auch gedeckt.
Meiner Meinung nach wird die Antwort mit großer Wahrscheinlichkeit sein, dass es eine Ermessungsentscheidung der Polizisten vor Ort war.
Ich wundere mich wirklich ein bisschen, wie man so darüber denken kann. Immerhin geht es hier um ein im Grundgesetz gleich im zweiten Artikel genanntes fundamentales Recht:

"Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden."


Es ist doch klar, dass für die Einschränkung eines solchen Rechts ausgesprochen hohe Hürden gelten müssen.

Freundlicherweise hat mir inzwischen auch ein sehr erfahrener und engagierter Polizeibeamter seine Ansicht dazu mitgeteilt und bestätigt, was ich auch bereits vermutet hatte: Er meinte, auf Basis der Schilderung sei gar kein Grund für eine Festnahme gegeben, und selbst wenn der Schüler auf die Wache mitgenommen werden solle, wären Handschellen allenfalls dann anzuwenden (allerdings auch nicht vor den anderen Schülern, sondern direkt am Streifenwagen), wenn er tatsächlich Widerstand leisten würde und sehr aggressiv wäre.
Außerdem meinte er noch, es sei überhaupt schon unzulässig und unverhältnismäßig, alle Schüler zu durchsuchen - dies dürfe die Polizei nur bei Personen tun, die konkret verdächtig seien.

Also, @AaronSenne - wenn sich der Ablauf des Vorfalls durch wirklich verlässliche Quellen überzeugend so bestätigen lässt, wie von dir beschrieben, solltest du mit einer Beschwerde recht gute Chancen haben, denn ein solches Vorgehen ist wohl wirklich nicht als korrekt anzusehen.
 
Ich wundere mich wirklich ein bisschen, wie man so darüber denken kann. Immerhin geht es hier um ein im Grundgesetz gleich im zweiten Artikel genanntes fundamentales Recht:

"Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden."


Es ist doch klar, dass für die Einschränkung eines solchen Rechts ausgesprochen hohe Hürden gelten müssen.
Woher weißt Du dass diese hohe Hürde nicht genommen wurde? Wir haben hier einen sehr einseitigen Bericht eines Vaters, der sich hauptsächlich nach dem Diebstahl seines Sohns um die Polizei "kümmern" will.

Freundlicherweise hat mir inzwischen auch ein sehr erfahrener und engagierter Polizeibeamter seine Ansicht dazu mitgeteilt und bestätigt, was ich auch bereits vermutet hatte: Er meinte, auf Basis der Schilderung sei gar kein Grund für eine Festnahme gegeben, und selbst wenn der Schüler auf die Wache mitgenommen werden solle, wären Handschellen allenfalls dann anzuwenden (allerdings auch nicht vor den anderen Schülern, sondern direkt am Streifenwagen), wenn er tatsächlich Widerstand leisten würde und sehr aggressiv wäre.
Außerdem meinte er noch, es sei überhaupt schon unzulässig und unverhältnismäßig, alle Schüler zu durchsuchen - dies dürfe die Polizei nur bei Personen tun, die konkret verdächtig seien.
Ach ok, der Polizist weiß nach der Schilderung einer Schilderung besser Bescheid als die Kollegen von Ihm, die vor Ort waren. Und sagt dann noch genau das, was Du vermutet hast. Diese "Ansicht" lässt sich denke ich in puncto Glaubwürdigkeit sicher ganz gut einordnen.
 
Da hast du Recht. Der Vater, @AaronSenne ,der sich hier leider nicht sehr ausführlich äußert, hätte aber im Vorfeld diese unangenehme Situation komplett vermeiden können.

Es gibt, wie schon zigfach geschrieben, immer die Möglichkeit von Unterstützung für Familien, die sich die Klassenfahrt nicht leisten können.

Da wird es doch im Vorfeld in der Familie Gespräche gegeben haben. Wenn der Sohn so gerne mitfahren würde, dann hätte der Vater rechtzeitig das Gespräch mit der Schule suchen können.

So, wie es jetzt beschrieben wird, kommt es mir sehr wie Polizei-Bashing vor.

Hier wurden mehrfach Chancen ausgelassen dem Sohn zu helfen. Nun beklaut und hintergeht er seine Mitschüler.

Nun hat man zwei Möglichkeiten: Aufrichtig entschuldigen und dazu stehen. Es nicht nochmal machen.

Aber hier versucht man Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen, Polizei-Bashing vom Feinsten, um vom eigenen Versagen abzulenken.
 
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