Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

mein Sohn wurde wegen Diebstahl mitten im Klassenraum festgenommen

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Wieso nicht? Bei Diebstahl kann schon eine Festnahme durchgeführt werden.
Kann natürlich schon - je nach Umständen eben. Und in diesem Fall waren die von Aaron geschilderten Umstände eben so, dass eine Festnahme und die Anwendung unmittelbaren Zwangs mit ziemlich hoher Sicherheit unnötig und unverhältnismäßig waren.

In der Klassenkasse befanden sich mehrere tausend Euro, wenn da wirklich die Beiträge der Schüler für die Klassenfahrt drin waren. Sagen wir 300€ mal 20 gleich 6000€.
Seit wann werden denn solche Beträge den Kindern von ihren Eltern in bar übergeben und in einer schnöden Klassenkasse gesammelt? Für sowas gibt es doch in aller Regel ein Konto, und die Zahlung erfolgt per Überweisung.

Aber selbst wenn die Klassenkasse einen höheren Betrag enthalten haben sollte, rechtfertigt das nicht die Maßnahmen, die die Polizisten in diesem Fall ergriffen haben. Die anderen Umstände - Jugendlicher, geständig, einsichtig, Personalien bekannt - ändern sich ja nicht dadurch.

Das zieht eine drastische Strafe nach sich, und es besteht Fluchtgefahr. Ich verstehe nicht, warum es hier auf die Handschellen ankommen soll.
"Fluchtgefahr" spielt dann eine Rolle, wenn eine tatverdächtige Person sich absetzen und man ihrer nicht mehr habhaft werden könnte, wenn man sie nicht direkt am Fliehen hindert. Es müsste die Gefahr bestehen, dass durch die Flucht irgendwas vertuscht und die Strafverfolgung behindert wird. Und zudem müsste die Strafandrohung auch hoch genug sein. Das ist in diesem Fall doch alles nicht gegeben. Der Sachverhalt war klar, der Täter minderjährig, reumütig und in keiner Weise aggressiv, seine Identität bekannt, die Tat wurde vor Zeugen eingeräumt. Wozu also bitte eine Festnahme?

Mit Notlage und Dumme-Jungen-Streich hat das nichts zu tun, sondern mit gewöhnlicher Kriminalität.
Selbstverständlich ist sowas eine klassische jugendtypische Straftat, die mit "gewöhnlicher Kriminalität" gar nichts zu tun haben muss.

Dein Sohn hat geklaut. Vielleicht wirkte er unberechenbar. Wer das gemeinsame Geld einer Klasse raubt hat nun einen sehr schlechten Charakter. Die Polizei kann das so entscheiden und das war sicher auch gut so.
"Raub" ist rechtlich gesehen auch schon wieder was ganz anderes - das lag in diesem Fall nicht vor. Und einen schlechten Charakter hat ein Mensch sicherlich nicht automatisch, wenn er mal was klaut. Wäre es so, wären wir wohl von einer Menge Personen mit schlechtem Charakter umgeben. Aber glücklicherweise sind die Dinge nicht so simpel und Menschen wesentlich vielschichtiger.

Die Polizei kann das so entscheiden und das war sicher auch gut so.
Die Polizei kann eben nicht entscheiden, wie sie will. Und ob sie in diesem Fall korrekt gehandelt hat, halte ich wirklich für sehr fraglich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe kein Mitleid mit deinem Sohn. Das ist eine Suppe, die er sich alleine aufgetan hat und jetzt ist er derjenige, dem sie nicht schmeckt.
Klar könnte man sagen, vielleicht ist die Polizei ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen, aber letztendlich ist dein Sohn derjenige, der Mist gebaut hat.
Vielleicht lernt er draus.

Übrigens würde ich ihm und dir ebenfalls raten, ihn vor der Klasse jetzt nicht als das arme Opfer von ''Polizeigewalt'' darstehen lassen. denn die wirklichen Opfer sitzen in eben jener Klasse. Kann mir vorstellen, dass das bei so einigen auch Unwillen deinem Sohn gegenüber auslöst. Dein Sohn muss sich jetzt um Schadensbegrenzung bemühen, denn die Mitschüler wurden geschädigt. Das wss du hier versuchst liest sich für mich nach ''Opferumkehr''.
Mach dir klar, ee hat Mist gebaut, andere haben reagiert. Hätte er die Klassenkasse nicht genommen, hätte es nie einen Polizeieinsatz gegeben und er wäre nie in den Genuss von Handschellen gekommen.

Wie gesagt, seine Suppe. Man reiche ihm einen Löffel.
 
Das Geld für Klassenfahrten wird auf ein Schulkonto überwiesen und das hat bestimmt nicht der Lehrer/ in bar in der Tasche !
Das denke ich auch - in eine Klassenkasse zahlen Schüler eher nur regelmäßig einen geringen Betrag für kleinere Ausgaben ein. Einen Blumenstrauß für die Klassenlehrerin zum Geburtstag oder sowas.

[Zitat entfernt]
 
Zuletzt bearbeitet:
ich beziehe mich auf den Schilderung von einigen anwesenden Schülern, und mit der Lehrerin konnte ich auch kurz sprechen, sie konnte mir bestätigen, dass mein Sohn sich absolut einsichtig gezeigt hat als die Polizei da war
mein Sohn wurde mal beim Klauen erwischt und als mich der Polizist anrief meinte ich zu ihm, er soll bitte auch als "Polizist" auftreten, damit sich mein Sohn erschreckt;
und ich kenne das auch von befreundeten Polizisten, dass sie sehr auf den Schreckmoment setzen, eben vor allen Leuten, Polizeiauto etc.., gerade bei Ersttätern oder kleineren Verbrechen.

Bei uns an der Schule wurde ein Hehler für Rauschgift auch aus dem Unterricht geholt und verhaftet; allerdings hieß es da offiziell vor den anderen Schülern:
"der muss mal mitkommen wegen Zeugenaussage", denn hätten sie ihn zu sehr erschreckt, hätte er nicht kooperiert. ist halt immer im Ermessensspielraum des Polizisten, der ist die Exekutive, eben wie der Lehrer auch.....
hätte die Lehrerin die Polizei nicht geholt, wäre das Geld weg gewesen.
 
Aarons Sohn wollte einfach Geld und da war Geld, direkt vor seiner Nase;
wieviel das nun sein wird, war ihm wahrscheinlcih egal, er wollte einfach nur Geld "dazuverdienen" für die Klassenfahrt. Wobei ich nach wie vor nicht verstehe, warum Du, @AaronSenne ,
denn keinen Zuschuss beantragt habt?
bzw. eine Klassenfahrt wird mind. ein Jahr wenn nicht längrer angekündigt, konntet ihr denn nicht zu Geburstag/Weihnachten mal was zur Seite legen dafür?
klar, manchmal rechnet man mit jedem cent, aber die Nicht-Teilnahme an einer Klassenfahrt sehe ich für einen 15jährigen schon als Notlage, da würde ich vieles andere auch unterordnen,
dass mein Kind das kann.
 
Ich als Vater/Mutter wäre in der Situation wohl eher am Grübeln, ob ICH etwas falsch gemacht habe, bzw wie ich, jetzt wo der Schaden da ist, meinem Sohn klarmachen kann, dass ER was falsch gemacht hat.
Vielleicht tust du das ja auch abseits dieses Threads. Wenn nicht sehe ich die Gefahr, dass dein Sohn hier von der Täterrolle etwas zu sehr in die Opferrolle rückt, so nach dem Motto: "Mein armer, armer Sohnemann, was haben die bösen Polizisten dir nur angetan?"
Und ich weiß nicht, ob dein Sohn so begreift, dass er eben auch so gar nicht super gehandelt hat.
Das ist in meinen Augen auf alle Fälle auch ein wichtiger Aspekt.

U.a. auch darum finde ich die Vorgehensweise der Polizisten auch ausgesprochen ungünstig. Hätten sie sich ein bisschen mehr zurückgehalten, gäbe es für Aaron jetzt gar keinen Anlass, seine Aufmerksamkeit auf noch etwas anderes als auf das Fehlverhalten des Sohnes zu richten. Aber dieser Anlass besteht ja nun mal. Leider. Das wäre leicht auch anders gegangen, denke ich.
 
Ich hab meinen Sohn erwischt, da war er 12 Jahre alt. Er hatte eine Diebestour durch die ganze Fußgängerzone gemacht. Stand alles fein säuberlich in einem Karton unter seinem Bett.
Ich hab mir den Bengel geschnappt und bin mit ihm jedes Geschäft angesteuert und hab ihn nach der Geschäftsleitung frsgen lassen. Dann musste er sagen was er geklaut hat, es zurückgeben und sich entschuldigen.
Ey, alle haben die da gestanden und ihn gelobt dass das toll wäre, dass er das zurückgibt und sich entschuldigt und dass er ein toller Junge sei etc.pp. Mit jedem Geschäft wurde er größer und selbstbewusster, ja fast schon großkotzig und ich hab echt gedacht, das geht voll nach hinten los, der zieht gleich morgen wieder los...
Erst im letzten Geschäft hat es geknallt. So Richtig. Der Geschäftsführer hat ihn so richtig rund gemacht, mit allem drum und dran. Anschließend hat er die Polizei gerufen, ihm 6 Monate Hausverbot erteilt( mit den Worten: und glaub mir, ich seh dich wenn du hier dennoch aufkreuzt und hat auf eine Reihe Monitore gezeigt. Und 60 DM Strafe musste er zahlen. Von seinem Taschengeld.. deine Mutter hat da nix mit zu tun, die Strafe die zahlst du hat er zu ihm gesagt. Das war heilsam. Er ist mindestens eine Woche auf die Größe eines achtjährigen geschrumpft gewesen.
A**** pudern bei sowas, da halte ich nichts von.
 
Zuletzt bearbeitet:
unser Sohn war ja im gleichen Alter, wie dein Sohn, @AaronSenne und er wollte das mit uns gar nicht thematisieren;
wir haben ihn dann zur Polizei begleitet, waren bei der Aussage dabei etc.,
aber wenn wir das mit ihm groß und breit besprochen hätten, wäre er vor Scham gestorben....
so richtig klar, was er da nun gemacht hatte, wurde es ihm erst, als er ein Jahr später sein Führungszeugnis für die Lehrstellenbewerbung anfordern musste.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ey, alle haben die da gestanden und ihn gelobt dass das toll wäre, dass er das zurückgibt und sich entschuldigt und dass er ein toller Junge sei etc.pp. Mit jedem Geschäft wurde er größer und selbstbewusster, ja fast schon großkotzig und ich hsb echt gedacht,
das ist mir mit einem anderen Sohn auch mal so gegangen, der war damals 9 und hatte in einem Geschäft eine Stoffmaus, die war da der Dekoartikel, mitgenommen und ich bin auch mit ihm hingefahren, aber der Ladenbesitzer meinte,
er schenkt ihm das Viech und ist doch nicht so schlimm....
deswegen habe ich 15 Jahre später beim anderen Sohn dem Polizisten am Telefon gesagt, er soll filius bitte etwas erschrecken, wie er da vor ihm sitzt.

edit:
übrigens haben wir mit allen unseren Kinder zu jedem rechtlich relevanten Geburtstag gesprochen, was es bedeutet, 14, 16 oder 18 zu werden....
wie wir auch sonst versuchen, ein Vorbild diesbezüglich zu sein, abrer manchmal kommen kids halt in Sachzwänge, bei unserem Sohn war es die neue Freundesgruppe, die geklaut hat und bei @AaronSenne Sohn der drohende Ausschluss von der Klassenfahrt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Sohn wird jetzt bald 40. Manchmal erzählt er noch davon. Ihm ist das auch erst mit dem ersten Führungszeugnis bewusst geworden, was da dran hängt. Er sagt heute ganz klar, das war das Beste was ihn passieren konnte, dass ihn dee letzte Geschäftsführer einmal gehörig den Kopf gewaschen hat. Er dachte vorher dass das gar nicht schlimm gewesen sei, weil die sich alle so gefreut haben. Da waren auch zwei oder drei dabei, die gesagt haben er solle das man behalten. Da hab ich aber als Mutter nicht mitgespielt. Alles ging zurück.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben